CD-Review: Weedeater - Goliathan

Besetzung

"Dixie" Dave Collins - Gesang, Bass
Dave "Shep" Shepherd - Gitarre, Gesang
Travis "T-Boogie" Owen - Schlagzeug

Tracklist

01. Processional
02. Goliathan
03. Cain Enabler
04. Bow Down
05. Battered & Fried
06. Claw of the Sloth
07. Bully
08. Joseph (All Talk)
09. Reprise
10. Benaddiction


WEEDEATER, die Weed- und Whiskeymetaller aus den Südstaaten, sind wahrscheinlich die bekanntesten Vertreter aus einer Reihe von Bands mit ausgeprägtem Kifferimage, die auf geistreiche Namen wie Spacebong, Bongzilla oder, am schlimmsten von allen, Mammoth Weed Wizard Bastard (kein Scherz) hören. Mit „Goliathan“ erscheint nun der vierte, vertraut süßlich riechende Aufguss des Debüts „And Justice for Y’All“ – denn, richtig erahnt, WEEDEATER ändern wenig bis gar nichts an ihrer benebelnden Formel aus schwerer, haariger Langsamkeit und kratzigem, südstaatenbluesigem Flair. Musik, wie man sie von den Genrekollegen Eyehategod, Sleep oder High On Fire kennt.

Ein Sound, der zurzeit nicht gerade unbeliebt ist – kein Wunder also, dass Seasons Of Mist Sinn zeitgleich mit „Goliathan“ gleich den kompletten Backkatalog (wenn auch nur auf CD) neu veröffentlichen. Longpapers inklusive.
Auch sonst sieht alles vertraut aus: Das Coverartwork stammt vom großartigen Arik Roper, der gefühlt zwei Drittel des Genres mit seinen Arbeiten versorgt. Produzent ist, wie auf den Vorgängern, der allseits bekannte und geschätzte Steve Albini, welcher auch diesmal einen herausragenden Job gemacht hat: Die Produktion ist für ein Sludgealbum auffallend klar und differenziert. Trotzdem überschreitet der Sound nie den Punkt, an dem die Rohheit und die Heavyness, also genau das, was das Genre ausmacht, verloren geht. Eine geglückte Gratwanderung also. Auch ein Highlight: Sänger und Bassist „Dixie“ Collins, der so fies und böswillig vor sich hinrotzt wie eh und je. Trotzdem fehlt dem Album das gewisse Etwas, irgendetwas, das mitreißt. Es muss kein Problem sein, wenn eine Band sich immer wieder selbst kopiert – solange der Enthusiasmus noch zu spüren ist. Der jedoch war auf dem Debüt noch wesentlich ungezügelter zu vernehmen.

Das Fazit ist klar: Wer WEEDEATER bisher langweilig fand, braucht sich auch nicht mit „Goliathan“ zu beschäftigen. Und alle, die auf diesen Sound abfahren, können auch ruhig einen der Vorgänger auflegen. Oder noch besser: Die letzte Scheibe von Eyehategod.

Bewertung: 6 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: