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Neuer Song I: Misery Index

Die amerikanischen Death Metaller von MISERY INDEX haben ein Lyric-Video zu ihrem neuesten Song „I Disavow“ veröffentlicht. Er ist Teil einer am 9. Februar erscheinenden EP, auf dem außerdem noch ein Nailbomb-Cover zu hören sein wird.

Kartikeya – Samudra

„Carnatic Metal“ nennt das russische Sextett mit dem Namen KARTIKEYA seine Musik. Dieser Begriff allein wird vermutlich bei den wenigsten Interessenten für Klarheit sorgen. Wer jedoch weiß, dass es sich bei karnatischer Musik um südindisches, hinduistisches Liedgut handelt, der kann wohl schon erahnen, dass KARTIKEYA in westlichen Ohren einige Parallelen zu Nile und ihrem ägyptisch geprägten Death Metal aufweisen. Und siehe da, auf „Samudra“, dem dritten Album der Groove-/Death-Metaller, das genau zehn Jahre nach dem Debüt „The Battle Begins“ erscheint, hat Tech-Death-Meister Karl Sanders sogar einen Gastauftritt. Doch auch, wenn man die Beiträge der Sessionmusiker ausblendet, hat „Samudra“ eine Menge zu bieten.

Neben der Schar von talentierten Künstlern, die KARTIKEYA bei der Umsetzung ihrer musikalischen Vision unterstützen, erweckt auch das Konzept hinter der über 70 Minuten langen Platte einiges an Neugier. „Samudra“ soll der Auftakt einer insgesamt fünf Alben umspannenden Serie sein, im Zuge derer sich die Russen mit den Elementen des indischen Glaubens auseinandersetzen – angefangen beim Wasser. Wie auch das flüssige Element ist „Samudra“ vor allem eines: wechselhaft. Zwar speist sich der groovige, betont moderne Death Metal im Fall von KARTIKEYA in den meisten Songs aus einem Fluss von kräftigen Growls, technisch anspruchsvollen Riffs und Soli („We Shall Never Die“) und ebenso komplizierten, brachialen Schlagzeugrhythmen.

Doch man stößt immer wieder auf Abschnitte oder sogar ganze Tracks, die sich außerhalb dieses Schemas bewegen. Insbesondere die verspielten, orientalischen Streich- und Zupfinstrumente sind mal um mal für eine Überraschung gut, wie etwa im epischen „Mask Of The Blind“ oder im kämpferischen „Golden Blades“, die beide zu den größten Highlights der Platte zählen. Doch auch Bläser, stimmungsvolle Keyboards, spirituell angehauchte Chöre und verschrobene ethnische Gesangseinlagen („Kannada – Munjaaneddu Kumbaaranna“) finden bei KARTIKEYA ihren Platz.

Wenngleich ebenjene Stilmittel an manchen Stellen etwas zu schrill und irritierend wirken, ist es doch durchwegs spannend, beim Zuhören zu rätseln, welche Schätze im Folgetrack noch darauf warten, entdeckt zu werden. Dass KARTIKEYA beispielsweise im sphärischen Titeltrack ausschließlich auf mysteriöse, ruhige Cleans und trockene, abendländische Gitarrenmelodien setzen oder dass das abschließende „Dharma Pt. 2 – Into The Tranquil Skies“ satte 13 Minuten lang ist und trotzdem durchgehend bei Laune hält, wird wohl kaum jemand im Vorhinein erwarten.

„Samudra“ hat wie die meisten Alben gewiss seine Schwachstellen. Die Produktion ist zum Beispiel zu steril, wie es bei so vielen Modern- und Groove-Metal-Scheiben der Fall ist, und das eine oder andere mal überspannen KARTIKEYA mit ihren indischen Einflüssen den Bogen, was dann schon mal etwas schrullig rüberkommen kann. Nichtsdestotrotz beeindruckt die sechsköpfige Truppe vor allem aufgrund ihrer spielerischen Fähigkeiten und ihres Einfallsreichtums. Obwohl ihre stilistische Bandbreite weit gefächert ist, gehen viele der Nummern schnell ins Ohr und machen trotzdem auch nach mehreren Durchgängen noch Spaß. Wer gewillt ist, beim Musikhören ein wenig über den kontinentalen Tellerrand zu blicken, sollte „Samudra“ also auf jeden Fall eine Chance geben.

Cattle Decapitation: Bassist verlässt die Band

Basisst Derek Engemann hat ein Statement veröffentlicht, in dem er seinen Ausstieg bei CATTLE DECAPITATION verkündet. Engemann will sich in Zukunft mehr auf seine beiden anderen Bands Scour und Cast The Stone konzentrieren.

Das Statement im Wortlaut:

“It’s been a great journey, but I’m writing to let everyone know I have amicably parted ways with Cattle Decapitation. I’m very proud of the success we achieved together across the last two albums. In turn, I’m excited to focus my energy on the next upcoming Scour release, my reignited project Cast The Stone (huge news in the coming days), and the other big plans I have in the works. Thank you to everyone for the support, and I’ll see you at NAMM!”

At The Gates mit ersten Infos zum neuen Album

AT THE GATES liefern erste Infos zu ihrem neuen Album. Das Werk wird auf den Titel „To Drink From The Night Itself“ hören und am 18. Mai über Century Media erscheinen. Das Album wurde in den britischen Parlour Studios von Russ Russel aufgenommen und produziert.

Auch Tribulation mit neuem Song

Mit „The World“ veröffentlichen TRIBULATION einen weiteren Song aus ihrem kommenden Album „Down Below“.

Die Umsetzung des zugehörigen Videos erfolgte erneut durch Robert Piel.

„Down Below“ erscheint am 26.01. über Century Media.

Execration gehen auf Europatour

Letzten Juli haben die norwegischen Death Metaller EXECRATION ihr neues Album „Return To The Void“ via Metal Blade Records veröffentlicht. Ab dem 18. Januar wird die Band sich auf Europatournee begeben.

Die Tourdaten lauten wie folgt:

19.01. – Hamburg, Bambi Galore
20.01. – Antwerpen, Music City
21.01. – London, The Black Heart
22.01. – Paris, Le Klub
23.01. – Bonn, Bla
24.01. – Dresden, Chemiefabrik
25.01. – Poznan, U Bazyla
26.01. – Warschau, Poglos
27.01. – Berlin, Wolf City Winter Festival
28.01. – Rotterdam, In The Grip Of Winter Fest

Sinsaenum – Ashes (EP)

Seit ihrer offiziellen Gründung 2016 verlieren SINSAENUM keine Zeit – und das, obwohl es sich um das Projekt vielbeschäftigter Musiker wie Frédéric Leclercq (Dragonforce) und Joey Jordison (Ex-Slipknot, VIMIC) handelt. Auf das Debüt-Album „Echoes Of The Tortured“ lässt die Death-Metal-Formation nun ihre dritte EP „Ashes“ folgen.

Abzocke kann man dabei zumindest niemandem unterstellen: Schon rein quantitativ bekommt der Fan auf „Ashes“ mit sechs Songs und einer Spielzeit von stolzen 27:19 Minuten erfreulich viel geboten. Auch qualitativ gibt es wenig zu beklagen: Statt minderwertiger Live-Mitschnitte oder unzähliger Edits bieten SINSAENUM ihren Fans drei brandneue, EP-exklusive Songs, zwei Japan-Bonustracks des Debüt-Albums sowie einen Remix des Songs „Dead Souls“ von dem französischen Produzenten Frederic Duquesne.

Während das Artwork einmal mehr eher in Richtung Black Metal weist, präsentieren sich SINSAENUM auch auf „Ashes“ ohne Frage als technische Death-Metal-Band – bereits der kraftvolle Titeltrack als Opener der EP lässt daran keinen Zweifel. Doch obwohl Leclercq, Jordison und Konsorten dem modernen Sound und dem straighten Songwriting absolut treu geblieben sind, ist das neueste Resultat ihrer Mühen zugleich ihr musikalisch vielseitigstes Werk geworden. Mal sind die Riffs etwas thrashiger („Degeneration“), mal mit schwarzmetallenem Anstrich („2099“) versehen – und um ein flinkes Solo oder eine epische Melodieführung sind SINSAENUM auch nie verlegen. Den Rest erledigen die technischen Fertigkeiten der Musiker. Mit enormem individuellem Talent und der daraus resultierenden Präzision Schweizer Uhrwerke machen SINSAENUM „Ashes“ technisch absolut unangreifbar.

Wie das SINSAENUM-Debüt ist auch die „Ashes“-EP immer noch kein Wunderwerk überbordender Kreativität, wie man es von der illustren Schar prominenter Musiker, die hier mitwirken, vielleicht erwarten würde. Zumindest veranschaulicht diese EP jedoch – deutlich mehr als das in Sachen Spielzeit völlig ausufernde, kompositorisch dafür uninspirierte „Echoes Of The Tortured“ –, worin der Reiz bei SINSAENUM liegt. Diesmal geht das Konzept also auf. Es bleibt zu hoffen, dass es der Band gelingt, diesen Schwung auch auf das nächste Album mitzunehmen.

Sign Of Cain – To Be Drawn And To Drown

Die Wege, die musikalischen Projekte nehmen, sind mitunter verschlungen – anders ist der Werdegang des Death-Metal-Projektes SIGN OF CAIN kaum zu erklären. Von Tomer Hasenfratz von Viscera Trail aus Israel bereits 1999 begründet, umfasst das Lineup seit 2013 unter anderem Equilibrium-Schlagzeuger Tuval Refaeli und dem schwedischen Ausnahme-Sänger Tomas Lindberg (ja, der Tomas Lindberg!) von The Lurking Fear und At The Gates. Internationaler könnte SIGN OF CAIN also kaum besetzt sein. Was herauskommt, wenn diese Männer zusammen werken, bezeugt nun, 18 Jahre nach der initialen Idee zu dem Projekt, das Debüt „To Be Drawn And To Drown“.

Der Oldschool Death Metal tropft dem Resultat aus allen Rillen: Vom dreckigen Sound der Gitarren, über die rotzigen Riffs bis hin zu Lindbergs Reibeisenstimme zeugt jedes Detail von den primären Absichten seiner Erschaffer. Bis dahin geht das Konzept auch auf. Doch während man sich bei anderen Bands wünscht, sie wären etwas kreativer zu Werke gegangen, ist bei SIGN OF CAIN genau das Gegenteil der Fall.

Immer dann nämlich, wenn die Band besonders innovativ zu sein versucht und von ihrem Grundkonzept abweicht, wird es problematisch. So funktioniert die Kombination aus dreckigem Death Metal und Streichern in „Thunders Never Followed“ oder „Again I Shred“ eher mittelprächtig – und auch das ruhige und an sich recht hübsch arrangierte Instrumental „Rememberance And Pain“ wirkt im rohen Geprügel von „To Be Drawn And To Drown“ eher wie ein unerwartet und auch nicht sonderlich gelegen kommender Besucher.

Deutlich mehr machen da schon die lupenreinen Death-Metal-Nummern wie „Empires Ablaze Within Unrest“ her – wenn das Songmaterial auch, so ehrlich muss man sein, kompositorisch nicht mit At The Gates, mit denen sich SIGN OF CAIN nun wohl immer messen lassen müssen, mithalten kann.

Im Großen und Ganzen sind SIGN OF CAIN eine ordentliche Death-Metal-Band. Aufmerksamkeit erfährt die in Israel geborene Idee allerdings zweifelsohne vornehmlich durch das Mitwirken der schwedischen Szene-Koryphäe Lindberg. Damit haben sich SIGN OF CAIN bildlich gesprochen ihr Sprungbrett und ihre Fallgrube zugleich gebaut: Vergleiche mit At The Gates sind in dieser Konstellation nämlich so unausweichlich wie unbestehbar. Erklärt man für das Debüt der Band jedoch nicht gleich die schwedische Death-Metal-Instanz zur Referenz, können SIGN OF CAIN mit „To Be Drawn And To Drown“ zumindest eine solide Punktzahl einfahren und gewiss den einen oder anderen Oldschool-Death-Fan überzeugen.