Und sonst so: Und sonst so … Februar 2020

Metal ist eines der der lebendigsten Genres, die es gibt. In der Folge ist es bei der mittlerweile enormen Zahl an Veröffentlichungen schier unmöglich geworden, sämtliche Alben in ausführlichen Reviews vorzustellen. In unserer Rubrik „Und sonst so …“ kommen deswegen in Form von Kurz-Kritiken ein paar der Alben zur Sprache, die trotz Zeitmangel und Überangebot nicht unter den Teppich fallen sollten.


Green Day - Father Of All ...

Genre: Punk / Punk Rock

Zur Website von Green Day

GREEN DAYs „Father Of All …“ ist nicht nur das 13. Studioalbum der US-Amerikaner, sondern mit knapp 26 Minuten Laufzeit auch ihr bisher kürzester Longplayer. Somit ist es nur folgerichtig, dass die zehn Songs allesamt sehr kurzweilig umgesetzt wurden. Auch die gewisse Mainstream-affine Schlagseite ist bei GREEN DAY nichts Unbekanntes. Das Album bietet eine astreine Produktion, ist aber zu Beginn viel zu glatt geraten. Das liegt vor allem an den Kompositionen, die sich ausführlich am Indie Rock bedienen („Meet Me On The Roof“) oder in die Popmusik abdriften („Oh Yeah!“). Die zweite Hälfte ist zweifelsohne die spannendere: Es darf mal Rock ’n‘ Roll sein („Stab You In The Heart“), man schielt in die 90er zurück („Sugar Youth“, „Take The Money And Crawl“). So ist GREEN DAYs „Father Of All …“ lediglich eine durchwachsene Angelegenheit.

[Christian Denner]


Huey Lewis & The News - Weather

Genre: Rock

Zur Website von Huey Lewis & The News

Mit „Weather“ präsentieren HUEY LEWIS & THE NEWS nach 19 Jahren wieder eigenes, neues Material und das insgesamt zehnte Studioalbum. Die sieben Songs wurden im bandeigenen Troutfarm Studio in Marin County, Kalifornien aufgenommen und produziert. Um das Mixing kümmerte sich Bob Clearmountain (u.a. Toto, The Who, Bon Jovi, Nine Inch Nails). Die rund 24 Minuten Laufzeit, die gleichzeitig das einzig relevante Manko der Veröffentlichung sind, schaffen es problemlos, den Mainstream-Rock von HUEY LEWIS & THE NEWS der 80er Jahre in die heutige Zeit zu transportieren. Die Band präsentiert sich funkig („While We’re Young“), verschmust („I Am There For You“) oder bluesig („Hurry Back Baby“). Freunde des bisherigen Schaffens werden sicher am neuen Werk Gefallen finden. Doch den vollen Albumpreis für eine bessere EP zu verlangen, das ist zumindest fragwürdig.

[Christian Denner]


Hollywood Undead - New Empire, Vol. 1

Genre: Nu Metal / Crossover

Zur Website von Hollywood Undead

„New Empire, Vol. 1“ ist das sechste Studioalbum der Rap-Rock-Band HOLLYWOOD UNDEAD und wurde von Matt Good (u.a. Veil Of Maya, Memphis May Fire, Asking Alexandria) produziert. Die neun Songs kommen auf knapp 32 Minuten Laufzeit und sollen laut Sänger George „Johnny 3 Tears“ Ragan einen neuen Sound für die Band etablieren. Dass er damit Recht hat, beweist das neue Album von Anfang bis Ende. Statt auf reine Crossover-Songs zu setzen, werden die Rap-Parts vorrangig mit Post-Hardcore und Trancecore vermengt. Das gibt „New Empire, Vol. 1“ tatsächlich mehr Drive, als ihn der Vorgänger „Five“ vorweisen konnte. Der Klargesang wirkt dabei oft arg lieblich und bleibt teils hinter den Erwartungen zurück. Stilistische Ausnahmen stellen der Horrorcore-Track „Killin‘ It“ und der Trap-Song „Nightmare“ dar. Ein spannendes Album mit einiger Weiterentwicklung, das sich gut hören lässt und die wenigsten Fans abschrecken sollte.

[Christian Denner]


Revoltons - Underwater Bells Pt. 2: October 9th 1963 - Act 1

Genre: Melodic / Power Metal

Zur Website von Revoltons

Acht Jahre nach ihrem letzten Longplayer melden sich die italienischen Power-Metaller REVOLTONS mit ihrem fünften Album und dem sperrigen Titel „Underwater Bells Pt. 2: October 9th 1963 – Act 1“ zurück. Inhaltlich dreht es sich um die „Katastrophe von Vajont“, als eine Staumauer in den Alpen im Nordosten Italiens durch eine gewaltige Flutwelle überspult wurde. Neun Orte wurden vollständig zerstört und über 2.500 Menschen verloren ihr Leben. Musikalisch gibt es auch Einflüsse aus dem Heavy Metal oder Progressive Metal zu hören, wodurch der Output der Band teilweise an Iron Maiden oder Dream Theater erinnert. Gesanglich setzt man auf wenige hohe Töne und weitgehend bedrückende Stimmung, was der erzählten Geschichte sehr zuträglich ist. Qualitativ liegen REVOLTONS mit „Underwater Bells Pt. 2“ im (gehobenen) Mittelmaß und können von Genre-Enthusiasten gerne angetestet werden.

[Christian Denner]


Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: