Die griechische Black-Metal-Band YOTH IRIA hat sich seit ihrer Gründung stilistisch rasch weiterentwickelt. War das erste Album „As The Flame Withers“ noch vergleichsweise klassische Genrekost mit souveräner folkloristischer Note, entfaltete die Band auf dem Nachfolger bereits eine neue Dynamik, wurde mächtiger in ihren musikalischen Themen und kompositorisch wendiger. Nun will die Formation mit „Gone With The Devil“ – wie sie selbst sagt – ihr bisher ambitioniertestes Werk vorlegen.
Schon mit den ersten Tönen von „Dare To Rebel“ wird klar, dass diese Ambition nicht nur ein Etikett ist. Anfängliche Chöre werden schnell von treibenden Riffs, folkloristischen Arrangements, tightem Drumming und Wechselgesang abgelöst. Was hier bereits spürbar wird: Die große Steigerung liegt für YOTH IRIA aktuell in epischer Kraft und noch mehr Melodik als auf dem Vorgänger.
Diesen Eindruck bestätigt das extrem eingängige und melodische „The Blind Eye Of Antichrist“. Auf Grundlage einer starken Komposition treten hier die Black-Metal-Wurzeln der Band deutlich hervor, während intensive weibliche Chöre und sogar ein Hauch Heavy Metal zu einem Song verschmelzen, der die großen Stärken von „Gone With The Devil“ bündelt.
YOTH IRIA lassen diesen geradlinigen und druckvollen Ansatz keinen Moment los. Ein Track wie das straighte „3am“ wirkt modern und zugleich authentisch kraftvoll, wohingegen ein Song wie „The End Of The Known Civilization“ die Band näher an ihre Ursprünge führt. Ohne das cineastische Element zu vernachlässigen, bilden die Gitarren von Naberius und Nikolas Perlepe die Grundlage für die vorpreschenden Drums von Vongaar. Die Vocals von Sänger He sorgen schließlich dafür, dass bei aller Moderne und Epik klar wird: YOTH IRIA wissen nach wie vor, wo sie herkommen.
Der Rausschmeißer „Harut, Gouvernement, Fallen“ verstärkt diesen Eindruck noch. Die Riffs könnten hier mühelos auch von einer der großen norwegischen Instanzen stammen. Das ist für die Griechen jedoch kein Problem, da sie diese traditionelle Basis mit ihrer eigenen Handschrift verbinden und so Fans klassischen, melodischen Black Metals problemlos abholen. Wenn es also die Ambition der Band war, kluge Komposition mit cineastischem Charakter und Liebe zum Detail zu verbinden, dann kann man nur sagen: Mission erfüllt.
YOTH IRIA bezeichnen sich weiterhin als Black-Metal-Band, doch „Gone With The Devil“ zeigt, dass sie das Genre längst erweitert haben. Das dritte Full-Length-Release ist ein starkes Extreme-Metal-Album voller Melodie, Druck und Abwechslung. Die Formation aus Athen agiert hier epischer und eingängiger als je zuvor. YOTH IRIA beweisen auf „Gone With The Devil“, dass Wachstum und Weiterentwicklung nicht im Widerspruch zu den eigenen Wurzeln stehen müssen – und setzen damit ein klares Statement kreativer Stärke.
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Wertung: 8.5 / 10



Finde das Album auch echt super.
Die ersten beiden Yoth Iria waren schon großartig, aber hier, mit dem neuen Sänger ist das nochmal ne neue Art.
Die ersten beiden waren noch deutlich mehr im Black/Death Metal verwurzelt, deutlich mehr schnelle Passagen in den Songs. Hier nun wurde die Epic deutlich nach oben geschraubt, was aber super passt. Ich finde das eine starke Entwicklung einer Band die mich bereits seit ihrem Anfang begeistert.
sehr geil! Erinnert mich stellenweise an Can Bardd, nur etwas weniger ausladend, etwas mehr to the Point. Danke für den Tipp!
Hey Fenrir,
na sehr gerne doch!
Danke für deinen Kommentar und viel Spaß weiterhin mit der Platte.
Liebe Grüße
Philipp | M1