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Centinex – Death In Pieces

1990 in Schweden gegründet, hätten CENTINEX durchaus das Potenzial gehabt, zur Szenegröße zu avancieren. Doch anders als etwa die nur zwei Jahre früher aus der Taufe gehobenen Grave legten CENTINEX von 2006 bis 2014 eine Bandpause ein – und sind heute wohl nur noch tief in der schwedischen Death-Metal-Szene verwurzelten Genrefans ein Begriff.

Das könnte sich so langsam wieder ändern, schließlich kommt mit „Death In Pieces“ nun immerhin schon das dritte Album in nur sechs Jahren heraus. Oder das erste nach der nächsten Bandneugründung: Wie schon 2014 startet Bandkopf Martin Schulman in das nächste Kapitel von CENTINEX nämlich mit einer komplett neuen Besetzung. Wer bei der Band den Stil vorgibt, wird dadurch nochmal deutlich: Grundlegend geändert hat sich nämlich auch mit drei Neuen im Lineup nichts.

Hinter dem genretypischen Artwork und genretypischen Titel steckt – man höre und staune – ein verdammt genretypisches Album. Vergleichsweise simples Powerakkord-Riffing, tiefe Growls, wirkungsvolles Drumming – alles an „Death In Pieces“ ist genau so, wie man es auf einem Death-Metal-Album eben erwartet. Allerdings auf einem guten, das muss man schon sagen.

Denn dass CENTINEX wissen, was sie da tun, merkt man in jedem Detail: Das Artwork ist zwar klischeebeladen, aber auch gelungen – und dasselbe lässt sich über die Songs sagen. Wirkte der direkte Vorgänger „Doomsday Rituals“ nach der Comeback-Überraschung „Redeeming Filth“ etwas überhastet, um nicht zu sagen lieblos zusammengezimmert, ist „Death In Pieces“ eher effizient: CENTINEX wissen, wie Oldschool Death Metal geht, also spielen sie ihn. Ohne Schnörkel, ohne Ideen, die über die Grundfesten des Genres hinausreichen – aber eben auch so rein und unverwässert, wie man Death Metal heute selten hört. Und wenn, dann eben von diesen Bands aus dieser Zeit. Wie Grave, Dismember – oder eben CENTINEX.

Tatsächlich ist „Death In Pieces“ ganz objektiv besser als sein Vorgänger: Die Songs sind vielleicht primitiv, aber haben das gewisse Etwas, um schmissig und nicht stumpf zu klingen. Sie unterscheiden sich nicht grundsätzlich voneinander, aber immerhin ein wenig. Und der Sound klingt um Welten druckvoller und „echter“. Dass CENTINEX zudem in Sachen Tempo etwas auf die Tube drücken, gibt „Death In Pieces“ genau den Drive, der dem Vorgänger gefehlt hat.

Insgesamt liefern CENTINEX mit ihrem dritten Album in dieser Formation ein Oldschool-Death-Album, wie man es sich nur wünschen kann: pur, roh, straight und mit ordentlich Power. Dass „innovativ“ nicht in diese Reihe passt, versteht sich fast von selbst.

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Vader – Solitude In Madness

VADER wurden 1983 gegründet, hatten eine fast modernere Phase, die in der 2005er EP „The Art Of War“ ihren Höhepunkt fand und kamen spätestens mit „Welcome To The Morbid Reich“ (2011) wieder auf den Geschmack von „old school“. Doch VADER blieben immer VADER. Zumindest im Jahr 2020 und mit Album Nummer 16 (!) soll sich daran auch nichts ändern.

„Solitude In Madness“ heißt das Werk, für das sich die Polen um Piotr Paweł Wiwczarek, den eigentlich alle nur als Peter kennen, vergleichsweise viel Zeit gelassen hat. Lag zwischen den letzten vier Alben jeweils nur ein Jahr, mussten sich VADER-Fans diesmal ganze drei Jahre gedulden.

Das Ergebnis kann sich hören lassen. Auch „Solitude In Madness“ klingt in erster Linie nach VADER: schnell, aggressiv und unverwechselbar. Beschäftigt man sich etwas eingehender mit dem Album, sieht man nicht nur ein detailreiches, absolut stimmiges Oldschool-Artwork, sondern hört auch mehr Thrash-Einschlag denn je. Dieser macht sich besonders in „Incineration Of The Gods“ und „Dancing In The Slaughterhouse“ bemerkbar, und da vor allem im Gesang. Doch auch der Rest des erneut nur knapp halbstündigen Albums tötet mit dem Prügel.

Langsamer sind VADER ebenfalls nicht geworden: Das Tempo der elf Songs, die größtenteils keine drei Minuten dauern, ist durchweg atemberaubend. Furioses Riffing, flinke Soli, wilde Drumrolls – dass hier eine Band musiziert, die stramm auf ihr 40-jähriges Jubiläum zugeht, hört man „Solitude In Madness“ nur im besten Sinne an: an der Souveränität nämlich, mit der VADER hier all ihre Erfahrung in einem rundum gelungenen Album bündeln.

Dass „Solitude In Madness“ zu guter Letzt auch noch mit dem knackigsten Albumsound seit „Impressions In Blood“ von 2006 gesegnet ist, rundet die Sache stimmig ab: In nur 30 Minuten beweisen VADER eindrucksvoll, dass sie in den letzten drei Jahren nichts von ihrer Schlagkraft eingebüßt, sondern Kraft gesammelt haben, um nun umso stärker zurückzuschlagen. Hut ab!

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Vampire mit Lyric-Video zu „Melek-Taus“

„Melek-Taus“ ist die erste Single vom kommenden VAMPIRE-Album „Rex“, welches am 19. Juni erscheinen wird. Die Band kommentiert den Song so:

„“Melek-Taus“ ist die erste echte Single von „Rex“ und es ist der letzte Song auf dem Album. Es ist vermutlich einer der am besten gemachten VAMPIRE-Songs in jeglicher Hinsicht. Die Lyrics haben eine den Tod besiegende, waghalsige Einstellung. Hört und urteilt selbst!“

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Aspidium – Harmagedon

2017 gründete Kurt Jason Kelderer das Soloprojekt ASPIDIUM in Abtsgmünd, da er in mehreren Bands Bass spielte, doch keine dieser Gruppen seine Vorstellungen von Musik verwirklichen konnte. Nach dem Einstieg des Südtirolers Benni Leiter veröffentlichten sie 2018 das Debüt „Manifestum“. Wieder auf Solopfaden unterwegs nahm Kelderer im Herbst 2019 die Songs für das zweite Album „Harmagedon“ mit Lukas Flarer im Sound Control Studio Meran auf. So möchte ASPIDIUM mit Regeln, Klischees und vorgefertigten Meinungen brechen. Dazu verbindet er seinen kompromisslosen Blackened Death Metal mit deutschsprachigen und gesellschaftskritischen Texten.

Ganz alleine ging das Musizieren aber offenbar doch nicht, und so wurden Bassistin Susi Hartmann und Schlagzeuger Emil Herrmann mit ins Boot geholt. Das durchaus apokalyptische Artwork von Daniel Hofer (Archetype Design) spiegelt sich auch weitgehend in den Songs wider. Bereits der eröffnende Titelsong ist ein harscher und räudiger Midtempo-Stampfer, der sich zudem an einigen symphonischen Elementen wie kurz aufblitzenden Chören bedient. Die einschneidenden Gitarrenmelodien lassen bereits ein ums andere Mal aufhorchen.

Trotz aller Brutalität der Screams und Growls sind die Vocals doch weitgehend verständlich, was gerade bei einem sozialkritischen Ansatz wie dem ASPIDIUMs ein wichtiger Faktor ist. Unter anderem werden Umweltverschmutzung („Welt vorm Kollaps“), der Rechtsruck unserer Gesellschaft („Gleichschritt Marsch“) oder das unaufhörliche Streben nach mehr und das Blendertum („Scheinwelt“) thematisiert. Vor allem beweist die Band aber auch, dass sie in den Uptempo-Passagen („Tödliche Begierde“) ebenso handwerklich überzeugen kann.

In Sachen Produktion sind die Instrumente zwar deutlich voneinander abgegrenzt und es entsteht kein verwaschender Soundbrei, dennoch verliert „Harmagedon“ nie den Charme eines Underground-Releases, das es eben ist. Kleinere Makel wie eine stellenweise arg klirrende Hi-Hat muss man zwar hinnehmen, sie fallen aber zu keinem Zeitpunkt zu schwer ins Gewicht. Zusätzlich erschaffen ASPIDIUM eine bedrückende, teils bedrohliche Atmosphäre, die zwar nicht für viele Gänsehautmomente sorgt, aber sich den behandelten Themen in guter Weise anpasst.

Unter der Führung von Bandkopf Kurt Jason Kelderer ist ASPIDIUM mit ihrem zweiten Album „Harmagedon“ zwar kein Höhepunkt der deutschsprachigen Hybriden aus Black und Death Metal gelungen, jedoch ein relativ beeindruckendes Werk, das im Bezug auf Atmosphäre und Lyrics ein schlüssiges Gesamtbild bietet. Mit dem unverfälschten Sound einer Underground-Veröffentlichung ausgestattet, sollte „Harmagedon“ auch für die beinharten Verehrer des Genres einen nicht minder interessanten Tipp darstellen. Große Experimente darf man nicht erwarten, derer bedarf es angesichts der rohen Gewalt und Durchschlagskraft der acht Songs aber auch gar nicht.

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Cadaver unterschreiben bei Nuclear Blast

Die norwegischen Death Metaller CADAVER haben einen Vertrag mit Nuclear Blast Records unterschrieben. Zeitgleich dazu hat die Truppe eine digitale EP mit dem Titel „D.G.A.F.“ veröffentlicht – mit Gastmusiker Jeff Walker von Carcass.

Die Band kommentiert: „1989 unterschrieb CADAVER bei Necrosis Records, dessen Inhaber Jeff Walker und Bill Steer von Carcass waren. CADAVERs Debütalbum ‚Hallucinating Anxiety‘ wurde 1990 als Norwegens erste Death Metal LP veröffentlicht. Nun, im Jahre 2020, heißt Nuclear Blast die Wiederkehr von CADAVER willkommen und veröffentlicht die EP ‚D.G.A.F‘ mit einem Gruß ans Erbe von Carcass. Jeff Walker unterstützt uns sogar im Chorus des Titeltracks. Öffnet euren Verstand für diesen Wahnsinn und genießt Old School Death Metal!“

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Malevolent Creation trennen sich von Frontmann und Drummer

Die Death-Metal-Veteranen MALEVOLENT CREATION haben sich von ihrem Sänger und Gitarristen Lee Wollenschlager sowie Drummer Phil Cancilla getrennt.  Als Nachfolger wurden Ryan Taylor und Ronnie Parmer rekrutiert.

MALEVOLENT CREATION schreiben: „Wir haben ein paar Dinge zu verkünden: Erstens mussten wir uns von Phil Cancilla aufgrund von familiären Angelegenheiten und unvorhersehbaren internen Problemen trennen. Darum freuen wir uns, Ronnie Parmer als neuen Drummer bekannt zu geben. Er spielte bei Angel Corpse und ist bei Amon, Brutality und Perdition Temple, um nur ein paar Bands zu nennen. Wir sind sehr glücklich, ihn an Bord zu haben!

Jetzt zum Ausstieg von Sänger und Gitarrist Lee. Wir glauben, dass wir mit Lee ein geiles Album geschrieben haben, aber es gibt etliche Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Als erstes  wäre da die Distanz und draus folgende Visa-Probleme, die dazu geführt haben, dass wir auf den letzten Touren Konzerte in Europa und Südamerika absagen mussten. Lee ist ein toller Kerl und wir wünschen ihm für die Zukunft nur das Beste. Seinen Nachfolger haben wir darum auch eher in der Heimat gesucht. Jetzt können wir mit Freude verkünden, dass Ryan Taylor von Solstice, Thrash Or Die und Body Blow den Job übernehmen wird!“

Six Feet Under geben Albumtitel bekannt

Die aus Florida stammenden Death-Metal-Urgesteine SIX FEET UNDER haben mit „Nightmares Of The Decomposed“ den Titel ihres nächsten Albums enthüllt. Der Nachfolger zum 2017 erschienenen „Torment“ ist für dieses Jahr geplant.

Metal1.info goes Spotify: Die Up-To-Date-Playlist

Streaming ist in der Zwischenzeit fast unumgänglich und dabei sowohl ein Fluch wie auch ein Segen. Wir von Metal1.info wollen uns nun einige der positiven Aspekte zu Nutze machen und euch unsere erste Playlist präsentieren: die Up-To-Date-Playlist. Hier werden ab sofort und mit regelmäßigen Updates die besten neuesten Songs der Metal-Szene zusammengestellt sowie Anspieltipps zu unseren aktuellsten Rezensionen gelistet. Egal ob Underground oder weltberühmt, ob Black Metal oder Punk – hier findet ihr alles auf einen Schlag. Um immer auf dem Laufenden gehalten zu werden, klickt einfach HIER und folgt der Playlist. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anhören und hoffen, euch dadurch einen guten Überblick über das aktuelle Geschehen in unserer geliebten Musikrichtung sowie auf Metal1.info geben zu können!