Review Vader – Necropolis

  • Label: Nuclear Blast
  • Veröffentlicht: 2009
  • Spielart: Death Metal

Wer VADER nicht kennt, muss sich die letzten 25 Jahre elegant durch die Metal-Welt geschlängelt und stets einen weiten Bogen um das Thema „Death Metal“ gemacht haben. So lange sind die Polen nämlich schon fest verwurzelt in diesem Genre. „Die Polen“ könnte so allerdings zu einem Missverständnis führen – seit dieser Zeit ist nämlich nur Mastermind Piotr „Peter“ Wiwczarek mit VADER unterwegs – alle anderen Musiker, die auf „Necropolis“ zu hören sind, fallen in die Rubrik „Session-Musiker“, seit Peter 2008 Kehraus im Hause VADER gemacht hatte.

Doch davon, soviel sei vorausgeschickt, merkt man auf „Necropolis“ nichts: In alter Tradition geht es hier gleich zur Sache: Ohne lange zu Fackeln oder Spielzeit mit einem überlangen Intro zu vergeuden, legt der erste Track, „Devilizer“, nach kurzem Schlagzeuggeknüppel sogleich mit einem unglaublich groovenden Riff los, um sich zu einer mitreißene Midtempo-Death-Walze mit kurzem, aber furiosem Solointermezzo zu entwickeln. Und so geht es auch bei den folgenden Nummern weiter: Hochkarätige Riffs, eingestreute flotte Soli und dazu die charakteristische Stimme des einzigen verbliebenen Gründungsmitgliedes – wer die letzten VADER-Releases sein Eigen nennt und zu schätzen weiß, wird von der stilistischen Ausrichtung auf dem neuesten Output zwar nicht sonderlich überrscht, mit großer Wahrscheinlichkeit aber auch nicht enttäuscht sein. Sicherlich, die Vielseitigkeit der Songs hält sich in Grenzen… aber hey, wer hört schon VADER, weil er Prog-Gefrickel hören will?
Etwas Abwechslung bringen allenfalls das psychedelisch beginnende Interlude „The Seal“ mit seinem meditativen „Zooom – Zooom“-Sprechgesang sowie das stilistisch vergleichbare, beschwöhrende „Summoning The Futura“ in die Chose… ob das aber wirklich nötig gewesen wäre, sei mal dahingestellt.
Spätestens, als das erste Riff von „Dark Heart“ bzw. „Anger“ die Matte danach erneut zum Kreisen bringt, ist die Welt wieder in Ordnung und VADER wieder da, wo man sie haben will. Höhepunkt der Platte ist jedoch ganz klar der letzte reguläre Song, „When The Sun Drowns In Dark“ – ein kleines Meisterwerk, das sich düster und bedrohlich stampfend auf ein sehr gelungenes Solo zubewegt.
Dass es mit „Black Metal“ (Venom) und „Fight Fire With Fire“ (Metallica) noch zwei Cover-Versionen auf das Album geschafft haben, ist keineswegs nur der Versuch Spielzeit zu füllen, sondern kann vielmehr als gelungene, genreübergreifende Homage an zwei großartige Bands verstanden werden – klingen beide Interpreatitonen doch durchaus eigenständig und frisch – was nicht zuletzt dem so brachialen wie glasklaren Sound, den Tue Madsen vom dänischen Antfarm Studio der Platte beschert hat, liegt.

„Necropolis“ kann zwar nicht deutlich mehr, jedoch auch keinesfalls weniger als sein Vorgänger „Impressions In Blood“ und stellt somit nicht nur für jeden VADER-Fan einen Pflichtkauf, sondern auch für jeden (Brutal) Death Metal-Hörer eine sichere Sache dar – enttäuscht wird von diesem Album wohl kaum jemand.

Wertung: 8 / 10

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