CD-Review: Wisdom In Chains - Class War

Besetzung

Mad Joe – Gesang
Richie Krutch – Gitarre
Bony Tony – Gitarre
Big Show - Bass
Shano – Schlagzeug

Tracklist

01. The Sound Of The End
02. Early Grave
03. I Don’t Care
04. Cap City
05. Class War
06. This Is Mine
07. My Promise
08. Living In A Fog
09. Killing Time
10. Life Isn’t Fair
11. Horrible Crimes
12. No Smile IN The Ghetto
13. The Land Of The King
14. No Justice For The Working Man
15. London Gospel
16. Violent Assault


Möchte man dem geneigten Leser die neueste Scheibe der amerikanischen Hardcore-Truppe WISDOM IN CHAINS mit dem klaren und zugleich etwas pathetischen Titel „Class War“ näher bringen, gibt es genau zwei Herangehensweisen: Entweder der Leser ist mit dem Material von Sick Of It All vertraut, dann erübrigt sich alles Weitere und ein bloßer Verweis auf die Urgesteine genügt um sich ein genaues Bild von WISDOMIN CHAINS zu machen. Kam der Leser – und das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen – noch nie in Kontakt mit der Musik von SOIA, so würde man „Class War“ als old-school Hardcore mit starken Punk Rock Einflüssen und polemischen (nicht negativ, sondern lediglich beschreibend gemeint) sozialkritischen Texten beschreiben. Mit anderen Worten hört man hier von der ersten bis zur letzten Note die ehernen Titanen des Hardcore heraus und so stellt sich natürlich sofort die Frage, warum man sich überhaupt weiter mit WISDOM IN CHAINS beschäftigen soll und nicht einfach zu den Originalen greift.

Es wäre ein Leichtes die Musik des Quintetts aus dem erwähnten Grund nieder zu machen, doch damit würde man es sich meines Erachtens etwas zu leicht machen. Was WISDOM IN CHAINS auf Class War so zelebrieren ist zwar mit Nichten eigenständig oder innovativ, aber es macht Spaß. Eingängige Sing-Along-Refrains, wuchtige Riffs und ein treibendes Schlagzeug verleihen der Musik ein sehr vertrautes Gefühl und dennoch ist alles irgendwie neu. Dass sie es dabei noch schaffen den Punk-Rock Anteil stark zu variieren und von knallharten und metallastigen Hardcore Nummern wie „The Sound Of The End“ bis zu fast schon fröhlichen Punk Stücken wie „No Smile In The Ghetto“ das gesamte Spektrum abzudecken macht den 17 Stücke beinhaltenden Durchlauf zudem noch sehr kurzweilig. Hin und wieder versucht man sich sogar an dezenten Gitarrensoli, die innerhalb der Genregrenzen vielleicht etwas Respekt verdienen, im Metalkontext allerdings höchstens ein müdes Schmunzeln erzeugen würden. Wer diese Art von Musik mag, wird von WISDOM IN CHAINS voll bedient, wer mit den bekannten Referenzen des Genres schon nichts anfangen konnte, wird hier allerdings genauso wenig fündig.

Eine sehr direkt produzierte und handwerklich tadellose Bereicherung für die Old School Hardcore Plattensammlung und den eingefleischten Fan. Sollten Sick Of It All irgendwann in den Ruhestand wechseln, stehen die Jungs von WISDOM IN CHAINS bereit, bis dahin werden sie allerdings den Schatten der Vorbilder wohl nicht wirklich verlassen können, dazu fehlen hier einfach die Argumente warum man mit seinen Helden der Kindheit brechen sollte…

Bewertung: 6.5 / 10

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