CD-Review: The Sonic Dawn - Enter The Mirage

  • Veröffentlichung: 2020
  • Label: Heavy Psych
  • Spielart: Rock
Besetzung

Emil Bureau - Gesang, Gitarre, Sitar
Neil Bird - Bass
Jonas Waaben - Schlagzeug

Tracklist

01. Young Love - Old Hate
02. Hits Of Acid
03. Loose Ends
04. Children Of The Night
05. Shape Shifter
06. Enter The Mirage
07. Soul Sacrifice
08. Join The Dead
09. Sundrifter
10. UFO


Abseits aller pseudo-okkulter-, Fuzz-missbrauchender- und „Ich-bin-so-retro,-ich-nehme-mein-Album-mit-dem-Kassettenrekorder-meines-Opas-auf“-Musiker gibt es sie noch, wirklich spannende Vintage-Rock-Bands. Zu ebendiesen Kleinoden gehören THE SONIC DAWN aus Kopenhagen, die dieser Tage ihr neues Album „Enter The Mirage“ veröffentlichen. Tiefenentspannt und mit einer unglaublichen Lockerheit zelebriert das Trio darauf psychedelischen Rock mit einer Vielzahl weiterer Einflüsse, die von Folk bis Rock ’n‘ Roll reichen. Die Kreativität der Musiker scheint dabei unbegrenzt zu sein, erscheint „Enter The Mirage“ doch nur 14 Monate nach der letzten Scheibe „Eclipse“ und stellt damit das vierte Album in knapp viereinhalb Jahren dar. Angst vor Abnutzungserscheinungen braucht man dabei aber definitiv keine zu haben.

Vielmehr wachsen THE SONIC DAWN mit jedem neuen Album weiter über sich hinaus und fügen ihrem Sound neue Facetten hinzu. „Enter The Mirage“ steht ganz im Zeichen von Freiheit, Aufbruch und Energie, wofür einige schwere Rückschläge im Privatleben von Fronter Emil Bureau verantwortlich sein dürften. Es scheint fast so, als würde sich der kreative Kopf von den Problemen des letzten Jahres einfach freispielen wollen und verbreitet seine Botschaft von Frieden und Liebe nun umso vehementer. Dabei grenzen sich THE SONIC DAWN aber ganz klar von all jenen Bands ab, die Retro-Rock als bloße Ansammlung monotoner, tonnenschwerer Stoner-Riffs verstehen. Die Musik des Trios lebt stattdessen von einer unerhörten Luftigkeit und umschmiegt den Hörer warm und gefühlvoll.

Paradebeispiele für diese sphärische Seite von THE SONIC DAWN sind „Loose Ends“ und „UFO“. Ersterer entführt den Hörer auf eine fünfminütige Reise durch Traumwelten und andere Dimensionen und letzterer fungiert mit seinem entschleunigten Aufbau perfekt als Abschluss des Albums. Natürlich können die Dänen aber auch aufs Gaspedal treten und liefern mit Stücken wie „Children Of The Night“, „Soul Sacrifice“ oder „Join The Dead“ echte Psychedelic-Hits ab. Wie im Rausch spielt sich das Trio durch einen wilden Reigen aus Proto-Rock, Orgel-Soli, tanzbaren Melodien und treibenden Rhythmen. Der Titelsong „Enter The Mirage“ verschafft außerdem der Sitar endlich mal wieder einen unglaublichen coolen Auftritt auf einem Rock-Album. Die Nummer ist orientalisch angehaucht und entpuppt sich als waschechter Tanzflächenknaller. Auch ohne Psychedelika eingeworfen zu haben, verspürt man hier sofort den Drang die Hüften zu schwingen.

THE SONIC DAWN liefern mit „Enter The Mirage“ einen unglaublichen Trip voller Energie, Emotionen, Klangfarben und Ideen ab. Mit fast schon unverschämter Leichtigkeit servieren die Kopenhagener damit ein Album, das sicherlich zum Besten gehören dürfte, was in den letzten Jahren im Genre erschienen ist.

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Bewertung: 9 / 10

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