CD-Review: Vehementer Nos - Vehementer Nos

Besetzung

Engwar - Gesang, Gitarre, Bass, Piano
A.M. - Schlagzeug

Gastmusiker:
Carolina Zviebel - Violine
Patrick Marcel - Cello
Thibault Bertin-Maghit - Schlagzeug
Stephane Bourne - Flöte

Tracklist

01. Contre Le Cycle
02. Les Devastes
03. Absurde
04. Seuls
05. Dans Le Flot


Es gibt drei Arten von progressiven Bands: Die, die sofort ins Ohr gehen, deren Genialität man beim ersten Hören verspürt und die man auch nicht anzweifelt. Dann gibt es die, bei denen man einige Zeit braucht, um sich erst einmal in die ganze Angelegenheit reinzuhören um sie beurteilen zu können. Die letzten sind die, bei denen man nach drei Monaten ständigem Hören immer noch nicht weiß, was man davon halten soll und irgendwie auch keine Linie mehr zwischen Progressivität und Pseudointellekt ziehen kann. Die Franzosen VEHEMENTER NOS zählen definitiv zur letzten Gruppe… Obwohl… Kommen wir später nochmal darauf zurück. Ihr erstes und bisher einziges, selbst betiteltes Album wurde schon vor über einem Jahr über Osmose veröffentlicht. Wirklich genaue Infos über die Band findet man fast nirgends, nur dass die Band bereits seit schon vor sechs Jahren angefangen haben, das Album zu schreiben. Um das schon mal vorweg zu nehmen, hier dreht sich meiner Auffassung nach von einem Moment auf den anderen alles um, uninteressant wird zu interessant und umgekehrt.

„Contre Le Cycle“ ist eine fast vier minütige Einleitung, in der zunächst sehr klassisch anmutende Klänge dominieren, dann aber von Black- und Death Metal artigen Gitarrenriffs und Blastbeats unterbrochen werden. Abgesehen von der recht matschigen Produktion klingt das eigentlich sehr ordentlich und die klassischen Instrumente mischen sich wunderbar unter das chaotische Geschrammel. Das gefällt definitiv. Etwas schwieriger sieht das dann beim folgenden Song aus. „Les Devastes“ ist stolze 12 Minuten lang und sehr, sehr anstrengend. Der Gesang klingt sehr eigenwillig und auch die französischen Texte klingen für das eher an englische, deutsche und skandinavische Texte gewöhnte Ohr sehr eigenartig. Trotzdem aber versprüht alles an dieser Musik eine gewisse Atmosphäre, die man selten bei einer Band ausmachen kann. Man könnte fast sagen, belanglos und genial gleichzeitig, es kommt nur auf den Hörer an. Und das ändert sich auch nicht. Entweder man hasst es, oder man liebt es, das zeigt sich bei jedem einzelnen Song.

Okay, versuchen wir mal, ein eindeutiges Fazit zu ziehen. Meiner Auffassung nach ist „Vehementer Nos“ ein verrücktes und irgendwo geniales Album geworden, das aber sehr von der Stimmung des Hörers abhängig ist. Ist man nicht bereit für eine derartige Mischung, geht ausnahmslos alles zum einen Ohr rein, zum anderen raus. Mag man es nicht, dann wird man sich auch kaum damit anfreunden können, mag man es, kann man einiges entdecken. Da nun die subjektiven Gesichtspunkte geklärt wären, können wir ja zu feststehenden Eigenschaften übergehen. Und da kann ich ein deutliches Manko ausmachen: Die Produktion. Ein ordentlicher Sound würde das Album wirklich unglaublich aufwerten, bitte bedenkt das fürs nächste Mal! Ansonsten kann ich nur empfehlen, selbst hineinzuhören und auf keinen Fall blind zu kaufen. Nicht jeder wird dem eigenwilligen Sound der Franzosen etwas abgewinnen können. Sogar ich bin noch nicht ganz schlüssig, weswegen eine Wertung heute mal entfällt.

Keine Wertung

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