CD-Review: Watertank - Destination Unknown

Besetzung

Thomas Boutet - Gesang
Bojan Anicic - Gitarre
Rémy Bellin - Gitarre
Maxime Coste - Bass
Jocelyn Liorzou - Schlagzeug

Tracklist

01. Automatic Reset
02. Fever
03. Contrails
04. DCVR
05. Last/Lost Hope
06. Surrender
07. Doomed Drifters
08. Scheme
09. Destination Unknown


Mit Genre-Bezeichnungen ist es heutzutage ja so ne Sache, schießen sie doch oft deutlich am Ziel vorbei oder suchen händeringend nach der definitiven Lösung einer oft ermüdenden Grundsatzdiskussion. Dass es sich bei Einzelfällen wie der als „energetischen, modernen Rock/Metal“ titulierten „Destination Unknown“ der Franzosen WATERTANK dann auch um eine so gnadenlose Schlaftablette handelt, überrascht letzten Endes nicht großartig.

Bei aller Liebe – mit diesem repetitiven Riffgeschiebe und eintönigen Gesangslinien werde ich selbst nach mehreren Hördurchgängen einfach nicht warm. WATERTANK beherrschen ihre Instrumente gut, keine Frage, die Produktion ist mehr als amtlich und es werden sich bestimmt einige finden, die dieser Musik etwas abgewinnen können. Dies ändert aber nichts daran, dass die Songs einfach größtenteils belanglos sind. Die Franzosen bemühen sich redlich, nach Combos wie neueren Thrice und Konsorten zu klingen, schaffen es aber nicht, zwingende Songs mit einprägsamen Riffs und Hooklines zu generieren. Die Gitarren sind natürlich, wie es sich für eine moderne Rock-/Metal-Band gehört, derbe runtergestimmt, Sänger Thomas Boutet trällert dazu in irgendeinem Paralleluniversum und versucht gar nicht erst, den Songs ein passendes Gesicht zu verleihen. Hinzu kommt hohe Abwechslungsarmut, die sich bereits innerhalb der ersten drei, vier Songs erkennen lässt. Nach dem Motto „kennste einen, kennste alle“ frönen WATERTANK auf „Destination Unknown“ einer Monotonie, auf die selbst so manche Black-Metal-Band stolz wäre. Besonders schlimm wird es diesbezüglich, wenn die Jungs das Tempo drosseln („DCVR“) – hier fehlt jegliche Energie und Spielfreude, die man einer so jungen Band wie WATERTANK eigentlich zutrauen müsste. Erst zum Ende hin findet man einige Passagen, die dann doch irgendwie mitreißend und überzeugend wirken, zu hören im balladesken „Scheme“. Insgesamt aber nur minimale Randnotizen einer ansonsten klaren Angelegenheit.

Klingt alles wie ein Verriss, ist auch einer. Mit „Destination Unkown“ liefern WATERTANK eine ziemliche Enttäuschung ab. Anspieltipps sucht man demnach auf diesem Album vergebens und es bleibt den Jungs nur zu wünschen, dass sie mit den Songs irgendein geeignetes Publikum finden. Ich bin jedenfalls raus.

Bewertung: 2 / 10

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