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Neuer Song III: Anaal Nathrakh

„Forward!“ heißt der erste Track vom neuen ANAAL NATHRAKH-Album „A New Kind Of Horror“, das am 28.09.2018 erscheinen wird. Sänger Dave Hunt kommentiert die Scheibe so:

„Dieses Album ist nicht fröhlich, sondern zu gleichen Teilen gallig, jähzornig, sarkastisch, zynisch, brutal, entsetzlich und grässlich. Vor allem aber ist es zutiefst menschlich und bezieht alles mit ein, was damit einhergeht. Etwas Aufrichtigeres hätten wir nicht machen können.“

Musik-Video I: Pig Destroyer

Die amerikanische Grindcore-Institution PIG DESTROYER hat ein Video zu dem Song „Army Of Cops“ veröffentlicht. Dieser entstammt dem neuen Album „Head Cage“, welches am 7. September über Relapse erscheinen wird.

Aborted: Video zu „Squalor Opera“

Die belgischen Brutal Death Metaller um Frontmann und Sänger Sven de Caluwé haben ein neues Video zum Song „Squalor Opera“ veröffentlicht. Er entstammt dem neuen Album „TerrorVision“, das am 21. September über Century Media erscheinen wird.

Die Trackliste lautet:

01. Lasciate Ogne Speranza
02. TerrorVision
03. Farewell To The Flesh
04. Vespertine Decay
05. Squalor Opera
06. Visceral Despondency
07. Deep Red
08. Exquisite Covinous Drama
09. Altro Inferno
10. A Whore D’oeuvre Macabre
11. The Final Absolution

 

Aborted Fetus – The Ancient Spirits Of Decay

ABORTED FETUS dürften bisher den wenigstens Brutal-Death-Metal-Hörern ein Begriff sein. Und das, obwohl die Russen in ihrem knapp zwei Dekaden währenden Bandbestehen bereits eine Handvoll Alben, Splits und EPs auf den Markt gebracht haben.

Weswegen sie trotz dieser Output-Rate noch nicht dem größeren Publikum bekannt sind, dürfte entweder daran liegen, dass ABORTED FETUS unterschätzt werden oder ihnen nicht die Abgrenzung von der Schwämme an guten Veröffentlichungen ihrer Genre-Kollegen gelingt. Anhand ihrer aktuellen Scheibe „The Ancient Spirits Of Decay“ gilt es dieses Rätsel zu lösen.

Wer sein Herz einmal an die brodelnde Grindcore-/ Brutal-Death-Metal-Mischung von Rotten Sound, Haemorrhage oder Benighted verloren hat und die alten Platten von Devourment, Suffocation und Dying Fetus in Dauerrotation bei sich laufen lässt, wird von „The Ancient Spirits Of Decay“ alles andere als überrascht werden. Das Rad neu zu erfinden, obliegt aber auch wesentlich innovativeren Genres wie dem avantgarden, experimentellen und progressiven Spielarten. Die Erwartungshaltung an ein Album aus dem Bereich Brutal Death Metal hingegen ist überschaubar: groovende Gitarren, Blastbeats des Drummers und Grindcore-deskes Gekrunze des Sängers.

Genau das liefern ABORTED FETUS auch eine Dreiviertelstunde lang ab, sogar mit durchaus gut abgemischten Sound. Doch die im Schnitt vier Minuten langen Tracks ziehen nur so vorüber, ohne, dass sich die Songs voneinander abgrenzen. Hinsichtlich ihrer Struktur sind die 13 Tracks schlussendlich so vorhersehbar wie ihre Spieldauer, allenfalls die groovigen Gitarrenläufe heben den Spaßpegel an „The Ancient Spirits Of Decay“ etwas an. Schlussendlich werden ABORTED FETUS also nicht unterschätzt, sondern ihnen vermag es nur nicht zu gelingen, sich mit einer Platte wie der aktuellen mit ihren Genre-Kollegen zu messen.

Napalm Death: Erster Vorgeschmack auf Raritäten-Compilation

NAPALM DEATH werden am 30.03.2018 eine Compilation mit raren und inzwischen vergriffenen Tracks veröffentlichen.  „Coded Smears And More Uncommon Slurs“ wird 31 Stücke enthalten, eines davon präsentieren die Jungs jetzt schon. „Oh So Pseudo“ stammt aus den „Apex Predator-Easy Meat“-Sessions.

Haemorrhage – We Are The Gore

Es gibt diese Alben, bei denen schaut man sich das Front-Cover an und weiß bereits genau, was einen erwartet. Genau das ist bei „We Are The Gore“, dem siebten Werk der spanische Goregrind-Combo HAEMORRHAGE, der Fall. Die 1990 unter dem Namen Devourment gegründete Band verbindet auf ihren Alben dem von Lead-Gitarrist Luisma entworfenen Artwork entsprechende, comichaft überzeichnete Gewalt im Medizinerbereich mit fiesem, aber stets groovigem Grindcore und Death Metal.

Mit „We Are The Gore“ macht das Quintett da auch nach all der Zeit keine Anstalten, das zu ändern. Im Gegensatz zu den Vorgängern, ist ihr neues Werk allerdings merklich besser, moderner und klarer produziert und zielt damit offensichtlich auf ein breiteres Publikum ab. Keine schlechte Entscheidung, sind doch mies aufgenommene Alben heutzutage bei der fortgeschrittenen Technologie und dem verbreiteten Wissen kaum noch so entschuldbar wie noch vor 10-15 Jahren.

So legt dann „Nauseating Employments“ gleich angemessen brutal, schnell und merkwürdig eingängig los und eröffnet die etwa 35 Minuten lange Platte sehr energiegeladen. Wie bei den letzten Decapitated-Scheiben sind es auch auf „We Are The Gore“ die groovigen, fetzigen und klassisch Riff-lastigen Songs, die besonders positiv hervorstechen, während die regulären Grindcore-Stücke im Gegensatz dazu eher etwas untergehen. Mit dem donnernden Titeltrack, dem flotten „Transporting Cadavers“ oder dem auf den Punkt reduzierten „Bathed In Bile“ pfeffern die Spanier dem geneigten Grindcore-Fan gleich in der ersten Hälfte diverse Highlights der Platte in die Gehörgänge, wodurch in den ersten 15-20 Minuten kaum ein Fillermoment entsteht.

Leider hat das aber zur Folge, dass die Platte damit ihr Pulver ein wenig zu früh verschießt und in der zweiten Hälfte etwas aus der Puste kommt. Lediglich das rockige „Miss Phlebotomy“ weiß noch restlos zu überzeugen. Am Ende haben sich die fünf Musiker dann noch einen kleinen Scherz erlaubt, wenn sie nach dem letzten Track mit etwas Vorlaufpause versteckt noch eine A-cappella-Version von „We Are The World“ anstimmen – mit, ja, genau der Textänderung, die man bei diesem Albumtitel erwartet.

„We Are The Gore“ macht Spaß, so wie sich das für ein gelungenes Deathgrind-Album gehört. Natürlich kann man die trashigen, in mäßig gutem Englisch vorgetragenen Splatter-Texte mit Mediziner-Thematik zu keiner Sekunde ernstnehmen – soll man ja auch nicht. Musikalisch sind die 35 Minuten mit mitreißender, erfreulich Groove-Death-lastiger Musik gefüllt und können fast durchgehend bestens unterhalten. Was will man mehr?

Grog – Ablutionary Rituals

„Irgendwann ist immer das erste Mal.” Nicht umsonst handelt es sich bei diesem Spruch um eine Redewendung, die sich immer wieder auf Kalendern wiederfindet, denn sie trifft schlicht oft zu: So auch auf die aus Oeiras, einem Vorort der portugiesischen Hauptstadt Lissabon, stammenden GROG. Brutal Death Metal aus Portugal gibt es ja normalerweise in etwa so oft, wie in deutschen Bars Fado gesungen wird.

Die Band, die mit „Ablutionary Rituals“ im 26. Jahr ihres Bestehens ihr viertes Album veröffentlicht, setzt auf temporeiche Song-Strukturen, die immer wieder ins Blastbeat-Tempo übergehen. Hier und da streuen die Portugiesen auch coole Basssalven ein, wie im zweiten Song des Albus, „Uterine Casket“. Oft wird allerdings straight drauflos geballert: Das macht in „Savagery“ und „Vortex Of Bowelism“ ordentlich Laune. Der starke Sound tut sein Übriges: Die Becken krachen, der Bass knarzt, das Schlagzeug rummst und die Gitarrenleads sind mitsamt der vielen Harmonics trotz allem gut zu vernehmen. Ein echtes Highlight ist „Sarco Eso Phagus“ (by the way, cooles Wortspiel): Mit eingängigen Rhythmusgitarren und fetzigem Bass ballern GROG drauflos, um kurz das Tempo herauszunehmen und sodann wieder voll anzuziehen – hintendrauf ein Solo, Gang-Vocals und massig Groove. So macht Brutal Death Spaß. Letzteren scheint auch Frontsau Pedro Pedra zu haben, der sich mit Inbrunst durch die 14 Songs grunzt, quiekt, gurgelt und schreit.

Zwar hat „Ablutionary Rituals“ insbesondere im zweiten Drittel des Albums merkliche Spannungs-Durchhänger – es macht sich eine gewisse Eintönigkeit breit – , jedoch entschädigen „Gut Throne“ und „Of Leeches, Vultures and Zombies“ dafür ganz anständig. Für Liebhaber von Experimenten gibt es mit „Katharsis, The Cortex Of Doom And The Left Hand Moon“ noch ein Stück zu hören, das im ersten Teil doomig und im zweiten Teil von elektronischen Beats, seichten Gitarren und düsterem Gegrunze auf portugiesisch geprägt ist – eine willkommene Abwechslung in diesem GROG-Album, das trotz kleinerer Schwächen stets positive Gedanken an einen riesigen Moshpit in einem Underground-Schuppen am Hafen von Lissabon hervorzurufen im Stande ist.

Dying Fetus – Wrong One To Fuck With

Das Musikjahr 2017 ist dem US-amerikanischen Brutal Death Metal bislang mehr als wohlgesonnen: Mit Immolation und Suffocation meldeten sich zwei große Bands des Genres mit jeweils sehr starken neuen Platten zurück. Da lassen es sich DYING FETUS, die aus Annapolis stammenden Meister des brutalen Todesmetalls, ebenfalls nicht nehmen, mitzumischen – und das ist auch überfällig, denn fünf Jahre sind seit dem letzten, zu Recht fast durchweg positiv rezipierten Langspieler „Reign Supreme“ vergangen, eine Zeitspanne, die DYING FETUS ihren Hörern noch nie aufgebürdet haben. Aber gut Ding braucht oftmals eben Zeit.

Anlegen sollte man sich mit dem Drei-Mann-Trupp jedenfalls nicht. Das implizieren nicht nur der Titel des neuen Albums „Wrong One To Fuck With“ sowie sein morbides, blutiges Artwork (welches im Laden übrigens aus Zensurgründen durch einen Pappschuber mit der Aufschrift „Cover too explicit“ verhüllt wird), sondern auch und in erster Linie die darauf befindliche Musik – denn hier wird in bester DYING-FETUS-Manier alles und jeder eingestampft und gnadenlos dem Erdboden gleich gemacht. Zehn, den Bonustrack „Induce Terror“ eingerechnet elf Abrissbirnen sorgen dafür, dass von den rund 50 Minuten, auf die es der Silberling bringt, nicht eine einzige ruhig abläuft. Der Clou dabei: Ein Song ist besser als der andere! Wie verbissen man auch danach sucht, man wird auf „Wrong One To Fuck With“ nicht einen qualitativen Ausbruch nach unten finden. Hier jagt ein Mörderriff das nächste, massive Breakdowns hauen selbst den standhaftesten Todesmetaller aus den Schuhen und die biestigen Vocals klingen einmal mehr wie von einem zutiefst unmenschlichen Ding aus dem tiefsten aller Sümpfe. Großartig! All diese Elemente in ihrer Kombination sorgen dafür, dass die nicht unbedingt kurzen Nummern (nur „Panic Amongst The Herd“ unterschreitet die Vier-Minuten-Marke) stets spannend und mitreißend bleiben.

Die gleichbleibend hohe Qualität der Songs macht es umgekehrt schwierig, klare Höhepunkte zu benennen, denn seien wir ehrlich: Allzu sehr unterscheiden sich die Nummern bei den ersten Hördurchgängen nicht. Einzelne Songs wie „Ideological Subjugation“ mit seinem gekonnt abwechslungsreichen Gitarrenspiel oder „Weaken The Structure“, das mit einer fast sanften, nahezu schon wehmütig klingenden Gitarre beginnt, bevor es sich in die typische DYING-FETUS-Eruption entlädt, tun sich zwar hervor. Dennoch fällt es auch nach mehrmaligem Genuss der Scheibe schwer, bestimmte Nummern gegenüber anderen explizit positiv hervorzuheben. Vielmehr wirkt „Wrong One To Fuck With“ wie ein Sog, dessen Zugkraft man sich nicht entziehen kann, sobald man einmal hineingeraten ist. Das lohnt sich in jedem Fall ob der hohen Qualität des dargebotenen Materials, eine gewisse Bereitschaft, sich auf ein Album einzulassen, dessen Songs Zeit brauchen, muss man jedoch mitbringen. Echte Weiterentwicklung sollte ohnehin niemand erwarten, hier wird nicht mehr und nicht weniger als der unverfälschte DYING-FETUS-Sound geboten. Dieser ist es jedoch letzten Endes, auf den sich der Hörer einmal mehr blindlings verlassen kann und der das achte Album der Gruppe zu dem Highlight macht, das es ist.

Mit „Wrong One To Fuck With“ müssen sich DYING FETUS nicht hinter den überaus wertigen neuen Platten diverser Genrekollegen verstecken. Sie liefern ein Album ab, das sich hervorragend in die bisherige Diskographie einreiht und bei der Gruppe nicht die geringsten Ermüdungserscheinungen erkennen lässt. Brachial, gewaltig und mitreißend – das sind nur einige der Adjektive, für die diese Meisterleistung aus Übersee steht. So macht brutaler Death Metal Spaß!