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Vein: Überraschungs-Compilation und Video

Die Bostoner Hardcore-Truppe VEIN hat überraschend eine Compilation namens „Old Data In A New Machine Vol. 1“ veröffentlicht. Diese enthält überarbeitete und neu aufgenommene Tracks sowie einigen Remixess. Zum Song „20 Seconds: 20 Hours“ gibt es zudem ein neues Video.

1. 20 Seconds: 20 Hours
2. Ripple+
3. Heretic+
4. TR+
5. Broken Glass (Nightstalker Mix)
6. Paincanbetrusted (Rough Mix)
7. Virus://Vibrance (3 Wheel Mix)
8. Doomtech (Crooked Jaw Mix)
9. Old Data In A Dead Machine (Demo 2016)
10. Quitting Infinity (Demo 2016)
11. Untitled (Demo 2016)

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Greenfield Festival: Erste Bandwelle

Das jährlich in der idyllischen Alpen-Stadt Interlaken stattfindende GREENFIELD FESTIVAL hat nun auch die ersten Bands für die 2021er-Ausgabe bekanntgegeben. Diese findet vom 03. – 05. Juni statt und hat mit den Headlinern VOLBEAT und BILLY TALENT, sowie weiteren Hochkarätern wie BRING ME THE HORIZON, HEAVEN SHALL BURN, POWERWOLF oder KILLSWITCH ENGAGE einiges zu bieten. Die gesamte erste Bandwelle könnt ihr euch hier anschauen:

Nasty mit neuem Song

„Ultimate“ heißt der neue NASTY-Song. Die Nummer ist Teil des neuen Albums „Menace“, welches am 25. September via Century Media erscheinen wird.

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Alpha Wolf: Neue Single von kommendem Album

Die australischen Metalcoreler ALPHA WOLF haben die zweite Single „Creep“ ihrer kommenden Platte „A Quiet Place To Die“ veröffentlicht. Das zweite Album der Newcomer erscheint am 25. September und markiert den Nachfolger der im letzten Jahr veröffentlichten „Fault“-EP.

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Neues Video von Dance Gavin Dance

Die amerikanischen Rocker von DANCE GAVIN DANCE haben ein neues animiertes Video zum Song „One In A Million“ veröffentlicht. Das Lied stammt vom vergangenen Freitag erschienenen Album „Afterburner“.

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Das Album des Monats Juni …

… ist erstmals seit November 2017 (damals Converge mit „The Dusk In Us“) eine Hardcore-Platte. Die amerikanisch-kanadische Supergroup END um Counterparts-Sänger Brendan Murphy und Fit For An Autopsy-Gitarrist Will Putney hat mit ihrem Debüt-Album „Splinters From An Ever-Changing Face“ ein ordentliches Brett abgeliefert. Mit großem Abstand setzte sich das Quintett bei der Wahl zum Album des Monats gegen die Konkurrenz durch und erspielt sich mit seinem brachialen und abwechslungsreichen Sound den Platz an der Sonne.

Wir gratulieren!

Zum Review geht es mit einem Klick auf das Albumcover:

 

END – Splinters From An Ever-Changing Face

Wer im modernen Metal und Hardcore hin und wieder ein Ohr offenhält, wird mit höchster Sicherheit die Namen Will Putney und Adam Burke schon mal gehört haben. Während der erste der wohl gefragteste Produzent der Metal- und Hardcore-Szene (Body Count, Thy Art Is Murder, Terror etc.) und Gitarrist von Fit For An Autopsy ist, pinselt der zweite ein grandioses Albumcover nach dem anderen – zuletzt auch für Currents und Bury Tomorrow. Dass diese Kombination bereits ein Fest für Augen und Ohren verspricht, steht außer Frage. Nun stelle man sich aber vor, dass sie noch musikalische Unterstützung von Brendan Murphy (Counterparts), Gregory Thomas (Misery Signals, Ex-Shai Hulud), Jay Pepito (Reign Supreme, Ex-Blacklisted) und Andrew McEnany (Trade Wind, Ex-Structures) erhalten. Was wie der feuchte Traum eines Hardcore-Fans Mitte/Ende zwanzig klingt, wird bei END zur Realität. Doch hat Namedropping allein noch nie ein gutes Album ausgemacht. Viel wichtiger ist daher die Frage, ob diese zweifelsfrei talentierten Musiker auch gemeinsam harmonieren und abliefern können.

Bereits mit der 2017er-EP „From The Unforgiving Arms Of God” hinterließ die Supergroup zum ersten Mal eine Duftmarke in der Szene. Mit einer brachialen und explosiven Mischung aus Hardcore, Mathcore und Extreme Metal machte das Quintett sofort klar, dass es sich nicht zum Spaß zusammengerafft hat, sondern um eine Schneise der Verwüstung zu hinterlassen. Was sich vor drei Jahren angedeutet hat, setzt sich auch auf dem Debüt-Album „Splinters From An Ever-Changing Face“ fort. Bereits mit dem Opener „Covet Not“ lassen END mit ihren verstörenden, stellenweise dissonierenden Mathcore-Gitarren und Blast-Beats keinen Stein auf dem anderen. Mit hoher Geschwindigkeit mähen sie alles nieder, was man musikalisch als schön bezeichnen könnte, bevor sie mit einem abrupten Tempowechsel im letzten Viertel einen basslastigen Breakdown einleiten.

Grundsätzlich bieten END auf ihrer ersten Full-Length eine Mischung aus Hardcore-Riffs, aberwitzigen Gitarrenläufen, exzellentem Hochgeschwindigkeits-Drumming und unberechenbaren Breaks mit höchster Intensität. Dabei entdeckt man auf der einen Seite die schiere Erbarmungslosigkeit, die einem Anaal-Nathrakh-Album gleicht, auf der anderen Seite die erdrückende Atmosphäre einer The-Acacia-Strain-Platte. Das Ganze wird garniert mit einem Brendan Murphy in Bestform, der deutlich angepisster, jedoch nicht weniger emotional und verzweifelt als bei seiner Hauptband Counterparts wirkt.

Verschnaufpausen gibt es auf „Splinters From An Ever-Changing Face“ höchstens dann, wenn kurze Snippets aus Dialogen zwischen Patienten und einem Psychologen (aus dem Film „The Faces Of Depression“) eingespielt werden. Die bedrückende Stimmung, die diese Einspieler in Kombination mit Murphys selbstzerstörerischen Lyrics aufbauen, nimmt dem Hörer jedoch auch in den vermeintlich ruhigen Momenten die Luft zum Atmen.

So reichen aufgrund der hohen Intensität 33 Minuten Spielzeit völlig aus, um Fans harter Musik vollends zu begeistern. Mit gezielt eingesetzten Black-Metal-Elementen („Absence“) und zermürbenden Sludge-Passagen, wie im grandiosen „Hesitation Wounds“ und dem überraschend ruhigen Finale „Sands Of Sleep“, beweisen END zudem ein Gespür dafür, auch abseits ihrer Komfortzone punkten zu können. So bieten sie neben Downtempo-Breakdowns („Pariah“, „Captive To My Curse“) und Riffing für den Moshpit genug Abwechslung.

Letztlich ist „Splinters From An Ever-Changing Face” zwar keine Neuerfindung des Hardcores, doch stechen END mit ihrem großartigen Songwriting und den technischen Fähigkeiten der Mitglieder deutlich aus der breiten Masse hervor. Dass der moderne Hardcore äußerst lebendig ist, haben nicht zuletzt Knocked Loose oder Vein bewiesen, doch dürften END aufgrund ihrer Vielseitigkeit auch über Genregrenzen hinweg viele neue Fans für sich gewinnen. So ist das Debüt der amerikanisch-kanadischen Supergroup definitiv kein Album, das dem Hörer eine fröhliche Stimmung verleiht, doch aufgrund seiner Vielschichtigkeit, Atmosphäre und unbändiger Verzweiflung durchweg beeindruckend.

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Arden To Ashes – Of Working Gears And Foolish Rebels

In den frühen 00er-Jahren gab es viele spannende Underground-Bands im Münchner Alternative-Bereich – auch wenn die bayerische Landeshauptstadt ansonsten leider nicht gerade für ihre alternative Szene bekannt ist. Mit dem Siegeszug von Rap verschwanden allerdings viele Gruppen der härteren Gangart. Vor fast zehn Jahren gegründet und 2015 mit der Debüt-EP „Monuments“ zum ersten Mal in die Öffentlichkeit getreten, zeigen ARDEN TO ASHES mit ihrem ersten Album „Of Working Gears And Foolish Rebels“, dessen Release aufgrund von Besetzungswechseln länger dauert als erhofft, dass in der Hardcore-Szene Münchens einiges ungeahntes Potenzial schlummert.

Nach einem Klavierintro beginnt „Plans“ mit im Post-Rock angelegten Gitarren, bevor es in schnellere Gefilde, Double-Bass und reichlich melodische Leadgitarren ausbricht. Leider sind gerade diese Gitarren oft im Vergleich zum restlichen Sound zu stark in den Vordergrund gemischt und gerade die unverzerrten Töne reichlich verwaschen. Die kräftige Stimme von Patrick Schaewel liegt allerdings perfekt im Sound und wechselt zwischen tiefen Growls und heiseren Shouts hin und her. Je länger ARDEN TO ASHES auf „Of Working Gears And Foolish Rebels” zeigen, was sie können, umso stärker treten auch die Schwächen der Produktion in den Hintergrund.

Gerade was das Songwriting betrifft, können ARDEN TO ASHES locker mit den Größen des Genres mithalten. Langsame Passagen werden durch energisches Shouting“ angereichert und Breakdowns treffen auf wütende, nach vorne treibende Elemente, wie beispielsweise in „Let Go“, das teilweise schon Math-Rock-Passagen präsentiert und dennoch Two-Step-Momente enthält. „Of Working Gears And Foolish Rebels“ ist von epischen Melodien durchzogen und auch die oft stilistisch divergenten Übergänge wirken nie gekünstelt, sondern logisch durchdacht. So kommen in „As The Tables Stand“ sogar einzelne, schlüssig eingebaute Black-Metal-Elemente vor, die sich dann mit Progressive Metal verbinden, nur um von Klaviertönen abgelöst zu werden. Dass es hier stilistisch und in den Melodieführungen gelegentlich zu Wiederholungen kommt, liegt sicherlich auch daran, dass die Musiker noch an ihren technischen Fähigkeiten arbeiten. Auch so kommt auf „Of Working Gears and Foolish Rebels” allerdings keine Langeweile auf.

Wie es für das Genre und vor allem für das noch junge Alter der Bandmitglieder zu erwarten ist, steht das Album thematisch ganz im Sinne des Coming of age. Große Überraschungen sind also auf der inhaltlichen Seite nicht zu erwarten – wie kreativ ARDEN TO ASHES vor allem im Songwriting ihres melodischen Post-Hardcore vorgehen, ist allerdings über Strecken wirklich beeindruckend und stellenweise kreativer, als es die technischen Fähigkeiten der jungen Band erlauben. Leider steht die oft etwas schwache Produktion und das nicht ganz ausgeglichene Mastering einer höheren Wertung im Weg. Dass „Of Working Gears And Foolish Rebels“ gerade während einer pandemieerzwungenen Konzertpause erscheint, ist bitter – ARDEN TO ASHES haben aber auf jeden Fall das Potenzial in den nächsten Jahren live von sich hören zu lassen!


Wir weisen darauf hin, dass in der hier besprochenen Band ein Redaktionsmitglied von Metal1.info aktiv ist. Selbstverständlich sind wir auch in solchen Fällen stets um professionelle Distanz bemüht. Eine direkte Einflussnahme des betreffenden Redakteurs auf Text oder Wertung schließen wir aus.