Und sonst so: Und sonst so … Juni 2017

Metal ist eines der der lebendigsten Genres, die es gibt. In der Folge ist es bei der mittlerweile enormen Zahl an Veröffentlichungen schier unmöglich geworden, sämtliche Alben in ausführlichen Reviews vorzustellen. In unserer Rubrik „Und sonst so“ kommen deswegen in Form von Kurz-Kritiken ein paar der Alben zur Sprache, die trotz Zeitmangel und Überangebot nicht unter den Teppich fallen sollten.


Stiff Little Fingers - Best Served Loud - Live At Barrowland

Genre: Punk / Punk Rock

Zur Website von Stiff Little Fingers

Was macht man zum 40. Geburtstag? Korrekt – amtlich feiern. Das tun auch die STIFF LITTLE FINGERS, die ihr 40. Bandjubiläum mit einem unglaublich starken Livealbum namens „Best Served Loud – Live At Barrowland“ zelebrieren. Dies erscheint auf CD und DVD, die neben dem Konzert noch eine obligatorische Banddoku beinhaltet. Die Location ist dabei nicht zufällig gewählt, denn die STIFF LITTLE FINGERS treten im Jahresrhythmus im Glasgower Barrowland Ballroom auf – 2016 am St. Patricks Day bereits zum 25. Mal. An diesem Abend spielte die Band einen Querschnitt durch die eigene Diskographie, die ursprünglichen Punk bietet – immerhin gibt es die Truppe bereits sei 1977. Alle Fans der Truppe und von artverwandten Genrevertretern wie den Sex Pistols, Buzzcocks, The Damned oder The Clash sollten hier dringend zugreifen.

[Christoph Emmrich]


Pantaleon - Virus

Genre: Progressive Rock / Metal

Zur Website von Pantaleon

PANTALEON sind eine junge Band. Und eine gute. Eine sehr gute sogar. Denn was die vier Herren hier entfesseln, dürfte allen Fans von progressivem Rock mit Biss das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Auf ihrem Debüt „Virus“ gelingt es der Truppe, progressive Komplexizität mit Vier-Minuten-Rocknummern zu einem organischen Ganzen zu vereinen. So stehen Kracher wie „Wake Up“ neben epischen Nummern wie „Slaves To Ourselves“. Eingänige Songs, Härte, komplexe Arrangements und Epik gehen auf „Virus“ eine natürliche Verbindung ein – auf PANTALEON sollte man definitiv eine Auge haben und unbedingt in deren erste Scheibe reinhören.

[Christoph Emmrich]


Arcadea - Arcadea

Genre: Progressive Rock / Metal

Zur Website von Arcadea

ARCADEA sind ein Nebenprojekt des Mastodon-Schlagzeugers/-Sängers Brann Dailor. Effektiv ist die Musik Mastodon in der Electronic-/8-Bit-Variante. Anfangs noch ziemlich witzig, erschöpft sich das Konzept leider recht schnell. Die Beats von Dailor sind wie immer super, ebenso die Synthie-Arbeit, aber ansonsten düdelt das oft zu sehr vor sich hin und der Gesang ist teilweise etwas grenzwertig. Mastodon-Fans und Freunde elektronischerer Musik sollten definitiv mal reinhören, durch die Veröffentlichung des phänomenal guten “Emperor of Sand” zieht das Album aber im Direktvergleich klar den Kürzeren.

[Simon Bodesheim]


Aborted - Bathos (EP)

Genre: Brutal Death / Grindcore

Zur Website von Aborted

Gerade einmal ein Jahr nach ihrem äußerst starken Album „Retrogore“ legen die Belgier schon wieder nach, allerdings nur mit einer sehr kurzen Zwei-Track-EP. Trotz lediglich acht Minuten Spielzeit macht auch „Bathos“ ziemlich großen Spaß. Der Titeltrack rast ein wenig durch Tech-Death-Gefilde, während “Fallacious Crescendo” in klassischer, bandtypischer Manier einfach von Anfang bis Ende durchbrettert. Toll!

[Simon Bodesheim]


INVSN - The Beautiful Stories

Genre: Alternative Rock / Metal

Zur Website von INVSN

INVSN wecken auf ihrem neuen Album „The Beautiful Stories“ Erinnerungen an den Post-Punk-Sound der 80er Jahre, bringen dabei aber ihre eigene, dreckige Note ein. Es dominieren verhallte Gitarren, leidenschaftlicher Gesang und politisches Bewusstsein in den Texten, die im krassen Gegensatz zum Titel des Albums stehen. Sänger Denis Lyxen tobt sich hier neben seiner legendären Hardcore-Band Refused stilistisch aus und hat es geschafft, ein Projekt auf die Beine zu stellen, das deutlich mehr ist als nur sein berühmter Frontmann.

[Bernhard]


Algiers - The Underside Of Power

Genre: Alternative Rock / Metal

Zur Website von Algiers

ALGIERS sind auf ihrem zweiten Langspieler „The Underside Of Power“ wütender, dabei aber musikalisch gleichzeitig fokussierter, umfassender und moderner als auf ihrem tollen selbstbetitelten Debüt. Die Mischung aus Post-Punk, Gospel, elektronischen Beats und Krautrock lädt trotz einiger Verschachtelungen zum Tanzen ein, während textlich der Rechtsruck und Rassismus in den USA verarbeitet und zum Kampf gegen Ungerechtigkeit aufgerufen wird. Ein textlich wichtiges und musikalisch mitreißendes Album.

[Bernhard]


Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: