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Mr. Hurley und die Pulveraffen

PEGLEG PEGGY ist das jüngste der vier Geschwister, die als MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN ihr Unwesen in der Mittelalter- und Folk-Szene treiben. In unserer Interviewserie „Frauen im Folk“ spricht sie über ihre Anfänge am Merchandise, erste Erfahrungen auf der Bühne und wie sie ihr Leben zwischen Jura-Studium, Bass und Privatem balanciert.

Hallo Peggy! Oder soll ich lieber Esther sagen?
Hallo! Du darfst auch ruhig Esther sagen.

Was ist der größte Unterschied zwischen Pegleg Peggy und Esther Erichsen?
Als Pegleg Peggy bin ich definitiv selbstbewusster als im „normalen“ Leben. An sich bin ich eher ein ruhiger, stiller Mensch. Auf der Bühne oder im Fankontakt bin ich da aber deutlich offener.

Woher stammt dein Pseudonym?
Das ist keine besonders spannende Geschichte. Als feststand, dass ich bei den Pulveraffen einsteige, habe ich gemeinsam mit meinen Brüdern nach weiblichen Vornamen gesucht, die im Zeitalter der Piraterie verbreitet waren. Und dabei tauchte unter anderem der Name „Peggy“ auf. Und als dann feststand, dass mein Bühnencharakter ein Holzbein bekommen sollte, ergab sich mit Pegleg (engl. Holzbein) Peggy eine schöne Alliteration.

(c) pushingpixels.de

Wir haben bei Metal1 die Interviewserie „Frauen im Folk“ ins Leben gerufen und freuen uns sehr, dass du dich bereiterklärt hast, unsere Fragen zu beantworten. Du bist seit vielen Jahren Teil der Folk- und Mittelalter-Szene. Wie würdest du diese Zeit ganz modern in einem Tweet zusammenfassen?
Das Leben als Teil der Folk- und Mittelalterszene ist chaotisch, hektisch und aufregend. Und ich würde es nicht wieder eintauschen.

In dieser Zeit hast du bei den Pulveraffen verschiedene Rollen eingenommen, von der Vortänzerin über Merchandise-Verkäuferin bis Bassistin und Sängerin. Womit fühlst du dich am wohlsten und warum?
Ich hab mich in allen Rollen wohl gefühlt, egal ob auf oder neben der Bühne. Das liegt zu großen Teilen auch daran, dass das ganze Band- eben auch ein Familienprojekt ist. Ich bin aber sehr glücklich jetzt auf der Bühne, da ich so ganz anders mit Fans interagieren kann.

(c) Christoph Ilius

Weibliche Bassisten sind eine seltene Spezies, im Folk gab es dies u.a. mit Zora bei Vroudenspil und aktuell bei Cultus Ferox. Hast du davon etwas mitbekommen oder machst du einfach dein Ding, ohne groß auf andere Musikerinnen in vergleichbaren Rollen zu achten?
Mit Zora zum Beispiel hatte ich einiges zu tun. Als ich noch am Merch war, hatten die Pulveraffen öfter mal Konzerte gemeinsam mit Vroudenspil. Dabei habe ich auch immer gerne mit Zora gesprochen. Wobei es mir dabei eher um sie als Person ging, als um sie als Bassistin. Musikalisch versuche ich aber eher, mein eigenes Ding zu machen. Unter anderem, weil ich ja sehr spontan den Bass gelernt habe, das Instrument jetzt insgesamt erst seit zwei Jahren spiele und ich mich darum auch nicht unbedingt mit anderen Bassisten vergleichen möchte, egal ob weiblich oder männlich.

Gibt es noch weitere Instrumente, die dich reizen, oder möchtest du dich gesanglich noch mehr in der Band einbringen? Auf „Leviathan“ warst du ja stimmlich weniger präsent.
Kurzzeitig hatte ich Geigenunterricht und das ist auch ein Instrument, das ich weiterhin gerne erlernen würde. Zum Gesang: Natürlich möchte ich da in Zukunft mehr machen und wir arbeiten auch bereits daran, allerdings habe ich mich bisher eher darauf konzentriert, erstmal am Bass warm zu werden. Eins nach dem anderen …

Wann und wie ist die Idee entstanden, dass du zukünftig mit deinen drei Geschwistern als festes Bandmitglied auf der Bühne stehst?
Dass ich früher oder später auf die Bühne komme, war mehr oder weniger von Anfang an geplant, eben da es ein Familienprojekt ist und wir nunmal vier Geschwister sind. Ich war jedoch nicht von Anfang an dabei, weil ich zu Gründungszeiten noch an der Schule war. Nach dem Abitur bin ich dann erstmal im Merch eingestiegen, um Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu sammeln. Darüber ist die Bühne etwas in den Hintergrund gerutscht.
Ende 2017, tatsächlich im Nightliner zu den Eisheiligen Nächten, kam dann sehr spontan der Gedanke wieder auf, im Februar fing ich dann mit dem Bassunterricht an und Ende April stand ich auf der Bühne.

Fällt dir als einzige Schwester von drei Brüdern eine besondere Aufgabe zu, sowohl innerhalb wie auch außerhalb des Bandgefüges?
In der Band hat jeder so seine Aufgabe, ich kümmere mich aktuell zum Beispiel viel um die sozialen Medien und die Nachbestellungen des Merchandise. Die Auswahl der Aufgaben hat aber nichts damit zu tun, dass ich die einzige Schwester bin, die haben sich einfach ergeben. Außerhalb der Band ist das ähnlich. In meiner Familie ist es glücklicherweise so, dass ich nie anders behandelt wurde, weil ich eine Frau bin.

(c) Sigi Maier

Nachdem deine Brüder jahrelang als Trio unterwegs gewesen sind: Wie schwer war es, die Show und z.B. eure Abläufe im Studio oder beim Soundcheck auf vier Pulveraffen umzuändern?
Das war größtenteils tatsächlich sehr einfach. Der Bass ist ein Instrument, das relativ einfach hinzugefügt werden konnte, ohne dass der Ablauf zu sehr verändert werden musste. Und auch beim Soundcheck etc. lief alles ziemlich reibungslos, was zum großen Teil auch an unserer großartigen Crew liegt.

Wie hast du die musikalische Entwicklung deiner Brüder miterlebt, von den kleinen Märkten hin zu den großen Festivalbühnen wie dem Summer Breeze und auch stilistisch von den ersten Eigenproduktionen „Achterstück“ bis zum letzten Universal-Release „Leviathan“?
Auch als ich noch nicht im Merch war, habe ich viel davon direkt miterlebt. Wenn kleinere Märkte in der Nähe von Osnabrück waren, bin ich häufig mit unseren Eltern hingefahren. Oder die ganze Familie saß abends in der Küche und hat die Papp-Couverts der ersten CDs per Hand zusammengeklebt. Da ist man als kleine Schwester natürlich umso stolzer, wenn man sieht, wie mit der Zeit die Mengen vor der Bühne wachsen. Und ich bin auch heute noch wahnsinnig stolz auf meine Brüder, grade auch, weil ich weiß, wieviel Herzblut in diesem Projekt steckt.

Wie waren die ersten Reaktionen auf dich als Bassistin? Und wie hast du das empfunden, nachdem du quasi ins kalte Wasser geschmissen worden bist?
Die Reaktionen waren der Wahnsinn! Ich habe fast ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen, worüber ich wahnsinnig dankbar bin. Vor dem ersten Konzert war ich unfassbar aufgeregt und habe unglaublich gezittert. Da haben meine Brüder und die Crew mir aber auch sehr mit geholfen und mir gut zugesprochen. Sobald ich dann auf der Bühne stand und alles funktionierte, war die Aufregung dann sofort verflogen.

(c) pushingpixels.de

Wie darf man sich deinen Alltag in den letzten Jahren vorstellen, in denen du parallel zu allem anderen Bass gelernt hast? Du warst ja häufig mit den Pulveraffen unterwegs, bist nicht immer Musikerin gewesen und hattest hoffentlich auch noch ein Privatleben …
Mein Alltag ist tatsächlich sehr chaotisch. Ich bin ja nicht nur Musikerin, sondern studiere parallel auch noch Jura. Da ist es umso wichtiger, Prioritäten zu setzen. Als ich Bass gelernt habe, habe ich mein Studium erstmal runter geschraubt, um mich auf das Instrument zu konzentrieren. Inzwischen studiere ich wieder aktiver. Dabei ist es für mich wichtig, mein Zeitmanagement so gut wie möglich im Griff zu haben und gewisse Routinen aufzubauen, um den Stress im Alltag zu minimieren.
Aktuell versuche ich, vormittags etwas für die Uni zu tun, nachmittags geht es dann ans Bass üben etc. – die Abende versuche ich dabei so gut wie möglich frei zu halten für Zeit mit meinem Freund, Treffen mit Freunden oder auch mal Zeit für mich.

Apropos Privates: Du bist vor nicht allzu langer Zeit erstmals Tante geworden, wie ist das für dich?
Ich könnte nicht glücklicher sein. Nicht nur über meinen Neffen an sich, sondern auch darüber, zu sehen, wie sehr mein Bruder und meine Schwägerin in der Elternrolle aufgehen.

Hat sich das Leben auf Tour bzw. haben sich die Konzerte und Eindrücke für dich als Musikerin im Vergleich zu vorher geändert? Wenn ja, was ist nun anders?
Der Kontakt mit den Fans ist ein ganz anderer. Am Merch hatte ich im Endeffekt zwar mehr Fankontakt, weil man den ganzen Tag am Stand ist, als Musikerin kann man aber deutlich mehr Menschen erreichen. Dadurch sind auch die Gesprächsthemen andere.

Wie waren deine Erlebnisse mit Fans? Viele deiner Kolleginnen haben uns von Fans berichtet, die zu aufdringlich geworden sind. Ist dir ähnliches passiert und wenn ja, wie bist du damit umgegangen bzw. wie hast du das für dich verarbeitet?
Man muss ganz ehrlich sagen, zu 90% sind meine Erlebnisse mit Fans durchweg positiv. Aber leider gibt es immer auch andere: Dabei kommt es immer mal wieder vor, dass ich diverse Kosenamen bekomme, manche Menschen meinen, mir bei Fotos die Hand auf den Hintern zu legen, zu fragen, was man mir zahlen müsste, damit ich mit zu ihnen käme oder ähnliches. Anfangs habe ich dabei versucht, das möglichst freundlich zu lösen, inzwischen wehre ich mich aber deutlich gegen. Und meist werden diejenigen dann plötzlich ganz ruhig und verschreckt, weil sie nicht damit rechnen, dass ich etwas gegen dieses Verhalten sage.

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Gibt es ein besonders Ereignis, das dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Positive Beispiele gibt es wirklich diverse. Eines, was mir von der letzten Tour sehr im Gedächtnis geblieben ist, war ein Konzert, bei dem eine Familie in der ersten Reihe stand. Als wir dann den Kodex gespielt haben, fing dort eine große Gruppenumarmung an, was wahnsinnig schön anzusehen war. Ein negatives Erlebnis ist tatsächlich nicht mir direkt passiert, sondern zwischen zwei Fans. Ein Paar wollte ein Foto, entweder mit Morgan und mir oder mit der ganzen Band, ganz genau weiß ich das nicht mehr. Jedenfalls gab die Frau ihr Handy einem Herrn und fragte, ob er das Foto machen könnte. Daraufhin forderte er sie auf, sich aufreizender hinzustellen und man sah ganz deutlich, wie er auf dem Bildschirm auf ihren Ausschnitt zoomte. So viel Respektlosigkeit habe ich noch nie erlebt.

Du hast bei Instagram einen eigenwilligen Weg eingeschlagen. Anstatt wie viele andere Künstler mit wachsender Bekanntheit dort weniger aktiv zu sein, berichtest du nun mehr über dich und deine Lieblingsmenschen. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen?
Viele Wochen des Grübelns. Für mich war es eine Zeit lang sehr schwer, etwas zu posten, weil ich wusste, wieviele Menschen mir folgen. Und ich wollte unter keinen Umständen etwas „Falsches“ posten. Irgendwann habe ich dann aber festgelegt, dass sich das ändern sollte. Menschen folgen jemandem nun mal auf den sozialen Medien, weil sie mehr von dem Menschen erfahren wollen. Ginge es meinen Followern nur um die Band, würden sie nur unserem Bandaccount folgen, sie haben sich aber dazu entschieden, meinem Personen-Account zu folgen. Darum habe ich jetzt für mich entschieden, offener mit Social Media umzugehen und den Leuten mehr von mir als Privatperson zu zeigen. Und ich muss sagen, dass ich mich damit sehr gut fühle und auch durchweg positive Rückmeldungen bekomme.

(c) Christoph Ilius

Die Anzahl an Pulveraffen-Fans ist massiv angewachsen. Wie gehst du mit den vielen Fanwünschen von Fotos über Autogramme bis zu persönlichen Gesprächen um?
Die Wünsche versuche ich nach Möglichkeit immer zu erfüllen. Meinen Brüdern und mir war und ist der Fankontakt immer sehr wichtig. Wir wollen den Leuten Spaß bringen und da ist es umso schöner, mit den Menschen direkt Kontakt aufnehmen zu können.

Fühlst du dich manchmal überfordert?
Natürlich, das ist nur menschlich. Aber inzwischen kann ich mit solchen Momenten gut umgehen. Da muss ich auch meinem Freund sehr danken, der mir dabei immer unter die Arme greift.

Wieviele Zuschriften von Fans erhältst du im Schnitt pro Woche und beantwortest du alle persönlich?
Ein paar kommen da schon zusammen und ich versuche, dann auch zu antworten. Da muss ich allerdings zugeben, dass ich dabei auf Instagram deutlich besser bin als auf Facebook. Einfach weil ich Facebook deutlich weniger nutze als Instagram.

Wo ziehst du die Grenze zwischen deinem Bühnen- und Privatleben?
Eine klare Grenze gibt es da nicht, das entscheide ich von Situation zu Situation. Natürlich gibt es Dinge, die einfach niemanden außerhalb meines direkten Umfelds etwas angehen, aber in den diversen Grauzonen entscheide ich das aus dem Bauch heraus. Und damit bin ich bisher sehr gut gefahren.

Vielen Dank für deine Zeit und die Antworten. Zum Abschluss noch ein paar Stichworte für ein freies Assoziieren. Was fällt dir als erstes zu den folgenden Begriffen ein?
#metoo –
Wichtig, auf das Thema sexuelle Belästigung aufmerksam zu machen; Furchtbar, dass es überhaupt ein Thema ist
Osnabrück – Kindheit und Heimat, auch wenn ich inzwischen nicht mehr in Osnabrück wohne
Selfies – Guilty Pleasure
Blondinenwitze – Kenne ich vermutlich alle, hab sie aber nie persönlich genommen

Möchtest du zum Schluss noch etwas loswerden?
Gerne. Ich möchte die Möglichkeit nutzen, um mich bei all denen zu bedanken, die mich in der Musikszene unterstützen und willkommen geheißen haben. Egal ob es Veranstalter, Fans oder andere Musiker sind.

(c) Sigi Maier

Alle bisher erschienenen Teile dieses Specials im Überblick:

Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

Geschrieben am

Myrkur – Folkesange

Nach dem aufsehenerregenden Debüt „M“ und dem leicht ungeschliffenen, jedoch vielfach noch begeisterter aufgenommenen Nachfolgewerk „Mareridt“ ihres Folk-Black-Metal-Projekts MYRKUR veröffentlichte Amalie Bruun Ende 2018 die Zwei-Track-EP „Juniper“. Zwar stellte sich das zahme Titellied als kleine Enttäuschung heraus, doch die mit ihrer simplen Schönheit bezaubernde B-Seite „Bonden Og Kragen“ wies bereits in die vielversprechende stilistische Richtung, die MYRKUR in weiterer Folge einschlagen sollte. Angeregt von der Geburt ihres Kindes und ihren daraus hervorgehenden Überlegungen zu Ursprünglichkeit und ihrer eigenen Vergangenheit legt die Dänin ihre Black-Metal-Einflüsse auf ihrem dritten Album „Folkesange“ vollends nieder und besinnt sich auf die skandinavischen Volkslieder, die sie in ihrer Kindheit geprägt haben.

Mag es auch ein wenig schade sein, dass sich mit MYRKUR eine der wenigen Frauen, die sich bislang im Black Metal behaupten konnten, aus ebenjenem Genre zurückzieht, so ließen etwa die Piano-Ballade „Nordlys“ oder das die Lebensgeister weckende „De Tre Piker“ doch zuvor bereits keinen Zweifel daran, dass die Multi-Instrumentalistin im Folk ebenso zuhause ist. Tatsächlich fühlt sich „Folkesange“ nach den beiden albtraumhaften Vorgängeralben wie das erleichterte Aufatmen nach einer beschwerlichen Heimkehr an. Dem heimeligen Charakter des Liedguts entsprechend gibt sich MYRKUR auf der gut dreiviertelstündigen Platte auffallend bescheiden – und bringt damit doch zugleich ihre bis dato ausgefeiltesten Kompositionen zu Tage.

So steht Amalies facettenreicher, atemberaubend schöner Gesang, der mal fidel trällernd („Gammelkäring“), mal energisch tänzelnd („Fager Som En Ros“) und nicht selten vor unbändiger Kraft strotzend („Ella“) den Ton angibt, hier mehr denn je im Mittelpunkt, wohingegen die urtümliche, bewusst simpel gehaltene Instrumentierung aus Nyckelharpa, Lyra, Mandola, Klavier und verschiedenen Perkussionen eine begleitende Rolle einnimmt. Dabei gelingt es MYRKUR auf derart selbstverständliche Weise, Gesang und Musik ineinanderfließen zu lassen, dass man gar nicht auf die Idee kommt, die einzelnen Komponenten im Geiste zu zerlegen und ihnen dadurch ihren Zauber zu nehmen.

Dass auf geradezu unverschämt einfachen Tonfolgen und Akkorden aufgebaute Songs wie das so grazile wie geheimnisvolle „Tor I Helheim“, das fragil-wehmütige, mehrstimmig gesungene „Harpens Kraft“ und das schwungvolle und zugleich schmachtende „House Carpenter“ nicht nur auf Anhieb ins Ohr gehen, sondern selbst nach mehrmaligem Hören nichts von ihrer packenden Wirkung verlieren, zeugt von dem bemerkenswerten Songwriting-Talent der dänischen Solokünstlerin. Mit dem behaglichen Piano und den wundersamen Vocals im abschließenden, an Enya zu Zeiten von „Shepherd Moons“ erinnernden „Vinter“ sollte Myrkur schlussendlich sogar die nüchternsten Hörer in wohliger Nostalgie schwelgen lassen.

So widersprüchlich es auch klingen mag, durch die Vereinfachung ihres Instrumentariums hat MYRKUR mit „Folkesange“ ihr bislang ausgereiftestes Werk kreiert, welches darüber hinaus die verschiedensten Gefühle vertont und dennoch von Anfang bis Ende schlüssig ist. Erdig-scharrende Streich-, anmutige Zupf- und sanfte Tasteninstrumente sowie urige Perkussionen kommen hier in regelrecht zeitloser Art und Weise zusammen und werden durch die von Christopher Juul (Heilung) makellos aufpolierte, jedoch keineswegs gekünstelte Produktion untrennbar miteinander verflochten. Letztlich ist es jedoch schlicht Amalies ausdrucksstarke Stimme, durch die die Platte auf einer tiefen, archaischen Ebene zum Hörer spricht. In gewisser Weise hat MYRKUR mit „Folkesange“ folglich ein kleines, modernes Folk-Meisterwerk geschaffen.

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Villagers Of Ioannina City mit Lyric-Video

Die Griechen VILLAGERS OF IOANNINA CITY haben zum Song „Father Sun“ ein Lyric-Video veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem am 04. April erscheinenden Album „Age Of Aquarius“ und repräsentiert die Liebe der Band zur Natur:

„Schon zu lange hat Mutter Erde nun Botschaften gesendet, dass wir auf dem vollkommen falschen Weg sind. Lasst uns diese merkwürdige Zeit als eine Möglichkeit sehen, noch einmal zu erwägen und uns vorzustellen, wie unser Lebensstil aussehen sollte und was wirklich wichtig ist. Es ist lebenswichtig, dass wir uns wieder mit der Erde verbinden und anfangen, global zu denken. Wir müssen das Gedeihen der Menschheit in perfekter Harmonie mit der Natur als unsere Priorität betrachten: Mehr denn je ist nun deutlich geworden, dass wir wirklich verbunden sind und die Handlung eines Einzelnen und alle betrifft. So schnell wie sich ein Virus verbreitet, ohne Grenzen oder Nationen zu erkennen, können sich auch Liebe, Güte, gute Stimmung und Frieden unter uns ausbreiten.“

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Subway To Sally – Alles was das Herz will

Sage und schreibe zwölf Jahre ist es her, dass mit „Schlachthof“ die letzte Live-Scheibe von SUBWAY TO SALLY erschienen ist. Seitdem erblickten zwar „Nackt II“ und „Neon“ das Licht der Welt, allerdings handelt es sich bei den beiden Alben nicht um Mitschnitte einer regulären Metal-Show des Septetts. Mit „Alles was das Herz will“ beenden SUBWAY TO SALLY diese Durststrecke nun und zwar – wie könnte es auch anders sein – auf beeindruckende Weise. Aufgenommen wurde „Alles was das Herz will“ während der „HEY!“-Tour 2019 und präsentiert die Truppe um Fronter Eric Fish in Topform und mit einer Setlist voller Hits.

Bereits beim Intro und dem ersten Song „Messias“ fällt die sehr gute Klangqualität auf. Instrumente und Gesang sind klar und druckvoll abgemischt, dennoch hört man zu jeder Sekunde, dass es sich um ein Live-Album handelt. Zwischen den Songs und zum Teil auch bei Mitsing-Parts ist auch das Publikum nicht zu überhören, was nochmal enorm zur Atmosphäre beiträgt. Besonders schön ist außerdem, dass längere Instrumentalparts wie am Ende von „Die Engel steigen auf“ oder das Solo von Geigerin Ally ebenfalls den Weg auf die Scheibe gefunden haben und nicht der Schere zum Opfer gefallen sind. In Sachen Ton und Atmosphäre haben SUBWAY TO SALLY damit schon mal alles richtig gemacht.

Bands mit einer so reichhaltigen Diskografie wie SUBWAY TO SALLY stehen mit jedem neuen Album vor dem gleichen Dilemma: Welche alten Songs müssen Platz machen für die Neuen? Mit 24 gespielten Songs (ohne Intro, Outro und Geigensolo) gelingt der Band aber eine gute Mischung aus alten Klassikern und frischem Material. Schade ist nur, dass erneut Stücke wie „Aufstieg“, „Meine Seele brennt“ oder „Sabbat“ es nicht in die Setlist geschafft haben. Vielleicht sollten sich SUBWAY TO SALLY ab und an mal etwas mehr Abwechslung trauen und auch schon fast vergessene Nummern live spielen. Aber das ist jammern auf hohem Niveau.

Mit ganzen acht Songs liegt der Fokus klar auf dem letzten Album „HEY!“, dass gerade im Falle von „Imperator Rex Graecorum“ auch mit ein paar ungewohnten Klängen um die Ecke kam. Live beweisen die Songs aber ihre Qualitäten und stehen den Klassikern in (fast) nichts nach. Spannend gestaltet sich der Abschluss des regulären Sets, den das Trio „Alles was das Herz will“, „Aufgewacht“ und „Ausgeträumt“ bildet. Laut Band repräsentiert diese Trilogie den aktuellen Sound und die textliche Ausrichtung von SUBWAY TO SALLY, was live durch die nahtlosen Übergänge überzeugend dargeboten wird. Natürlich dürfen aber auch Hits der Marke „Eisblumen“, „Sieben“, „Henkersbraut“ oder das unverwüstliche „Julia und die Räuber“ nicht fehlen. Die beiden Kracher „Kleid aus Rosen“ und „Veitstanz“ werden in der 2015er-„MitGift“-Version dargeboten, was sie um einiges aggressiver erscheinen lässt. Mit „Knochenschiff“ und „Tag der Rache“ schaffen es auch zwei eher selten gespielte Songs in die Setlist. Mehr davon!

Für SUBWAY-TO-SALLY-Fans dürfte sich die Frage gar nicht stellen, ob „Alles was das Herz will“ eine lohnendenAnschaffung ist. Aber auch STS-Neulingen sei die Scheibe ans Herz gelegt, zeigt sie doch eine Band, die auch nach über 25 Jahren immer noch grandiose Live-Shows abliefert. Eine gelungene Produktion und eine abwechslungsreiche Setlist runden das Gesamtpaket ab und verkürzen die Wartezeit bis zum nächsten SUBWAY-TO-SALLY-Konzert.

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Elvenking verschieben Tour

Aus gesundheitlichen Gründen müssen die Italiener von ELVENKING ihre geplante Tour auf das Jahresende verschieben. In einem Statement der Band heißt es:

„Wir bedauern von ganzem Herzen, dass wir die anstehende „Divination“-Tour verschieben müssen. Wie einige von euch vielleicht wissen, musste sich unser Sänger Damna in seinem langanhaltenden Kampf gegen Morbus Crohn einer Operation unterziehen. Es sollte ein simpler Eingriff werden, aber die Operation stellte sich als komplizierter dar als erwartet. Die OP verlief gut, aber um sich komplett zu erholen und den Heilungsprozess nicht zu gefährden, benötigt er nun er einige Monate komplette Ruhe. Die Tour vorerst zu canceln ist ein schwerer Schritt für uns, aber zur Zeit bucht unsere Agentur schon neue Termine. Die ersten fünf Shows sind schon jetzt bestätigt und es werden in Kürze werden weitere folgen.
Wir hoffen wirklich sehr keinem, der geplant hat zu einem Konzert zu kommen, damit Unannehmlichkeiten zu bereiten und wir wissen, dass wir auf euer Verständnis und eure Unterstützung vertrauen können.“

Die bereits neu terminierten Daten lauten:
30.11.20 (SK) Bratislava – Randal Club
01.12.20 (AT) Graz – Explosiv
02.12.20 (DE) München – Backstage
03.12.20 (DE) Weinheim – Café Central
04.12.20 (DE) Prag – Noca Chmelnice

Myrkur mit weiterem Vorgeschmack

MYRKUR haben den dritten und letzten Vorab-Track des kommenden Albums „Folkesange“ veröffentlicht. Das Album wird am 20.03.2020 erscheinen. Der Song trägt den Titel „Gudernes Vilje“ und bedeutet übersetzt in etwa „Der Wille der Götter“

Amalie Bruun kommentiert den Song wie folgt: „I wrote this song about being given the biggest gift in life and then having it taken away from you. ‚Alt går som Gudernes Vilje‘ means Everything goes according to the will of the Gods. We are only human and some of the biggest most important things in this life, are completely out of our control.“

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In Extremo erzählen ein „Wintermärchen“

„Wintermärchen“ heißt die zweite Single aus dem kommenden IN-EXTREMO-Album „Kompass zur Sonne“, welches am 27. März erscheinen wird.

Die Mittelalter-Rocker haben dafür das gleichnamige Gedicht von Otter Ernst aus dem Jahre 1907 vertont und zum Song ein Lyricvideo gestaltet.

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Knasterbart

Superstars haben bekanntlich nicht viel Zeit – im Falle von KNASTERBART haben sie auch noch verdammt wenig Lust auf Interviews und anderen Firlefanz. Unter größten Mühen (und mit der oder anderen flüssigen Bestechung) konnten wir Hotze und Fips dennoch ein paar Worte zu „Perlen vor die Säue“, Bratensauce und wahlweise Kneipenschlägereien oder Heiratsanträgen auf ihren Konzerten entlocken. Ein (selbstironisches) Hoch auf die Faulheit, den Müßiggang und Beleidigungen gegenüber Fans als Albumkonzept!

Hotze, Fips, heute ist Valentinstag und ihr spielt auf eurer „Perlen vor die Säue“-Tour in München. Was gibt es besseres?
Hotze: Nix.
Fips: Naja, man könnte auch in Hamburg spielen…

Wie zelebriert man standesgemäß den Valentinstag im Hause Knasterbart?
Hotze: Wir knutschen alle miteinander rum. Kann man sich aktuell bei Instagram angucken, Fips und ich in Aktion!
Fips: Das ist ein neues Konzept, das heißt Verwandtschaft Plus.

Als ihr zum letzten Mal in München eure „Abschaumparty“ gefeiert habt, war die Bude (und man munkelt auch einige der Anwesenden) voll. Dieses Mal seid ihr wieder ausverkauft. Ihr wisst selbst, wie gut ihr seid. Aber was mögen ausgerechnet die Bayern so gerne an euch?
Fips: Ich würde unsere Genialität nicht auf Bayern beschränken. Die ist ja überall so.

Aber ihr seid ja nicht überall ausverkauft gewesen…
Hotze: Woanders waren die Hallen größer. Aber wir mögen auch die Bayern!

Beim letzten Mal habt ihr auf der Bühne eine Tube Bratensauce überreicht bekommen – euer bis dato bizarrstes Geschenk?
Fips: Nein. Das ist sogar ein Geschenk, das wir relativ regelmäßig erhalten, so auch auf dieser Tour in Hamburg.
Hotze: Paar Kilo waren das schon.
Fips: Angeblich habe ich im Rahmen der „Perlen vor die Säue“-Tour bereits das Publikum in der ersten Reihe mit Bratensauce aus der Tube gefüttert.

War das ein schönes Erlebnis?
Fips: Es hat mich emotional schon berührt.

Euer aktuelles Album trägt den Titel „Perlen vor die Säue“. Wie ist das zu verstehen? Sind die Songs oder ihr die Perlen, die Zuhörer bzw. die Konzertbesucher die Säue?
Fips: Kunst erklärt man nicht.
Hotze: Das kann sich gerne jeder selbst zusammenreimen. Aber du hast das schon ziemlich korrekt zusammengefasst. Also, ja!

Noch weit bevor die Platte erschienen ist, habt ihr „Ringelpiez am Kiez“ und „Laich mich ein“ bereits live erprobt. War es reine Faulheit, weil ausgerechnet diese beiden Lieder schon fertig gewesen sind oder habt ihr euch ernsthaft etwas dabei gedacht?
Hotze: Nö, war Faulheit.
Fips: Wir hatten einfach noch nicht mehr Songs fertig. Wir sind sowieso wahnsinnig fleißig, wir spielen ganze 12 bis 13 Konzerte im Jahr mit jeweils zwei Stunden Arbeit pro Auftritt. Die neuen Songs helfen uns dabei, bei der ungeheuren Anzahl an Shows gewohnte Routinen zu durchbrechen. Außerdem macht es uns Spaß!

Ihr selbst bezeichnet euch ja, ohne arrogant klingen zu wollen, als besonders textstark. Auf welche literarischen Ergüsse seid ihr auf „Perlen vor die Säue“ besonders stolz?
Fips: Wieso denn ohne arrogant klingen zu wollen? Wer hat das denn gesagt?
Hotze: Man kann keinem Song seine Genialität absprechen. Es würde mir schwerfallen, einen bestimmten herauszupicken, weil jeder einzelne fantastisch ist. Es ist ein Werk, dass der Welt die nächsten paar hundert Jahre erhalten bleiben wird.
Fips: Wahrscheinlich sind viele noch nicht bereit, die Genialität zu begreifen. Nur weil es bei uns so einfach und spielerisch leicht aussieht, heißt das nicht, dass es jeder so gut kann wie wir.
Hotze: Es wird schon die ein oder andere Statue von uns geben.
Fips: Aus Gold.
Hotze: In Bayern.
Fips: Auf dem Marienplatz, my ass. Meine Option wäre Fipsplatz.
Hotze: Dann hätten sie endlich den ersten zentralen Ort nach uns benannt.

Wenn ihr ein riesiges Plakat auf dem Marienplatz gestalten könntet. Was würde darauf stehen?
Fips: Da wäre unser Foto von Instagram von heute zu sehen.

Fürchtet ihr nach „Bambis Mama“ die Rache der Vegetarier und Veganer?
Fips: Wieso denn das? Der Song ist doch pro Natur- und Tierschutz. Wir setzen uns ein für die Erhaltung der Welt!

Habt ihr „Gib dich auf“ besonders für eure depressiven Fans geschrieben, um ihnen den Rest zu geben? Ihr werdet ja immer bekannter und seid demnach auch gefragter…
Fips: Ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Texte auf „Perlen vor die Säue“ ist eine nicht wirklich diskrete Beleidigung unseres Publikums. Bei „Gib dich auf“ soll jeder ein bisschen darüber nachdenken, was wir ihm so mitgeben können für’s Leben. Das sind wir unseren Hörern schuldig.

Sind Kinderchöre nicht spätestens seit Unheilig uncool – und dann auch noch „Geboren um zu sterben“. Ist das nicht selbst für eure Verhältnisse und geringen Ansprüche etwas billig?
Hotze: Ja, im Grunde schon. Aber wir haben es trotzdem gemacht!
Fips: Aus Mangel an Ideen.

Auf „Perlen vor die Säue“ zeigt ihr zum ersten Mal eine Vorliebe für Degen, Pferde und Musketiere – aber mehr so auf freiwilliger Basis. Warum wolltet ihr ausgerechnet DArtagnan verdeutlichen, wo der Knaster den Bart hat? Seid ihr auf die schönen Haare neidisch, die Videos in Schlössern oder die Auftritte bei Florian Silbereisen?
Fips: Ja, alles.
Hotze: Sie haben den Fame, die hübscheren Fans und kriegen mehr Geld. Das wollen wir auch.

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Schmiedet ihr schon weitere Pläne für derlei huldigende Medleys mit Augenzwinkern?
Fips: Jeder, der sich als Steigbügelhalter andient. Schauen wir einfach, wer in zwei Jahren so populär ist!

„Herzchen im Schnee“ ist eure besinnliche Weihnachtshymne mit viel Flöteneinsatz. Habt ihr für Ostern auch etwas vorbereitet, vielleicht etwas Religiöses wie die Auferstehung des Heiligen Hotze?
Hotze: Vorbereitet haben wir natürlich nichts, da ist bei KNASTERBART gerade wieder eine ausgedehnte Pause. Aber gute Idee, das könnten wir auch mal durch den Dreck ziehen!
Fips: Vielleicht die Fortsetzung zu „Gossenglocken“…

Wieviel Branntwein mussten euch Napalm Records für eure Unterschrift bieten und wieso hat es so lange gedauert, bis ihr als absolute Superstars der Gosse bei einem namhaften Label untergekommen seid?
Hotze: Wir wollten das Projekt lange Zeit nicht so richtig ausbeuten. Dann wurde uns klar, dass wir Hilfe von einem Profi in Sachen Kommerz brauchen, wenn wir richtig Asche machen wollen und den letzten Kupper aus unseren Fans rausprügeln möchten. Also haben wir uns mehr angedient!

Welche Tipps konnten euch Napalm geben?
Fips: Dass wir unseren gesamten Ramsch, der in der Gosse liegt, in Fanboxen packen sollen.

Für die Special Edition habt ihr Kosten und Mühen erfolgreich gescheut…
Hotze: … und trotzdem sauteuer verkauft, das Ding.
Neben einem billigen Flachmann und einer Discount-Zahnbürste habt ihr eure Fans dazu aufgefordert, sich mit den beigelegten Schweinsnasen zu fotografieren, um ein Meet & Quiek mit euch zu gewinnen. Wieviele waren so engagiert, eurem Aufruf zu folgen?
Fips: Das waren tatsächlich weit über 100 Einsendungen.
Hotze: Ich habe ja gedacht, damit kommen wir raus aus der Nummer. Das macht ja keiner – naja, doch!

Und wollt ihr diese Menschen, die scheinbar bereit sind alles zu tun, tatsächlich treffen? Habt ihr keine Angst?
Fips: Das ist sogar schon passiert, das war ein sehr nettes Zusammentreffen. Ganz gemütlich bei Kaffee und Kuchen.
Hotze: Und Branntwein. Seit den Bratensauce-Geschichten von Fips habe ich aber vor nichts mehr Angst.

Die Bande Knasterbart wurde als Support von Torfrock geboren und von da an ging es steil bergauf. Vermisst ihr manchmal die Lagerfeuerabende zu zweit, nur als Hotze und Fips?
Fips: Ja, tatsächlich schon. „Laich mich ein“ ist eine ganz schöne Erinnerung an diese Zeit, da ich ihn zusammen mit Hotze vor einigen Jahren am Feuer geschrieben habe.

Habt ihr sonst noch Erinnerungen zu aktuellem Material?
Fips: Beim Schreiben von „Bambis Mama“ haben wir sehr viel zusammen gelacht, genau wie bei „Geboren um zu sterben“.

Bei „Bambis Mama“ seid ihr epochaler geworden…
Hotze: Angemessen!
Fips: Klingt halt wie ein Disney-Song.

Wer von euch beiden ist eigentlich der bessere Sänger?
Fips: Ich natürlich.
Hotze: Wenn Fips das sagt…

Und wer der bessere Musiker?
Hotze: Fips natürlich.

Wofür braucht KNASTERBART dann Hotze?
Hotze: Für das gute Aussehen! Einer muss ja eine gute Figur machen.
Fips: Und du bist unser Frauenschwarm. Wir wollen ja die ganzen 15-jährigen Bravo-Teenies abgreifen.
Hotze: Ich bin sozusagen der Michael Wendler der Gosse.

Im letzten Winter seid ihr mit Subway to Sally, Fiddler’s Green und Vogelfrey auf den Eisheiligen Nächten unterwegs gewesen. Irgendwelche besonderen Erinnerungen? Man munkelt, in Würzburg hätte z.B. plötzlich die Technik gestreikt…
Fips: In Würzburg ist uns tatsächlich die Anlage ausgefallen, da hat Fidolin zu schlecht gespielt.
Hotze: Mit Subway, Fiddlers und Vogelfrey war es ansonsten sehr schön.

Manche kennen euch vielleicht von euren eher mittelklassigen Projekten Versengold und Mr. Hurley und die Pulveraffen. Wie verhält sich Knasterbart zu diesen beiden Bands?
Fips: Auf jeden Fall ist alles eine ganze Schippe deftiger und anarchistischer. Bei KNASTERBART gibt es weder musikalisch noch textlich irgendwelche Grenzen. Wir machen das, was uns Spaß macht und worauf wir Lust haben. Es gibt kein Konzept, das uns nach oben oder unten oder links oder rechts beschränkt.
Hotze: Es ist reine Partymukke, die einen hohen Anteil an Selbstironie besitzt. Bei KNASTERBART kann man sich von alles und jedem lossagen und der Party hingeben. Bei Versengold und den Pulveraffen schlagen wir auch nachhaltigere Töne an.

Hat euch der Erfolg von Knasterbart überrascht?
Fips: Ja, schon.
Hotze: Wir wissen, dass wir geile Typen sind, aber dass uns die Leute gleich so zu Füßen liegen, war nicht direkt zu erwarten.

Im Zuge eurer Schweinsnasen ein paar „Quiekies“ zum Schluss…
– Die größte Gemeinsamkeit von der Leckeren Lotta und Heidi Klum:
Hotze: Beides recht hübsche Mädels, würde ich sagen. Vielleicht teilen sie sich auch die gleichen Geschlechtskrankheiten.
– Dieses Tour-Erlebnis 2019 mit Purple Otten werden wir nie vergessen:
Hotze: Jedes Treffen mit ihm war wie eine Erleuchtung für unsere Seele und unser Herz.
– Die hervorstechendste Superkraft von Superknasterbart:
Hotze: Betrunken wäre jetzt ein bisschen einfach…
Fips: In dem Song haben wir es ja aufgezählt: Leber aus Stahl, Röntgentunnelblick, aus der Kneipe fliegen
– Die letzte Kneipenschlägerei …
Fips: … war gestern abends in Hannover!
Wer hat gewonnen? Ihr seht recht frisch aus.
Fips: Wir waren auch nicht direkt beteiligt, sondern das Publikum. Wir haben das nur ein bisschen angezettelt und Öl ins Feuer gegossen.

D.h. erst beleidigt ihr eure Fans, dann versammelt ihr sie und dann machen sie sich kaputt?
Hotze: Ne! Dazwischen verkaufen wir ihnen noch T-Shirts.
Fips: Nein, nein, das ist doch alles ein Zeichen der Zuneigung. Es soll sich niemand totschlagen bei uns.
Hotze: Heute können sich die Leute bei uns passend zum Valentinstag auch körperlich näherkommen.

Hat sich schon jemand auf einem KNASTERBART-Konzert kennen und lieben gelernt?
Hotze: Wir hatten schon Heiratsanträge bei uns! Spontan, auf der Bühne!
Fips: Die Familie Knasterbart wächst bei jedem Konzert. Es werden laufend neue Mitglieder gezeugt, auch von uns. Unser Stammbaum ist inzwischen vielleicht mehr Kugel als Kreis.

Wollt ihr noch etwas sagen? Vielleicht in die Kamera?

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Dieses Interview wurde persönlich geführt.

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