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Gravity – Noir

Mit „Noir“ legen die jungen Franzosen von GRAVITY ihr Drittwerk vor. Anders als der Name andeutet, lässt sich ihre Musik allerdings nicht einer pechschwarzen Richtung zuordnen, sondern scheint eher im Bereich des modernen Metal beheimatet zu sein. Das Vierergespann beweist das frühzeitig mit den Versuchen, Djent-lastig grooven zu wollen; allerdings soll es eher bei gut gemeinten Versuchen bleiben anstatt bei einer tatsächlich gelungenen Umsetzung. 

Mit einer knapp einstündigen Spielzeit bieten GRAVITY zwar quantitativ genügend Material, welches allerdings nicht mit einer entsprechenden Qualität punkten kann. Und die nur ausreichend zu bescheinigende Güte bezieht sich sowohl auf die Produktion als auch auf die Kompositionen als solches: zu wenig Druck steckt in der Platte, nicht sonderlich viel Kreativität in den Songs. Mögen GRAVITY mittels des Wechseln von männlichen und weiblichen Gesang zwar zumindest um eine Kontrastbildung bemüht zu sein, reicht der bloße Wille eben doch nicht aus.  

Zu unspannend ist dieser Wechsel gestaltet, zu vorhersehbar wird er mit der Zeit. Mag der männliche Gesang an die düstere Rohheit eines Celeste-Albums erinnert, hält dieser Vergleich zu kurz an, da GRAVITY auf Albumlänge zu wenig damit arbeiten. Gleiches gilt für die Ideen der 13 Tracks: Mitunter zu lang und meistens mit zu vielen Längen ausgestattet, besitzen die Tracks daneben außerdem weder griffige Riffs noch erinnerungswürdige Hooks. Stattdessen bleibt eher das schwache Gitarrenspiel im Hinterkopf, da „Noir“ im Wesentlichen von uninspirierten Geklimper anstatt abwechslungsreichen Riffs geprägt ist. 

In Summe resultiert daraus das schwache Ergebnis, welches dann zu beobachten ist, wenn das Können weit hinter der Ambition der Musiker steht: keine Atmosphäre, kein Spannungsaufbau, keine Abwechslung und nichts, was „Noir“ in irgendeiner Art und Weise von anderen Modern-Metal-Kapellen abheben könnte.  

Caliban – Elements

Mit verlässlicher Konstanz veröffentlichen CALIBAN alle zwei Jahre ein neues Album. Mit „I Am Nemesis“ aus dem Jahre 2012, gelang ihnen ein echter Meilenstein. Seitdem scheint die Band aber zu stagnieren. Sowohl „Ghost Empire“ von 2014, als auch „Gravity“ von 2016 klangen sehr gleichförmig und folgten strikt dem gleichen Songwriting-Muster. Leider birgt auch das neue Werk „Elements“ keine Überraschungen oder Neuheiten. Dafür aber jede Menge Standard-Metalcore.

Ein großes Problem von „Elements“ und allgemein der letzten CALIBAN-Alben ist, dass Songwriter Marc Görtz jeden Song gleich aufbaut. Das seit Jahren belächelte Metalcore-Schema von brutalen Strophen gepaart mit einem melodischen Refrain und ein paar Breakdowns, regiert die Musik von CALIBAN. Das mag bei ein paar Nummern ganz gut sein, aber auf Dauer nervt es nur. Besonders bei Tracks wie „This Is War“, „Intoxicated“ oder „My Madness“, die alle ein starkes, treibendes Riff aufweisen in den Strophen richtig Spaß machen. Der clean gesungene Refrain nimmt dann die Luft aus den Songs, wirkt fast schon wie ein Bruch.

Erschwerend kommt hinzu, dass Sänger Andreas Dörner einfach keinen wirklich überzeugenden Klargesang hinbekommt. Auf „Elements“ ist er allein für Growls und Clean-Vocals zuständig und macht Erstere deutlich besser. Den Tiefpunkt erreicht er bei „Before Later Becomes Never“. Der Gesang ist schwach, dünn und weinerlich, da hilft auch kein CJ MacMahon von Thy Art Is Murder als Gast, um diese Nummer zu retten. Neben CJ sind noch einige weitere Gäste auf „Elements“ vertreten. Matthi von Nasty und Sebastian „Sushi“ Biesler von Eskimo Callboy steuern Vocals zu „Ich blute für dich“ bei. Ein echtes Schwergewicht veredelt „Masquerade“, niemand anderes als Brian „Head“ Welsh von Korn ist da zu hören.

Aber auch diese illustre Gästelist kann nicht verhehlen, dass es CALIBAN an neuen Ideen und dem Mut zur Abwechslung fehlt. Klar sind auf „Elements“ einige fette Riffs, Breakdowns und gute harsche Vocals zu hören, doch im direkten Vergleich mit den großen des Genres wie Architects, While She Sleeps oder Parkway Drive kann die Band nicht bestehen. Für den ein oder anderen Moshpit auf einem Impericon-Festival oder bei Rock am Ring mag die Leistung auf „Elements“ genügen, für mehr aber auch nicht.

Blessthefall – Hard Feelings

Die 2004 gegründete Band BLESSTHEFALL aus Scottsdale, Arizona ist keine unbekannte Variable mehr, können sie doch bereits auf fünf Alben und zwei EPs zurückblicken. Mit dem sechsten Longplayer veröffentlichen Beau Bokan und seine vier Kollegen jetzt erstmals über das renommierte Label Rise Records. „Hard Feelings“ verbindet laut dem Frontmann den gewohnten Stil des Quintetts und einen neuen Sound, der einen von den sprichwörtlichen Socken haut. An der Produktion arbeitete Tyler Smyth gemeinsam mit Matt Good und Howard Benson. So sind zehn Songs entstanden, die jetzt auf dem Prüfstand stehen.

Dabei offenbart bereits der Opener „Wishful Sinking“ einige Schwächen: klebrige „Oh-Oh“-Chöre, weit in wehleidige Popmusik reichenden Klargesang und deplaziert wirkende Electro-Parts. Die brachialen Momente inklusive Growls sind wirklich hochklassig, aber leider in diesem Song wenig präsent. Leider folgen auf diesen ernüchternden Einstieg weitgehend belanglose Stücke, die teilweise hart an der Grenze des Erträglichen kratzen. Einzelne Songs brillieren gegen Anfang oder Ende mit brachialen Parts, die gleichermaßen überraschen und die Qualität deutlich anheben („Feeling Low“, „Cutthroat“). Diese vereinzelten Glanzstücke plus einer eigentlich überragenden Produktion holen die Kastanien aber unter dem Strich auch nicht mehr aus dem Feuer.

Wenig innovativ sind die zehn neuen Songs noch dazu bzw. klingen zum Großteil derart gleichförmig, dass man keinen großen Unterschied zwischen den einzelnen Titeln ausmachen kann. Ausnahme ist nur die Halbballade „Keep Me Close“, deren nachdenklicher Unterton mit Piano-Einsatz glaubhaft unterstrichen wird. Der hier zum Einsatz kommende Breakdown inklusive verzweifelter Screams ist zweifellos der Höhepunkt des Albums. Das abschließende „Welcome Home“ weicht zwar nicht weit von den Vorgängertiteln ab, bindet aber ein tolles Solo ein und überzeugt vor allem durch seine positive Energie.

Mit „Hard Feelings“ ist BLESSTHEFALL ein Kunststück gelungen, aber leider kein positives. Seelen- und belangloser Post-Hardcore mit Pop-Einschlag trifft auf eine durchdachte und intensive Produktion. Wenn sich die US-Amerikaner mehr auf die harten Töne oder zumindest eine bessere Mixtur beider Herangehensweisen fokussiert hätten, dann wäre wesentlich mehr Interessantes für den Musikfan entstanden. Der Albumtitel ist nicht nur für die Inhalte der Songs bezeichnend, sondern auch für die Gefühle, die beim Hören des Longplayers entstehen.

Miss May I kündigen Sommer-Tour durch Europa an

Die aus Ohio stammende Metalcore-Band MISS MAY I kündigt heute ihre kommende Sommer-Tour durch Europa an, die sowohl zahlreiche Festival-Shows wie auch ausgewählte Shows mit Parkway Drive, Thy Art Is Murder, Emmure und Knocked Loose beinhalten wird. Eine komplette Übersicht aller anstehenden Termine findet ihr hier:

05.06.   F             Lyon – Le Radiant
06.06.   A            Dornbirn – Kultursommer Open Air
08.06.   UK          Donington – Download Festival
10.06.   D            Oberhausen – Kulttempel
11.06.   D            Hamburg – Logo
12.06.   D            Nürnberg – Z-Bau
13.06.   A            Salzburg – Rockhouse
14.06.   D            Ferropolis – With Full Force
15.06.   PL           Wroclaw – A2
16.06.   LT           Kaunas – Lemmy Club #
17.06.   EST        Tallin – Club Tapper #
18.06.   LV          Riga – Melna Piektdiena #
19.06.   PT          Lisbon – RCA Club #
20.06.   PT          Porto – Hard Club #
21.06.   PT          Loulé – Bafo de Baco #
22.06.   D            Hanover – Faust
23.06.   B            Dessel – Graspop Metal Meeting
29.06.   NL          Ysselsteyn – Jera on Air

* = Headliner-Show

Malevolence gehen im April auf Tour

Nachdem MALEVOLENCE letztes Jahr ihr erstes Album „Self-Supremacy“ veröffentlichten und eine Tour mit den kanadischen Despised Icon bestritten, kommt die Band 2018 für einige Shows mit Comeback Kid, Knocked Loose, Obey The Brave und Mass Worship zurück nach Deutschland.

Die Tourdaten lauten wie folgt:

23.04.2018 Schweinfurt, Stattbahnhof
25.04.2018 Hannover, Faust
26.04.2018 Weinheim, Café Central
18.08.2018 Trier, Summer Blast

Unearth unterschreiben weltweiten Deal mit Century Media

Die aus Massachussetts stammenden Metalcore-Veteranen von UNEARTH haben einen weltweiten Deal mit Century Media Records abgeschlossen. Die Band wird demnächst mit Produzent Will Putney (Every Time I Die, Gojira, Body Count, Thy Art Is Murder) in die Graphic Nature Studios eintreten, um den Nachfolger zum 2014-er Release „Watchers Of Rule“ einzuspielen. Killswitch-Engage-Gitarrist Adam Dutkiewicz wird dabei das Schlagzeug aufnehmen. Als Release-Datum wird das Ende des Sommers / Anfang Herbst angepeilt.

Die Band kommentiert: „For three decades, Century Media have been a highly trusted and leading force in heavy music and we are proud to further our partnership with them to a worldwide level. We saw their passion for music, dedication to promotion, ability to help secure touring/festival opportunities and the face to face personal relationships bands desire from labels from the European team during their release of our last album, „Watchers of Rule“, so we know Century Media is the right worldwide home for us to bring everyone what’s next in all things.“

Parkway Drive vielleicht bald auf Tour?

Nachdem PARKWAY DRIVE vor kurzem einen ersten neuen Song veröffentlicht haben, teasern sie nun auf ihrer Instagram-Story eine mögliche Tour. Anlass zu dieser Vermutung geben Bilder, auf denen verschiedene Länder im Mittelpunkt eines Radars stehen. Man darf also gespannt sein!