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Morgengrau – Blood Oracle

Death Metal mit weiblichen Growls ist immer noch eine Seltenheit. Bei den Meisten endet eine Aufzählung solcher Bands mit Arch Enemy. Eine weitere Truppe die man definitiv auf dem Schirm haben sollte sind MORGENGRAU aus Texas. Mit Erika Morgengrau hat die Band eine echte Powerfrau am Mikro, deren tiefe Growls locker mit der männlichen Konkurrenz mithalten können. Mit „Blood Oracle“ veröffentlichen die Amis nun ihr zweites Album und servieren darauf eine recht klassische und dennoch frisch wirkende Mischung aus europäischen und amerikanischen Death Metal. Produziert wurde das Ganze von Harris Johns, der schon Alben von Celtic Frost oder Voivod veredeln durfte.

Der Einstieg in die Scheibe mit dem Titelsong fällt allerdings erstmal etwas doomig aus. Bedrohlich baut sich der Song auf, bis schließlich Doublebass und Growls einsteigen. Im ersten Moment ist man von der stimmlichen Leistung der Frontfrau überrascht, sind die Vocals doch extrem tief und böse. Aber auch die Musiker müssen sich nicht verstecken. Die Riffs und Drumarbeit im folgenden „Wolves Of Thirteen“ und besonders auch bei „Forced Exodus“ sind großes Death-Metal-Kino! Der alles zermalmende Break bei letzterem ist ein grandioses Zusammenwirken von Gitarre und Schlagzeug. Sessions-Drummer K Elrod arbeitet präzise und punktiert und verleiht den Songs so eine enorme Wucht und Durchschlagskraft.

Zwar sind die Riffs zu großen Teilen typisch für Death Metal, doch erinnern manche Passagen an das Werk von Band wie Celtic Frost oder Deicide. Man achte nur auf den Anfang von „Poised At The Pricipice Of Doom“. Diese morbide und dunkle Aura hebt MORGENGRAU ab von der Masse an sonstigen Todesstahl-Bands, die heutzutage leider oftmals entweder extrem verkopfte oder frech kopierte Alben veröffentlichen. Spannend ist in diesem Zusammenhang auch das asiatisch anmutende Zwischenspiel „Incipit Bellum“, gerne mehr davon.

Einen Schwachpunkt hat „Blood Oracle“ aber doch, die einzelnen Songs hätten etwas mehr Abwechslung vertragen. Musikalisch vergleichbare Bands wie Asphyx oder Pestilence agieren noch einen Ticken variabler und unvorhersehbarer. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es sich hierbei erst um das zweite Album der Texaner handelt. Alles in allem können MORGENGRAU aber überzeugen. Das die Band konsequent auf extrem technische Parts oder plakative Zitate klassischer Alben verzichtet und stattdessen einen ganz eigenen Weg geht ist dabei ein großer Pluspunkt. Wer dann noch eine stimmlich so überragende Frontfrau aufweisen kann, kann eigentlich nicht mehr viel verkehrt machen.

Siege Of Power mit Albumteaser und 7-Inch vor Album-Release

Die neu gegründete Death-Metal-Band SIEGE OF POWER veröffentlicht am 10. August eine limitierte 7″ namens „The Cold Room“ via Metal Blade Records. Zwei der drei Songs werden nicht auf dem Album enthalten sein und die 7″ ist limitiert auf 500 Exemplare, 300 in schwarz und 200 farbig. Die 200 farbigen Kopien werden an dem Merchstand des Party.San Open Airs verkauft werden.

Außerdem gibt es einen Video-Teaser zu „The Cold Room“.

 

Wombbath – The Great Desolation

Das ging fix: Nachdem WOMBBATH nach ihrem Debüt 22 Jahre auf ein neues Album warten ließen, ehe 2015 „Downfall Rising“ erschien, steht nun – nur drei Jahre später – bereits das nächste Werk in den Startlöchern: „The Great Desolation“.

Hinter dem diesmal leider nicht ansatzweise so gelungenen Artwork verbirgt sich zum Glück zumindest musikalisch keine Enttäuschung: Zwar ist der Sound, für den erneut Bandkopf Håkan Stuvemark selbst verantwortlich zeichnet, diesmal etwas trockener und höhenlastiger als auf dem letzten Output, ansonsten liefern die Schweden auch mit ihrem dritten Album wieder wie bestellt.

So steht auch in „The Great Desolation“ eine ordentliche Portion räudigen Death Metals auf der Karte, vornehmlich geprägt von harschen Growls und schiebendem Midtempo-Riffing, das immer wieder durch melodische Leadgitarren oder seltener auch mal ein Solo aufgebrochen wird. Die bereits im Review zum letzten Album gezogene Parallele zu den Landsmännern von Evocation lässt sich auch hier wieder bemühen. Zwar gehen WOMBBATH insgesamt etwas grobschlächtiger zu Werke, das allerdings durchaus mit der nötigen Hingabe: Gerade die simplen Melodien und eingängigen Refrains wissen zu überzeugen.

Dass das Album ohne wahnsinnig viel Abwechslung klarkommt, liegt aber nicht zuletzt auch an der neuerlich eher knapp bemessenen Spielzeit: Rund 37 Minuten lang bekommt der geneigte Fan diesmal das Trommelfell massiert – da macht es auch nicht viel, wenn eigentlich schon etwas früher alles gesagt ist.

Spektakulär anders, als man es bereits auf dem letzten Album zu hören bekommen hatte, klingt „The Great Desolation“ nicht – qualitativ lassen WOMBBATH aber zumindest auch nicht nach: Dass der Sound diesmal nicht ganz so überzeugt, ist meckern auf hohem Niveau und schlussendlich reine Geschmackssache. In allen anderen Punkten gibt es auch diesmal nichts handfestes auszusetzen. Wer seinen Death Metal gerne oldschoolig und roh hört, kann bei WOMBBATH nach wie vor zugreifen – so lange er sich mit „Hausmannskost“ zufrieden gibt.

Kataklsym – Meditations

Mit Meisterwerken wie „Shadows & Dust“ oder „In The Arms Of Devastation“ haben sich KATAKLYSM zu einer festen Größte der internationalen Death-Metal-Szene hochgespielt. Zur Geschichte der Band gehört allerdings auch, dass die Qualität der Alben in den letzten zehn Jahren nahezu kontinuierlich abnahm – erst „Of Ghosts And Gods“ (2015) konnte dieser Entwicklung Einhalt gebieten, wenn die Kanadier mit diesem Album auch noch nicht an frühere Großtaten anknüpfen konnten. Mit „Meditations“ soll das wieder anders werden.

Zumindest, was den Albumanfang angeht, bleibt erst einmal alles beim Alten: Auf eine mit heroischem Pathos gesprochene Zeile bricht „Guillotine“ los wie dereinst „The Ambassador Of Pain“. Dass das für die Jubiläumstour wieder eingeübte Material von „Serenity In Fire“ und „Shadows & Dust“ KATAKLYSM Ideen für das neue Album gegeben hat, wie Jean-François Dagenais es im Interview formulierte, wird bereits hier greifbar.

Dennoch ist schon dieser erste Song nicht bloß ein Abklatsch alter Alben. Das liegt zum einen an der extrem modernen, knackigen Produktion, mit der KATAKLYSM diesmal Jay Ruston aus Los Angeles beauftragt haben, der normalerweise eher im Rock-Bereich – zuletzt unter anderem für Stone Sour – tätig ist. Davon merkt man allerdings wenig: „Meditations“ bricht wie eine Urgewalt aus den Boxen, die Doublebass schnurrt wie eine gut geölte Nähmaschine, die Gitarren sind auf die Tausendstelnote zurechtgerückt und jeder Break freigeschnitten. In der Folge klingt „Meditations“ präzise wie eine Atomuhr und knallt so hart, wie man es eher aus dem Metalcore-Bereich kennt, aus den Boxen.

Zum anderen sind es aber die Stücke selbst, die weit mehr sind als Kopien ihrer Vorgänger: Zwar wagen KATAKLYSM auch auf ihrem 13. Album keine radikalen Neuerungen, gehen aber zumindest in alle Richtungen an die Grenzen dessen, was sie in ihrer nunmehr 27-jährigen Karriere schon so ausprobiert haben: Düstere Midtempo-Stampfer („Narcissist“) treffen auf rabiates Gesäge wie in „In Limbonic Resonance“ – dazwischen gibt es ordentlich KATAKLYSM, wie man sie kennt und liebt: Mit groovigem Riffing, das vom Ohr als reflexartiger Befehl an die Nackenmuskulatur weitergegeben wird, so dass man – ehe man sich’s versieht – anfängt, mitzunicken.

Bei alledem überzeugen KATAKLYSM nicht nur durch ihre enormen technischen Fertigkeiten, sondern vor allem durch ihr wiedergefundenes Gespür für epische Gitarrenleads („Achilles Heel“): So bissig „Meditations“ auch klingt, ist es doch das bislang melodischste Album der Kanadier – und damit insgesamt vor allem eines: weniger erwartbar als seine Vorgänger. Eine Wendung, auf die man bei KATAKLYSM fast nicht mehr zu hoffen gewagt hatte.

Durch diesen leicht modifizierten Ansatz gelingt es KATAKLYSM so gut wie lange nicht, all ihre Stärken auf einem Album zu bündeln: „Meditations“ vereint das für KATAKLYSM charakteristische, alles niederwalzende Riffing mit einem nicht nur in den Leads wieder stärker in den Fokus gerückten technischen Aspekt und einer durch den vermehrten Einsatz melodischer Elemente auf ein neues Level gehobenen Epik. Mit den erbarmungslos drauflosdreschenden Klassikern ist „Meditations“ durch diesen Charakterwandel nur schwer direkt zu vergleichen – die drei letzten Alben steckt „Meditations“ jedoch locker in die Tasche.

Nocturnal Graves – Titan

Trotz der sich stetig weiterentwickelnden Genres im Metal wird der Markt für klassischen Death, Thrash, Heavy, Black oder Power Metal möglicherweise in irgendeiner Form immer vorhanden sein. Gleichwohl müssen sich Labels wie auch Hörer dieser Musik zunehmend durch etliche schlechte oder zumindest mittelmäßige Bands wühlen, bevor sie mal auf eine treffen, die diesen Stil besser beherrscht als der Großteil der Konkurrenz und allein dadurch aus der Masse heraussticht.

Denn wer sich keine eigenen Erkennungsmerkmale zulegt, der muss zumindest auf sehr hohem Niveau unterwegs sein, um sich vermarkten zu können. NOCTURNAL GRAVES aus Australien konnten für ihr drittes Album „Titan“ einen Deal mit dem gefragten Metallabel Season Of Mist ergattern. Doch hat das Trio (inzwischen Quartett) das auch wirklich verdient?

Kurz und knapp: Ja, hat es. Sein Old School Death Metal auf „Titan“, der schön schneidend und trotzdem kraftvoll produziert ist, erweist sich als gelungen und mitreißend. Gleichermaßen auf schnelles und mittleres Tempo verteilt, brettern die Death-Metaller mal thrashig, mal leicht angeschwärzt durch acht unterhaltsame Songs mit knapp 40 Minuten Spielzeit. Auffällig ist dabei, dass die kürzesten Songs die am besten funktionierenden sind. „Roar Of The Wild“ eröffnet mit einem wilden Whammy-Bar-Solo und wartet mit einigen sehr starken Riffs auf. „Souls Tribulation“ und das rasante „Silence The Martyrs“ stehen dem in wenig nach.

Doch auch die etwas längeren Tracks wissen zu gefallen. Der Opener „Resistance“ baut mit seinen bewusst auf wenige Töne reduzierten Schrammelriffs eine düstere Atmosphäre auf. Der abschließende Titeltrack dagegen bietet noch mal ein zusammenfassendes Quasi-Best-Of der vorherigen sieben Songs der Platte. Zwar neigen NOCTURNAL GRAVES in den längeren Stücken dazu, ihre Songabschnitte nicht ganz so geschmeidig und flüssig zu verbinden, jedoch verkommen ihre Kompositionen nie zu unzusammenhängenden Ideensammlungen.

„Titan“ wird den Death Metal keineswegs revolutionieren – darauf zielen NOCTURNAL GRAVES auch gar nicht ab. Wer aber bei all den Entwicklungen im Metal auch den klassischen Stil nicht missen möchte, aber nicht die Nadel im Heuhaufen aus langweiligen Bands suchen will, der kann mit dem dritten Werk der Formation wenig falsch machen. Das haben wohl auch Season Of Mist erkannt, die hier einmal mehr ihr Händchen für eine gelungene Bandauswahl beweisen.

Revocation mit Details zum kommenden Album „The Outer Ones“

REVOCATION werden demnächst auf Nordamerika-Tour gehen, und dabei ihr kommendes Album „The Outer Ones“ bewerben, das am 28.9. über Metal Blade Records erscheint. „The Outer Ones“ lotet nach Aussage der Bandmitglieder die Grenzen der Death- und Prog-Metal-Elemente in ihrem Sound so weit aus wie nie. „Mir schwebte eine düsterere Ausrichtung vor, und in diesem Album steckt so viel Death Metal wie in keinem unserer vorigen„. sagt Gitarrist und Sänger Dave Davidson. „Manche Genre-Bands, die in eine proggigere Richtung tendieren, büßen an Brutalität ein, doch wir wollten die Aggression beibehalten, aber trotzdem Grenzen ausloten.“

Death-Metal-Band Siege Of Power heuert bei Metal Blade an

Die Death-Metal-Band SIEGE OF POWER mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern von Asphyx, Hail Of Bullets und Grand Supreme Blood Court hat einen Plattenvertrag bei Metal Blade Records unterschrieben. Die Band wurde 2013 gegründet und ist nach einer längeren Pause seit 2017 wieder aktiv.

SIEGE OF POWER sind:
Chris Reifert – Gesang (Autopsy, Violation Wound, Abscess, Painted Doll)
Paul Baayens – Gitarre (Asphyx, ex-Hail of Bullets, Thanatos)
Theo van Eekelen – Bass (ex-Hail of Bullets, ex-Houwitser, ex-Grand Supreme Blood Court)
Bob Bagchus – Drums (ex-Asphyx, Soulburn, ex-Grand Supreme Blood Court)

Chris Reifert zum Metal Blade Signing: „Nun, das ist natürlich schon verdammt cool. Metal Blade ist eines der ersten Metallabels, welches ich als junger Teenager entdeckt habe, als ich auf der Suche nach immer härterem Stoff war. Ich habe Tonnen an Bands durch ihre Album- und EP Veröffentlichungen entdeckt, natürlich auch durch die Metal Massacre Serie, welche zahlreiche Leute beeinflusst hat. Meine Geschichte mit Metal Blade ist tief verwurzelt, auch wenn sie das bislang vermutlich nicht gewusst haben. Aber jetzt arbeiten wir ja miteinander. Hell yeah!

Bob Bagchus: „Der Name Metal Blade ist wie Metal Magie für mich. Das ist immer schon so gewesen, seit meiner frühesten Pubertät. Namen wie Metallica, Slayer, Trouble, Hallows Eve sind eng verbunden mit Metal Blade wie auch mit meiner Kindheit, als ich dieser Musik verfallen bin. Es fühlt sich großartig an, mit Siege Of Power bei ihnen unter Vertrag zu sein, vielleicht das sogar die Krönung meiner musikalischen Karriere!

Das Debütalbum „Warning Blast“ erscheint im September, mehr Informationen dazu wird es in Kürze geben.

Kreator, Dimmu Borgir, Hatebreed und Bloodbath zusammen auf Tour

Im Dezember kommt die „European Apocalypse“ über Deutschland, denn unter diesem Motto steht die gemeinsame Tour von KREATOR, DIMMU BORGIR, HATEBREED und BLOODBATH. Diese durchaus interessante Mischung wird acht Städte in Deutschland sowie einige weitere Stationen in Europa beehren. KREATOR-Fronter Mille freut sich schon sehr auf die Tour:

„Wir haben die größte Produktion der Bandgeschichte aufgefahren, um die ultimative KREATOR-Erfahrung in eine Halle in eurer Nähe zu bringen. „The European Apocalypse“ wird DIE Tour 2018 und ich kann es kaum erwarten, euch alle im Dezember zu sehen. Hail to the hordes!“

Die einzelnen Termine bei uns sind:

01.12.18 Hamburg – Stadthalle
02.12.18 Frankfurt – Jahrhunderthalle
07.12.18 München – Zenith
08.12.18 Ludwigsburg – MHP Arena
10.12.18 CH-Zürich – Halle 622
12.12.18 AT-Wien – Gasometer
14.12.18 Leipzig – Haus Auensee
15.12.18 Düsseldorf – Mitsubishi Electric Halle