Archives

Neues Material von Me And That Man

Mit „Męstwo“ veröffentlichen ME AND THAT MAN einen weiteren Song vom neuen Album „New Man, New Songs, Same Shit, Vol. 1“. Das Besondere: Zum ersten Mal sing Nergal einen Song komplett auf polnisch. Der Mastermind kommentiert das Stück so:

„Als unser Drummer Kuman mir die erste Demoversion von ‚Męstwo‘ schickte, war ich sofort zu diesem Song hingezogen – es ist ein schlichtes Stück und einfach geschrieben, aber total ehrlich und echt. Es ist der einzige Song des Albums, bei dem ich singe, und er ist ausschließlich auf Polnisch. ‚Męstwo‘ bedeutet so viel wie Menschlichkeit; in dieser Welt der Verurteilung, Vorurteile und Schwierigkeiten ist die Botschaft des Songs, auf deinem eigenen Kurs zu bleiben, motiviert zu bleiben und deiner eigenen Intuition zu folgen – das ist es, was Menschlichkeit für mich ausmacht.“

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Me And That Man kündigen Album an und veröffentlichen neuen Song

„New Man, New Songs, Same Shit, Vol. 1“ nennt sich das zweite Album von ME AND THAT MAN, welches am 27. März erscheinen wird. Mastermind Adam „Nergal“ Darski konnte für den zweiten Streich seines Nebenprojekts mit Corey Taylor, Matt Heafy, Ihsahn oder Nicke Anderson eine illustre Schar von Gästen gewinnen.

Zum Song „Surrender“ gibt es nun ein Video. Als Gäste sind hier Rob Caggiano und Dead Soul zu hören.

Nergal sagt über das neue Album:

„Diesmal wollte ich eine neue Herausforderung annehmen und kuratierte ein Album mit elf Songs – jeder hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Stimmung. Mit den talentiertesten und wichtigsten Individuen der ganzen Szene unternehmen wir Ausflüge in die Länder des Blues, Folk, Country und sogar Spaghetti-Western. Ich bin sehr stolz auf dieses Werk und möchte jedem unserer Gäste danken, dass er Teil dieses Projekts war: Mat & Matt, Niklas und Jørgen, Corey, Alan, Addi, Brent, Vegard, Sivert, Anders, Rob, Jerome, Johanna und Nicke. Ich liebe euch alle unendlich! Ohne die Leidenschaft und das Herzblut, das ihr uns gegeben habt, wäre dies nicht möglich gewesen!“

Die „New Man, New Songs, Same Shit, Vol. 1“-Tracklist:

01. Run With The Devil, feat. Jørgen Munkeby (Shining NO)
02. Coming Home, feat. Sivert Høyem (Madrugada)
03. Burning Churches, feat. Mat McNerney (Grave Pleasures)
04. By The River, feat. Ihsahn (Emperor)
05. Męstwo
06. Surrender, feat. Dead Soul
07. Deep Down South, feat. Nicke Anderson (Entombed) / Johanna Sadonis (Lucifer)
08. Man Of The Cross, feat. Jerome Reuter (Rome)
09. You Will Be Mine, feat. Matt Heafy (Trivium)
10. How Come?, feat. Corey Taylor (Slipknot / Stone Sour) / Brent Hinds (Mastodon)
11. Confession, feat. Niklas Kvarforth (Shining SE)

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Eisregen – Leichenlager

Seit 1995 treiben EISREGEN irgendwo zwischen Death, Black und Dark Metal ihr Unwesen. Sie wurden verlacht und gelegentlich verboten – trotzdem fanden sie mit ihrem von Beginn an eigenwilligen Stil genug Fans, um zu einer festen Instanz im deutschen Metal zu werden. Wer das dritte Album der Thüringer heute hört, kann dabei gleichermaßen nachempfinden, was EISREGEN groß gemacht hat – und was EISREGEN-Fans damals alles gutmütig ertragen haben.

Schon das Booklet schrammt nur knapp am Trash vorbei: Hinter dem (gestellt) morbiden Artwork verstecken sich postpubertäre Jugendliche, die mit Waffen und nackten Frauen in Gasmasken, mit Pistolen, Bier und Thüringens Landesfahne posieren. Ernst zu nehmen? Kaum. Ernst gemeint: Wohl auch kaum. Ganz anders verhält es sich hingegen mit der Musik: Hat man sich erst eingehört, entdeckt man hier bereits unzählige jener Elemente, die EISREGEN in späteren Jahren prägten: So simple wie schöne Melodien, harte Riffs und hässliche Texte, elektronische Einsprengsel und immer wieder auch Ideen, die überraschen – oder wahlweise verstören: Ein lustiger Off-Beat-Tanzmusik-Teil in „Salz der Erde“ etwa, oder der völlig aus dem Albumsound herausgehobene Babyschrei in „Die Seele der Totgeburt“. Fraglos, die meisten Riffs hätte man auch verstanden, hätten EISREGEN sie nur halb so oft aneinandergereiht – und doch lebt „Leichenlager“ von eben dieser rohen, stumpfen Atmosphäre.

Dieses „sich einhören“ erfordert tatsächlich etwas Disziplin: An den schwammigen, undifferenzierten Sound, in dem die Gitarren genauso untergehen wie die Bass-Drum, während Roths Gesang und die Snare den Hörer grausam direkt ins Ohr beissen, muss man sich erst einmal gewöhnen. Allerdings sollte man diesen Sound als das Ergebnis des unbändigen Strebens der Band nach einer damals den meisten Produzenten unbekannten Härte sehen und würdigen. Schwerer fällt das bei der im großen und ganzen ziemlich schiefen Geige, an die sich das auch nur halbwegs geschulte Ohr auch nach vielen Durchläufen nicht gewöhnen will, und bei der auch sonst nicht unbedingt konservatoriumsreifen Leistung der Musiker an ihren Instrumenten: Im Timing oder Ton vergriffen war eben auch im Jahr 2000 nicht extrem, sondern daneben.

Doch all das vermag die ungeschliffene Schönheit von Songs wie „… und sie blutete nur einen Sommer lang“, „Schwarze Rose“ oder dem Dark-Dancehall-Hit und Albumrausschmeißer „Zeit zu spielen“ nicht zu mindern: Ist es schließlich nicht die wahre Kunst, mit einfachen Mitteln große Songs zu schreiben? Mag das Talent am Instrument bei EISREGEN im Jahr 2000 auch noch überschaubar gewesen sein – ein Gespür für Melodien und musikalischen wie lyrischen Witz hatten die Herren bereits damals. Und darauf kommt es doch an.

Summer Breeze: Dark Traquillity im Adventskalender

Das muntere Türchen öffnen für das SUMMER BREEZE OPEN AIR 2020 geht munter weiter.Hinter dem zehnten befanden sich DARK TRANQUILLITY, THUNDERMOTHER und VULTURE, am heutigen 11. Dezember dürfen sich die Festivalgänger über EISREGEN, KRAANIUM und NYTT LAND freuen.

Eden weint im Grab – Tragikomödien aus dem Mordarchiv

EDEN WEINT IM GRAB hatten schon immer einen Hang zum Morbiden. Angefangen bei ihrem noch etwas ungeschliffenen, aber charmanten Debüt „Traumtrophäen toter Trauertänzer“ bis hin zu ihrem ambitionierten, 70-minütigen Konzeptalbum „Na(c)htodreise“, in welchem die Dark-Metaller ihre Hörer auf einen abenteuerlichen Trip durch das Nachleben mitnahmen, spielten Übernatürliches und Jenseitiges in den von Bandkopf Alexander Paul Blake erdachten Texten stets eine tragende Rolle. Auf „Tragikomödien aus dem Mordarchiv“ wenden sich die Deutschen nunmehr hingegen primär dem Diesseits zu – mögen sich die Akteure der teils historisch inspirierten, teils fiktiven Kurzgeschichten, welche in den einzelnen Songs erzählt werden, auch nicht allzu lang in ebenjenem aufhalten.

Dass EDEN WEINT IM GRAB diesmal anstelle von Gespenstern und Astralreisen eher irdische Dinge wie Nekrophilie („Lazarus und die Tücken der Einsamkeit“), Jack the Ripper („Das Phantom von Whitechapel“) oder Pistolenduelle („Letztes Morgenrot“) besingen, fällt dank Blakes unverändert unterhaltsamem Galgenhumor und gelegentlich aufblitzendem Wortwitz in keiner Weise negativ auf. Demgegenüber klingt die Musik per se leider tatsächlich um einiges weniger magisch, als sie es noch auf der Vorgängerplatte tat. Die zuvor bereits dann und wann in Erscheinung getretenen Parallelen zu den gediegeneren Veröffentlichungen von Eisregen sind auf „Tragikomödien aus dem Mordarchiv“ nicht bloß aufgrund des Textkonzepts präsenter denn je, was EDEN WEINT IM GRAB leider nicht in jedem Track gut zu Gesicht steht.

So muss man die vormals durchaus nicht unwesentlichen Black-Metal-Einflüsse inzwischen mit der Lupe suchen, giftigen Schreigesang und intensives Tremolo-Picking gibt es nur noch in sparsamen Dosen – letzteres etwa in der dramatischen Klimax von „Letztes Morgenrot“. Von ein paar Ausnahmen abgesehen – beispielsweise dem gehetzten „Der Mörder im Mond“ und dem verspielt-schmissigen „Das Phantom von Whitechapel“, dessen Rhythmus an Marilyn Mansons „The Beautiful People“ denken lässt – präsentieren sich EDEN WEINT IM GRAB aus musikalischer Sicht enttäuschend zahm.

Die Melodieführung bleibt überwiegend dem ominösen Gesang vorbehalten, wohingegen die sonderbar anmutenden Keyboards, die diesmal leider viel zu unterrepräsentierten Streicher und die modern-groovenden Gitarren eher eine ergänzende Rolle spielen. Zwar beweisen die Dark-Metaller mit der abschließenden, tragischen Piano-Ballade „Annabel“, dass sie es gar nicht nötig haben, auf rohe Klanggewalt zu setzen, die übrigen Tracks erscheinen aber doch vielfach zu ereignislos, um die der Thematik der Platte entsprechende Gruselstimmung oder zumindest eine gewisse Spannung aufkommen zu lassen.

Ein bombastisches und vielseitiges Album wie „Na(c)htodreise“ in den Schatten zu stellen, ist gewiss keine leicht zu bewältigende Aufgabe. Selbst mit dieser Überlegung im Hinterkopf kann man sich jedoch kaum des Eindrucks erwehren, dass EDEN WEINT IM GRAB es sich hier etwas zu leicht gemacht haben, indem sie auf Nummer sicher gegangen sind. Trotz des unterhaltsamen Textkonzepts mangelt es einigen der Tracks wie etwa dem recht schwerfälligen „Der Giftmischer (in der Kammer des Grauens)“ an markanten Charakteristika, welche aus ihnen mehr als bloß durchschnittlichen Dark Metal herausholen hätten können. Auf einer Handvoll Songs punkten EDEN WEINT IM GRAB zwar tatsächlich mit spaßig-schaurigem Krimi-Flair, als Ganzes kommt „Tragikomödien aus dem Mordarchiv“ jedoch nicht über das Prädikat „solide“ hinaus.

Vampyromorpha: „Herzog“ erscheint noch diesen Monat

Wie die Doom-Rocker von VAMPYROMORPHA bekannt gegeben haben, wird ihr neues Album „Herzog“ am 29.11.2019 erscheinen. Mit „Darkness Whore“ gibt es auch einen ersten Song aus dem Album zu hören:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Lord Of The Lost – Till Death Us Do Part

Der zehnte Geburtstag einer Band ist ja fast schon ein Pflichtdatum für eine Best-Of-Scheibe, weshalb sich auch die Hamburger LORD OF THE LOST nicht lange bitten lassen und mit „Till Death Us Do Part“ ein ebensolches Werk in die Regale bringen. Dabei dürfte klar sein, dass die Jungs nicht einfach nur eine Sammlung ihrer zahlreichen Gassenhauer veröffentlichen, schließlich stehen LORD OF THE LOST seit ihrer Gründung für spannende und wandlungsfähige Musik irgendwo zwischen Dark Rock, Gothic und Metal. Daher erscheint neben der einfachen Best-Of auch eine Doppel- und sogar Vierfach-CD-Variante, die wirklich jeden Fan-Wunsch abdecken dürfte.

CD 1 ist dabei ein klassisches Best-Of, die 19 Songs stellen keine Überraschung dar zeigen aber, wie sehr sich der Sound von LORD OF THE LOST in den letzten Jahren gewandelt hat. Waren Songs wie „Break Your Heart“ oder „Blood For Blood“ noch deutlich stärker dem Gothic-Bereich zuzuordnen, kommen aktuellere Stücke bei weitem härter daher. Wer die Band noch nicht kennt, erhält mit dieser Zusammenstellung einen guten Einblick in das Schaffen der Hamburger und ist für die nächste Live-Show gerüstet.

Wirklich spannend wird es aber erst ab CD 2, die zwar auch ein Best-Of ist, aber aus Songs besteht die eher ein Dasein in der zweiten Reihe fristen mussten und nur selten live gespielt wurden. Daneben finden sich auch Stücke wie „Built To Brave“, „This War“ oder „Morsal“, die ursprünglich als Beigaben auf Singles oder EPs veröffentlicht wurden und heute nur noch schwer erhältlich sind. Als kleines Schmankerl findet sich eine spanische Version des Band-Klassikers „La Bomba“ auf CD 2, die zusammen mit Eric Craig & Der Schulz entstanden ist. Eine Compilation dieser Art wäre durchaus auch von anderen Bands wünschenswert.

Über den Sinn oder Unsinn von CD 3 muss jeder Hörer selbst entscheiden. Die darauf enthaltenden 18 Stücke sind allesamt Remixe bekannter LORD-OF-THE-LOST-Songs, wobei „La Bomba“ zweimal und „Dry The Rain“ gleich dreimal geremixt wurde. Jeder Künstler und jede Band schaffen es dabei durchaus, den Songs ihren Stempel aufzudrücken, bereichern dadurch aber nicht zwingend jeden Track. Spannend sind vor allem solche Remixe, die das Original komplett verändern. Allen voran seien hier Coppelius genannt, die aus „Blood For Blood“ einen Walzer mit Klarinette und Piano gemacht haben. Ungewohnt aber gut. Auch Subway To Sally schaffen es „See You Soon“ etwas neues zu geben, was beim charakteristischen STS-Sound aber auch nicht verwunderlich ist. Erneut für ein Schmunzeln sorgt „La Bomba“, der als „La(tin) Bomba (Official Not Exactly Very Dark Remix)“ fast schon Urlaubsfeeling verbreitet.

Den Abschluss bildet CD 4, die aus Demos und frühen Versionen inzwischen altbekannter LORD-OF-THE-LOST-Stücken besteht. Spannend ist dabei, dass Songs wie „Till Death Us Do Part“, „Dry The Rain“ oder „Sooner Or Later“ bereits weit vor der Gründung der Band von Mastermind Chris Harms geschrieben wurden und bis zur Veröffentlichung eine beachtliche Wandlung durchliefen. Am spannendsten sind aber wohl die Songs, die noch aus den frühen 2000ern und 90ern und damit von den Vorgängerprojekten von Harms stammen. Zum einen ist da sein Soloprojekt Vagueness, dem wir Stücke wie „Beyond Beautiful“ oder „Fragmenting Facade“ verdanken. Mit Philiae geht es noch weiter zurück in der Zeit, schließlich stammt diese erste Band von Chris Harms aus den späten 90ern. Bereits damals entstand u. a. „Eclipsed By Eternity“, was später zu „Prison“ werden sollte. Für Die-Hard-Fans dürfte vor allem diese Scheibe ein wahres Kleinod darstellen.

Ein so umfassendes Best-Of wie „Till Deah Us Do Part“ in der Vier-CD-Variante findet sich selten. Mit viel Liebe und Genauigkeit wurden die Songs für CD 2 und 4 zusammengestellt und auch wenn die Notwendigkeit von Remixen dahingestellt sei, bereichert CD 3 die Compilation um ein paar spannende Facetten. Wer LORD OF THE LOST noch nicht kennt oder bereits langjähriger Fan der Band ist, sollte schnell sein und sich eines der 1000 Exemplare der 4-CD-Best-Of sichern.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Dool – Love Like Blood (EP)

Mit ihrem 2017er Debüt „Here Now, There Then“ gelang den niederländischen Dark-Rockern DOOL ein geradezu kometenhafter Aufstieg. Dass die Newcomer, die bereits im Vorhinein einen Vertrag mit Prophecy Productions an Land ziehen konnten, im Dunstkreis des Labels plötzlich in aller Munde waren, lag jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht bloß an ihren eingängigen, schlüssigen und mitreißenden Songs, sondern auch an ihren unfassbar intensiven Live-Shows. Behält man diese Vorgeschichte im Hinterkopf, kann man die neue EP „Love Like Blood“ eigentlich nur als vollkommen logischen Zwischenschritt ansehen, um den Fans die Wartezeit auf ein Nachfolgealbum zu versüßen: Das Kurzalbum setzt sich nämlich aus einem neuen Track und zwei Live-Mitschnitten zusammen.

Ganz so neu ist der titelgebende Song allerdings wiederum nicht, handelt es sich dabei doch um eine Cover-Version des gleichnamigen Killing-Joke-Klassikers aus dem Jahr 1985. Gerade mit dieser Neuinterpretation stellen DOOL jedoch einmal mehr ihr Gespür für ansprechende Arrangements unter Beweis. Anstatt den Song einfach nur unverändert zu reproduzieren oder ihn so weit zu verfremden, dass dadurch sein Kern abhanden ginge, adaptiert die fünfköpfige Band das Stück schlicht auf ihre eigene, markante Weise. Den peppigen Stakkato-Rhythmus des Originals haben DOOL zu diesem Zweck beiseitegeschoben und den Track im Gegenzug mit hellen Keyboardklängen und brodelnden Tremolo-Gitarren ausgeschmückt, was dem entschleunigten Cover eine tiefere Atmosphäre verleiht.

Den Balanceakt zwischen Stiltreue und Weiterentwicklung, der insbesondere bei der Überarbeitung eines bereits existierenden Musikstücks nicht leicht zu bewältigen, aber für ein gutes Resultat praktisch unerlässlich ist, haben die Niederländer somit hervorragend gemeistert. Wer bereits in den Genuss der energiegeladenen Konzerte der Dark-Rocker gekommen ist, weiß freilich, dass DOOL vor allem im Live-Setting zu Höchstform auflaufen, sodass die beiden in der EP enthaltenen, auf dem Rock Hard Festival aufgenommenen Live-Tracks eine nette Zugabe darstellen.

Die Intensität des hautnahen Konzerterlebnisses konnten DOOL hiermit zwar nicht zur Gänze einfangen, dennoch ist deutlich herauszuhören, wie sehr sich die Gruppe auf der Bühne ins Zeug legt, ohne dabei technische Ungenauigkeiten aufkommen zu lassen. Tatsächlich könnten sowohl das fetzige „She Goat“ als auch das finstere, trübsinnige „In Her Darkest Hour“ gemessen an ihrer Tonqualität und Performance fast schon als Studioaufnahmen durchgehen – mögen die ursprünglichen Versionen des Debüts auch unübertroffen bleiben.

Den begierig auf neues Songmaterial wartenden Fans mag „Love Like Blood“ mit seinem Cover-Song und seinen zwei Live-Nummern auf den ersten Blick wie ein enttäuschend magerer Appetizer vorkommen. Über die Botschaft, die DOOL mit dem einfallsreich aufbereiteten Titeltrack und den Live-Mitschnitten vermitteln, sollte sich aber eigentlich jeder Bewunderer der Band freuen. Die Niederländer signalisieren damit nämlich einerseits, dass ihnen noch lange nicht die Ideen ausgehen und andererseits dass sie den Menschen ihre Kunst auch weiterhin mit vollem Einsatz von Angesicht zu Angesicht darbieten wollen. Damit sollte feststehen, dass „Here Now, There Then“ nicht bloß ein vorübergehendes kreatives Aufflackern, sondern der Auftakt zu einer grandiosen, noch in der Zukunft liegenden Diskographie war.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden