CD-Review: The Black Screen - The Ghosts That Haunt Us

Besetzung

Oliver Frank – Gesang, Gitarre
Sebastian Bergherr – Gitarre
Duke Eichholz – Bass
Ralph Christian Schneider – Schlagzeug

Tracklist

01. Lullaby
02. Hearts Will Burn
03. Embers
04. To A Friend
05. This Mess
06. Empathic
07. Dry Sand


Death-Pop, soso. Was genau das sein soll, das wissen THE BLACK SCREEN vermutlich selber nicht. Vielleicht machen das ja die Geister, die THE BLACK SCREEN verfolgen. Sie selber jedoch nicht, denn das, was „The Ghosts That Haunt Us“ bereit hält, ist nicht viel mehr als normaler Indie-Pop. Soviel schonmal vorneweg.

Der Opener „Lullaby“ macht seinem Namen mehr als Ehre, lullt er doch im wahrsten Sinne des Wortes mit lahmen Gitarrenriffs und dem Gesang von Oliver Frank ein, der die immer gleiche Melodie circa zwei Minuten lang wiederholt. THE BLACK SCREEN schaffen es auch im weiteren Verlauf zu keinem Zeitpunkt, die Melancholie, die Emotionen heraufzubeschwören, die sie so gerne hätten. Lieder wie „Hearts Will Burn“ oder „To A Friend“ sind einfach so durchweg gewöhnlich, dass es schwer fällt, den Promoschrieb, der von „Catchyness“ (ist mir nicht aufgefallen) und „wabernden Delaywänden“ (die gibts nicht) auch nur halbwegs ernst zu nehmen. Ob es nun völlig belanglose Drei-Akkord-Riffsalven sind, Drei-Ton-Gitarrenriffs oder man einfach nur einen Schlagzeugbeat hört – Spannung sieht wirklich anders aus. Der weinerliche Indie-Pop-Gesang hilft da auch nicht weiter. In „This Mess“ ist wenigstens mal ein anständiges Solo zu hören.
Es dauert bis zum vorletzten Lied der Platte, bis THE BLACK SCREEN den eigenen Ansprüchen teilweise gerecht werden und zu Beginn so etwas wie einen „klaustrophobisch düsteren“ Sound zu kreieren. Das hilft leider nicht so sehr weiter, wenn der Rest des Songs, wie alle anderen übrigens auch, so sehr nach Schema F gestrickt ist, dass man selbst die kleinste Bridge, die kleinste Variation im Songwriting so lange mit der Lupe suchen muss, dass die CD in der Zwischenzeit zwei Mal durchlaufen könnte, ohne dass man es merkt.

Wer wirklich jede Platte aus diesem Bereich haben muss, kann mal reinhören, alle anderen sind gut beraten, einfach bei den üblichen Verdächtigen zu bleiben. Denn abgesehen von lahmen Mainstream-Rock-Bands gibt es kaum was Nervigeres, als Bands, die sagen, sie wären genau das nicht und dann doch eigentlich nur Erstere kopieren, bloß schlechter. „It’s Death Pop, baby.“ Nix da, „It’s boring, baby.“

Bewertung: 4 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: