CD-Review: Vader - XXV

Besetzung

Piotr "Peter" Wiwczarek - Gesang, Gitarre
Maurycy "Mauser" Stefanowicz - Gitarre
Marcin "Novy" Nowak - Bass
Darek "Daray" Brzozowski - Schlagzeug

Gastmusiker:

Siegmar (Vesania) - Keyboard, Samples
Seth (Severe Torture) - Gesang bei "Blood Of Kingu"
Roman Kostrzewski (KAT) - Gesang bei "Wyrocznia"
Pierscieñ - Gesang bei "Fear Of Napalm"
Hal (Dead Infection) - Bass bei "Fear Of Napalm"

Tracklist

CD 1

01. inVADERs
02. Chaos
03. Vicious Circle
04. Crucified Ones
05. Dark Age
06. Reign-Carrion
07. Silent Empire
08. Sothis
09. Incarnation
10. Reborn in Flames
11. Blood of Kingu
12. Carnal
13. Fractal Light
14. Red Passage
15. Black to the Blind

CD 2

01. Kingdom
02. Wings
03. Xeper
04. Cold Demons
05. Final Massacre
06. Reign Forever World
07. Epitaph
08. Dark Transmission
09. Fear of Napalm
10. Wyrocznia
11. Tyrani Pickiel


Hurra, hurra, hier kommt ein Jubiläum daher. Ein viertel Jahrhundert, 25 Jahre, 300 Monate, 1300 Wochen, 9131 Tage (da sind die Schlatjahre schon mit eingerechnet), 219144 Stunden… Wenn man das rückblickend betrachtet, mein lieber Scholli, dann ist das irgendwie schon eine ganze Menge Holz. Aber so lange (naja, vielleicht ein paar Minuten mehr oder weniger) gibt es die polnische Kriegsmaschine VADER schon. Heissa, lasst uns feiern.

Feiern, das tun auch Peter, Mauser, Novy und Daray, die vier Jungs aus Olsztyn. Und wie feiert man so ein Jubiläum am Besten? Richtig, mit einer schicken Tour (wir berichteten bereits) und einem Lebenszeichen in Form eines Silberlings mit viel Mucke drauf. Oder gleich zweien. VADER ließen sich nämlich nicht lumpen und pressten gleich zwei Scheibchen, die nun den schlichten aber effektiven Titel „XXV“ spazieren tragen (wer den römischen Zahlen nicht so mächti ist: „25“ heißt das). Und es ist, das will ich gleich mal vorweg nehmen, eine Best Of geworden.

So, ich hoffe jetzt sind erst mal alle „Buh“-Rufe verstummt und wir können weiter im Text machen. Ja, ich weiß, Compilations sind immer eine eher leidige Sache und stehen im Verruf ein Schnellschuß zu sein, der nur auf die Kohle der Fans abzielt. Wozu das Ding kaufen, wenn man eh schon alle Alben im Schrank hat? Und auch der Bandeinsteiger, der sich erst mal mittels so einer Veröffentlichung einen Überblick über die ganze Schaffensphase der Kapelle verschaffen möchte, schaut das Ding nach einiger Zeit meist nicht mal mehr mit dem Hintern an. Klar, oft wird mit raren Exklusivtracks geworben oder mit schickem digitalen Remastering, das ist aber oftmals so überflüssig wie Ohrenwärmer in der Hölle (ganz ehrlich, ich hab zig CDs im Schrank, die vollmundig ihr Remastering anpreisen und die sind dann normalerweise bestenfalls ein paar Dezibel lauter ausgefallen).

Nicht so im Hause (oder sollte ich lieber „Bunker“ sagen?) der Polen. Denn hier gibt’s nur einen Exklusivtrack (das KAT-Cover „Wyrocznia“ bei dem auch Ex-KAT-Sänger Kostrzewski mit von der Partie war und das vorher nur auf der „Blood Was Shed In Warsaw“-DVD zu finden war), dafür aber kein Remastering sondern eine komplette Neuaufnahme von 26 der größten Hits der Kriegsfanatiker auf die Ohren. Ja, richtig gehört. Von den frühen Demos bis zum 2004er-Output „The Beast“ wurde ein Querschnitt durch die Karriere VADERs gezogen und das Material (das eine Gesamtlänge von mehr als 90 Minuten hat; Value-for-Money, heiratest du mir?) neu eingetrümmert. Dazu gibt’s einige hübsche Gastauftritte zu vermelden und ein schick aufgemachtes Booklet, das wahlweise in Englisch oder Polnisch zu jedem Track ein paar Takte erzählt. Nicht schlecht, Herr Specht.

Vor allem den älteren Tracks kommt das Re-Recording absolut zu gute. Denn dass die Jungs schon in den 80er und 90er Jahren astreine Death/Thrash Metal-Nackenbrecher schreiben konnten dürfte wohl hinlänglich bekannt sein. Nur die Technik spielte damals noch nicht immer so mit, was nun ausgebügelt wurde. Freut mich, denn für mich ist Death Metal mit schlechter Produktion wie Butter ohne Brot, wie Leber ohne Wurst, wie Han ohne Solo, ihr versteht? Nun erklingt aber sogar der Uralt-Stampfer „Tyrani Pickiel“ in einem glasklaren, transparenten, aber sehr druckvolen und wuchtigen Soundgewand. Aber auch eher neueres Songgut wie „Dark Transmission“ hört sich dank Generalüberholung gleich noch mal so gut an. So wünscht der Fan sich das.

So ist „XXV“ eigentlich ein rundum-glücklich-Paket für alle todesmetallbegeisterten Homo Sapiens Sapiens und solche, die es noch werden wollen. Der alteigesessene VADER-Fan freut sich über die alten Songs mit neuem Klang, der Neuling über den genialen Querschnitt durch 25 Jahre Todesstahl aus Polen, der Komplettist über die neue Scheibe im Regal und der Sammler über die Limitierte Box-Edition inklusive drei Bonus Tracks und einer DVD mit Konzertaufnahmen von 1986 bis 2001 (lag mir leider nicht vor, also kann ich nix über die Qualität vor allem der älteren Aufnahmen sagen). Mal ehrlich: „XXV“ ist ein Stück Musik, das jeder Fan von VADER und jeder Freund des gepflegten Death Metals sein Eigen nennen sollte. Und ja, damit bist vor allem DU gemeint. Kauf!

Keine Wertung

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