Seit 2016 aktiv, ist das Trio THE FERRYMEN sicherlich eines der ausdauerndsten In-House-Projekte von Frontiers Music. Das hängt nicht zuletzt mit seiner hochkarätigen Besetzung zusammen, denn neben Sänger Ronnie Romero (u. a. Ex-RAINBOW, MICHAEL SCHENKER GROUP, LORDS OF BLACK) sind auch Gitarrist Magnus Karlsson (PRIMAL FEAR) und Drummer Mike Terrana (u. a. Ex-RAGE, Ex-AXEL RUDI PELL) an der Gruppe beteiligt. Untätig ist die Band trotz der übrigen Verpflichtungen ihrer Musiker nicht, denn spätestens alle drei Jahre gibt es ein neues Album von THE FERRYMEN – entsprechend folgt auf das 2022 erschienene „One More River To Cross“ nun die vierte Platte „Iron Will“.
Viel hat sich bei THE FERRYMEN seit ihrem letzten Output nicht getan. Das Dreigespann spielt immer noch theatralischen Melodic Metal, der zu gleichen Teilen von pathoslastigen Synthies und druckvollen Riffs lebt, die zusammen entsprechend bombastische Arrangements bilden. Der Opener steht dabei bereits stellvertretend für „Iron Will“ in seiner Gesamtheit, denn das Rezept von erhabenen Keyboards, die einen mehr oder minder druckvollen Song mit stets monolitischen Refrains einleiten, zieht sich durch die komplette Platte und erinnert stark an die epischeren Tracks auf neueren PRIMAL-FEAR-Werken.
Wer nun vermutet, das Album sei nicht besonders abwechslungsreich, liegt leider richtig – bereits „Mother Unholy“ bietet mehr vom Gleichen und auch Nummern wie „Above It All“ oder „Darkest Storm“ variieren die angesprochene Formel höchstens in Nuancen. Dank der Qualität der involvierten Musiker kann man die Songs von THE FERRYMEN alle durchaus hören und gerade die Leadgitarren von Magnus Karlsson sind auch auf der vierten Platte der Truppe wieder einsame Spitze. Am Ende ist „Iron Will“ aber – wie so oft bei Frontiers-„Bands“ – weniger als die Summe seiner durchaus brauchbaren Teile, nämlich nicht viel mehr als gut produzierter Melodic Metal nach Zahlen.
Es gehört jedoch ebenfalls zum Regelwerk solcher Frontiers-Produktionen, dass es zwischen der seelenlosen Meterware immer auch ein paar Lichtblicke gibt. Auf „Iron Will“ kommen die in Form des Titeltracks sowie von „Adrenaline“ und dem gelungenen Abschluss „You’re The Joker“. In diesen Songs präsentieren sich THE FERRYMEN etwas gitarrenlastiger, fahren den Kitsch zurück und punkten vor allem mit kantigem Heavy-Metal-Riffing, das dezent von der alten Schule inspiriert ist. Hätte sich die Truppe mehr in diese Richtung orientiert, wäre „Iron Will“ ein großartiges Album geworden. So wie die Dinge nun stehen, sind diese Nummern leider nur ein Hinweis darauf, wie gut diese Band klingen könnte.
Die an THE FERRYMEN beteiligten Musiker gehören zweifelsohne zur Spitze ihrer jeweiligen Disziplin. Nach vier Alben ist allerdings auch der Sensationswert verflogen, sie gemeinsam in einem Projekt hören zu können. Ein anderes Argument als ihre guten Namen bringen die Herren 2025 aber leider nicht mehr mit, um potenzielle Hörer von sich zu überzeugen. „Iron Will“ ist ein geradezu beeindruckend durchschnittliches Melodic-Metal-Album, das nur sehr wenige Songs zu bieten hat, die im Gedächtnis bleiben. Weil das alles professionell umgesetzt ist, kann man es durchaus anhören, man verpasst aber auch rein gar nichts, wenn man diese knappe Stunde Lebenszeit anderweitig aufwendet.
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Wertung: 5 / 10


