CD-Review: The Pilgrim - ...From The Earth To The Sky And Back

Besetzung

Gabriele Fiori - Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard
Filippo Ragazzoni - Schlagzeug

Tracklist

01. Mexico '84
02. Sitting Down On The Porch
03. Obsessed By The West Part I, II, III, IV
04. Lion
05. Fool Around
06. Riding The Horse
07. Cuba
08. Secrets In The Kingdom
09. I'm Just Scared
10. Solitude
11. At Your Door
12. Sounds In The Night
13. Space And Time
14. Waiting For The Sun


Gabriele Fiori, Mastermind von Black Rainbow und Gründer von Heavy Psych Records, hat sich erneut mit Drummer Filippo Ragazzoni zusammengetan, um lupenreinen Americana-Sound auf Platte zu bannen. Anders als viele andere Retro-Kapellen frönen Fiori und Ragazzoni mit THE PILGRIM nicht dem Rock der 70er, sondern gehen noch weiter in der Zeit zurück und ziehen ihre Inspiration aus dem Folk der 60er. Wem da sofort Namen wie Crosby, Stills & Nash oder The Byrds in den Sinn kommen, liegt goldrichtig. Denn auch wenn THE PILGRIM eigentlich aus Italien kommen, liegt ihnen doch der amerikanische Sound im Blut. Mit „…From The Earth To The Sky And Back“ legen die Herren nun ihr zweites Album vor, das als musikalische Reaktion auf das bisherige Jahr verstanden werden soll.

Genau wie die großen Protestikonen der 60er und 70er verpacken THE PILGRIM ihre Abrechnung mit 2020 in akustische Songs, die vor allem von Gitarre und ein paar Percussions getragen werden. Damit wäre das instrumentale Repertoire auch schon ausgeschöpft. Für den einen bedeutet das Folk in Reinkultur, für den anderen mag diese begrenzte Auswahl auf Dauer ermüdend wirken. Die Wahrheit liegt im Falle von THE PILGRIM wohl irgendwo dazwischen. „…From The Earth To The Sky And Back“ besticht zwar mit schönen Melodien, teilweise packenden Percussions und der warmen Stimme Fioris, hätte an der einen oder anderen Stelle aber durchaus noch etwas mehr Würze vertragen können. So gelingt der Start mit dem genialen Trio „Mexico ’84“, „Sitting Down On The Porch“ und „Obsessed By The West Part I, II, III, IV“ sehr stimmig, doch schon das folgende „Lion“ und auch „Fool Around“ lassen den Spirit und den Western-Drive der ersten Songs missen.

15 Songs sind dann wohl doch ein paar zu viel, denn dieses Wechselspiel von herausragend zu mittelmäßig zieht sich über das gesamte Album. Positiv hervorzuheben sind definitiv „Solitude“ mit einem starken Jam-Teil, das eindringliche „At Your Door“ und das ziemlich zur Sache gehende „Cuba“. An Ideen mangelt es THE PILGRIM auf „…From The Earth To The Sky And Back“ keinesfalls, nur klingen nicht alle davon auch wirklich ausgereift. Und so plätschert die Scheibe stellenweiße einfach vor sich hin. Sicherlich klingt das Duo damit immer noch deutlich spannender als so manch andere Gitarren-Folk-Combo, dennoch ist weniger manchmal mehr.

Damit liefern THE PILGRIM zwar nicht das Folk-Album des Jahres ab, dafür aber eine Scheibe mit Potenzial. „…From The Earth To The Sky And Back“ ist ja erst das zweite Album des Duos und bietet trotz einiger Längen immer noch mehr als genug, an dem sich Singer-Songwriter-Fans erfreuen können.

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Bewertung: 7 / 10

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