CD-Review: Warbringer - Waking Into Nightmares

Besetzung

John Kevill - Gesang
John Laux - Gitarre
Adam Carroll - Gitarre
Ben Bennett - Bass
Nic Ritter - Schlagzeug

Tracklist

01. Jackal
02. Living In A Whirlwind
03. Severed Reality
04. Scorched Earth
05. Abandoned By Time
06. Prey For Death
07. Nightmare Anatomy
08. Shadow From The Tomb
09. Senseless Life
10. Forgotten Dead


Das Thrash-Revival befördert immer mehr hörenswerte Bands ans Tageslicht. Dabei den Überblick zu behalten fällt nicht immer leicht. WARBRINGER gehören zu einer Gruppe dieser Revival-Bands, bei denen sich ein Probehören durchaus lohnt. 2004 gründete sich die Gruppe zunächst unter dem Namen Onslaught – nicht zu verwechseln mit den britischen Genre-Kollegen. Anders als viele Combos aus ihrer stilistischen Ecke, die in ihren Anfangstagen Songs amerikanischer oder europäischer Thrash-Größen wie Slayer und Exodus oder Kreator und Sodom coverten, studierten die fünf Jungs aus Ventura, Kalifornien fleißig Manowar-Songs ein. Nach der Demo und einer EP, die für Aufmerksamkeit sorgten, sowie dem von der Fachpresse gelobten Debüt „War Without End“, melden sich die US-Amerikaner jetzt mit ihrem Zweitwerk „Waking Into Nightmares“ zurück.

Aufgefahren wird auf „Waking Into Nightmares“ vor allem mit extrem straighten Thrash Metal. Die Einflüsse liegen klar bei den Urvätern Metallica, vor allem aber Slayer, Exodus und Anthrax, und mischen sich gleichzeitig mit einer an die heutigen Standards angepassten Produktion. Ohne Vorwarnung geht es mit dem Opener „Jackal“ schon voll zur Sache – kompromisslos brettern die beiden Axtschwinger John Laux und Adam Carroll mit geschmackvoll intonierten zweispurigen Riff-Brocken nach vorne, angetrieben vom wuchtigen und preschenden Drumming von Neuzugang Nic Ritter.

Im diesem Stil stehen auch die nachfolgenden Nummern, wie etwa das absolut rotzige und angepisste „Living In A Whirlwind“, „Severed Reality“ mit schönen Groove-Parts oder das Paradebeispiel für exzellente Thrash-Gitarrenarbeit: „Scorched Earth“. Weil WARBRINGER aber nicht 40 Minuten lang durchknüppeln wollen, haben sie – von den wenigen Pausen etwa in „Prey For Death“ abgesehen – mit „Nightmare Anatomy“ eine richtige Überraschung auf der Full-Length platziert: ein Instrumental – und zwar eines, das sich hören lassen kann. Vier Minuten lang kann der geneigte Hörer nun seine zuvor doch arg strapazierte Nackenmuskulatur entspannen und sich von den atmosphärischen, zuerst cleanen, dann wieder verzerrten Klängen in andere Sphären katapultieren lassen.

Mit den letzten beiden Thrash-Feuerwerken („Senseless Life“ und „Forgotten Dead“) zeigen die Amis nochmal ihr wahres Gesicht, schrauben das Tempo deutlich an und reihen schädelspaltende Riffs an ausgeklügelte Soli. Frontmann John Kevill klingt noch angepisster als auf dem Debüt „War Without End“, zeigt sich gesanglich aber gleichzeitig gereift, was seinen Vocals noch mehr Aggressivität verleiht.

Das Fazit ist demnach kein schweres: „Waking Into Nightmares“ wurde nicht nur mit einem verdammt coolen Artwork von Altmeister Dan Seagrave (Morbid Mind, Entombed, Malevolent Creation uvm.) versehen, sondern ist in allererster Linie ein erstklassig produziertes Stück neuerer Thrash-Geschichte. Verantwortlich hierfür zeichnen Exodus-Chef Gary Holt bei der Produktion und Zack Ohren (Suffocation, All Shall Perish) bei Mixing und Mastering. Dass „Waking Into Nightmares“ seinem Titel bei einigen Hörern wahrscheinlich doch nicht ganz gerecht wird und eher für feuchte als schlechte Träume sorgen dürfte, ist dabei wohl verkraftbar. Ein Muss für alle, die inmitten des großen Thrash-Revival-Booms den von der Spreu getrennten Weizen suchen.

Bewertung: 8.5 / 10

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