CD-Review: The Stone - Slovenska Krv

Besetzung

Nefas - Gesang
Kozeljnik - Gitarre
Demonetras - Gitarre
Awaken - Bass
Ilija - Schlagzeug

Tracklist

01. Za Kosti Otaca
02. Ustaj Mati Zemljo
03. Dabog
04. Bogovi Od Srebra
05. U Kamenu
06. Lesinari Rasirili Krila
07. Pevalo Hiljadu Maceva
08. Knez Visokih Suma


„Slovenska Krv“ war seinerzeit das erste Album der Serben THE STONE, wobei diese Aussage nicht hundertprozentig stimmt. Zuvor agierte man als Stone to Flesh und veröffentlichte unter anderem auch ein Full-Length-Werk. Das Cover lädt zum Schmunzeln ein, da besteht kein Zweifel, das äußerst karge Booklet auch, wenn man sich auf die Posen der Mitglieder bezieht. Die Betitelungen der Lieder sind in der genutzten Form übrigens nicht erkenntlich, THE STONE verzichteten auf arabische Schriftzeichen und wählten lieber heimische.

Nun umklammerte meinen Geist schon die vage Vorahnung, dass das Album nicht gerade gelungen sein könnte, man denke nur an das – drücken wir es positiv aus – reichlich triviale Gepose, doch ich irrte, die Musik ist nämlich um einiges besser als die visuelle Aufmachung des Booklets. Durchschnittlich fünf Minuten beträgt die Laufzeit eines jeden Stücks, was sich hier als sinnvoll herausstellt. „Slovenska Krv“ baut auf nicht allzu breit-gefächerten Elementen auf, weshalb man nicht immer das jeweilige Ende respektive den jeweiligen Anfang eines Liedes mitbekommt. Fangen wir mit dem ersten Lied an: „Za Kosto Otaca“ beginnt mit dem Schleifen eines vermutlich Schwertes, was zunächst einmal noch die finstere Vorahnung bestätigt. Doch mit dem rauen, besessenen und dumpfen Schrei von Nefas ändert sich dies schlagartig. Die Musik ist schnell, vergisst dabei aber nicht, der Melodik genügend Aufmerksamkeit zu widmen. So leisten die Gitarren durchaus gute Arbeit, das Schlagzeug kann sich ebenso hören lassen, auch wenn man da keine Glanzleistung abliefert. Im Endeffekt finden sich die einzelnen Instrumente aber und bilden eine homogene Masse. Die Stimme von Nefas ist nicht außergewöhnlich, die eher zurückhaltende Abmischung verleiht ihr aber noch mehr Kraft und Eigenständigkeit, so dass man letztlich doch aufgrund der ganz besonderen Atmosphäre verzückt ist. Die Stimmung wird natürlich auch von den Instrumenten getragen, das am stärksten in den gemäßigteren Momenten, wie das ja bei vielen Gruppen der Fall ist. So eben auch hier, wie sie direkt gen Ende des oben genannten Tracks beweisen.
Nichtsdestotrotz machen THE STONE es dem Hörer schwer, einen Song für besonders hochwertig zu erachten, ihn also hervorzuheben. Die insgesamt acht Stücke bewegen sich auf einer Ebene, so dass höchstwahrscheinlich schlicht das Album als Gesamtes gefällt und sich ein Aufschlüsseln aller Tracks erübrigt. „U Kamenu“ verhält sich noch am auffälligsten, das liegt jedoch eher an der verzerrten, hohen Gitarre, welche die Stimmung kurz durchreisst und an dem schleppenden, mystischen Tempo, welches darauf erfolgt.

Am Ende bewahrheitet es sich mal wieder, das gewisse Alben mehr Durchläufe benötigen. „Slovenska Krv“ ist eines davon, auch wenn es gar nicht so ausgeklügelt und monströs aufgemacht ist. Doch erst nach einer Weile sind die Trennungen der Stücke klar ersichtlich und alles erschliesst sich, die Musik gefällt somit mehr und mehr. An mancher Stelle dürfte man durchaus noch etwas an der Atmosphäre arbeiten, sonst aber wirklich gelungen und eine famose Angelegenheit. Bis auf die peinlichen Fotos, die hat man jedoch inzwischen abgelegt und gegen konforme Standardbilder ersetzt, wie sie die Band XY aus gleichnamiger Stadt auch hat.

Bewertung: 7.5 / 10

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