CD-Review: Ulsect - Ulsect

Besetzung

Dennis Maas - Gesang
Arno Frericks - Gitarre
Joris Bonis - Gitarre
Dennis Aarts - Bass
Jasper Barendregt- Schlagzeug

Tracklist

01. Fall to Depravity
02. Our Trivial Toil
03. Diminish
04. Moirae
05. Unveil
06. An Augury
07. The Endling
08. Maunder


(Death Metal / Post-Metal / Black Metal / Sludge) Gerade erst im März brachten Gitarrist Joris Bonis und Schlagzeuger Jasper Barendregt mit ihrer Avantgarde-Black-Metal-Band Dodecahedron ihr neues Album „Kwintessens“ heraus. Doch weil das den beiden Niederländern aus Tilburg anscheinend nicht genug war, steht nun, gerade einmal zwei Monate später, ihre nächste Veröffentlichung in den Startlöchern: ULSECT heißt ihre neue Band, die sie zusammen mit Ex-Textures-Bassist Dennis Aarts gründeten – und ebenso ihr Debütalbum, das nun ebenfalls via Season Of Mist erscheint.

Stilistisch sind sie dabei gar nicht so weit von Dodecahedron entfernt. Auch ULSECT halten sich in sehr düsteren Gefilden auf, jedoch ist ihr schwierig zu beschreibender Stil, der sich wohl irgendwo zwischen Death, Post-, Black, Sludge, Doom und Progressive Metal platziert, wesentlich weniger chaotisch und dadurch leichter zugänglich. Die Songs enthalten Blastbeat- und Doublebass-Passagen ebenso wie rhythmische, ab und zu in ihrer Machart und ihrem Groove an Gojira erinnernde Prog-Riffs. Festes, stets wiederkehrendes Element im Songwriting ist hierbei, dass die Rhythmusfraktion ein rhythmisches Pattern vorlegt – Gitarre und Bass tun dies meist mit einem Akkord beziehungsweise auf einer Saite – während die andere Gitarre ein gleichmäßiges, sphärisches Achtelriff aus ausklingenden Einzeltönen darüberspielt. Das zeigt deutlich Wirkung: Die acht bedrückenden, bleiernen Stücke breiten eine trostlose, mystische Atmosphäre aus, die in dieser Art tatsächlich ein sicheres Wiedererkennungsmerkmal der Band darstellt. Besonders in den Sludge- und Doom-Parts kostet die Formation diese Ausflüge in die dunkelsten Klangwelten genüsslich aus, um dann im stetigen Wechsel immer wieder die rohe und geballte Kraft von brachialen Black- und Death-Metal-Momenten zu entfesseln.

Das klingt sehr spannend und ist es auch. Ebenso ist die technische Umsetzung des Albums äußerst gelungen. Die saubere, professionelle Spielweise der Instrumentalisten verhilft dem Album, sein volles Potential entfalten zu können. Die kraftvolle, aber sehr grobkörnig knisternde Produktion mag gewöhnungsbedürftig sein, zeigt im Kontext der Musik aber zweifellos Wirkung.
Trotzdem funktioniert „Ulsect“ über diesen Aspekt hinaus nicht durchgehend gut genug, damit sich wirkliche Begeisterung einstellt. Das liegt zum einen daran, dass sich trotz gerade einmal 42 Minuten Laufzeit so viele Ideen wiederholen, dass es auch nach mehreren Durchläufen noch schwerfällt, einzelne Songs auseinanderzuhalten. Zum anderen wirkt der Stil beispielsweise im Vergleich zu dem der wesentlich radikaleren Dodecahedron, die mit „Kwintessens“ gerade erneut bewiesen, wie perfekt sie dieses garstige Wildern in fiesestem Black Metal der Marke Deathspell Omega beherrschen, geradezu brav und zahm und daher auch weniger fesselnd. In Songs wie dem äußerst starken, erbarmungslosen „Unveil“ oder den düsteren, mit Black Metal liebäugelnden Stücken „Our Trivial Toil“, „This Endling“ und „Diminish“ kratzen sie zwar derartiges, offensichtlich vorhandenes Potential an, wirklich nutzen können sie es aber bisher noch nicht.

ULSECTs gleichnamiges Debütalbum ist ein tiefschwarzes und dreckiges Werk geworden, das Freunden von kreativem Extreme Metal große Freude bereiten dürfte. Richtig umwerfend ist das alles dank fehlender Abwechslung und nur wenigen Highlight-Momenten zwar noch nicht geworden, bei einem Debütalbum kann man das noch problemlos verzeihen, muss sich eine Band in dieser Zeit ja meist erst noch selbst richtig finden. Das Quintett zeigt jedenfalls eindrucksvoll, zu was es in der Lage ist und man darf gespannt sein, mit was die Niederländer als nächstes in Erscheinung treten.

Bewertung: 7.5 / 10

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