CD-Review: Tephra - A Modicum Of Truth

Besetzung

Alex Ercüment - Gesang, Gitarre, Effekte, Xylophon
Aaron - Bass
Vinod - Schlagzeug
Florian - Keyboard, Samples

Tracklist

01. Apollo
02. Big black mountain
03. Changes
04. A modicum of truth
05. Until the end
06. Rivers eyes
07. Crossways
08. Wolfs chamber
09. Clearance
10. Lost one
11. In the valley


TEPHRA – ein Name, der einfach schon eine gewisse Art von Musik fordert, bei der die Namen Isis, Mastodon und Neurosis unweigerlich Fallen müssen. Vorzuweisen hat jedoch mehr als einen sehr stilvollen, einzigartigen Namen. Das selbstbetitelte Debütalbum ist mittlerweile ebenso wie die erste Demo restlos ausverkauft und mit den Größen Cult of Luna sowie Red Sparowes hat man schon gemeinsam Europa bereist. Sehr gute Referenzen also für die junge Band aus Braunschweig, die sich mit „A Modicum Of Truth“ anschickt mit Hilfe von Riptide Recordings ihren Status als hervorragende Band zu untermauern.

Passender hätte man den Titel des ersten richtigen Stückes nach dem verträumten Intro „Apollo“ nicht wählen können: „Big Black Mountain“. Was für ein Soundungetüm! Die Niedersachsen entfalten sofort eine einzige große, schwarze Gitarrenwand, die hier und da noch von etwas Gesang durchbrochen wird. Dieser ist perfekt in Szene gesetzt und erinnert ganz entfernt an Karsten Jäger von Disbelief, was als großes Lob aufzufassen ist. Verzweiflung und Wut fallen wunderbar zusammen, ohne zu sehr gewollt zu wirken. Die Stücke haben allesamt eine ungeheuere Tiefe und trotz brachialem Sound beeindruckende Atmosphäre, die nur von zwei kurzen, verstörenden Zwischenspielen gestört wird. Die Mischung aus Metal, Doom, Sludge und minimalen Hardcore-Einflüssen entpuppt sich als tonnenschwerer Wüstling, der trotzdem noch gewisse Melodien beinhaltet, so dass die Songs gut hängen bleiben, was für dieses Genre nicht selbstverständlich ist. Das trägt auch dazu bei, dass die 70 Minütige Reise quer durch die musikalische Apokalypse zu keinem Moment langweilig, sondern eher abwechslungsreich ausfällt. Hierbei bewegt man sich – die kurzen Überleitungen „A Modicum Of Truth“ und „Wolfs Chamber“ mal außen vor gelassen – niemals unter der Grenze von 4 Minuten Länge. Gut so, denn die Stücke von TEPHRA brauchen ein wenig Zeit um sich komplett zu entfalten und die wird ihnen auch gegeben. Es benötigt mit Sicherheit einige Durchläufe ehe sich die wahre Klasse von „A Modicum Of Truth“ entfaltet hat, doch hat man sich erst einmal auf das Album eingelassen, kann man sich ihm nur sehr schwer entziehen. Warum auch? Denn jede Minute dieses Albums ist auch über einen Monat nach der Veröffentlichung noch ein Grund zur Freude.

Mit ihrem neuesten Album zeigen TEPHRA nicht nur, dass gute, experimentierfreudige, avantgardistische Musik auch aus Deutschland kommen kann, sondern beweisen auch, dass man als Band noch weiter gereift ist. Vergleiche zu anderen Bands, allen voran die schon in der Einleitung genannten Isis und Neurosis, sollen hier vor allem als Anerkennung der musikalischen Leistung dienen. Vom reinen Abkupfern ist man nämlich meilenweit entfernt. Von einem ganz eigenen, unverkennbaren Stil, kann man trotzdem noch nicht ganz sprechen. „A Modicum Of Truth“ ist somit ein Muss für jeden, der auch nur annähernd etwas mit dem Begriff Sludge anfangen kann, denn vieles machen sie nicht anderes als ihre Vorbilder, aber auf keinen Fall schlechter.

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: