Archives

The Sediment Club – Stucco Thieves

Eine Dekade nach der Gründung präsentieren THE SEDIMENT CLUB aus New York City ihr neues Album „Stucco Thieves“, dass mit insgesamt neun Songs bestückt wurde. Die Titel erzählen eine Reihe von menschlichen Pleiten-Geschichten aus der Post-Pax-Americana-Perspektive. Die Inhalte reichen von Grausamkeit bis hin zum Slapstick. Musikalisch siedelt sich die Band irgendwo zwischen Indie, Alternative Rock und Punk an.

Mit dem einleitenden Interlude „Half Fool Dub“ präsentiert die Band eine wirr anmutende Klangcollage, die mit stark britisch geprägtem Indie-Sprechgesang überlagert wird. Man fühlt sich auch an sperrigen Noise Rock erinnert, was im weiteren Verlauf wiederholt deutlich wird („BMP MAP“, „Stucco Thieves“). Starke Präsenz zeigt in jedem Song der Bass, der auch als melodiegebendes Instrument herhalten darf („Cobalt Ruin“). Wenn man denn von Melodie sprechen kann, denn „Stucco Thieves“ ist ein durch und durch verschrobener Longplayer geworden, der diverse Einschübe fernab des Mainstream miteinander verbindet. Neben dem bereits erwähnten Noise Rock sind Elemente des Punk, Indie Rock, aber auch Screamo und dezenter Reggae-Einfluss hörbar. Gelegentlich fühlt man sich an die Outputs des Schweizers Bonaparte alias Tobias Jundt erinnert, allerdings ohne den Wiedererkennungswert von Hits wie „Too Much“ oder „Anti Anti“ auch nur ansatzweise zu erreichen.

THE SEDIMENT CLUB haben mit „Stucco Thieves“ ein Album geschaffen, dass wirklich jegliche gängigen Musikgrenzen zu sprengen scheint und genau deshalb an dieselbigen stößt. Zu langatmig sind die knapp 20 Minuten gestaltet, zu sperrig die vielen wahllos aneinander gereihten Ideen verarbeitet. Der oftmals schräge Gesang erschwert das Hören der neun Titel dazu vehement. Diese Lebenszeit kann man definitiv besser und gehaltvoller verstreichen lassen.

Flat Earth mit erster Single

Nachdem Niclas Etelävuori im Frühjahr 2017 Amorphis verließ, gründete er kurz darauf die Band FLAT EARTH.

„Eigentlich wollte ich, nach zwanzig Jahren Band-Leben, den Musikkram hinter mir lassen. Aber dann fiel mir ein, dass auf meiner Festplatte immer noch ungenutzte Songs sind, und die wollte ich nicht einfach liegen lassen. Dann überkam es mich eben wieder.“

Nun veröffentlichen die Jungs mit „Blame“ ihre erste Single vom kommenden Album „Flat Earth“:

Spiral Skies – Blues For A Dying Planet

Nachdem zu Beginn der Retro-Rock-Welle gefühlt jede zweite Band schamlos den Sound der 70er kopiert hat und das Ganze dann als das nächste große Ding verkaufen wollte, hat sich in den letzten Jahren die Spreu vom Weizen getrennt. Bands wie Kadavar, Blues Pills oder Blood Ceremony konnten sich vollkommen zu Recht etablieren und legen seitdem ein starkes Album nach dem Anderen vor. Junge, frische und vor allem überzeugende neue Bands dieses Genres findet man dagegen immer seltener. Dies soll sich aber nun mit dem Debüt von SPIRAL SKIES ändern. Die Schweden veröffentlichen dieser Tage ihren Erstling „Blues For A Dying Planet“ via Art Of Propaganda Records und diese Scheibe ist eine wahre Offenbarung!

Wobei das Label Retro-Rock im Falle von SPIRAL SKIES zu kurz greift. Die Band verarbeitet Einflüsse aus den Bereichen Doom, Proto-Metal, Folk und Psychedelic und ist damit nicht nur für Fans der 70er interessant. Vor allem in Sachen Härte überrascht „Blues For A Dying Planet“ gleich mit dem ersten Song „Awakening“. Ein schweres Riff eröffnet den Track und lässt dadurch eher an das Album einer frühen Metalband denken. Auch das folgende „The Dark Side Of The Cross“ oder das mit einem spannenden Break versehene „Labyrinth Of The Mind“ wissen mit einer ordentlichen Portion Härte und knackiger Riffs zu überzeugen.

Doch SPIRAL SKIES können nicht nur hart, sondern auch episch und gefühlvoll. „Danse Macabre“ und „Shattered“ Hopes“ sind Paradebeispiele für packende und emotionale Rock-Songs. Neben der überzeugenden Instrumentalfraktion ist vor allem Sängerin Frida Eurenius für solch große Momente verantwortlich. Die Frontfrau ist eine Meisterin ihres Fachs und beherrscht sowohl kraftvollen als auch zerbrechlichen Gesang. Stellenweise erinnert ihre Darbietung in Kombination mit dem Musik gar an die okkulte Stimmung von The Devil’s Blood.

SPIRAL SKIES ist mit „Blues For A Dying Planet“ ein mehr als nur überzeugendes Debüt gelungen. Lediglich die letzten beiden Songs können nicht ganz das Niveau der restlichen Platte halten, wobei das Kritik auf höchstem Niveau ist. Ansonsten überzeugen sowohl das Songwriting, als auch die Performance und die Produktion der Platte. Fans von abwechslungsreichem und gerne auch mal etwas härteren Rock sollten hier definitiv zuschlagen.

Ohrenfeindt auf Tour in Deutschland

Mit ihrem neuen Album „Zwei Fäuste für Rock’n’Roll“ im Rücken werden die aus St. Pauli, Hamburg stammenden Rocker von OHRENFEINDT ab morgen einige Konzerte in Deutschland spielen. Anbei die relevanten Tourdaten:

11.05.2018 (DE) Oldenburg, Cadillac Zentrum
12.05.2018 (DE) Siegburg, Kubana Live Club
18.05.2018 (DE) Memmingen, Kaminwerk
19.05.2018 (DE) Rechenbach an der Fils, Die Halle

Live-Video I: Dool

Für alle die den Auftritt von DOOL auf dem diesjährigen Dark Easter Metal Meeting verpasst haben, gibt es nun die Chance dies zumindest ein Stück weit nachzuholen. Die auf Live-Videos spezialisierte Porduktionsfirma Iridum Stream hat einen Mitschnitt des Songs „Oweynagat“ veröffentlicht.

Death Alley – Superbia

Nach ausgedehnten Touren im Vorprogramm von Bands wie The Shrine oder Kadavar legen DEATH ALLEY aus den Niederlanden nun ihr Zweitwerk vor. Die Band um Sänger Douwe Truijens und den ehemaligen The Devil’s Blood-Gitarristen Oeds Beydals zelebriert darauf Rock in verschiedensten Facetten. Die Bandbreite geht von räudigem Proto-Metal bis hin zu progressiven Parts. Damit stellen sich DEATH ALLEY um einiges breiter auf als so manch andere Retro-Kapelle.

Im Gegensatz zum Vorgänger „Black Magic Boogieland“, sind einige der Stücke auf „Superbia“ deutlich vielschichtiger und länger ausgefallen. Dies zeigt sich schon beim ersten Track der Platte. „Daemon“ ist ein neunminütiges Monster, dass vor allem aus ausgedehnten Instrumental-Parts besteht und fast schon den Charakter einer Jam-Session besitzt. Das DEATH ALLEY hervorragend im jamen sind, haben sie bereits mehrfach auf Tour bewießen. In eine ähnliche Kerbe schlägt „The Sewage“, dass mit über elf Minuten das längste Stück des Albums ist und dieses auch beschließt. Die beiden Nummern zeigen eindrucksvoll die technische Weiterentwicklung der Band, sowohl an den Instrumenten, als auch im Schreiben von progressiven Parts. Bei allem technischen Können haben diese Songs aber auch einen Schwachpunkt, sie bleiben nicht wirklich im Ohr und lassen die rotzige Attitüde der Live-Auftritte der Band vermissen.

Spielerisch weniger anspuchsvoll und um einiges kürzer sind Nummern wie „The Chain“ und das unglaublich groovende „Shake The Coil“. Diese Songs tragen die Wildheit und die Energie einer DEATH ALLEY-Show in sich. Man sieht richtig wie Douwe Truijens über die Bühne tanzt und seinen Schellenkranz schwingt. Hierin liegen ganz klar die Stärken der Band, mitreißende Rocksongs mit ordentlich Dampf unter der Haube. Vor allem aber das rotzige „Headlights In The Dark“ mit seinem dominanten Bass hat Ohrwurm- und Hitcharakter. Mit knapp sieben Minuten auch ein längeres Stück, beherschen DEATH ALLEY hier aber die Kunst um ein rotziges Bassriff einen spannenden Song zu weben.

Während DEATH ALLEY Live schon eine absolute Macht und echtes Highlight sind, fehlt es ihnen auf Platte noch etwas an den Feinheiten. „Superbia“ ist somit sicher noch kein Meisterstück geworden, sondern zeigt eine Band im Wandel. Die Ansätze sind da, nun gilt es noch die technischen Fähigkeiten der Musiker in durchweg packende Songs zu kleiden.

Tour-News Nr. 3: Don Broco

Die britische Rock-Band DON BROCO hat mit ihrem neuen Album „Technology“ hohe Chartplatzierungen in den britischen Charts erreicht. Jetzt hat die Band für Kontinental-Europa eine Tour ab Ende Mai angekündigt. Hier sind die relevanten Daten:

22.05.  – Paris, Le Noveau Casino
23.05.  – Antwerpen, Kavka
25.05.  – Aarau, KiFF, Foyer Saal
26.05.  – Milan, Serraglio Live
27.05.  – Frankfurt, Zoom
28.05.  – Köln, Luxor
29.05.  – Amsterdam, Melkweg Max
31.05.  – Munich, Hansa 39
02.06.  – Rock am Ring
03.06.  – Rock im Park