CD-Review: Strung Out - Songs Of Armor And Devotion

Besetzung

Jason Cruz - Gesang
Jake Kiley - Gitarre
Rob Ramos - Gitarre
Chris Aiken - Bass
RJ Shankle - Schlagzeug

Tracklist

01. Rebels And Saints
02. Daggers
03. Ulysses
04. Under The Western Sky
05. Monuments
06. White Girls
07. Demons
08. Hammer Down
09. Disappearing City
10. Politics Of Sleep
11. Diamonds And Gold
12. Strange Notes
13. Bloody Knuckles


Ihr brandneues Album „Songs Of Armor And Devotion“ haben die kalifornischen Rocker STRUNG OUT von Cameron Webb (u.a. Megadeth, Motörhead) produzieren lassen. Vor fast drei Jahrzehnten startete die Band ihre Karriere, Frontmann Jason Cruz war damals noch ein Teenager. Diesen Spirit und das gleiche Feuer sollen die 13 neuen Songs versprühen, gepaart mit politischen Themen und persönlichen Erfahrungen von Verlust, Schmerz, Hoffnung und Rebellion.

Für diese angepriesene Power und Teenager-Rebellion beginnt das Album mit „Rebels And Saints“ dann doch recht verhalten. Der Song ist stark im Pop-Punk mit Indie-Elementen verankert, kommt aber selbst dafür zu wenig auf den Punkt. Lediglich das am Ende eingestreute Gitarrensolo weiß zu überzeugen, kann aber durch die holprigen Drums auch nicht den notwendigen Druck aufbauen. Leider will der Funke auch bei den folgenden Songs, trotz dezenter Stimmungs- und Tempiwechsel, nicht wirklich überspringen.

„Daggers“ kommt mit leicht düsterem Touch daher, während „Demons“ mit einem an Power-Balladen angelehnten Intro aufwartet. Im Grunde pendeln sich die meisten Titel aber im immer selben Stil ein, der sich kurz aufs Strophe-Refrain-Gitarrensolo-Schema reduzieren lässt. Damit langweilen STRUNG OUT nach relativ kurzer Zeit und das Gefühl der Rebellion richtet sich am ehesten gegen die Musiker und ihren aktuellen Output. Das liegt zu keiner Zeit an Produktion und Abmischung, die anständig geraten sind, sondern an den wenig kreativen Ideen und kraftlosen Songaufbauten.

Die kürzer gehaltenen Stücke kommen zwar mehr auf den Punkt und schielen mit diversen Riffs in den Hardcore- bzw. teilweise Heavy-Metal-Sektor und legen so an Härte deutlich zu. Den sprichwörtlichen Karren können sie  aber auch nicht aus dem Dreck ziehen. So kann man sich mit „Monuments“, „Hammer Down“ oder „Politics Of Sleep“ immerhin einige interessante Momente aus den oft verzichtbaren 44 Minuten herauspicken.

Manche Bands eignen sich über die vielen Jahre ihres Bestehens einiges Können an, bleiben dafür aber mit Gefühl und Authentizität irgendwann auf der Strecke. STRUNG OUT sind mit ihrem aktuellen Werk „Songs Of Armor And Devotion“ leider ein Negativbeispiel, wie man nach knapp 30 Jahren nicht klingen sollte. Gerade Punk Rock lebt von seinen Emotionen, dem Wut und Hass auf die Gesellschaft und die Welt, in der wir leben. Fachlich gut gemacht bleiben die Kalifornier mit ihren Songs von der Stange weit hinter den Erwartungen zurück. Ein Fokus auf die kurz-knackigen Titel wäre sicherlich zuträglich gewesen, heben sie sich doch etwas positiver vom restlichen Material ab.

Bewertung: 5 / 10

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