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Harm’s Way werden zum Internet-Hit

Zwischen jeglichem Aluhut-Alarm in der aktuellen Zeit kommt das wie gelegen: Die Hardcore-Truppe HARM’S WAY geht viral. Grund dafür ist ein Ausschnitt eines Live-Mitschnitts (den ihr ganz unten in gesamter Länge anschauen könnt). In diesem performt Sänger James Pligge während eines Two-Step-Parts (Minute 9:10) den „Running Man“. Dies hat sich das Internet nun zu Nutze gemacht und allerlei Songs aus der Pop- und Gaming-Kultur über den visuellen Ausschnitt gelegt. Für Unmengen des Spaßes reicht ein Klick hier, eine kleine Best-Of-Auswahl wollen wir euch natürlich nicht verwehren:

Culture Club – Karma Charmeleon
Usher Feat. Pitbull – DJ Got Us Fallin‘ In Love Again
Ray Parker Jr. – Ghost Busters
Ricky Martin – Livin‘ La Vida Loca
A-Ha – Take On Me

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The Ghost Inside veröffentlichen ersten Song nach tragischem Unfall

Viereinhalb Jahre ist das tragische Busunglück der Kalifornier THE GHOST INSIDE her, bei dem die Fahrer beider Fahrzeuge verstarben und einige Mitglieder schwerste Verletzungen erlitten. Doch die Hardcore-Truppe hat sich nie unterkriegen lassen, im letzten Jahr ihr Comeback-Konzert gegeben und nun mit dem ersten neuen Song seit ihrem letzten 2014 erschienenen Album „Dear Youth“ ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Aftermath“ ist dabei eine Danksagung an ihre Community, an alle, die ihnen zur Seite standen und sie dazu motiviert haben, nie aufzugeben. Doch das ist noch nicht das Ende der positiven Nachrichten: Ein neues Album wird am 5. Juni diesen Jahres erscheinen und ihrem Bandnamen getreu „The Ghost Inside“ heißen – ein Self-titled-Release war wohl noch nie zutreffender gewählt. Den Song könnt ihr euch unten gleich anhören, Cover und Tracklist sehen dabei so aus:

1. 1333
2. Still Alive
3. The Outcast
4. Pressure Point
5. Overexposure
6. Make Or Break
7. Unseen
8. One Choice
9. Phoenix Rise
10. Begin Again
11. Aftermath

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A Day To Remember liefern nächsten Vorgeschmack auf kommendes Album

Eigentlich hätte das neue Full Length von A DAY TO REMEMBER bereits im Herbst in den Läden stehen sollen. Da die fünf Mannen aus Florida mit dem Ergebnis allerdings noch nicht zufrieden waren, wurde das Realeasedatum auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. Bislang weiß zwar noch niemand so genau, wann sich die Fans nun auf das gesamte Werk freuen dürfen – dafür wurde ihnen jetzt die Wartezeit mit einem neuen Track verschönert. „Mindreader“ ist somit schon die dritte Single des Gerüchten zufolge „You’re Welcome“ heißenden siebten Albums.

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Rotting Out – Ronin

Manche Geschichten kann nur das Leben schreiben: Nachdem sich die Hardcore-Punk-Band ROTTING OUT 2015 nach acht Jahren Bestehen aufgelöst hatte, wurde ihr Sänger Walter Delgado von der Polizei aufgehalten. Im Van des Straight-Edge-Musikers fanden sie 30 kg Marihuana und 1000 Behälter Hasch-Öl. Die daraufhin verhängte Gefängnisstrafe von 18 Monaten war nach eigener Aussage Delgados das Beste, das ihm jemals passieren konnte: Hier fand er durch Psychotherapie zu sich selbst, beschäftigte sich viel mit Literatur und Kunst und ist heute ein veränderter Mensch. Auch durch dieses neue Bewusstsein war das ausgebrannte Gefühl bei ROTTING OUT Vergangenheit und die Band aus San Pedro/Los Angeles spielt seit 2018 wieder Konzerte. Im April 2020 erscheint mit „Ronin“ das dritte Album von ROTTING OUT. Nicht nur sind im Booklet Fotos der Bandmitglieder als Kinder abgedruckt, auch auf inhaltlicher Seite ist „Ronin“ eine der persönlichsten, ehrlichsten Hardcore-Punk-Scheiben der letzten Jahre.

Textlich schreibt sich Walter Delgado alles von der Seele, was sich in den letzten Jahr(zehnt)en angestaut hat. In schonungsloser Offenheit beschreibt er auf „Ronin“ Misshandlungen durch seinen Stiefvater („Prisoner“) und wie seine Herkunft und das Leben in den Armenvierteln von Los Angeles schließlich mit zu seiner Haft führte („Reaper“). Dabei wendet er sich vehement gegen die Romantisierung, die Ghettos popkulturell häufig zukommt („Last Man Standing“) und kritisiert neben seiner eigenen Person („Thief“) auch immer wieder systemische Ungerechtigkeiten. Gerade da es oft direkt zur Sache geht, ist es schön, zu hören, dass ROTTING OUT in die Tiefe gehen und das Thema psychischer Prägungen und Erkrankungen eine große Rolle auf „Ronin“ spielt.

Musikalisch untermalen ROTTING OUT dies so, wie ROTTING OUT es auch in der Vergangenheit getan haben: straight und mit Vollgas nach vorne. Wer hier rhythmische Spielereien oder komplexes Songwriting erwartet, wie es bei vielen Bands der neueren Garde der Fall ist – als Beispiel seien hier Code Orange oder Knocked Loose genannt – wird von „Ronin“ enttäuscht werden. Zwar gibt es immer wieder Half-Time-Passagen, die Two-Step und wüste Moshpits geradezu erzwingen, und auch der eine oder andere Breakdown findet sich auf „Ronin“. Dennoch legen ROTTING OUT Wert auf den Aspekt des „Punk“ in „Hardcore Punk“: Treibendes Drumming, rasend schnelle Riffs sowie Walter Delgados wütendes und hohes Keifen geben durchgängig den Ton an. Dass dabei viele Songs relativ gleich klingen, liegt in den Gegebenheiten des Genres – ROTTING OUT bedienen dessen Klaviatur allerdings nahezu makellos.

Die 25 Minuten Spielzeit, verteilt auf zehn Lieder, vergehen damit fast wie im Flug. Zum Abschluss brechen ROTTING OUT schließlich aber mit ihrer Erfolgsformel und liefern mit „Boy“ einen mehr als fünf Minuten langen Song ab. Musikalisch verschleppt und noch düsterer als der Rest auf „Ronin“ öffnet sich Walter Delgado darauf vollständig und beschreibt den sexuellen Missbrauch, der ihm als Kind angetan wurde. Diese Nummer bietet einen würdigen Abschluss eines großartigen Albums. Mit „Ronin“ liefern ROTTING OUT das bisher stärkste Release ihrer Karriere ab und setzen ein amtliches Ausrufezeichen.

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Une Misère

  • English Version

    UNE MISÈRE are a young and ambitious Metalcore-band, that released their debut „Sermon“ in late 2019. The five guys played themselves into slots at big European festivals, followed by a few very interesting tours all over the globe, in a very short time. Those are enough reasons catch up with vocalist Jón Már Ásbjörnsson and talk about the quick rise of the band, their first full-length and the underground scene in Iceland.


    Hey, how is it going so far?
    Hey man – it’s going pretty good!

    So many of our readers might not be familiar with UNE MISÈRE. Would you ike to introduce your band?
    We are a band from Iceland that’s signed to Nuclear Blast and is booked through Avocado Bookings. We play heavy, hard music and we like for people to be as miserable as us (laughs).

    As you said, you’re from Iceland. Why did you decide to give your band a French name? What does it mean to you?
    Well, there are a few things to that. For first, we didn’t want to go with the icelandic word – „Eymd“ – because that just sounds like a shitty Black-Metal-Band, which we’re not. In English – „Misery“ – it just doesn’t seem to be enough. It’s kind of a one side of a die. Then we heard it in French from our guitar players, Gunnar, then roommate who is French and we just fell for it. The French language is bigger than others and UNE MISÈRE just sounds more beautiful but at the same time, more painful and difficult.

    The last few weeks you’ve been on tour with Darkest Hour. How were the shows going and how is it supporting a band that is about 20 years longer in the metal-game than you are?
    The shows went really, really great and the boys in Darkest Hour really were amazing. They put on an insane show every damn night and it was a true privilege to be able to watch them perform so many times. Supporting a band that’s been in the game for so long is nothing but an honor. And to see such a cross cut of fans is a lot of fun. You see the younger kids that appreciate the „old dogs“ and you see the older fans that have been there forever. I love it.

    In November you released your debut-album „Sermon“ via Nuclear Blast. Before this you only released a three-song-EP. Could you please explain how it came to the signing with the biggest metal-label in the world before even releasing an album?
    Well, a lot of credit goes to our manager, Simon Fulleman with AISA Music. He’s the smartest man in the world and more often than not, he has more faith in us than we do ourselves. But it was also a lot about being in the right place at the right time. As has happened with a lot of our endeavours. That being said – I won’t ever say that we haven’t worked for this. We’ve worked our asses off and we keep doing so haha. We have a clear goal in mind and we aim to finish it. And then some.

    So „Sermon“ is a hard hitting record – musically and emotionally. On the one hand there are these very heavy Metal- and Hardcore-Riffs, on the other hand there are some parts with an more atmospheric approach to Post-Metal, which results in a very interesting combination one hasn’t heard that often. So where do you get your inspiration from?
    Well, even though each member has been prominent in the Icelandic metal scene before this band, we were all in different sub genres. We come from mathcore, metalcore, grindcore, hardcore – all over. And we’re all listening to such different music but we combine both our past and our present circumstances into our writing. To say it simply – We write the music we think reflects our thinking and that we think sounds good.

    „Sermon“ has been out for three months now. How was the feedback? Are you satisfied with how it turned out?
    Feedback has been great. Better than we had dared to expect I guess. I mean, the album is taking us to North America in march and to the Impericon Festivals (author’s note: Both has been cancelled or postponed due to the Corona-virus) in april so I can’t complain.

    Could you please tell us how the songwriting process for the album was going?
    Well, the process has been all over. All from someone bringing a riff or an almost finished song from home or the songs being built from scratch in the rehearsal space. Even in the studio as well. We don’t have a formula of some sorts.

    Some of your lyrics seem to be about addiction, especially the ones for „Overlooked / Disregarded“. Is there a story behind it and could you please explain?
    Yeah, the lyrics on this album are very personal and written from a personal point of view as they are about addiction, mental health issues, veganism and stuff like that. „Overlooked / Disregarded“ is about being so far in the pit that I started hating people that were really close to me and wanted nothing but good things for me. I just couldn’t see it because I wasn’t myself. I see today though that the blame wasn’t theirs. Nor was it drugs. It was my own and nobody elses. Everyone’s on good terms today though and I’m really thankful for that.

    Does „Sermon“ follow a concept or does every song stand for itself? If it does, could you please explain?
    Well, every song stands for itself but the overall theme is basically „Don’t give up“.

    While the most parts of the record hit right into the face of the listener, there are a few parts that seem uncommon for UNE MISÈRE – for example the clean vocals on „Fallen Eyes“ or the electronic intro of „Beaten“. How came the ideas for these experiments? Do you think about using these elements more often in the future?
    Oh we’ll definitely be using more of those experimental ideas in the future. As I said before, we’re all listening to all kinds of music so the influences are coming from whereever and are deliver in a lot of ways. So for those who like the experimental vibes of the album, expect them to return.


    For a young band as you are, you have an amazing presence on stage. It seems like the whole band is surrounded by a very special aura – especially yours Jón. How does your stage-acting connect to your music? Is it something you think about before the gig or does it just happen when you enter the stage?
    Funny how you say acting. I wouldn’t call it acting as it is just another side of me that I keep repressed until we go to the stage. We’ve often talked about how we take our problems with us up on stage and battle them up there. Sometimes, we win the battle – then we get off the stage quite pleased.

    After your European run with Darkest Hour you will leave for your first American tour as support for Thy Art Is Murder and Fit For An Autopsy. What do you expect from this tour with such an amazing line-up?
    We expect the same things as everyone else who’s going to the shows – a lot of fun. In my personal opinion, Thy Art and FFAA had two of the biggest albums of last year so this is all very, very exciting for us.

    Iceland is not very well known for its Metalcore-scene and none of the bigger tours come over to the island. So could you please tell us something about the scene itself at your home?
    Well, the scene itself is quite vibrant here at home but the difference from other scenes may be the fact that although we have subgenres, they all share a bill together every now and then and there really isn’t that much competition between genres or scenes here in Iceland. We all like to help each other out. It’s better that way. Except if you’re an asshole or a bad, shitty person. Then you won’t get any help.

    What is your personal favourite UNE-MISÈRE-song and why?
    For me personally, I’d have to say „Sin & Guilt“ or „Voiceless“. Those songs are huge.  „Sin & Guilt“ has one of my favorite lyrics ever; „Don’t let me forget my pain“ and that’s kind of a cry-out to the people that I have wronged or have wronged me in the past. „Voiceless“ is close to heart as it touches onto veganism and the welfare of animals. Factory farming is intensely horrible and is really something that people should look into before having their next burger or hot dog.

    Who is the best newcomer right at the moment?
    I don’t know if they count as newcomers but Leeched and Employed To Serve are insanely good.

    2020 just started – to which album are looking forward the most?
    Well – Leeched just released an insanely heavy album, you should check that out. Other than that – I’m not quite sure of what albums are coming out this year. Well, Heaven Shall Burn are releasing an album. And Parkway Drive. That’s always fun.

    In the end of each interview we do the traditional Metal1.info-brainstorming. I give you a few words and you answer with the first that come to your mind:
    German beer – WACKEN
    Sólstafir – Flying V
    Brexit – Actions taken without thinking about the consequenses.
    Mozart – Chocolate haha

    Thanks for your time! I would leave the last words to you:
    If you’re feeling down and like everything is spiralling – talk to someone, contact anyone. There’s no need to go through these things alone.  No wound are too deep.

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  • Deutsche Version

    UNE MISÈRE sind eine aufstrebende, junge Metalcore-Band, die gegen Ende des Jahres 2019 ihr Debüt-Album „Sermon“ veröffentlicht hat. So konnte sich die Truppe neben Slots auf großen Festivals in kürzester Zeit auch als Support in das Line-Up einiger interessanter Touren spielen. Grund genug, um bei Sänger Jón Már Ásbjörnsson bezüglich des schnellen Aufstiegs, des ersten Full-Lengths und der isländischen Underground-Szene nachzuhaken.



    Hallo, wie geht es dir?
    Hey man – alles läuft richtig gut!

    Einige unserer Leser können sich unter UNE MISÈRE nicht viel vorstellen. Könntest Du Eure Band kurz vorstellen?
    Wir sind eine Band aus Island, die bei Nuclear Blast unter Vertrag ist und durch Avocado Bookings gebucht wird. Wir machen harte Musik und wollen, dass es den Leuten so miserabel geht wie uns. (lacht)

    Wie du bereits sagtest kommt ihr aus Island. Warum habt Ihr Euch dazu entschieden, der Band einen französischen Namen zu geben? Welche Bedeutung hat er für euch?
    Also, dafür gibt es mehrere Gründe. Zuallererst wollten wir nicht das isländische Wort „Eymd“ hernehmen, weil es nach einer schlechten Black-Metal-Band klingt, was wir keinesfalls sind. Das englische Wort „Misery“ schien aber irgendwie auch nicht zu genügen. Als wäre es nur die eine Seite eines Würfels. Dann hörten wir es auf französisch von dem damaligen Mitbewohner unseres Gitarristen Gunnar, der Franzose ist, und haben uns sofort verliebt. Die französische Sprache ist viel eindrucksvoller wie andere und UNE MISÈRE hört sich einerseits viel wunderschöner und gleichzeitig aber auch schmerzhafter und komplexer an.

    Die letzten Wochen wart Ihr auf Tour mit Darkest Hour. Wie liefen die Shows und wie ist es mit einer Band zu touren, die 20 Jahre länger im Metal-Geschäft ist, wie Ihr?
    Mit einer Band zu touren, die schon so lange im Metal tätig ist, ist einfach nichts als eine große Ehre. Und so einen bunt gemischten Querschnitt bei den Fans zu sehen ist toll. Da sieht man jüngere Leute, die die „Old Dogs“ bewundern und man sieht ältere Fans, die seit Anfang an dabei sind. Ich liebe es.

    Im November habt Ihr euer Debüt-Album „Sermon“ via Nuclear Blast veröffentlicht. Vorher gab es nur eine 3-Songs-EP. Könntest Du erklären, wie es dazu kam, bei dem größten Metal-Label unter Vertrag zu kommen, ohne überhaupt ein Album herausgebracht zu haben?
    Also, der größte Verdienst geht wohl an unseren Manager, Simon Fulleman mit AISA Music. Er ist der klügste Mensch der Welt und hatte mehr Vertrauen in uns als wir selber. Aber es hatte auch viel mit zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein zu tun. Ich will damit nicht sagen, dass wir nicht hart dafür gearbeitet haben. Wir haben uns nämlich den Arsch dafür abgearbeitet und machen es noch immer. (lacht) Wir haben ein klares Ziel vor Augen, das wir erreichen wollen. Und dann noch ein paar weitere.

    Sermon“ ist eine schwer zu verdauende Platte – sowohl musikalisch als auch emotional. Einerseits gibt es da diese harten Metal- und Hardcore-Riffs und dann aber auch Stellen mit einem eher atmosphärischen Ansatz hin zum Post-Metal. Das Ergebnis ist eine sehr interessante Kombination, die man nicht oft zu Hören bekommt. Wo kommt also Eure Inspiration her?
    Nun ja, da jedes Mitglied von uns schon vor der Band bekannt in der isländischen Metal-Szene war, waren wir alle in unterschiedlichen Sub-Genres. Wir kommen aus dem Mathcore, Metalcore, Grindcore und Hardcore – von überall. Und wir hören alle unterschiedliche Musik und kombinieren dabei unsere Vergangenheit mit aktuellen Einflüssen und lassen das ins Songwriting einfließen. Um es kurz zu sagen: Wir schreiben Musik, bei welcher wir denken, dass sie unsere Einstellungen widerspiegelt und sich gut anhört.

    Sermon“ ist nun schon eine ganze Weile draußen. Wie ist das Feedback? Seid Ihr mit der Entwicklung zufrieden?
    Das Feedback was super, sogar besser als wir uns erhofft haben. Ich meine das Album bringt uns im März nach Nordamerika und im April auf die Impericon Festivals (Anm. d. Red.: Beides wurde aufgrund des Corona-Virus abgesagt bzw. verschoben), ich kann mich nicht beschweren.

    Könntest Du uns verraten wie der Prozess für das Songwriting des Albums abgelaufen ist?
    Also, der Prozess war dauernd und überall. Jemand hat ein Riff mitgebracht oder einen fast fertiggestellten Song von zuhause oder die Songs wurden im Proberaum zusammengekratzt. Genauso wie im Studio. Wir haben da keine bestimmte Formel.

    Manche Eurer Texte scheinen sich um Sucht zu drehen, ganz besonders bei „Overlooked / Disregarded“. Gibt es dahinter eine Geschichte und möchtest du die erzählen?
    Ja, die Texte auf dem Album sind sehr persönlich und aus einer sehr persönlichen Sichtweise auf Sucht, mentale Gesundheitsprobleme, Veganismus und so Sachen. In „Overlooked / Disregarded“ geht es darum, so tief in der Grube zu stecken, dass ich begann, Menschen, die mir nahestanden und nur das Beste für mich wollten, zu hassen. Ich konnte es einfach nicht sehen, weil ich nicht ich selbst war. Heute sehe ich, dass es nicht deren Schuld war. Genauso wenig war es die Schuld der Drogen. Es war meine Schuld und sonst niemand anderes. Heute geht es allen gut und dafür bin ich sehr dankbar.

    Folgt „Sermon“ einem Konzept oder steht jeder Song für sich selbst?
    Nun, jeder Song steht für sich selbst, jedoch unter dem Haupt-Thema: „Gib nicht auf“.

    Während die meisten Stellen der Platte dem Hörer die Ohren weghauen, gibt es einige Teile, die untypisch für UNE MISÈRE sind, z.B. die Clean Vocals in „Fallen Eyes“ oder das elektronische Intro bei „Beaten“. Wie kam die Idee für solche Experimente? Habt Ihr vor solche Elemente zukünftig öfter einzubauen?
    Oh, wir werden definitiv zukünftig mehr solcher experimenteller Ideen benutzen. Wie ich schon sagte, hören wir alle Arten von Musik, daher kommen die Einflüsse von überall und werden in allen möglichen Arten von uns aufgenommen. Deshalb können sich alle, denen diese experimentelle Stimmung auf dem Album gefällt, auf Weiteres freuen.


    Für eine junge Band, die Ihr nun mal seid, habt Ihr eine beeindruckende Präsenz auf der Bühne. Es scheint, als wäre die gesamte Band von einer gewissen Aura umgeben – besonders Deine, Jon, ist einzigartig. Wie verbindet sich das Bühnen-Auftreten mit Eurer Musik? Ist es etwas, worüber Ihr vorher nachdenkt, oder passiert es auf der Bühne ganz spontan?
    Ich würde es nicht unbedingt als besonderes Auftreten oder Choreo bezeichnen, sondern viel mehr als eine Seite von mir, die ich unterdrücke bis ich auf der Bühne stehe. Wir haben schon oft darüber gesprochen, wie wir unsere Probleme mit auf die Bühne hoch nehmen und sie dann dort bekämpfen. Manchmal gewinnen wir diese Kämpfe – dann gehen wir sehr dankbar von der Bühne.

    Nach Eurer Europa-Tour mit Darkest Hour, werdet Ihr das erste Mal in Amerika auftreten als Support für Thy Art Is Murder und Fit For An Autopsy. Was erwartet Ihr von einer Tour mit einem solch großartigen Line-Up?
    Wir erwarten genau das, was jeder erwartet, der auf diese Shows geht: eine Menge Spaß. Meiner persönlichen Meinung nach hatten Thy Art Is Murder und Fit For An Autopsy zwei der fettesten Alben des letzten Jahres, deshalb ist alles sehr, sehr aufregend für uns.

    Island ist nicht gerade bekannt für seine Metalcore-Szene und keine größere Tour kommt dorthin. Könntest du deshalb was über die Szene in Eurer Heimat erzählen?
    Also, die Szene an sich ist zuhause ziemlich dynamisch aber der Unterschied zu anderen Szenen ist der, dass wir Sub-Genres haben, die alle unter einen Hut gehören und daher kein großer Wettbewerb zwischen Genres und Szenen besteht. Wir alle mögen es, einander zu helfen, so lebt es sich besser. Es sei denn, du bist ein Arschloch oder einfach eine schlechte Person, dann kriegst du nämlich keine Hilfe.

    Was ist Dein persönlicher UNE-MISÈRE-Lieblingssong und warum?
    Für mich persönlich würde ich sagen „Sin & Guilt“ oder „Voiceless“. Diese Songs sind großartig. „Sin & Guilt“ hat einen meiner Lieblingstexte: „Don’t let me forget my pain“ und das ist ein Ausruf an alle, denen ich in der Vergangenheit wehgetan habe oder die mir wehgetan haben. „Voiceless“ geht einem nahe ans Herz, weil er Veganismus und das Wohlergehen der Tiere behandelt. Industrielle Landwirtschaft ist grausam und etwas, womit sich die Menschen beschäftigen sollten, ehe sie zu einem Burger oder Hot Dog greifen.

    Wer ist momentan der beste Newcomer?
    Ich weiß nicht, ob die als Newcomer zählen, aber Leeched und Employed To Serve sind wahnsinnig gut.

    2020 hat gerade erst begonnen – auf welches Album freust Du dich am meisten?
    Also – Leeched haben gerade ein irrsinnig gutes Album herausgebracht, das sollte man auschecken. Abgesehen davon bin ich mir nicht ganz sicher, welche Alben dieses Jahr erscheinen. Nun ja, Heaven Shall Burn bringen eins raus und Parkway Drive auch. Das ist eigentlich immer gut.

    Am Ende eines jeden Interviews machen wir das traditionelle Metal1.info-Brainstorming. Ich gebe dir ein paar Stichworte und du antwortest mit dem ersten, das dir dazu einfällt:
    Deutsches Bier: WACKEN
    Sólstafir: Flying V
    Brexit: Es wurde gehandelt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken.
    Mozart: Schokolade (lacht)

    Danke für Deine Zeit! Die letzten Worte überlasse ich Dir:
    Wenn Du Dich schlecht fühlst und alles den Bach runter zu gehen droht – rede mit jemandem, kontaktiere jemanden. Es gibt keinen Grund, all diese Dinge alleine durchstehen zu müssen. Keine Wunde ist zu tief.

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Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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Code Orange – Underneath

CODE ORANGE haben sich schon immer mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, in eine Schublade gesteckt zu werden. Verwurzelt im metallastigen Hardcore, entwickelte die Band aus Pittsburgh ihren Sound kontinuierlich weiter. Bereits auf ihrem zweiten Album „I Am King“ nahmen Industrialsounds eine größere Rolle ein, was sich auf dem dritten Album „Forever“ intensivierte. Zusätzlich integrierten CODE ORANGE einen ruhigeren, im Alternative angesiedelten Sound in ihre Klangwelt, bei dem auch der Klargesang von Gitarristin Reba verstärkt zum Einsatz kam. Diesen Weg gehen CODE ORANGE mit ihrem vierten Album „Underneath“ konsequent weiter und präsentieren darauf die bisher stimmigste Umsetzung ihrer musikalischen Vision.

Mit den ersten vier Nummern verpassen CODE ORANGE zum Einstieg diverse Schläge in die Magengrube. Bereits die kalt-atmosphärischen Sounds im Intro „(deeperthanbefore)“ werden von brutalen Noise-Attacken und panischen Schreien durchbrochen, bevor der eigentliche Opener „Swallowing The Rabbit Whole“ nach einem kühlen Schlagzeug-Klavier-Intro ein brachiales Riffgewitter entfesselt. Dabei ist eine der großen Stärken der Band nach wie vor das Zusammenspiel zwischen den aggressiven Schreien von Jami Morgan und dem Gesang von Reba Myers, das durch gutturales Gebrüll von Eric Balderose unterstützt wird. Immer wieder ziehen CODE ORANGE das Tempo an, fahren dieses ruckartig runter und bauen künstliche Schnitte ein, die das Hörerlebnis bewusst unterbrechen.

Die fast schon übertriebene Brutalität, mit der CODE ORANGE auf „Underneath“ zu Werke gehen, schrammt immer scharf an der Grenze zum Albernen entlang, ist allerdings perfekt im Konzept der Band verankert. Erst mit „Who I Am” erlauben CODE ORANGE so etwas wie eine kurze Verschnaufpause und biegen das erste Mal bewusst in Richtung Alternative Rock ab, der durch seine Industrial-Anleihen extrem an Nine Inch Nails erinnert. Generell stellt Trent Reznor eine nicht zu überhörende Inspirationsquelle in der Ausrichtung des Sounds von CODE ORANGE auf „Underneath“ dar. So werden stellenweise ganze Songs („The Easy Way“), zumindest aber Teile von Liedern („In Fear“) durch atmosphärische, verhallte und eiskalte Industrialelemente bestimmt. Hier macht sich bemerkbar, dass Eric Balderose von der Gitarre nun komplett auf die elektronische Seite umgeschwenkt ist – so weit, dass er „Underneath“ stellenweise die Richtung vorgibt.

Dass nicht jeder Song, vor allem in der zweiten Hälfte des Albums, so in Erinnerung bleibt wie der Beginn von „Underneath“ bedeutet nicht, dass es darauf schwache Songs gäbe. Dafür beweisen CODE ORANGE mit dem absolut großartigen „Sulfur Surrounding“ sowie dem straighten Titeltrack, dass Sie auch problemlos radiotaugliche Nummern für sich uminterpretieren können. Gemeinsam mit Bands wie Knocked Loose oder Vein bilden CODE ORANGE derzeit die absolute Speerspitze modernen Hardcores, klingen durch ihre elektronischen Einflüsse und bewusst sperrigen Sounds allerdings absolut einzigartig. Mit „Underneath“ liefern CODE ORANGE eine beeindruckende Mischung aus Härte, zerhackten Strukturen, Melodie und Emotionalität ab, die einer Vertonung schizophrenen Wahns gleichkommt.

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Great American Ghost – Power Through Terror

”We are more dead than alive / trapped inside a cursed existence / reality is pain / hope is a plage.”
Wen diese lebensbejahende Botschaft anspricht, der ist auf „Power Through Terror” genau richtig. Denn GREAT AMERICAN GHOST bieten dem Hörer auf ihrem dritten Album – wie sie selbst sagen – einen Akt purer Agression in Audio-Form. Na, dann mal rein ins Vergnügen.

„Geradlinig“ ist das erste Adjektiv, das einem in den Sinn kommt, sobald der Opener „Rat King“ aus den Boxen bricht. Ohne Umschweife kommt die Band zum Kern ihrer Kunst und haut einem eine kräftige Portion Hass in Form von metallischem Hardcore um die Ohren. Musikalisch erinnern GREAT AMERICAN GHOST dabei an Truppen wie Gang Green, SSD oder Slapshot, also brachialsten Hardcore Bostoner Prägung. Dieser wird dann allerdings abrupt durch melodischen Gesang im Refrain aufgebrochen, sodass sich Puristen die Eingeweide zusammenziehen dürften. Jedoch dürfte nicht nur jenen dieser Chorus sauer aufstoßen, passt er doch so gar nicht zum Rest des Songs und wirkt auch im Albumkontext deplatziert. Wirklich gut gemacht ist er obendrein ebenfalls nicht …

Glücklicherweise bleiben solche Ausreißer eine Seltenheit auf „Power Through Terror“ oder sind an anderer Stelle einfach besser umgesetzt. Denn im Allgemeinen gibt sich die Band größte Mühe, den geneigten Hörer unangespitzt durchs Schlüsselloch zu rammen. Dabei erinnert die Darbietung auch immer wieder an Throwdown, die auch inhaltlich eine gewisse Nähe zu GREAT AMERICAN GHOST haben, denn die Texte der Band thematisieren Heuchelei, Apathie und nicht zuletzt Selbsthass.

Von Will Putney (Harms Way, Terror, Counterparts) hat „Power Through Terror“ einen sehr rohen Sound verpasst bekommen, der die permanente Aggression und Angepisstheit der Musik gekonnt unterstreicht und verstärkt. Problematisch hingegen ist der Fakt, dass GREAT AMERICAN GHOST ihre Songs recht häufig nach einem festen Schema schreiben. Ebenjenes kommt mit zackigen, hasserfüllten Strophen und einem melodischeren Refrain daher. Dieses Konzept ist durchaus bewährt und nicht zwingend eine Kontraindikation für eine gute Scheibe. Allerdings hätte „Power Through Terror“ von etwas mehr Abwechslung durchaus profitieren können.

So bleibt abschließen festzuhalten, dass GREAT AMERICAN GHOST mit ihrem dritten Album eine solide Platte vorgelegt haben, die ihnen sicher innerhalb der Hardcore-Szene einige neue Fans bescheren dürfte. Besonders live sollten die Tracks von „Power Through Terror“ überzeugen können. Für die Speerspitze der Szene reicht es allerdings noch nicht.

Hatebreed stellen neue Single „When The Blade Drops“ vor

Die aus Connecticut stammenden Hardcore-Urgesteine HATEBREED haben mit „When The Blade Drops“ eine  neue Single veröffentlicht. Die Nummer fungiert als Vorbote zu ihrem nächsten Album, das aller Voraussicht nacht im Mai erscheinen wird.

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