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Blackrain – Dying Breed

Mit BLACKRAIN hat es der Hörer mit einer Sleaze-Rock- bzw. Glam-Metal-Band aus einem Teil der Welt zu tun, der sich bisher weniger in diesem Genre profilieren konnte: Frankreich. Eher für extremere Metal-Spielarten bekannt ist die Haarspray- und Spandexhosen-Fraktion westlich des Rheins sträflich unterrepräsentiert. Genau diese Nische füllt das Quartett aus Paris nun schon seit 13 Jahren aus, um auch die Grande Nation näher an den Sunset Strip zu rücken. In dieser Zeit haben die Herren einen durchaus beachtlichen Arbeitsethos bewiesen, brachte es die Truppe doch bereits auf stolze sechs Alben. Der neueste Output aus dem Hause BLACKRAIN hört auf den Namen „Dying Breed“, wobei es durchaus wahrscheinlich ist, dass die Band im Titel mit ihrem erwähnten Einzelkämpfer-Status kokettiert.

Wie jede Glam-Metal-Band, die etwas auf sich hält, eifern BLACKRAIN optisch wie inhaltlich den jungen Mötley Crüe oder W.A.S.P. nach. Damit begibt sich die Formation ins gleiche Fahrwasser wie ihre skandinavischen Kollegen Crazy Lixx, Toxicrose oder Crashdïet, um nur wenige zu nennen. Tatsächlich unterscheidet sich das Schaffen der Franzosen minimal bis überhaupt nicht von der Musik der zuvor Genannten, wobei anzunehmen ist, dass es auch gar nicht ihr Anspruch ist, das Genre zu revolutionieren. Vielmehr setzen BLACKRAIN auf traditionellen Sleaze- bzw. Glam Rock mit nicht zu überhörender Metal-Schlagseite. Das klingt in der Theorie schon ziemlich gut und klappt in der Praxis mal mehr und mal weniger.

Auf der Haben-Seite finden sich auf „Dying Breed“ druckvolle Glam-Metal-Songs wie etwa der schiebende Titeltrack oder auch „We Are The Mayhem“, das hymnische „Public Enemy“ oder das Mötley-Crüe-Zitat „Hellfire“. Hier fahren BLACKRAIN alles auf, was ihr Genre groß macht und begeistern mit kraftvollen, headbang-tauglichen Riffs, gelungenen Leads und großen Refrains. Mag sein, dass sich die Truppe mit diesen Nummern zu keiner Zeit von anderen Vertretern ihrer Sparte abhebt, Spaß machen diese Songs aber allemal – nicht zuletzt, weil Leadgitarrist Max 2 ein Whiskey-getränktes Gänsehaut-Solo nach dem anderen vom Stapel lässt, was jeden der enthaltenen Songs enorm aufwertet.

In schwächeren Momenten gewinnt der Hörer leider den Eindruck, BLACKRAIN arbeiteten lediglich die Eckdaten typischer Glam-Metal-Songs ab, ohne wirklich ins Songwriting investiert zu haben. Nummern wie etwa das abschließende „A Call From The Inside“ oder das an sich schmissige „Rock Radio“, welches obendrein eine recht spaßige Anspielung auf die Ramones beinhaltet, plätschern etwas belanglos aus den Boxen, ohne wirklich mitreißen zu können. Teils mag das daran liegen, dass die Pariser trotz druckvollen Auftretens ab und an arg poppig daherkommen, teils ist für die mangelnde Durchschlagskraft und Authentizität von „Dying Breed“ aber auch der glatte Sound der Platte verantwortlich.

Sound ist auf „Dying Breed“ generell ein zweischneidiges Schwert: Einerseits punktet die Platte mit fetten, ausgewogenem Klang und starkem Gitarrensound. Andererseits wurden im Studio die meisten Ecken und Kanten soweit glattgebügelt, dass es mit der Rock-n-Roll-Attitüde trotz oft gelungener Songs nicht mehr weit her ist. Das ist schade, denn würden BLACKRAIN etwas rotziger klingen, als es hier der Fall ist, ihr neuestes Album wäre deutlich glaubwürdiger. Zudem haben sich die Franzosen für den Mix ihrer Platte zwar mit Profi-Produzent Chris Laney zusammengetan, unerklärlicherweise jedoch drei der Songs auf „Dying Breed“ an anderer Stelle abmischen lassen. Das ist leider deutlich hörbar, weshalb sich „Nobody Can Change“, „Like Me“ und „All Angels Have Gone“ klanglich deutlich vom übrigen Material abheben. Das verhindert, dass „Dying Breed“ wie aus einem Guss klingt und sollte bei einem professionell produzierten Album einer etablierten Band nicht passieren.

Mit „Dying Breed“ machen es BLACKRAIN ihrer Hörerschaft nicht leicht: In ihren stärksten Momenten sind die Franzosen richtig gut und liefern starken Glam Metal aus dem Bilderbuch ab. Auch das ist dann nicht innovativ, aber es reißt mit und macht Spaß. Dem gegenüber stehen relativ belanglose Genre-Versatzstücke, an denen nichts grundlegend verkehrt ist, die es aber anderswo schon weitaus spannender gab. Somit haben BLACKRAIN hier ein solides wenn auch nicht weltbewegendes sechstes Album gemacht, dem trotz einiger großer Momente die Seele fehlt. Ihren Platz im Mittelfeld hat sich die Truppe definitiv verdient, Genre-Spitzenreiter wie Crashdïet bleiben jedoch weiterhin unerreicht.

 

Auch The Who mit neuem Song

Nach knapp 13 Jahren werden THE WHO am 22.11.2019 ihr neues Album „Who“ veröffentlichen und haben bereits jetzt „Ball And Chain“ im Stream.

Gitarrist und Songschreiber Pete Townshend sagt über das neue Album:

„Das Album enthält fast nur neue Songs, die im vergangenen Jahr geschrieben wurden, mit lediglich zwei Ausnahmen. Es gibt kein Thema, kein Konzept, keine Geschichte, nur ein paar Songs, die ich (und mein Bruder Simon) geschrieben haben, um Roger Daltrey Inspiration, Herausforderungen und Ziele für seine neu belebte Singstimme zu geben. Roger und ich sind jetzt beide alte Männer, also habe ich versucht, mich von Romantik und Nostalgie fernzuhalten. Ich wollte nicht, dass sich jemand deswegen unbehaglich fühlt. Erinnerungen sind okay, und einige der Songs beziehen sich auf den heutigen explosiven Stand der Dinge.“

Die „Who“-Tracklist:

01. All This Music Must Fade
02. Ball And Chain
03. I Don’t Wanna Get Wise
04. Detour
05. Beads On One String
06. Hero Ground Zero
07. Street Song
08. I’ll Be Back
09. Break The News
10. Rockin‘ In Rage
11. She Rocked My World

Kissin‘ Dynamite und The Baseballs machen gemeinsame Sache

Was passiert, wenn man sleazigen Hard Rock mit Rock ’n‘ Roll paart? Das klingt dann so wie „Cadillac Maniac“, der neue gemeinsame Song von KISSIN‘ DYNAMITE und THE BASEBALLS.

Zur Entsehung dieser Zusammenarbeit sagt KISSIN‘ DYNAMITE-Frontmann Hannes Braun:

„Es begann als ein Projekt, das unseren Sound vermischte. Das Ergebnis ist ein energiegeladener Ohrwurm, der den Gehörgang nicht so schnell verlässt.“

Stinger präsentieren neues Video

Die Hard-Rock-Kapelle STINGER hat ein neues Video veröffentlicht. Der neueste Clip wurde für den Song „From Heaven Above“ gedreht und ist bereits die fünfte Auskopplung aus dem aktuellen Album „Colourblind“.

 

The Ossuary

  • Englische Version

    For decades, Max Marzocca played in Natron, one of the most popular Italian Death Metal bands. His current group THE OSSUARY can rather be characterised as a Heavy Doom Rock outfit. In the following interview, the drummer explains why he is actually not a big fan of such genre classifications, why it is not enough for him to write music about death, lucifer, and drugs, and what we need to know about the current album „Southern Funeral“.

    How do you guys in THE OSSUARY feel now that your new album “Southern Funeral” has been released?
    We feel good, it’s great to have this second album out in a rather short time, and now that I see it in the shape of a beautiful gatefold vinyl version I feel really satisfied, it just turned out the way that we wanted! This album is a necessary step to something else that we’re currently working on, and of course there is something we would change afterwards but it’s not a big drama. All my feelings are definitely positive about it.

    Like the debut album, your new long-player has been released by Supreme Chaos Records. In your opinion, why is it the perfect label for THE OSSUARY?
    We have freedom to do what we like. Robby, the label boss, cares about the band because he really likes what we play and has put a lot of effort in us so far He also helped us with tour booking and gigs here and there. A good supportive label is all we need, we’re definitely happy so far with SCR!

    What does the album title “Southern Funeral” refer to?
    ”Southern Funeral” has the same meaning as the debut album title, it refers to our music and where we come from. Like in “Post Mortem Blues” there’s the word “blues” that you can link to “Southern”, and the word “funeral” to “post mortem”. It means that death and doom is what we talk about and blues is the background of our music and culture. We’re a band from the south and there’s a lot of sadness that we talk about.

    What have you done differently in your approach to the new album, compared to your debut album “Post Mortem Blues”?
    Nothing really, at least intentionally! I guess we tried to work on a better sound and production and we added some keyboards here and there, that’s it … at least from our point of view!

    In how far would you say you progressed as musicians since the release of your first album?
    I believe we progressed just a little bit as musicians and we’re better songwriters now. That’s probably how people perceive the difference between the first album and this new one!

    What is the lyrical focus of your new album? Is there maybe a common theme that runs like a golden thread through the entire album?
    Not really! It is not a concept album but we have a few topics we always talk about like death, doom, pestilence, and sorrow. Time by time I’m also into some stories inspired by our pagan and occult tradition. I like to use them as metaphors to write something personal. When I have to talk about witchcraft or satanic topics then I’d like to do it my way, getting inspiration from what I know, and I feel really close to my culture and education. It’s just because there’s too much bands out there talking about weed, Lucifer, doom, and wizards. It’s getting so boring, that’s why I try to focus on my things…

    Can you elaborate on where you draw inspiration for the lyrics from?
    I am attracted to the dark side of things when it comes to lyrics so – like I said before – I take inspiration from the local history and folklore which is really interesting. There’s a lot of references to the Italian culture, which is a mix of pagan and religious tradition. Italy has a lot to offer in regard to this, especially in the south, where so many different cultures, empires, epidemics, wars, and civilizations have left their mark. Even witchcraft has a long history here.

    How important are the lyrics to you compared to the music?
    Music always comes first, but it’s better when you have good lyrics that fit your music properly. I think with this band everything matches, artwork and lyrics definitely fit the mood of the music.

    Band Photo The Ossuary

    How do you manage to keep the listeners excited and entertained throughout the entire album?
    Our music has a lot of variations of mood and tempo! I would feel very bored if I played only slow patterns all the time. That’s what actually happens to me when I listen to traditional doom or stoner bands. The first two songs are alright, then I start to yawn and lose focus on it …

    How does the songwriting proceed in THE OSSUARY?
    We work „on layers“! First, me and guitarist Domenico write all music, that’s the „first layer“! It’s basically me layin‘ down primitive ideas, riffs, and vocal lines, and then working on it with Domenico. Or the other way around: Domenico has some cool riffs, so I work on some lyrics and vocal lines to sing on it. Once the song structure and lyrics are ready we add the „second layer“ asking Stefano to sing on it and Dario to add his bass lines. That’s when everyone contributes to the music. Things can change until we come up with something good enough. This is how it works for us. It’s good to have just a few members with clear ideas at the beginning of songwriting.

    Three of four members of THE OSSUARY are also active in the death metal band Natron. Is there a difference in the songwriting approach when you compare the different styles and genres of Natron and THE OSSUARY?
    With Natron it was more about being fast and brutal, even if we tried to write something personal. With this band it’s different, we don’t have limitations, we don’t necessarily have to stick to the genre parameters because basically we don’t play a genre of music. It’s a mix, we can write a slow song and then a fast song with double bass drum parts, we can use keyboards or write a simple atmospheric song with a more than one minute long solo, and then have a proggy part at some point in the same song just because we feel like doing it. It’s like opening Pandora’s box with a vast range of variables because it’s not about being a doom or a heavy rock band, it’s about writing good stuff!

    Which bands and artists would you name if you were asked about your musical role models for THE OSSUARY? Which musicians inspire you?
    Our blueprint is all the 70’s heavy rock groups. Bands like Black Sabbath, Cactus, Captain Beyond, Deep Purple, Led Zeppelin, Rainbow, Grand Funk Railroad, Ten Years After, Uriah Heep are on top of course, but not only. We like a lot of 60’s bands like The Beatles, Cream, Blue Cheer, Iron Butterfly, or Prog bands like Pink Floyd, Jethro Tull, ELP, King Crimson, bands like early AC/DC Judas Priest, Maiden, Motörhead, Thin Lizzy or Saint Vitus, Pentagram, Angel Witch, Witchfinder General, etc…There are tons of bands that we like that it’s very hard to say which one is the role model for us. I’d rather say that it’s probably a mix of all those bands.

    What do you think is the most significant aspect of your music that makes it something special?
    We are talking about writing good riffs and music. I don’t know if it’s special for other people, I hope it is, of course, but what is really important to me is that I feel comfortable with it! I don’t do this just for the sake of following a trend or anything, I really like when I go on stage and play with THE OSSUARY, it’s something that had slowly been disappearing after many years with my previous band.

    What are your future plans for THE OSSUARY?
    We’ll see if it’s possible to come back on tour through Europe next year or so. To shot a video and write new stuff is also in our plans!

    Thank you for your answers! Please let us conclude the interview with a short brainstorming. What comes to your mind when reading the following terms?
    Your current favorite album: I’ve been listening to a lot of old Judas Priest stuff lately …
    Funeral Doom:
    Ahab, they’re my favourite!
    European: Union:
    Absence of countries borders, good for touring!
    Pineapple Pizza:
    Blasphemy!
    The Ossuary in 10 years:
    Still playin‘ and smoking weed!

    Once again thanks for your time! The last words are yours – is there anything left you want to tell our readers?
    Listen to “Southern Funeral” and come to our shows, stay heavy and doomy!

  • Deutsche Version

    Mit Natron hat Max Marzocca jahrzehntelang in einer der bekanntesten italienischen Death-Metal-Bands gespielt, mit seiner aktuellen Band THE OSSUARY ist er eher in doomigen Heavy-Rock-Gefilden unterwegs. Warum der Drummer eigentlich nichts von derlei Genre-Schubladen hält, warum es ihm nicht reicht, Musik über Tod, Teufel und Drogen zu schreiben und was man zum aktuellen Album „Southern Funeral“ wissen muss, erzählt er uns im Interview.

    Hallo! Ihr habt mit THE OSSUARY in diesem Jahr euer zweites Album „Southern Funeral“ veröffentlicht. Wie fühlt ihr euch damit?
    Es fühlt sich gut an, denn es ist großartig, diese zweite Platte in so kurzer Zeit herausgebracht zu haben. Sie jetzt in Form einer wunderschönen Gatefold-Vinyl-Version in den Händen zu halten macht mich sehr zufrieden. Sie ist genau so geworden, wie wir es wollten! Dieses Album war auch ein notwendiger Schritt hin zu etwas anderem, an dem wir gerade arbeiten. Natürlich gibt’s was, das wir hinterher anders machen würden, aber das ist kein großes Drama. Ich bin dem Album gegenüber eindeutig zu 100 Prozent positiv eingestellt.

    Erschienen ist es, wie schon euer Debüt „Post Mortem Blues“, bei Supreme Chaos Records. Warum ist es in deinen Augen das perfekte Label für THE OSSUARY?
    Wir haben die Freiheit, zu tun, was wir wollen. Robby, der Label-Chef, bemüht sich um uns, weil er unsere Musik wirklich mag. Er hat bislang viel Energie auf uns verwendet und uns sogar beim Booking von Tour und einzelnen Gigs geholfen. Ein gutes unterstützendes Label ist alles, was wir brauchen, und wir sind bisher definitiv glücklich mit Supreme Chaos!

    Worauf bezieht sich der Albumtitel „Southern Funeral“?
    Die Bedeutung des Titels geht in dieselbe Richtung wie der des Debüt-Albums. Er bezieht sich auf unseren Musikstil und unsere Herkunft. In „Post Mortem Blues“ steckt das Wort „Blues“, das man mit „Southern“ verknüpfen kann, während „Post Mortem“ thematisch mit dem Wort „Funeral“ verwandt ist. Er bedeutet, dass wir den Tod und den Untergang thematisieren, während der Blues der Hintergrund unserer Musik und unserer Kultur ist. Wir sind eine Band aus dem Süden und da gibt es viel Traurigkeit, die wir ansprechen können.

    Was habt ihr bei der Herangehensweise an eure neue Scheibe im Vergleich zu eurem ersten Album anders gemacht?
    Eigentlich nichts, zumindest absichtlich! Ich schätze, wir haben versucht, den Sound und die Produktion noch zu verbessern, und wir haben hier und da ein paar Keyboards eingestreut. Das ist alles, zumindest aus unserer Sicht!

    Inwiefern, würdest du sagen, habt ihr euch seit der letzten Veröffentlichung als Musiker weiterentwickelt?
    Ich glaube, als Musiker haben wir uns nur ein kleines bisschen weiterentwickelt, aber wir sind jetzt bessere Songwriter. So nehmen wahrscheinlich die Leute den Unterschied zwischen dem ersten und dem neuen Album wahr!

    Wo liegt der textliche Schwerpunkt eurer neuen Platte? Gibt es vielleicht ein übergreifendes Motiv, das sich wie ein roter Faden durch das komplette Album zieht?
    Eigentlich nicht! Es ist kein Konzeptalbum, aber es gibt ein paar Themen, die wir immer verwenden, wie den Tod, den Untergang, Seuchen und Leid. Hin und wieder befasse ich mich auch mit Geschichten, die von unserer heidnischen und okkulten Tradition inspiriert wurden. Ich verwende sie gerne als Metaphern, um etwas Persönliches zu schreiben. Wenn ich über Hexerei oder satanische Themen schreibe, dann tue ich das gerne auf meine Art: Ich lasse mich davon inspirieren, was ich kenne – und ich fühle mich meiner Kultur und Bildung sehr stark verbunden. Es gibt einfach zu viele Bands da draußen, die über Marihuana, Luzifer, Verderben und Zauberer singen. Das ist so dermaßen langweilig geworden, dass ich versuche, mich auf meinen speziellen Ansatz zu konzentrieren …

    Kannst du noch etwas mehr ins Detail gehen, wovon du dich für die Songtexte inspirieren lässt?
    Was Songtexte angeht, fühle ich mich zur dunklen Seite der Dinge hingezogen. Wie gesagt, lasse ich mich gerne von der lokalen Geschichte und Folklore inspirieren, die wirklich interessant sind. Wir verwenden viele Bezüge auf die italienische Kultur, die eine Mischung aus heidnischen und religiösen Traditionen ist. Italien hat diesbezüglich viel zu bieten, insbesondere im Süden, wo so viele unterschiedliche Kulturen, Imperien, Epidemien, Kriege und Zivilisationen ihre Spuren hinterlassen haben. Sogar Hexerei hat hier eine lange Geschichte.

    Wie wichtig sind die Texte im Vergleich zur Musik?
    Die Musik kommt immer zuerst, aber es ist besser, wenn du gute Texte hast, die richtig zur Musik passen. Ich denke, dass bei THE OSSUARY alles Hand in Hand geht. Das Artwork und die Texte passen definitiv zur Stimmung der Musik.

    Band Photo The Ossuary

    Wie schafft ihr es, die Hörer über ein ganzes Album hinweg bei Laune zu halten?
    Unsere Musik hat sehr viel Stimmungs- und Tempo-Variationen! Ich würde mich sehr langweilen, wenn ich die ganze Zeit nur langsame Drum-Patterns spielen würde. Tatsächlich passiert mir das, wenn ich traditionelle Doom- oder Stoner-Bands höre. Die ersten zwei Songs sind in Ordnung, danach fange ich an zu gähnen und kann mich nicht mehr darauf konzentrieren …

    Okay, lass‘ uns über das Songwriting reden. Wie läuft das bei THE OSSUARY ab?
    Wir arbeiten in „Schichten“. Unser Gitarrist Domenico und ich schreiben zunächst die komplette Musik, das ist die „erste Schicht“. Im Wesentlichen lege dabei ich die groben Ideen, Riffs und Gesangslinien fest und arbeite anschließend mit Domenico daran. Oder auch andersherum – Domenico hat einige coole Riffs in petto, für die ich dann Texte und Gesangslinien erarbeite. Wenn die Songstruktur erst mal steht und die Texte fertig sind, fügen wir die „zweite Schicht“ hinzu: Wir bitten Stefano, die Texte einzusingen und Dario, seine Bassspuren drüberzulegen. An dieser Stelle trägt jeder etwas zur Musik bei. Dabei kann sich manches ändern, bis wir am Ende etwas haben, das gut genug ist. So funktioniert es für uns. Es ist gut, wenn am Anfang des Songwritings nur wenige Mitglieder mit klaren Ideen stehen.

    Drei von vier Mitgliedern in der Band waren auch in der Death-Metal-Combo Natron aktiv. Gibt es einen Unterschied bei der Herangehensweise des Songwritings, wenn man die verschiedenen Genres von Natron und THE OSSUARY vergleicht?
    Bei Natron ging es eher darum, schnell und brutal zu sein, selbst wenn wir versucht haben, etwas Persönliches zu schreiben. Mit THE OSSUARY ist es anders, wir haben keine Einschränkungen, wir müssen uns nicht zwangsläufig streng an die Genre-Parameter halten, weil wir uns im Grunde nicht in einem bestimmten Musikgenre bewegen. Es ist eine Mischung. Wir können einen langsamen Song schreiben und dann einen schnellen mit Doublebass-Parts. Wir können Keyboards verwenden oder einen einfachen atmosphärischen Song mit einem über einminütigen Solo schreiben, in den wir dann an irgendeiner Stelle eine proggige Passage einbauen – einfach nur, weil wir Lust darauf haben. Es ist wie die Büchse der Pandora zu öffnen, wir haben eine lange Reihe von Variablen, denn uns geht es nicht darum, eine Doom- oder eine Heavy-Rock-Band zu sein, sondern darum, gute Musik zu schreiben!

    Bei dem Stilwechsel von Death Metal zu der rockigen Ausrichtung deiner jetzigen Band stellt sich die Frage, welche Gruppen und Künstler dir in den Sinn kommen, wenn man dich nach den musikalischen Vorbildern Von THE OSSUARY fragt. Welche Musiker inspirieren euch?
    Unsere Blaupause ist der ganze Heavy-Rock der siebziger Jahre. Bands wie Black Sabbath, Cactus, Captain Beyond, Deep Purple, Led Zeppelin, Rainbow, Grand Funk Railroad, Ten Years After, Uriah Heep stehen natürlich an erster Stelle, aber nicht nur die. Wir mögen viele Bands aus den Sechzigern wie die Beatles, Cream, Blue Cheer, Iron Butterfly oder Prog-Bands wie Pink Floyd, Jethro Tull, ELP, King Crimson, Gruppen wie die frühen AC/DC, Judas Priest, Iron Maiden, Motörhead, Thin Lizzy oder Saint Vitus, Pentagram, Angel Witch, Witchfinder General usw. … Es gibt Tonnen von Bands, die wir mögen, weshalb es sehr schwierig zu beantworten ist, wer genau die Vorbilder sind. Ich würde eher sagen, es ist wahrscheinlich eine Mischung aus all diesen Bands.

    Was, denkst du, ist der bedeutendste Aspekt eurer Musik, die sie zu etwas Besonderem macht?
    Wir reden hier darüber, gute Riffs und Musik zu schreiben. Ich weiß nicht, ob sie für andere Leute etwas Besonderes ist – ich hoffe natürlich, dass sie das ist –, aber für mich ist sehr wichtig, dass ich mich damit wohlfühle! Ich tue das nicht, nur um einem Trend oder so zu folgen, ich mag es wirklich, auf die Bühne zu gehen und mit THE OSSUARY zu spielen. Das ist etwas, das in meiner vorherigen Band nach vielen Jahren langsam verschwunden gewesen ist.

    Zu guter Letzt der Blick in die Zukunft: Wie sehen die Pläne von THE OSSUARY aus?
    Wir schauen, ob die Möglichkeit besteht, nächstes Jahr wieder auf Europa-Tour zu gehen. Wir haben außerdem vor, ein Video zu drehen und neue Musik zu schreiben!

    Danke für deine Antworten. Zum Abschluss möchte ich mit dir gerne ein kurzes Brainstorming durchführen: Was fällt dir spontan zu den folgenden Begriffen ein?
    Dein aktuelles Lieblingsalbum: Ich höre in letzter Zeit viel alte Judas Priest …
    Funeral Doom: Ahab finde ich am besten!
    Europäische: Union: Keine Ländergrenzen, gut fürs Touren!
    Pizza Hawaii: Blasphemie!
    THE OSSUARY in zehn Jahren: Immer noch am Spielen und Gras Rauchen!

Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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Deep Purple – Live In Newcastle 2001

Ursprünglich wurde „Live In Newcastle 2001“ bereits im Aufnahmejahr als Teil des Boxsets „The Soundboard Series“ veröffentlicht. 18 Jahre später starten DEEP PURPLE mit earMUSIC eine Limited-Edition-Serie, die sich auf rare Live-Aufnahmen der Band fokussiert. Bei jeder Veröffentlichung wird es 20.000 nummerierte CDs und 2.000 LPs weltweit geben. Mit dem ersten Teil geht es nach Australien. Neben diversen Sängern wurde auch eine Bläserfraktion eingeladen, um einen besonderen und einzigartigen Gig abzuliefern. Aufgezeichnet wurde die Show am 14. März 2001 im Newcastle Entertainment Centre.

In den rund zwei Stunden des Gigs spielten die Hard-Rock-Legenden 15 Songs, deren Reigen von „Woman From Tokyo“ mit einigen funkigen Spielereien hochkarätig eingeleitet wird. Jon Lord an der Hammond-Orgel kann hier bereits mehrmals sein Können in kleinen Solo-Sequenzen präsentieren, aber auch Ian Gillan zeigt sich stimmlich in sehr guter Verfassung. Positiv fällt auf, dass die Ansagen in voller Länge erhalten wurden und auch das Publikum zwischen den Titeln zu hören ist, wenn auch etwas leiser abgemischt als die Musik.

Neben den altbewährten Hits haben es auch einige unbekanntere Songs in die Setlist geschafft, wie beispielsweise „Mary Long“ oder „Hey Cisco“ von den Alben „Who Do We Think We Are“ (1973) und „Purpendicular“ (1996). Diese Stücke können in ihrer facettenreichen Umsetzung ebenfalls überzeugen und fügen sich nahtlos ins Konzert ein. Das ist ein großer Pluspunkt von „Live In Newcastle 2001“: Alles klingt wie aus einem Guss und wurde nahezu perfekt aufeinander abgestimmt.

Je länger der Gig andauert, umso ausufernder werden die Live-Versionen in Sachen Laufzeit präsentiert. So dauern „Fools“ und „Perfect Strangers“ jeweils knapp neun Minuten, während der Klassiker „Smoke On The Water“ auf über zehn Minuten gestreckt wurde. Das Sahnehäubchen ist aber das knapp 17-minütige „Speed King / Good Times“, in dessen Umsetzung alle Musiker ihr verspieltes Können und ihre langjährige Erfahrung präsentieren können. Abgeschlossen wird der Gig mit einem fulminanten „Highway Star“. Schade ist das Fehlen von „Child In Time“ auf jeden Fall, da sich Gillan auch in den höheren Tönen treffsicher zeigt („Lazy“, „Sometimes I Feel Like Screaming“).

DEEP PURPLE waren auch in ihrer bereits fortgeschrittenen Karriere Anfang der 2000er eine Institution, die live ihre gesamte Qualität samt Improvisation und den markanten Gitarrenriffs ausspielen kann. Glücklicherweise wurden diese Merkmale dank einer klaren Produktion und Aufnahme mit „Live In Newcastle 2001“ erstklassig eingefangen. Alle Beteiligten zeigen sich extrem spielfreudig, allen voran Sänger Ian Gillan, aber auch Jon Lord an der Hammond-Orgel und Gitarrist Steve Morse stechen heraus. Die-Hard-Fans der legendären Briten sollten sich dieses Release definitiv zulegen. Alle anderen müssen bei dem Limited-Edition-Wahnsinn, der natürlich auch die Preise in die Höhe treibt, nicht zwingend mitmachen.

The Dead Dasies holen Glenn Hughes ins Boot

Die U.S.-amerikanischen Hard Rocker THE DEAD DASIES haben Bassist und Sänger Glenn Hughes in ihre Besetzung aufgenommen. Hughes ist vor allem durch seine Arbeit mit Deep Purple und später Black Country Communion kein Unbekannter und ersetzt durch seine Doppelbegabung sowohl Sänger John Corabi (ehemals Mötley Crüe) als auch Bassist Marco Mendoza (Thin Lizzy).

Die Band schreibt: „THE DEAD DASIES sind ein musikalisches Kollektiv, dessen Mitglieder durch ihre liebe zu großartiger Rockmusik verbunden sind. Es handelt sich um einen lebenden, atmenden Organismus mit dem Credo ‚Rock lebt und es geht ihm bestens!‘

Von Anfang an ging es darum, dass unsere Mitglieder ihre eigenen Ideen mitbringen, aber auch die Freiheit haben, zu kommen und zu gehen, wie sie möchten, um an ihren eigenen Projekten zu arbeiten.Sowohl John als auch Marco sind ein Teil der musikalischen Familie von THE DEAD DASIES und werden es auch immer bleiben, aber zum jetzigen Zeitpunkt haben sie beschlossen, an ihren eigenen Solo-Projekten zu arbeiten.“

Mit „Righteous Days“ gibt es bereits eine erste Single mit dem neuen Frontmann:

 

Ghost mit exklusivem Auftritt in München

Nach Abschluss ihrer Tour mit Metallica (Metal1 berichtete), werden GHOST im September und Oktober diesen Jahres zunächst auf große Tour durch Nordamerika gehen, bevor sie am 15. Dezember nochmals nach Deutschland zurückkehren. Die Band um Tobias Forge alias Cardinal Copia wird eine exklusive Zusatzshow im Münchener Zenith spielen. Tickets gibt es aktuell bereits bei verschiedenen Anbietern im Pre-Sale. Der reguläre Vorverkauf startet am 30.08.2019.