CD-Review: Tenside - Nova

Besetzung

Daniel Kuhlemann – Gesang, Gitarre
Michael Klingenberg – Gitarre
Martin Rupp – Bass
Florian Schönweitz – Schlagzeug

Tracklist

01. Nova
02. Where We Belong
03. Reborn
04. To Infinity And Beyond
05. Creator
06. Dead Or Alive
07. At The Top Of The Tide
08. Golden Strength
09. Here And Now
10. Nothing Will Remain
11. Believers Under Grace


Fünf Alben in sechs Jahren – das ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Die Münchner Melodic-Death-/Metalcore-Band TENSIDE gibt es seit 2004, nach einer ersten Demo 2005 ist man seit besagtem Jahr 2007 voll durchgestartet und eine CD nach der anderen auf den Markt geworfen. Inzwischen hat es die Band bis zu Cargo Records geschafft – ob das neue Release „Nova“ dem auch gerecht wird, sollte sich alsbald zeigen.

Nicht ohne Grund werden TENSIDE oft als Modern-Metal-Band bezeichnet – letzteres schlägt dem Hörer durch den unheimlich wuchtigen, mittenlastigen Sound direkt ins Gesicht. Das wird nicht jeder gut finden, passt aber insgesamt gut zur musikalischen Aufmachung TENSIDEs. In der ersten Hälfte des Albums tun sich bereits einige Ohrwürmer hervor: Die Single-Auskopplung „Reborn“ glänzt mit einer zündenden Melodie, stampfenden Riffs und eingängigen Chorussen im Refrain, die die Grenze zum Kitsch erfreulicherweise nicht überschreiten. Auch in „Where We Belong“ versuchen TENSIDE mit dieser Mischung zu punkten, insgesamt wirkt das Lied aber etwas gezwungen Mainstream-lastig. Man merkt der Band an, dass sie durchaus Talent hat – auch was das Songwriting angeht – doch neben der Lead-Arbeit fallen die Rhythmen meist zu simpel aus. Lieder wie „To Infinity And Beyond“ und „Creator“ können daher nicht voll überzeugen.

In „Dead Or Alive“ werden dafür alle Register gezogen – und zwar die richtigen: Temporeiche Strophen und abwechslungsreiche Shouts münden in einen hymnischen Refrain, bevor das Lied leicht ausfadet und später in einem fetzigen Breakdown mit aller Macht zurückkehrt. TENSIDE haben die Highlights gut über das Album verteilt, an neunter und zehnter Stelle stehen mit „Here And Now“ und „Nothing Remains“, das gerade in den Strophen wahnsinnig Groove hat, zwei weitere Granaten, die man gar nicht oft genug hören kann.

Trotz dieser richtig starken Songs kann man auch einige Kritikpunkte ausmachen: Erstens, dass in keinem Lied konsequent auf das Tempo gedrückt wird, sondern die Refrains stets die Funktion erfüllen, die Geschwindigkeit, die in den Strophen vorherrscht, zu drosseln. Und zweitens, dass in ebendiesen Refrains immer auf cleanen Gesang gesetzt wird, der im Vergleich zu den Shouts klar im Vordergrund steht. Trotzdem: Bis auf die beiden oben angesprochenen Nummern machen TENSIDE melodischen Death Metal mit gelegentlichem Hardcore-Einschlag, der alles, was Bands wie Killswitch Engage oder As I Lay Dying können, in vielleicht etwas „schlechterer“, aber dennoch in erfrischender und rundum professioneller Form verpackt, zu bieten hat.

Bewertung: 7.5 / 10

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