CD-Review: Tsjuder - Throne Of The Goat (EP)

Besetzung

Nag - Gesang, Bass
Diabolus Mort - Gitarre
Draugluin - Gitarre
Desecrator - Schlagzeug

Tracklist

1. Intro (2017 Re-Recording)
2. Throne Of The Goat (2017 Re-Recording)
3. Dying Spirits (2017 Re-Recording)
4. Outro (2017 Re-Recording)
5. Intro
6. Throne Of The Goat
7. Dying Spirits
8. Outro


„Throne Of The Goat“ steht für zwei Dinge: Erstens, die EP war 1997 das erste Lebenszeichen der norwegischen Black Metaller TSJUDER und zweitens, die vier darauf befindlichen Songs dröhnten als beinah schauerlicher Brei aus den Boxen. In den letzten beiden Dekaden führte der letzte Fakt wohl zu immer größer werdenden Unzufriedenheit bei der Band, sodass das Trio um Sänger Nag (Krypt, ex-Isvind) die Stücke einfach nochmals neu im Studio einspielte.

Um die Seele der ursprünglichen EP allerdings nicht zu untergraben, entschieden sich TSJUDER neben den neu aufgenommenen Tracks auch deren 20 Jahre alten Originale mit auf die 2018er Version der EP zu packen. Taktisch unklug gestaltet sich allerdings die Reihenfolge: Den Anfang machen nämlich die neu eingespielten Tracks, gefolgt von den Songs der 1997er Version. Zusammengefasst: erst klingen die Songs gut produziert, dann nicht mehr. Im Zweifel wird der Hörer somit die ersten vier anstatt die letzten vier Songs hören wollen, denn wer einmal einen Achtzylinder unter der Haube hat, wechselt schließlich nicht mehr zu einem Vierzylinder-Motor.

Damit scheitern TSJUDER allerdings mit genau dem Vorhaben, mit welchem sie ihre Debüt-EP neu einspielten: Die Kraft ihres Erstwerkes soll zwar mittels Re-Recording erneut unter die schwarze Hörerschaft gebracht werden, TSJUDERs Wurzeln hingegen mit dem Hinzufügen der originalen Tracks gewahrt werden. Die EP befördert allerdings das Gegenteil, nämlich das Überspringen der alten Aufnahmen und das Anhören der Neuaufnahmen – letzteres allerdings auch nicht allzu oft.

Denn obwohl die Norweger mit einem allumfassenden Re-Recording werben, ist es schlussendlich nur eine Verbesserung im gewissen, aber nicht umwerfendem Maße. Noch immer erklingt Desecrators Drumming nicht so ausdrucksstark, wie es besonders nach einer Neuaufnahme sein sollte; eher dumpf wirken die Tom-Toms, stumpf die Becken. Die Gitarren hingegen wurden klarer abgenommen, wobei Gleiches für Nags kehligen Geschrei zutrifft, welcher nun auch kraftvoller durch die vier neuaufgenommenen Songs keift.

Mehr als ein nice to have für den Fan (!) ist „Throne Of The Goat“ allerdings nicht geworden. Wer vorher nicht mit TSJUDERs Debüt-EP warm geworden ist, wird es auch dank einer modernen Version nicht werden. Dafür ist der Sound noch immer zu dürftig, besonders im direkten Vergleich zu den aktuellen Werken von Nightbringer, Aosoth oder Avslut.

Keine Wertung

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