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Thy Art Is Murder auf Tour

Die unermüdlichen Deathcoreler von THY ART IS MURDER haben zusätzlich zu ihren Festival-Dates im Sommer nun auch noch einige Hallen-Tourstops angekündigt. Unterstützt werden sie dabei von Emmure, Miss May I und Knocked Loose.

Parkway Drive vielleicht bald auf Tour?

Nachdem PARKWAY DRIVE vor kurzem einen ersten neuen Song veröffentlicht haben, teasern sie nun auf ihrer Instagram-Story eine mögliche Tour. Anlass zu dieser Vermutung geben Bilder, auf denen verschiedene Länder im Mittelpunkt eines Radars stehen. Man darf also gespannt sein!

 

Whitechapel: Re-release von „This Is Exile“

Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum legen WHITECHAPEL ihr Zweitwerk „This Is Exile“ neu auf. Die Platte erscheint am 01.06.2018 via Metal Blade. Erstmals liegt „This Is Exile“ damit auch als Vinyl vor. Die Band selbst sagt zur Neuveröffentlichung:

„Um das zehnjährige Jubiläum unserer zweiten Platte zu feiern, re-releasen wir „This Is Exile auf Vinyl mit allem drum und dran. 2008 ist Album neben der CD-Version nur als Picture Disc erschienen, daher wird die Neuveröffentlichung auch einen gewissen Wert für Sammler haben. Ihr solltet auf jeden Fall schnell sein, denn das „Somatic Defilment“-Vinyl-Release war letztes Jahr verdammt schnell ausverkauft.“

Lorna Shore – Flesh Coffin

Deathcore gilt seit Jahren als tot. Große Bands wie Carnifex, Thy Art Is Murder oder Whitechapel spielen schon lange eher eine Mischung aus Death, Black und Progressive Metal anstatt reinen Deathcore. Zu stumpf und simpel erscheint vielen heute der klassische Sound dieses Genres. Aber hat der Deathcore wirklich nichts mehr zu bieten? LORNA SHORE zeigen mit ihrem Zweitwerk „Flesh Coffin“, dass ein totgeglaubtes Genre noch äußerst vital sein kann.

Bereits beim Opener „Offering Of Fire“ wird deutlich, welchem Sound LORNA SHORE frönen. Hier regiert recht klassischer Deathcore, der immer wieder mit Synthiesounds unterlegt wird. Wer bereits beim Lesen denkt, dass das irgendwie nach jüngeren Carnifex klingt, liegt zum Teil richtig. Bei einigen Stellen fühlt man sich tatsächlich stark an die Kalifornier und ihre letzten Alben erinnert. Auch bei LORNA SHORE sind diese Sounds kalt und düster und verleihen den Songs etwas Bedrohliches, fast schon Lauerndes.

Daneben stechen vor allem die Stimme von Sänger Tom Barber und die Leistung von Schlagzeuger Austin Archey hervor. Wie eine Maschine trommelt letzterer durch die Songs, man höre nur die brutalen Blast-Parts in „Infernum“ oder „Desolate Veil“. Bei aller Härte agiert Austin Archey trotzdem äußerst präzise und detailliert. Zur erbarmungslosen Brutalität von „Flesh Coffin“ trägt auch besonders Tom Barbers Stimme bei. Diese reicht von hohem Gekeife bis zu abgrundtiefen Growls und erstaunt immer wieder mit ihrer Variabilität.

Natürlich ist das hier Gebotene weder neu noch innovativ. Die Songs könnten auch von frühen Suicide Silence oder Whitechapel stammen, aber Spaß macht „Flesh Coffin“ trotzdem. Und bei Songs wie dem Titelstück oder „Fvneral Moon“ mit ihrer herrlich brutalen und düsteren Atmosphäre ist es einem eigentlich ziemlich egal, ob dass jetzt Songwritig auf höchstem Niveau ist oder nicht.

Die Texte auf „Flesh Coffin“ drehen sich alle mehr oder weniger direkt um den Tod. Es geht um Menschen, die bereits innerlich tot sind und darum, dass der Tod unausweichlich auf jeden von uns wartet. Die Texte drücken ein hohes Maß an Resignation und Bitterkeit aus und werden von Tom Barber äußerst intensiv dargeboten. Im Zusammenspiel mit der Musik entsteht so ein bedrückendes und dystopisches Album.

Aber leider hat „Flesh Coffin“ auch eine recht große Schwäche: Die Songs bleiben nicht hängen. Natürlich ist das Album handwerklich und technisch auf höchstem Niveau, aber wirklich griffig ist es nicht. Was in der ersten Hälfte des Albums noch Spaß gemacht hat, wird auf den letzten Metern eher anstrengend. Man ertappt sich immer häufiger dabei, dass man dem Geschehen nicht mehr wirklich folgen kann.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass es sich bei „Flesh Coffin“ erst um das zweite Album von LORNA SHORE handelt. Dafür ist ihnen ein wirklich solides und gutes Album gelungen, das trotz aller Sperrigkeit Lust auf mehr macht. Wenn LORNA SHORE auf dem nächsten Werk etwas eigenständiger und griffiger werden, sind sie auf dem besten Weg  in den Deathcore-Olymp.

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Of Mice & Men – Defy

Ende 2016 verließ Gründungsmitglied Austin Carlile OF MICE & MEN aufgrund anhaltender Herzprobleme. „Defy“ ist nun der erste Longplayer ohne den ehemaligen Attack!-Attack!-Frontmann am Mikrofon, dessen Part kurzerhand durch Bassist Aaron Pauley übernommen wurde. Dieser war schon vorher für den Klargesang zuständig und zeigt sich nun also auch in den härteren Stimmfacetten.

Als Produzent konnte man Howard Benson (My Chemical Romance, Three Days Grace) für das Album gewinnen. Das Mastering kommt von Chris Lord (Green Day, Breaking Benjamin, Rise Against). Das liest sich im Vorfeld bereits sehr interessant, spricht aber auch für eine Fortführung der softeren Variante, die „Cold World“ bereits angeschlagen hat. Diese Vorstellung kommt dann auch nicht von ungefähr, wie bereits der Opener und Titelsong „Defy“ unter Beweis stellt. Eingängige Refrains, Klargesang und ein ingesamt wenig brachiales Klangbild dominieren die meisten Titel. Eher sind die Titel oft im Alternative Rock angesiedelt, wie beispielsweise das eingängige „Back To Me“ oder das kraftvolle „Vertigo“.

Wenn dann aber die Screams doch deutlicher hervorgehoben werden und auch das Riffing sich kompakter gestaltet, dann können OF MICE & MEN deutlich punkten. Das zeigen das groovige „Sunflower“, die Vorab-Single „Warzone“ oder der klassische Metalcore-Song „Forever YGD’n“ eindrucksvoll. Aber auch unverhoffte Parts werden eingebunden, wie sphärische Momente mit Akustikgitarre oder mit Gangshouts versehene Einschübe. Außerdem erwähnenswert ist das Cover des Pink-Floyd-Klassikers „Money“, das grundlegende Elemente wie das einleitende Geldklimpern beibehält und doch auf einen eigenständigen Sound setzt. Das ein Titel der legendären Briten auch im Modern-Metal-Gewand funktionieren kann, ich hätte es in dieser Weise nicht für möglich gehalten.

Der Abgang von Austin Carlile hat eine kleinere Lücke in das Gefüge von OF MICE & MEN gerissen, als man es vermutet hätte. Mit „Defy“ legen sie ein Album vor, das sich weit ausholend am Alternative Rock bedient, aber den Metalcore trotzdem nicht komplett verkennt. Kraftvoll ist die Produktion, stilsicher sind die Songs und haben meistens einen sehr eingängigen Refrain zu bieten. Dennoch hätte der Fokus auf die härteren Elemente gerne ausgebaut werden können. Die Songs nehmen deutlich an Fahrt auf, treten diese verstärkt auf. Trotzdem ist „Defy“ ein gelungenes Album, dem man gut und gerne eine Chance geben kann.

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Like Moths To Flames – Dark Divine

Auf eine undefinierbare Art und Weise erinnerte mich das Cover des neuen Werks „Dark Divine“ von LIKE MOTHS TO FLAMES an das Artwork von Pink Floyds „The Division Bell“ aus dem Jahr 1994. Auch wenn hier die Steinköpfe durch eine schwarz eingefärbte und einer Schaufensterpuppe ähnelnden Figur, sowie die ländliche Hintergrundkulisse durch eine karge Wüstenlandschaft ersetzt wurden. Stilistisch hat die Metalcore-Band aus Ohio natürlich auch 2017 wenig mit den legendären britischen Rockern zu tun, das sei bereits vorab verraten.

Nach einer entspannten Einleitung aus elektronischen Beats und Pianoklängen erheben sich die E-Gitarren wuchtig und doch melodiös. Metalcore mit angezogener Handbremse möchte man meinen – dieser Eindruck entsteht vornehmlich durch die dezent progressiven Strukturen. Neben den Screams steht der deutlich dominierende Klargesang, der sehr kraftvoll arrangiert wurde und die Gehörnerven dennoch nicht überstrapaziert. So entstehen unweigerlich Referenzen zum Emo oder Alternative Rock („Nowhere Left To Sink“).

LIKE MOTHS TO FLAMES setzen aber auch auf Breakdowns („Shallow Truths For Shallow Minds“) oder Grunge-Einschübe („From The Dust Returned“). Den am meisten mitreißenden Titel hat die Band aber fast ans Ende gestellt: „The Skeletons I Keep“ bietet den spannendsten Aufbau, der von einer progressiven Rocknummer hin zu unerwarteten brachialen Ausbrüchen reicht. Die Produktion der elf neuen Songs ist durchweg hochwertig und schafft die nötige Klarheit im Soundbild, hat aber auch genug Raum für die härteren Momente zu bieten.

Ingesamt ist das vierte Studioalbum „Dark Divine“ von LIKE MOTHS TO FLAMES ein solides Metalcore-Album geworden, das zwar nicht mit großen Hits gesegnet ist, aber auch keine eklatanten Mängel vorweist. Wer also Metalcore gerne gespickt mit leicht progressiven Elementen und dem Hang zu seichterem Rock wie Emo oder Alternative hört, der wird mit diesem Longplayer durchaus warm werden. Ein Meisterwerk für die Ewigkeit darf man aber nicht erwarten.

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Wage War – Deadweight

Allzu lange tummeln sich WAGE WAR noch nicht im Metalzirkus. Nach der Bandgründung im Jahre 2013 veröffentlichte das Quintett aus Florida sein erstes Album, welches jedoch in Deutschland kaum Beachtung gefunden hat. 2016 traten WAGE WAR dann auf einigen Festivals, darunter auch auf den Zwillingsfestivals Rock im Park und Rock am Ring, auf. Nun präsentieren WAGE WAR mit „Deadweight“ ihren zweiten Streich und können hiermit durchaus überzeugen.

„Deadwight“ ist durchweg gut produziert und das Arrangement professionell. Alles hört sich rund, stimmig und erfrischend an. Sicherlich fahren WAGE WAR nichts Neues auf, sodass dieses Album auch vor zehn Jahren hätte veröffentlicht werden können. Denn es gibt weder im Sound noch stimmlich Überraschungen. Dennoch wird die Schwelle zum „Der Drops ist schon gelutscht“ nicht überschritten. WAGE WAR bieten dem Hörer guten und soliden Metalcore der – man muss schon fast sagen – alten Schule, der jedoch heute noch genauso Spaß macht wie „damals“, ohne dass ein bereits lange existierender Sound per se ein Qualitätsmerkmal darstellt. Denn Hand aufs Herz: So manchem aktuellen Album der sogenannten großen Bands würde heutzutage kaum Beachtung zukommen, wäre es ohne einen großen Namen und der mächtigen Werbemaschinerie im Hintergrund veröffentlicht worden.

Schon der Opener „Two Years“ geht zur Sache und lädt den Hörer mit treibendem, mitreißendem und variabel gehaltenem Rhythmus zu weiteren 39 Minuten ein. Und gleich von Beginn an zeigt sich, dass die Stimme Britin Bonds ein großes Plus der Band ist. Diese peitscht nicht nur an, sondern überzeugt auch im Cleangesang, bleibt stets eingängig und im Gehör hängen, spornt mal an und mal unterstreicht sie lediglich. Diesen stimmlichen Abwechslungsreichtum hört man am besten in „Johnny Cash“, in dem WAGE WAR – anders als der Titel zu suggerieren scheint – nicht schwerpunktmäßig der Countrygröße huldigen, sondern über zerbrochene Herzen singt. Briton Bond wechselt in diesem Song spielend von explosionsartig und rau zu ergreifend und klar.

Insgesamt jagt auf „Deadweight“ ein guter Song den Nächsten. „Don´t Let Me Fade Away“ bietet alles, was ein guter Metalcore-Song braucht: eine energiegeladene Stimme, einen ausfüllenden Gitarreneinsatz und einen guten Refrain. Mit dem ausdruckstarken „Stitch“ verleiten WAGE WAR den Hörer zum nahezu unvermeidbaren Headbangen, indem sie eine dynamische Mischung aus langsamem und schnellem Tempo bereithalten. Während der gesamten Scheibe zeigen sich WAGE WAR auch weiterhin sehr variabel und Langeweile vermeidend. So präsentiert sich in „Witness“ die Gitarre für Metalcore-Verhältnisse filigran, während man in „Gravitiy“ durch den Gitarreneinsatz schon fast spüren kann, wie die Schwerkraft verloren geht.

Wer sich an – nennen wir es – Old-School-Metalcore nicht stört, wird mit „Deadweight“ Spaß haben. Aufgrund des sehr dynamisch gehaltenen Tempos holt die Platte immer wieder Schwung und reißt den Hörer mit. Die Leadstimme passt stets gut zu Melodie und Rhythmus und geht über ein Unterstreichen der Instrumente weit hinaus. Die Scheibe ist einerseits energiegeladen, anderseits auch tiefgründig, sodass Eintönigkeit nie aufkommt. Ein sehr gelungenes Album.

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