CD-Review: The Sticky Fingers Ltd. - Point Of View

  • Veröffentlichung: 2018
  • Label: Eigenproduktion
  • Spielart: Rock
Besetzung

Lorenz - Gesang, Gitarre
Giorgio "Jesus" Santi - Gitarre
Jaypee - Bass
Flash - Schlagzeug

Tracklist

1. Bad Mood
2. You Don't Have To Go
3. Hope You Like It
4. Be Your Man
5. Shine
6. Underdog
7. I'II Go Alone
8. This Misery
9. North Star
10. Naked Soul


Mit Glam Rock ist das ja so eine Sache. Die großen Bands der 80er wie Motley Crüe oder Twisted Sister genießen bis heute Kultstatus, aber alles was in den letzten Jahren unter diesem Genre-Banner auf den Markt kam wird eher belächelt. Zwar gibt es auch Ausnahmen wie Kissin‘ Dynamite oder Steel Panther, aber Ausnahmen bestätigen ja eher die Regel. Die Italiener von THE STICKY FINGERS LTD. spielen laut Infosheet des Labels überhaupt keinen Glam Rock, sondern Classic Rock mit Einflüssen von Bands wie The Rolling Stones, Cream oder Lynyrd Skynyrd. Trotzdem klingt ihr zweites Album „Point Of View“ wie eine ziemlich uninspirierte Reise zurück in die sleazigen 80er. Das die Band bereits seit 1996 aktiv ist und jetzt erst ihr zweites Album veröffentlicht spricht wohl Bände.

Ab dem ersten Song „Bad Moon“ fällt vor allem eines störend auf: Das Schlagzeug ist nicht nur ziemlich dumpf und kraftlos abgemischt, der Drummer klingt auch so als hätte er gerade erst mit dem Spielen angefangen und beherrscht nur einen Midtempo-Rhythmus. Die Stücke auf „Point Of View“ haben deshalb alle keine Wucht, keinen Drive, keine Energie und dümpeln immer irgendwo zwischen Schunkelatmosphäre und angezogener Handbremse umher. Das könnte man vielleicht gerade noch so verschmerzen, wenn dafür die Riffs fett und knackig wären. Sind sie aber nicht. Stattdessen servieren THE STICKY FINGERS LTD. Sleaze-Einerlei mit Soli, die eher übertrieben als wirklich gekonnt klingen.

Am Ende liefern THE STICKY FINGERS LTD. mit „Point Of View“ ein Album ab, dass man sofort nach dem Hören wieder vergisst. Da helfen auch die repetitiven Refrains und simplen Texte von Songs wie „Be Your Man“ oder „Underdog“ nichts. Von den in der Bandinfo genannten Einflüssen findet sich auf der Scheibe nichts und es ist fraglich, ob die PR-Abteilung das Album überhaupt gehört hat. Auf dem ohnehin schon übervollen Rock-Markt werden die Italiener mit „Point Of View“ keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Bewertung: 2 / 10

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