DVD-Review: Stream Of Passion - Live In The Real World (DVD)

Besetzung

Marcela Bovio – Gesang, Violine
Alejandro Millán – Keyboards
Lori Linstruth – Gitarre
Arjen Lucassen – Gitarre, Gesang
Johan Van Stratum – Bass
Davy Mickers – Schlagzeug

Gastmusiker:
Diana Bovio – Gesang
Damian Wilson – Gesang

Tracklist

01. Intro
02. Spellbound
03. Passion
04. Waracle
05. Wherever You Are
06. Computer Eyes
07. Calliopeia
08. Valley Of The Queens
09. Haunted
10. Charm Of The Seer
11. Deceiver / Songs Of The Ocean
12. Day One: Vigil
13. Day Three: Pain
14. Nostalgia
15. Out In The Real World
16. The Castle Hall
17. Into The Black Hole
18. When The Levee Breaks
19. Day Eleven: Love
+ Behind The Scences
+ Video Clip “Out In The Real World
+ Making Of The Video Clip
+ Tour Diary
+ Photo Gallery


„Live In The Real World“ ist nun die zweite Live-DVD/Doppel-CD von Arjen Anthony Lucassen. Mit „Live On Earth“ hatte er die Tour seines Seitenprojektes Star One äußerst amüsant und unterhaltsam eingefangen, auch wenn die technische Umsetzung eher durchschnittlich war.

Die neue DVD erscheint unter dem Decknamen STREAM OF PASSION, freilich natürlich deswegen, weil Lucassen bei diesem Projekt lediglich einige Riffs zu den Songs hinzugesteuert hat, die ansonsten aus der Feder von Marcela Bovio (einigen vielleicht bereits von Ayreons „Human Equation“ bekannt) stammen. Zu sehen bekommen wir hier das letzte Konzert der kurzen Tour der Band im Februar dieses Jahres, das im „Lucky & Co.“ in Rijssen, Holland stattfand.

Da das neue Projekt von Lucassen und Bovio ja bisher mit „Embrace The Storm“ nur ein Studioalbum hervorgebracht hat, nutzte man die Gelegenheit und erweiterte das Set um einige Songs aus dem Ayreon-Backkatalog, wie z.B. „Into The Black Hole“ und „Computer Eyes“. Da der Sound von STREAM OF PASSION doch schon recht fest auf Gothic Rock ausgelegt ist, bietet man damit dem Käufer bzw. dem Konzertbesucher einen zusätzlichen Anreiz und schafft zugleich Abwechslung, die bei dem recht gleichklingenden STREAM OF PASSION-Material auch dringend benötigt wird. Interessant ist es dabei natürlich auch, die proggigen Ayreon-Stücke hier von anderen SängerInnen interpretiert zu hören, als wir auf den ursprünglichen Studioversionen vorfanden. Wo wir gerade bei SängerInnen sind: Wie immer bei Lucassen, sind die auf der Silberscheibe enthaltenen Stimmchen absolut perfekt. Sowohl Marcela Bovio und ihre kleine (und heiße!!) Schwester Diana, als auch Damian Wilson (ex-Threshold), der auch wieder mit von der Partie ist, wissen absolut zu überzeugen. Die Instrumentalisten hingegen machen ihren Job zwar gut, aber auch reichlich unspektakulär. Lediglich bei den Ayreon-Nummern bekommt man ansatzweise interessante und vielseitige Sounds und Soloabfahrten zu hören. Auf instrumentaler Ebene ist Gothic Rock eben nicht so anspruchsvoll.

Der wichtigste Kaufgrund neben einem gegenüber der Star One-DVD deutlich besserem Bild mit professionelleren Aufnahmen und passenderem Schnitt sind jedoch in der Tat die beiden Bovio-Schwestern. Wer die nicht heiß findet, dem ist auch nicht mehr zu helfen! Insbesondere die kleine Diana weiß von Gesangspart zu Gesangspart nicht nur musikalisch, sondern auch optisch absolut zu gefallen, ohne zwanghaft nach Metal-Klischees auszusehen. Aus diesem Grund ist die DVD auch in jedem Fall der Doppel-CD vorzuziehen.

Das größte Problem von „Live In The Real World“ dürfte jedoch der Unterhaltungswert und Spaßfaktor sein. Hatte man bei Star One noch den Eindruck, der leicht billige, thrashige Bühnenaufbau und die Metalklischees dienen der Belustigung und gehören irgendwie zur Musik dazu, so erscheinen mir STREAM OF PASSION mit dem Ziel bedingungsloser Perfektion und Professionalität an die DVD gegangen zu sein. Es ist zwar nett anzuschauen, aber da die Musik mir persönlich weniger gibt und auch nicht wirklich unterhaltsam oder spaßig ist, und eben auch nicht so sehr emotional berührt, würde ich trotz der technisch schlechteren Qualität der Star One-DVD den Vorzug geben. Ganz klar ist aber auch: Wer STREAM OF PASSION kennenlernen möchte, kauft nicht das Studioalbum, sondern gleich diese DVD, denn die Bovio-Bilder wissen zu überzeugen. Aber vielleicht gibt ja auch einen Kalender von denen. Lach.

Insgesamt: Eine gute DVD mit kaum erkennbaren Schwächen, die mir zumindest musikalisch aber zu wenig Highlights bereit hält. Einen halben Extrapunkt gibt es für die Bovio-Schwestern. Erwähnte ich schon, dass die gut aussehen?

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: