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Glorior Belli im Interview mit Metal1.info

Nur zwei Jahre nach „The Great Southern Darkness“ legt der Franzose Billy Bayou mit seinem Ein-Mann-Projekt GLORIOR BELLI eine neue Scheibe vor: „Gators Rumble, Chaos Unfurls“ heißt das Werk, das nicht nur musikalisch düsterer und aggressiver ausgefallen ist als der Vorgänger. Was es mit den Alligatoren als Vorboten des Chaos auf sich hat und warum die Hörer von GLORIOR BELLI sich besser heute als morgen Waffen schmieden sollten, verriet uns der aufgeweckte Franzose im Interview.

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Glorior Belli

Nur zwei Jahre nach „The Great Southern Darkness“ legt der Franzose Infestvvs mit seinem Ein-Mann-Projekt GLORIOR BELLI eine neue Scheibe vor: „Gators Rumble, Chaos Unfurls“ heißt das Werk, das nicht nur musikalisch düsterer und aggressiver ausgefallen ist als der Vorgänger. Was es mit den Alligatoren als Vorboten des Chaos auf sich hat und warum die Hörer von GLORIOR BELLI sich besser heute als morgen Waffen schmieden sollten, verriet uns der aufgeweckte Franzose im Interview.

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Nur zwei Jahre nach „The Great Southern Darkness“ habt ihr schon wieder ein neues Album am Start. Dieser Zwei-Jahres-Rhythmus hat sich bei euch ja schon etabliert – wie koordiniert ihr das?
Ich bin bei GLORIOR BELLI ja alleine für die Komposition zuständig und schare nur für Liveauftritte Musiker um mich – das spart eine Menge Zeit, die andere Bands mit Demokratie-Zeug verschwenden.

Wie lange ihr braucht ihr, um das Material zu schreiben, wie lange seid ihr im Studio und wie viel Zeit investiert ihr in den Mix?
Bezüglich des Songwriting-Prozesses sehe ich nicht viel Sinn darin, dir zu erzählen, wie ich ohne Ziel zur Gitarre greife und die Ideen herausfließen lasse, während ich ein paar Akkorde spiele. Das ist etwas sehr persönliches, das man nicht so einfach in Worte fassen kann.
Was ich dir aber sagen kann, ist, dass ich normalerweise mit einem Konzept anfange und mich auf ein kompositorisches Thema fokussiere… dann nehme ich ein Demo aller Spuren und Instrumente auf und arbeite dann daran herum, bis ich damit komplett zufrieden bin. Auf diesem Album habe ich mich jetzt zum ersten Mal überhaupt um wirklich alles selbst gekümmert, die Produktion, von A bis Z… also Aufnahmen, Mix… ich hatte die absolute Kontrolle über jedes Detail – genau so mag ich das.

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Hast du schon Kritiken zu dem Album gelesen, und wenn ja: wie viel gibst du auf positive oder auch negative Kritik?
Es ist immer das gleiche: Einige werden das Album lieben, einige werden es hassen, und einige stehen ihm mit gemischten Gefühlen gegenüber. Zum Glück für mein Seelenheil und meine künstlerische Freiheit gebe ich nicht viel auf solches Feedback. Obwohl ich natürlich lügen würde, wenn ich sagen würde, dass mich positive Kommentare kalt lassen.

Man könnte sagen, das Album klingt erneut nach einer Mischung aus Black Metal und Southern Rock, ist dabei aber, düsterer und aggressiver als sein Vorgänger. Würdest du dem so zustimmen?
„Gators Rumble Unfurls Chaos“ ist die logische Fortführung dessen, was wir mit „Meet Us At The Southern Sign“ begonnen und mit „The Great Southern Darkness“ fortgeführt haben. Dieses Album jetzt ist sehr rund und fasst die gesamte Karriere der Band gut zusammen.

Als Albumnamen hast du „Gators Rumble, Chaos Unfurls“ ausgewählt – wieso ausgerechnet diesen Titel?
Das Album heißt nach dem gleichnamigen Song, der die gewaltige und nicht einfache Aufgabe hat, das Album zu beenden und zugleich das Konzept zu betonen.

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Hat das Werk ein Grundthema oder Konzept im engeren Wortsinn?
„Gators Rumble, Chaos Unfurls“ deckt endlich die wahre Geschichte der Entstehung des Universums auf und berichtet von dem Kampf der zwischen den Kräften des Chaos und den unechten Göttern, der Gefangennahme des Funken der Göttlichkeit und der Wiederkehr der ursprünglichen Form der Freiheit. „Let us be drowned without remorse in the maelstrom that will distort the laws of the cosmic order, gators rumble, chaos unfurls!“
(A.d.Red.: „Lasst uns ohne Reue in dem Maelstorm ertrinken, der die Gesetze der kosmischen Ordnung mit sich reißt – Alligatoren brechen los, Chaos bricht aus“)

Was hat dich zu dieser Thematik geführt?
Konzept und Texte sind hauptsächlich durch die Prinzipien des antikosmischen Chaos-Gnotizismus inspiriert: Das Streben nach absolutem Wissen, um sich selbst aus dem Zustand der Versklavung und der Selbstsucht zu befreien. Das ultimative Ziel ist es, die vulgären Aspekte der Dinge zu überwinden, die durch den Demiurg (A.d.Red: Schöpfergott in den theologischen Lehren der Antike) auferlegt sind, und den Geist zu befreien.

Auch das Artwork ist sehr düster. Besteht ein direkter Kontext zwischen dem Bild und den Texten und könntest du uns ein bisschen was über das Bild erzählen?
Die Texte haben sich aus dem Cover-Artwork entwickelt. Brooke Harding, eine junge, aufstrebende Künstlerin, die schon für ihre Arbeit für Hate Meditation, Nachtmystium und viele andere bekannt ist, hat das Bild gemalt. Du kannst eindeutig ein Rudel Alligatoren erkennen, die in einen sehr ungewöhnlichen Sumpf eindringen und damit den Weg für das ausbrechende Chaos bahnen. Die Reptilien-Agenten dringen jetzt in das Loch ein, das sie gerissen haben. Zwischen den Zähnen des einen siehst du das Lamm Gottes, Symbol des heiligen Opfers und der Blütenstaub, der das ganze Szenario einhüllt, steht für den göttlichen Funken, der wieder in seine ursprüngliche Form und Freiheit zurückkehrt.

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Wie wichtig ist es dir, dass die Leute sich auch mit dem Textkonzept und nicht nur mit der Musik befassen?
Die Texte sind wirklich schön und bringen den Hörer auf ein ganz neues Bewusstseinslevel. Ich gebe den Leuten die Gelegenheit, die Waffen für ihre eigene Befreiung zu schmieden. Mögen sie in ihren Herzen die Kraft finden, dies auch zu tun.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, Songtexte in deiner Muttersprache zu schreiben?
Ja, habe ich… und dann bin ich aufgewacht und habe gemerkt, dass es nur ein schlimmer Traum war.

Welche Rolle spielen für dich Live-Shows? Ist die Musik von GLORIOR BELLI eher dafür gemacht, live gespielt oder daheim auf CD gehört zu werden?
Mir ist beides wichtig: Wenn ich nicht live spielen kann, vermisse ich die Intensität der Shows, das Adrenalin macht schon süchtig. Jede Show ist auch ein neuer Kampf, den du nur gewinnen kannst, wenn du dich selbst besiegst. Komposition hingegen ist etwas sehr persönliches, das ich brauche, da ich sehr produktiv bin, und das mit Musik ausdrücken muss. Nein, wirklich, das wäre wie die Wahl zwischen Krebs und Aids, wenn es darum ginge, was von beidem dein Leben effizienter beschissen macht (lacht).

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Werdet ihr mit dem Album denn auch auf Tour gehen?
Dazu kann ich jetzt leider noch nichts sagen. Momentan arbeite ich mit Leuten aus verschiedensten Orten, aber größtenteils aus Dänemark zusammen. Die Jungs gehen wirklich ab auf der Bühne und es ist immer wieder toll, mit ihnen zu spielen.

Die letzten Worte gehören dir:
Danke für deine Unterstützung – und an alle Leser, die bis hierher gekommen sind. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann mal irgendwo on the road!

Ich habe zu danken. Lass uns zum Abschluss ein kurzes Brainstorming machen:
Alligatoren: Sumpf
Deutschland: Nordsee
Lieblingsband: Ich könnte das auf zehn eingrenzen, vielleicht fünf… aber nie auf eine.
GLORIOR BELLI in zehn Jahren: Begleitet mich bis zum Anbruch der Dämmerung
Angela Merkel: Christine Boutin
Slayer: 90er
NSA: Browserverlauf löschen!

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Code im Interview mit Metal1.info

 Viel hat sich bei CODE seit dem letzten Album „Nouveau Gloaming“ getan: Ebenso radikal wie die Besetzung hat sich mit „Aural Nox“ auch der Sound der Band geändert. Mit Bandkopf Aort sprachen wir über die schwierige Zeit des Umbruchs, die musikalische Entwicklung bei CODE und den im Albumcover thematisierten antiken Brauch, aus Eingeweiden die Zukunft zu lesen.

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Code

Viel hat sich bei CODE seit dem letzten Album „Nouveau Gloaming“ getan: Ebenso radikal wie die Besetzung hat sich mit „Aural Nox“ auch der Sound der Band geändert. Mit Bandkopf Aort sprachen wir über die schwierige Zeit des Umbruchs, die musikalische Entwicklung bei CODE und den im Albumcover thematisierten antiken Brauch, aus Eingeweiden die Zukunft zu lesen.

code-logoEuer neues Album, „Augur Nox“, erscheint in ein paar Tagen. Seid ihr nervös, wie die Fans reagieren werden? Das Album klingt ja doch sehr anders als alles, was ihr bisher gemacht habt…
Es ist eine sehr sonderbare Gefühlskombination dieses Mal. Ich bin immer etwas nervös und gespannt, wie ein Album aufgenommen wird. Aber dieses Gefühl wurde dieses mal durch die Hoffnung verdrängt, dass diejenigen, denen es wirklich etwas bedeutet, das Album mögen werden, was einen kleinen, aber feinen Unterschied macht. Wie immer wurde das Album nach unseren eigenen Zielen und Standards geschrieben, immer mit dem Ziel, das Beste zu erschaffen, das wir zu erschaffen in der Lage sind – aber unabhängig davon würde es mich sehr freuen, wenn auch diejenigen, die in der Vergangenheit ihre Zeit und Energie investiert haben, mit dem, was sie zu hören bekommen, zufrieden sind. Ich fühle mich heute ein bisschen mehr dazu verpflichtet, etwas zu erschaffen, das denen gefällt, die uns mögen – auch wenn das immer noch keinen direkten Einfluss auf die Musik hat, die wir schreiben. Ein zugegebenermaßen etwas schräger Zwiespalt.

code - band 3Die Hauptursache für diesen musikalischen Wandel seit „Replendent Grotesque“ dürfte in der Tatsache begründet liegen, dass Kvohst und Viper die Band mittlerweile verlassen haben. Was hat du gedacht und gefühlt, als die beiden ausgestiegen sind?
Es ist sehr schwer zu ertragen, wenn die Band, der du über die Jahre so viel Zeit und Tränen geopfert hast, plötzlich um dich herum auseinanderbricht. Das war bestimmt keine Position, in die ich mich hinein gewünscht hätte – aber etwas Positives kann man aus den meisten Situationen ziehen. Genau das war definitiv auch hier der Fall: Es war seelenzerreißend und entmutigend, aber die Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt und ich denke, CODE ist jetzt stärker denn je. Ich habe mehr Freude daran, Teil von CODE zu sein, mehr als je zuvor. Man kann also sagen, dass der Ritt durch den Sturm eine leidvolle Erfahrung war, die sich dennoch gelohnt hat.

Hast du noch Kontakt zu Kvohst, vielleicht im Kontext von Decrepit Spectre, und Viper, und wenn ja, weißt du, was sie von „Augur Nox“ halten?
Ja, ich habe noch Kontakt zu Kvohst, wenn auch nicht in Zusammenhang mit Decrepit Spectre. Wir unterstützen uns beide gegenseitig sehr, was unsere musikalischen Abenteuer angeht und haben beide absolutes Verständnis dafür, dass unsere Ziele auf getrennten Wegen am besten zu erreichen sind – insofern ist alles bestens.
Mit Viper spreche ich nicht mehr.

Hattest du in Betracht gezogen, CODE aufzulösen oder das Projekt nach dem Besetzungswechsel zumindest umzubenennen?
Natürlich war das eine Überlegung, aber ich hatte ja schon den Großteil der Musik für das dritte Album fertig und war überzeugt davon, dass mit dem richtigen Lineup das Material und die Motivation da wären, um das Vermächtnis von CODE zu vergrößern; das erschien mir ein ehrenhaftes und hehres Ziel. Jetzt ist das Album fertig und es fühlt sich für mich definitiv wie ein CODE-Album an. Hätte ich es unter einem anderen Namen veröffentlicht, hätten die meisten es am Ende vermutlich dennoch als CODE-Album empfunden – was es ja auch eindeutig ist.

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Statt die Band aufzulösen, hast du im Endeffekt eine komplett neue Band um dich formiert. Könntest du die neuen Mitglieder kurz vorstellen und uns erzählen, wie du mit ihnen in Kontakt gekommen bist beziehungsweise warum du denkst, dass sie perfekt zu CODE passen?

Das erste Puzzlestück war Andras, der seit 2009 bei CODE Gitarre spielt. Er ist also kein Fremder. Er ist zudem einer der bewundernswertesten und begnadetsten Gitarristen, die du dir zu treffen nur wünschen kannst – insofern kommen die Songs schlussendlich auch nicht nur aus meinen Fingern.
Lordt ist ein sehr akkurater und kraftvoller Schlagzeuger, der schon in diversen erfolgreichen Metalbands gespielt hat. Er liefert auf eine solide rockende Weise den Groove und das Rückgrat für unseren Sound, was uns bisher in der Vergangenheit gefehlt hat.
Syhr und Wacian kommen beide eher aus dem Alternative-Bereich und dem modernen Rock/Metal und bringen als Resultat dessen frischen Wind und viel Dynamik mit, was deutlich cooler ist als bislang nur von der Welt des extremen Metal beeinflusst worden zu sein.
Wenn man all diese Einflüsse und Fertigkeiten zusammenbringt, bekommt man CODE in seiner stärksten Form!

Wie vorher schon erwähnt finde ich, dass das neue Album wirklich extrem anders klingt als alles, was ihr bisher veröffentlicht habt. War also dieses neue Lineup die Hauptursache für diese musikalische Entwicklung?
Ich sehe das als vollkommen logische Weiterentwicklung. „Resplendent Grotesque“ war sehr anders als „Nouveau Gloaming“, auch wenn die grundlegende Atmosphäre, die Stimmung und die Technik sehr ähnlich waren. „Augur Nox“ ist die Weiterentwicklung von „Resplendent Grotesque“ und die Bezugspunkte sind offensichtlich. Da schon die ersten beiden Alben so unterschiedlich waren, war es naheliegend, unseren Sound erneut weiterzuentwickeln – sonst wäre ja der Fortschritt, den wir in der Vergangenheit gemacht haben, Zeitverschwendung gewesen. Wir sind wirklich nicht hier, um ein zweites Mal das gleiche Album abzuliefern.

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Wie würdest du den „neuen“ Sound von CODE jemandem beschreiben, der das neue Album noch nicht gehört hat?
Denen, die mit CODE bereits vertraut sind, würde ich sagen, dass „Augur Nox“ unseren Sound sowohl verfeinert als auch erweitert: Wir streben immer eine Mischung aus fremdartig, kraftvoll und dynamisch an – diese Attribute finden sich ja auch auf unseren bisherigen Releases. Auf „Augur Nox“ erweitern wir unsere Palette nun noch etwas, um diese Ziele noch besser zu erreichen.
Denen, die CODE bislang noch nicht kennen, würde ich sagen, dass nach Jahren des Widerstrebens gegen diesen Begriff, „Augur Nox“ nun wirklich ein progressives Extreme-Metal-Album mit einem Fuß in der Tür zum Black Metal ist.

Hast du die Songs alle alleine geschrieben oder waren die anderen Mitglieder mit involviert?
Die Songs finden ihren Anfang immer bei mir, aber das Endresultat ist das Produkt der Inspiration und der Einflüsse von allen Bandmitgliedern. Das Album ist eine Gemeinschaftsarbeit und das macht auch einen Großteil seines Charakters aus.

Wer hat die Texte für das Album geschrieben und worum geht es auf „Augur Nox“?
Die Texte hat alle Wacian geschrieben und er hat einen wirklich außerordentlich guten Job dabei gemacht! Es gibt ein loses Konzept, das das Album zusammenhält – die Songs sind musikalische Interpretationen der Betrachtung verschiedener Gemälde in einer Galerie. Die Galerie ist dabei natürlich nicht real, aber die Musik und die Texte verarbeiten phsyische und emotionale Reaktionen auf die Betrachtung bestimmter Kunstwerke oder das Erfahren bestimmter Situationen. Der Titel kann dabei als „Inspiration (oder Erleuchtung) aus der Nacht ziehen“ übersetzt werden.

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Wo liegt die Verbindung des Artworks zu diesem Textkonzept?
Das beides verbindende Schlüsselwort ist ‚augur‘, ein Begriff für „Weissagung“ oder „Prophezeihung“. Die Auguren haben früher aus Eingeweiden oder Organen die Zukunft gelesen – das, in Kombination mit einem gewissen Level an Abstraktion, ist im Artwork dargestellt.

Wie sieht es eigentlich bezüglich eurer Konzertplanungen aus – darf man euch in absehbarer Zeit in Deutschland erwarten?
Wir haben noch keine genauen Pläne bisher, aber wir würden natürlich sehr gerne wieder in Deutschland spielen – dort zu spielen war uns immer eine große Freude. Insofern: Bei der ersten sich bietenden Möglichkeit werden wir zurückkehren!

Vorher ist ja schon einmal der Name Decrepit Spectre gefallen – gibt es hinsichtlich dieses Projektes von dir etwas Erwähnenswertes zu erzählen? Existiert das Projekt überhaupt noch?
Nun, ich denke, die Wiedergeburt von Seth hat die Chance, dass Decrepit Spectre eine Zukunft hat, zunichtegemacht, da eine gute Zahl der Stücke, an denen wir gearbeitet hatten, auf deren neuem Album gelandet sind. Aber das liegt alles in der Entscheidungsgewalt von Heimoth, ich war da wirklich nur eine Marionette in seinem Konzept für dieses Projekt. Da musst du Heimoth fragen.

code - band 2Vielen Dank für das Interview, die letzten Worte gehören dir:
Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bei all jenen bedanken, die uns bis zu diesem Punkt gefolgt sind – eure Unterstützung ist uns extrem wichtig! Wir hoffen, ihr habt auch an diesem neuen Kapitel Freude und folgt uns auf unserer weiteren Reise.
Alle neuen Hörer möchte ich bitten, sich einen Moment Zeit für das zu nehmen, was wir tun – vielleicht findet ihr daran Gefallen! Derzeit sind wir nur auf Facebook mit einem ständig aktuellen Profil vertreten – schaut da einfach mal rein! Erst durch euch können wir uns ausdrücken…
>> Zum Facebook-Profil von CODE …

Lass uns am Ende ein kurzes Brainstorming machen. Was fällt dir zu folgenden Begriffen als erstes ein:
Herbst:
feuchte Kälte
Hexvessel: Kvohst
Avantgarde: Verwirrung
Angela Merkel: Gleichgültigkeit
Lieblingsband: Iron Maiden
Vinyl: Wärme
Finnland: Gottlos

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Code – Augur Nox

Der größte Feind der Objektivität ist und bleibt die Erwartungshaltung: Je konkreter man etwas erwartet, desto eher wird man enttäuscht – und herrscht erst einmal Enttäuschung vor, ist es nahezu unmöglich, das, was man statt des Erwarteten bekommen hat, noch objektiv zu beurteilen.

So verhält es sich auch beim neuen, dritten Album der Black Metaller CODE, welches dieser Tage unter dem Titel „Augur Nox“ erscheint. Auch, wenn schon lange bekannt war, dass die Dødheimsgard-Musiker Kvohst und Viper nicht länger als Sänger und beziehungsweise Bassist mit von der Partie sind, wird man sich erst beim Hören von „Augur Nox“ wirklich bewusst, was das bedeutet. Denn natürlich hatte man unterbewusst trotzdem ein für CODE, wie man sie kennen und lieben gelernt hat, charakteristisches Album erwartet. Diese Erwartung erfüllt „Augur Nox“ nicht im Geringsten – und stellt den Hörer damit hart auf die Probe.

Denn selbstverständlich kann man versuchen, sich den teils Black-Metal-typisch geschrienen, teils im Stile von Vulture Industries gesungenen oder bisweilen fast schon in Arcturus-Manier geschmetterten Gesang, die harscheren Riffs und weniger melodiebetonten Songs schmackhaft zu machen, um nicht zu sagen: schön zu reden. Ganz leicht ist das allerdings nicht in Anbetracht dessen, was das letzte Meisterwerk „Resplendent Grotesque“ so groß- wie einzigartig gemacht hatte: Eben jener verträumt-verlorene Gesang nämlich, der im Ohr hängen bleibt und auch nach Stunden nicht verhallt ist, die verspielten Bassspuren, die rockig-groovigen Riffs und zu guter Letzt der leicht vergilbte Stil Ton gewordener Polaroids, der als Atmosphäre all diese Elemente auf „Resplendent Grotesque“ zu einem großen, großartigen Ganzen vereinte.

Verdrängt man all das jedoch für einen Moment, wischt die über das Fehlen von Kvohsts Gesang vergossenen Tränen ab und beschäftigt sich so gut es geht unvoreingenommen mit „Augur Nox“, sieht die Welt (natürlich) ganz anders aus. Dann bekommt man nämlich ein Album zu hören, welches sich in nahezu allen Disziplinen mit den jüngsten Veröffentlichungen im Bereich des innovativen Black Metal messen lassen kann – sei es die erwähnte Vielseitigkeit im Gesang, die Qualität der Riffs und Gitarrensoli oder das Niveau der Kompositionen selbst – und das über knapp eine Stunde Spielzeit unterhaltsam und abwechslungsreich bleibt.

Und so geschieht nach einigen Durchläufen das, was noch nach dem ersten, enttäuschenden Hördurchgang unmöglich erschien: „Augur Nox“ schwimmt sich frei von alle jenen Erwartungen und vermag als Album für sich genommen zu begeistern. Und sind wir ehrlich … der Versuch, ein zweites „Resplendent Grotesque“ zu schreiben, wäre schließlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss gewesen.

Fazit: CODE sind tot – es leben CODE!

Mysticum – Lost Masters Of The Universe (Re-Release)

Es gibt ein paar Wendungen in Promotion-Schreiben, die den Rezensenten in Spe aus gutem Grund auf Basis langjähriger Erfahrung erschaudern lassen – „collection of early works“ gehört genauso dazu wie „fully remastered with additional tracks“.

Warum dem so ist, demonstriert der neueste Release aus dem Hause Peaceville so eindrucks- wie grauenvoll: Die „Industrial-Black-Metal-Pioniere“ MYSTICUM, zu deren Karrierehöhepunkten ein paar gemeinsame Proben mit Schlagzeuger Hellhammer, ein unerfüllter Deal mit Euronymous‘ Deathlike Silence Productions und bislang ein Album („In The Streams Of Inferno“) aus dem Jahre 1996 gezählt werden dürfen, werden hier für eine Best-Of-Compilation ausgeschlachtet, die so wirklich niemand braucht.

Dafür gibt es eine ganze Menge Gründe. Der wohl triftigste ist, dass die Compilation unter gleichem Namen bereits seit 2004 auf dem Markt ist. Dass die neue Edition mit leicht geänderter Tracklist erscheint und neben Liner Notes und modernisiertem Artwork mit dem legendären „Piss Off“-Promotape aufwarten kann, dürften die Wenigsten als echten Kaufanreiz sehen.

Doch auch das generelle Prinzip dieser Compilation ist in Frage zu stellen. So ist es gewiss ein hehres Ziel, eine rohe Demo aus den Anfangstagen des Black Metal auf Basis der originalen Tapes remastern zu wollen. Doch mag das Resultat auch noch so anders klingen als das Original – von einem nennenswerten Schritt in Richtung „hörenswert“ kann hier nicht die Rede sein: Die Lautstärkeverhältnisse sind auf „Masters Of The Universe“ nicht im Geringsten aneinander angepasst, so dass man, während man über der Belanglosigkeit des Materials fast einnickt, gelegentlich von viel zu lauten Beckenschlägen oder Grunzern aus dem Schlaf gerissen wird … ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Und damit ist man gleich beim nächsten Problem: Auch, wenn viele Labelmanager es offenbar nicht einsehen wollen, ist nicht jeder Song, der im Dunstkreis heute legendärer Bands entstanden ist, gleich ebenfalls legendär oder gar gut. Wie auch im konkreten Fall gibt es vielmehr oft gute Gründe, warum eine Band sich mit ihrem Material nicht durchsetzen konnte – eine natürliche Selektion, der die Leichenfledderer, die längst begrabene Bands für derartige Veröffentlichungen wieder ans Tageslicht zerren, so stur wie unbelehrbar entgegenzuwirken versuchen.

So ist das Material, das hier zusammengetragen wurde, im Großen und Ganzen in einem Maße belanglos, dass man sich fragt, wer überhaupt auf die Idee einer erneuten Veröffentlichung gekommen sein mag. Die „Industrial-Elemente“, im Infotext liebevoll „insane drum machine patterns & synths“ genannt, sind bei Lichte betrachtet kaum mehr als programmiertes Schlagzeug mit aus heutiger Sicht auf ironische Weise fast schon wieder unterhaltsamen „Effekten“; den stumpfen Black Metal von MYSTICUM vermag das jedoch mitnichten aufzuwerten. Und auch die Hallraum-Orgie, die der Mischer beim Gesang gefeiert hat, mag seinerzeit vielleicht zum guten Ton gehört haben – erträglicher macht es das aus heutiger Sicht allerdings kaum.

Die Hoffnung ruht hier also wie so oft allein auf den Hörern, die die Überflüssigkeit dieser Veröffentlichung hoffentlich schon vor dem Kauf bemerken und dem labelpolitischen Unsinn, über derartige Machwerke den Release-Kalender zu füllen, eine Absage erteilen. Fans der Band dürften diese Compilation sowieso schon in nahezu identischer Form ihr eigen nennen, alle anderen können diese Veröffentlichung getrost ignorieren: Die große Wiederentdeckung einer längst vergessenen Black-Metal-Legende erhofft man sich hier trotz des vollmundig gewählten Release-Titels vergebens.

Mayhem mit Zwischenstand zum neuem Album

Wie die Norweger in einem kurzen Facebook-Post verkündet haben, befinden sich MAYHEM derzeit in Mølla und mixen ihr kommendes Album.

Ein Veröffentlichungsdatum ist bislang ebenso wenig bekannt wie der Titel des dann fünften Albums der Black-Metal-Legende.

Watain im Interview mit Metal1.info

Wenn man auf die Frage nach dem allgemeinen Befinden die Antwort „Wir erholen uns gerade von einer langen US-Tour und hassen, mit ein paar wenigen Ausnahmen, die Welt und alles in ihr von ganzem Herzen“ erhält, kann man es eigentlich nur mit WATAIN zu tun haben: Kaum eine andere Band hält heute noch so eisern an den Grundwerten des Black Metal fest wie die Schweden. Von den vermittelten Inhalten kann man dabei halten was man will – zumindest in Sachen Konsequenz und Authentizität könnten die Schweden so aber definitiv punkten. Doch macht euch selbst ein Bild …

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