CD-Review: Yayla - Nihaihayat

Besetzung

Emir Togrul - Gesang, alle Instrumente

Tracklist

01. Integumental Grasp
02. Through The Sigil Of Hate
03. Immortalizing The Nine
04. Disguises Of Evil
05. In Senility


Die Türkei ist hinsichtlich Musik härterer Gangart nicht gerade als der Exportschlager schlechthin zu bezeichnen, zumindest fällt mir neben Moribund Oblivion keine andere Gruppierung ein, die es Wert wäre, an dieser Stelle genannt zu werden. Dem tiefsten Untergrund entstiegen, bittet ein Herr Emir To?rul mit seinem Soloprojekt YAYLA zu Tisch.

Serviert bekommt man mit „Nihaihayat“ das neueste, mittlerweile vierte Machwerk, welches insgesamt fünf Stücke umfasst. Die Gesamtspielzeit ist mit etwas über 50 Minuten wahrlich nicht von schlechten Eltern und lässt somit schon auf überlange Songs jenseits der Zehn-Minuten-Marke schließen.

Den Anfang macht „Integumental Grasp“, ein Instrumental, welches zu meiner Überraschung zwar vergleichsweise kurz ist, den Hörer aber sofort in seinen Bann zieht. Hypnotisch, düster und auf eine perfide Art und Weise auch äußerst verträumt, wickelt es den Hörer gekonnt um den Finger und lässt ihn regelrecht in einer Traumwelt versinken.
Mit „Through The Sigil Of Hate“ endet die Träumerei jedoch recht ruppig und regelrecht unerwartet. Nach einem kurzen Aufbäumen holzen die programmierten, unbeholfen wirkenden Drumbeats im Mid-Tempo durch den Wald und hinterlassen nicht viel mehr als ein Stirnrunzeln. Die erzeugte Monotonie soll wohl als Stilelement für die nötige Wirkung sorgen.
Eine Wirkung, die von mir nicht näher beschrieben werden kann, da sie sich einfach nicht einstellt. Man ist zum Teil eher versucht, die Skip-Taste zu betätigen, was nicht wirklich für die songschreiberischen Qualitäten Emirs spricht.
Sei’s drum, die Vocals gestalten sich jedenfalls teilweise interessant, doch auch dieser zunächst positive Eindruck wird durch die Tatsache geschmälert, dass sie sich anhören, als hätte man das Mikro bei den Aufnahmen versehentlich im Zimmer nebenan platziert und sich nebenher einen Kaffee gekocht. Latent rauschend, undifferenziert und schlicht vollkommen ausdruckslos. Lediglich ein kurzes Aufhorchen hier und da unterbricht das, was ich am ehesten als Langweile bezeichnen würde.
Nach einer weiteren ausdruckslosen Nummer folgt mit „Disguises Of Evil“ dann aber doch noch eine weitere Nummer, die wirklich nicht schlecht ist und sich etwas von den anderen schwarzmetallischen Rohrkrepierern abhebt. Zu Beginn relativ abwechslungsreich und im weiteren Verlauf in sich stimmig.„Nihaihayat“ endet danach leider, wie es anfing: mit einem Ambient-Stück.
„In Senility“ ist das traurige Finale, in welchem alle positiven Momente unter einer öden, völlig belanglosen Klanglandschaft begraben werden.

Stellenweise sind bezüglich der gewählten Stilelemente ein paar Parallelen zu dem US-amerikanischen Ein-Mann-Projekt Xasthur auszumachen, in seiner Gesamtheit aber mangelt es „Nihaihayat“ einfach an Abwechslung und Ideenreichtum. Auch mit der Monotonie weiß Herr To?rul nicht so recht umzugehen, somit wird wohl auch dem vierten Output das Schicksal zuteil, in der Masse an Veröffentlichungen gnadenlos unterzugehen.
Fazit: Wer mal wieder eine gepflegte Ladung Monotonie braucht, zieht sich lieber „Telepathic With The Deceased“ besagter Xasthur rein.

Bewertung: 2.5 / 10

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