CD-Review: Svirnath - Dalle Rive Del Curone

Besetzung

Frans - Gesang, alle Instrumente

Tracklist

01. Vir Naturae
02. All'ombra Delle Fronde
03. L'etereo Bagliore
04. Dalle Rive Del Curone
05. Quando Soffia Il Maestrale
06. L'abete


Mit dem zweiten Full-length „Dalle Rive Del Curone“ widmet sich SVIRNATH dem Fluss Curone, einem Zufluss des Po in Italien. Hier fand das Projekt seinen Anfang – melodisch, atmosphärisch und mit ausgiebigem Einsatz der Akustikgitarre wird Mutter Natur mit diesem Release gefeiert. So sind aus der Feder einzigen Mitglieds Frans sechs Songs mit knapp 50 Minuten Dauer entstanden, die emotional intensiv, aber auch nicht immer leicht zu greifen sind.

Nach dem stimmungsvollen Intro „Vir Naturae“ mit Keyboards und der prägenden Gitarrenmelodie, welche von Schritten durch einen laubbedeckten Waldboden begleitet werden, kommt ohne Umschweife die Double Bass zum Einsatz. Allgemein agiert das Black-Metal-Geschehen zu Beginn musikalisch noch stark im Hintergrund, während die sphärischen Ambient-Anteile sehr kontrastreich über allem schweben. Die typischen Screams sind bei voller Instrumentierung wesentlich präsenter als die E-Gitarre und das Schlagzeug, die aber in diversen Phasen auch zu ihren vordergründigen Momenten kommen.

Wo das Tempo des Metal-Grundkonstrukts sich größtenteils im mittleren Segment, mit leichten Ausbrüchen nach oben bewegt, ist es vor allem die akustische Gitarre, die mit ihren weitreichenden Parts für Entschleunigung und den gewissen Kontrast sorgt. Spannend ist, dass sich die Atmosphäre, vor allem während der ausgedehnten Instrumental-Parts der Songs weit entfernt vom typisch hasserfüllten und kalten Black Metal bewegt, sondern vielmehr von einer hoffnungsvollen und wärmenden Aura umgeben ist. Das gelingt vor allem bei den beiden Langstücken „L’etereo Bagliore“ und „Quando Soffia Il Maestrale“ in besonderer Weise. Dies wird durch den EInsatz von Klargesang und dezenten Chören zusätzlich unterstrichen.

Mag anhand der italienischen Texte das wirkliche Verständnis für die Inhalte bei vielen Hörern fehlen, so spürt man Frans‘ Liebe für die Natur und seine Heimat mit jedem Takt sehr deutlich. SVIRNATH hat mit „Dalle River Del Curone“ ein Kleinod des Underground-Black-Metal geschaffen, welches von seinen Gegensätzen, der enthaltenen Wohlfühlatmosphäre und nicht zuletzt den Fähigkeiten am Schlagzeug lebt. Betrachtet man zusätzlich die Hintergründe des Labels ist dieser Longplayer mit seiner Hingabe das treffendste Release von Naturmacht in den letzten Jahren, wenn nicht sogar der kompletten Label-Historie.

Bewertung: 6.5 / 10

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