Review The Forsaken – Beyond Redemption

  • Label: Massacre
  • Veröffentlicht: 2012
  • Spielart: Death Metal

Neun Jahre sind vergangen, seit THE FORSAKEN ihr letztes Album herausgebracht haben, nach Adam Riese also anno 2003. Um mal zu verdeutlichen, wie lange das schon her ist, an dieser Stelle einige Ereignisse, die dem einen oder anderen vielleicht im Gedächtnis geblieben sind: 2003 nahm sich Jürgen Möllemann bei einem Fallschirmsprung das Leben. 2003 zerbrach die US-Raumfähre Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. 2003 begann der Dritte Golfkrieg im Irak. Außerdem trennte sich in diesem Jahr die Gruppe Modern Talking und Weichtier des Jahres wurde die Bauchige Windelschnecke, aber das nur nebenbei.

Eine ordentliche Zeitspanne ohne Studio-Lebenszeichen also, die hier in der Bandhistorie klafft, aber immerhin waren die Schweden nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden, sondern hatten jedes Jahr den einen oder anderen Gig gespielt. Irgendwann hat es den Jungs dann wohl doch in den Fingern gekitzelt, wieder etwas mehr Gas zu geben, und so kam es unlängst, nach der Trennung vom langjährigen Label Century Media 2009, zur Rückmeldung mit dem vierten Longplayer „Beyond Redemption“, der bei der neuen Heimat Massacre erschienen ist.

Nun sind THE FORSAKEN keine Band, bei der das Schattendasein besonders aufgefallen ist, dementsprechend brechen jetzt ob des Comebacks auch nicht alle Death Metaller akut in Freudentränen aus. Man muss jedoch sagen: Gut, dass sie wieder da sind! Denn auf „Beyond Redemption“ holzen und schroten die Skandinavier auf hohem Niveau, ohne dabei melodische Elemente zu kurz kommen zu lassen. Richtig klassischer Schwedentod waren THE FORSAKEN schließlich nie, folglich kann man hier als stilistische Ähnlichkeiten eher die Landsmänner von Hypocrisy (in ihrer brachialeren Form) und Amon Amarth (die melodischen Refrains mit mehrstimmigen Gitarren sprechen da eine klare Sprache) heranziehen.

In den zehn Tracks, die auf der neuen Platte geboten werden, verbinden THE FORSAKEN gekonnt High-Speed-Passagen mit groovigeren Elementen. Während man beim Albumtitel stiftenden Einsteiger, in den Sänger Anders Sjöholm mit einem angriffslustigen „Oh Motherfucker!“ startet, noch das Gefühl hat, es hier mit einer kompromisslosen Uptempo-Scheibe zu tun zu haben, kommen nach und nach Stellen mit getragenerem bis schleppendem Tempo in den Vordergrund, in der die hervorragende Lead- und Rhythmusarbeit der Gitarristen deutlich wird. Sowohl Riffing als auch Soli sind hier durch und durch gelungen und einfach nur großartig. Das variable Schlagzeug bietet dabei von gezielten Blast-Attacken bis zu Doublebass-Walzen eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Performance. Die Breaks sind teilweise halsbrecherisch, doch wirken sie stets fokussiert, wodurch „Beyond Redemption“ wie aus einem Guss erscheint.

In ihrem Zusammenspiel bieten die Jungs von THE FORSAKEN ein durchaus beeindruckendes, modernes Death-Metal-Album, das einerseits gnadenlos knüppelt, andererseits durch die melodischeren, gemäßigteren Passagen in den Songs auch Atmosphäre zu entwickeln vermag. Vor den musikalischen Fertigkeiten kann man nur den Hut ziehen, und auch die Leistung am Mikrofon ist nicht minder lobenswert, von daher kann ich nur jedem Freund des Todesstahls raten, „Beyond Redemption“ mal anzuchecken. Als Anspieltipps empfehle ich „Only Hell Remains“, „As We Burn“ und „Force Fed Repentance“.

Wertung: 8.5 / 10

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