CD-Review: Xandria - Sacrificium

Besetzung

Dianne van Giersbergen - Gesang
Marco Heubaum - Gitarre, Gesang, Keyboard
Philip Restermeier - Gitarre
Steven Wussow - Bass
Gerrit Lamm - Schlagzeug

Tracklist

01. Sacrificium
02. Nightfall
03. Dreamkeeper
04. Stardust
05. The Undiscovered Land
06. Betrayer
07. Until The End
08. Come With Me
09. Little Red Relish
10. Our Neverworld
11. Temple Of Hate
12. Sweet Atonement


Auch wenn die deutschen Symphonic Metaller XANDRIA mittlerweile satte 15 Jahre in der Szene aktiv sind, werden sie von vielen Seiten immer noch nicht richtig ernst genommen. Dies ist jedenfalls das Gefühl, welches man auf Konzerten oder in diversen Internetforen bekommen kann. Jetzt versucht man mit einer leichten Frischzellenkur und dem neuen Album „Sacrificium“, diesen Umstand zu ändern.

Steven Wussow spielt seit letztem Jahr den Bass, ebenso lange ist die neue Frontfrau Dianne van Giersbergen dabei. Genug Potential also, um sich soundmäßig auch etwas zu wandeln. Tja, das ist durchaus gelungen, aber vielleicht nicht so, wie die Band es sich selber vorgestellt hat. Sagen wir es mal so, auch wenn man mit Größen des Genres nicht gerne verglichen wird, wer so offensichtlich andere Kapellen „zitiert“, macht sich schon fast des Plagiats schuldig.
Man kann es sich schon fast denken, die Rede ist natürlich von Nightwish. „Sacrificium“ könnte in beinahe allen Belangen auch gut als Platte der Finnen durchgehen, sei es das Songwriting, der opernhafte Gesang, die Dynamik der Musik und selbst der Albumtitel liegt nicht fern. Dazu kommt noch der beinahe kuriose Umstand, dass der Titeltrack als Opener gleich mal das längste Lied ist, Parallelen zu „Dark Passion Play“ sind natürlich rein zufällig, genau wie der ähnlich klingende Name.
Gut, die Vorlage ist also geliefert, soll man „Sacrificium“ nun also anhand des Vorbildes bewerten? Könnte man, aber XANDRIA kann man immerhin zu Gute halten, dass sie ihre Sache dabei nicht schlecht machen und eine Band wie Nightwish in wesentlichen Bereichen zu kopieren, verlangt ja auch einiges Können. Sei es die Spieltechnik, das Songwriting und die Produktion, denn wenn eines dieser Standbeine wegbricht, dann war’s das auch mit dem Gesamtresultat. Die Ostwestfalen schaffen das ganz gut, der Sound ist fett, vor allem die orchestralen Arrangements reißen hier und da richtig mit, aber auch die instrumentelle Leistung ist nicht zu verachten. So finden einige gefällige Soli Platz, die Riffs klingen zwar auch alle wie schon einmal gehört, aber im Gewand von „Sacrificium“ erstrahlen sie schon noch mal in neuem Glanz.
Gesangstechnisch muss man die Ausrichtung schon mögen. Dianne macht die Sache wirklich gut, opernhaft, mit einem breiten Ton-Spektrum zeigt sie, dass sie ihr Handwerk versteht, die Frage ist nur, ob der Konsument diese Art zu singen gerne hören möchte. An der einen oder anderen Stelle könnte sie sich vielleicht noch etwas von den Instrumenten absetzen, manche Gesangslinien orientieren sich manchmal noch zu sehr an der Gitarren- oder Keyboardmelodie, auf der anderen Seite sorgt das aber auch für eine gewisse Eingängigkeit.

„Sacrificium“ ist von XANDRIA, aber niemand kann sich beschweren, wenn der Konsument annimmt, Nightwish hätten ein neues Album am Start. Es ist aber auch (oder trotzdem) ein gutes Album, welches Freude der genannten Vorbilder mit Sicherheit zufrieden stellen wird, Freunde von XANDRIA sollten sich ebenfalls aufgerufen fühlen, das neue Werk einmal anzutesten. Guter Wein in fremden Schläuchen.

Bewertung: 7.5 / 10

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