Review Valdrin – Throne Of The Lunar Soul

Keyboards im Black Metal sind so üblich, wie sie strittig diskutiert werden. Bei VALDRIN aus Cincinnati spielt eben dieses Instrument eine zentrale Rolle. „Throne Of The Lunar Soul“, das vierte Album der Band nutzt die Retrospektive, die von den Tasten in den Melodic Black Metal der Formation dringt, im denkbar besten Sinne.

Nicht selten erinnern die Amerikaner dabei an die Mittneunziger bei DIMMU BORGIR oder auch das Schaffen von FALKENBACH und BATHORY. Damit hätten wir auch gleich abgedeckt, wer sich definitiv einmal mit dem Werk der Band befassen sollte. Rein inhaltlich, erzählt „Throne Of The Lunar Soul“ den von der Truppe selbst erdachten „Ausadjur Mythos“ fort, eine fiktionale Erzählung, die sich durch die Diskografie hindurch entwickelt.

Musikalisch bietet das Album alles, was man vom melodischen Black Metal der Neunziger Jahre erwarten darf. Schon das eröffnende „Neverafter“ überzeugt durch eine Vielzahl unterschiedlicher und gleichzeitig funktionaler Melodielinien, die gestützt von variablem Drumming, stimmungsvollen Gesang einen starken Einstieg ergeben. Dass VALDRIN sich aber nicht nur auf Black Metal verstehen, zeigt „Paladines Of Ausadjur“, das mit charmanten Riffs zwischen Heavy- und Melodic Death Metal eine angenehme zusätzliche Komponente einfließen lässt.

„Vagrant In The Chamber Of Night“ besticht durch nicht weniger fulminante Melodien, die ausdrücken von Größe das fiktive Epos, den VALDRIN erzählen. Als absolutes Albumhighlight stellt sich im Verlauf der Titeltrack „Throne Of The Lunar Soul“ heraus. Hier schafft es die Truppe Atmosphäre, abwechslungsreiche Songstrukturen und zu jeder Zeit passenden Gesang auf den Punkt zusammenzuführen. Dabei entsteht ein Song, der so kurzweilig wie einnehmend ist.

Leider hat „Thone Of The Lunar Soul“ aber ein Problem. Es ist schlicht und einfach zu lang. Auf 73 Minuten, können Songs wie „Paladins Of Ausadjur“, „The Hierophant“ oder das vergleichsweise langatmige „Holy Matricide“ einfach nicht durchgehend die Spannung halten. Da hilft es auch nichts, dass natürlich auch diese Songs handwerklich absolut sauber umgesetzt wurden. Die Hälfte der Zeit, vielleicht sogar die Hälfte der Songs hätte gereicht um ein durchweg spannendes und abwechslungsreiches Album zu kreieren. Insgesamt ergibt sich daraus eine Veröffentlichung, die Unmengen toller Melodien, komplexe Songs und Genre-typische Additüden anzubieten hat. Bedauerlicherweise verfängt sich „Throne Of The Lunar Soul“ dabei aber hin und wieder im eigenen Anspruch, durchweg große Momente zu erschaffen.

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Wertung: 7 / 10

Philipp Sorger

Publiziert am von

Ein Kommentar zu “Valdrin – Throne Of The Lunar Soul

  1. Geil, lesen den jüngst geschriebenen Text gerade, da das neueste von Valdrin draussen ist. Bei dieser neuen EP scheinen sie die Kritik bereits umgesetzt zu haben. 5 Songs sind es nur.
    Nur muss ich sagen, reicht keiner von denen dem Einsteiger von Throne of the Lunar Soul „Neverafter“ auch nur ein Tröpfchen Wasser.
    Neverafter ist der Grund alleine diese Platte zu holen. Give it a try :D

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