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Lucifer

  • Englische Version

    First The Oath dissolve shortly after their debut, then Gaz Jennings leaves LUCIFER after only one album. Johanna Sadonis didn’t let all this get her down and didn’t team up with anyone less than Nicke Andersson for LUCIFER’s new album. We talked to the power woman about „Lucifer II“ and more.

    Hi and thanks a lot for taking time for this interview! How are you doing?
    Doing killer, thanks! Exciting times for Lucifer.

    Since the release of your first album „Lucifer“ a lot has changed, Gaz Jennings has left the band and Nicke Andersson joined it. How did your cooperation in LUCIFER come about?
    Nicke and I have been dating. After Gaz’ departure Nicke threw the idea into the room for us to write together since we had so much in common musically. So we began writing together.

    What has changed most in the band since Nicke joined it?
    LUCIFER is now a complete band on every level and sounds how it was originally intended to sound even before I had recruited Gaz into the band. The idea was always to be more of a heavy rock band then it then turned out on the first album. So we are now full circle now, with the best line up LUCIFER ever had. I used to do everything on my own in LUCIFER. Now with Nicke by my side, we do a lot together. It’s fantastic. We sit together and do layouts for posters, merch, singles etc, we give each other creative input, we make decisions together. It’s a lot more fun this way!

    Your new record „Lucifer II“ has just been released. How do you feel about that? Are you satisfied?
    „Lucifer II“ will be released July 6th and it’s the best I’ve personally ever done. I’m thrilled!

    „Lucifer II“ is quite different from its predecessor. Was that Nicke’s influence alone or did other factors play a role too?
    I am 50% responsible for how both records sound. This is how WE wanted ‘Lucifer II’ to sound.

    Especially „California Son“ is one of my favorite songs on the album, can you expect more such cool rockers from you in the future?
    Absolutely!

    You also made a video for this song, which reminds me a lot of a movie by Quentin Tarantino. Was that your intention?
    No. The intention was to pay homage to the trashy green screen tv appearances of bands in the 70s.

    Another impressive song is „Faux Pharaoh“. Can you tell us something about the lyrical concept behind it?
    It’s a true story about someone I once thought I knew who takes himself to seriously and puts himself on a too high pedestal. Someone with no heart or empathy.

    You will be supported live by three other musicians. Can you introduce them to us?
    We are actually 5 people, sometimes 6. On drums we have the great Nicke Andersson, who doesn’t need an introduction. Alexander Mayr, a beast on bass. He’s Austrian but lives in Sweden. We have Martin Nordin, a maniac on lead guitar. He also plays bass in Dead Lord. We have Linus Björklund on guitar, who also plays in Vojd and we have Robin Tidebrink on guitar who also recorded the album with Nicke and me.

    Are there any plans for a tour, maybe also to Germany, soon?
    We have been hitting quite a few festivals with more to come. There will be a European Tour this fall, German dates included.

     

    Thank you for the interview! Please let us do a short brainstorming in the end of this interview. What comes in your mind first reading the following terms:
    Football – I’d rather put a campfire out with my face.
    Best Album in 2018 so far – „Lucifer II“, no question
    Hellfest – Great audience!
    Poetry – I write all the lyrics for LUCIFER. Poetry is an essential part of my life.
    Pizza – Frutti di Mare, baby!

    Once again thanks for your time. The last words are yours – is there anything left you want to tell our readers?
    See you soon on the road. Stay wild.

     

  • Deutsche Version

    Erst lösen sich The Oath kurz nach ihrem Debüt auf, dann verlässt Gaz Jennings LUCIFER nach nur einem Album. Von alldem hat sich Johanna Sadonis aber nicht unterkriegen lassen und sich mit niemand Geringerem als Nicke Andersson für die neue Scheibe von LUCIFER zusammengetan. Über „Lucifer II“ und mehr sprachen wir mit der Powerfrau.

    Hey, danke dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wie geht es dir?
    Mir geht es super, danke! Aufregende Zeiten für LUCIFER.

    Seit der Veröffentlichung eures ersten Albums „Lucifer“ hat sich viel verändert, Gaz Jennings hat die Band verlassen und Nicke Andersson kam dazu. Wie kam es zu euer Zusammenarbeit bei LUCIFER?
    Nicke und ich haben uns gedatet. Nach Gaz‘ Ausstieg warf Nicke die Idee in den Raum, gemeinsam zu schreiben, da wir musikalisch so viel gemeinsam hatten. Also begannen wir zusammen zu schreiben.

    Was hat sich in der Band am meisten verändert, seit Nicke dazugekommen ist?
    LUCIFER ist nun eine komplette Band auf allen Ebenen und klingt so, wie es ursprünglich klingen sollte, noch bevor ich Gaz in die Band rekrutiert hatte. Die Idee war immer, mehr eine Heavy-Rock-Band zu sein, als es dann auf dem ersten Album klang. So schließt sich nun der Kreis, mit der besten Besetzung, die LUCIFER je hatte. Ich habe bei LUCIFER alles alleine gemacht. Mit Nicke an meiner Seite machen wir viel zusammen. Es ist fantastisch. Wir sitzen zusammen und machen Layouts für Plakate, Merchandise, Singles usw., wir geben uns gegenseitig kreativen Input, wir treffen gemeinsam Entscheidungen. So macht es viel mehr Spaß!

    Euer neues Album „Lucifer II“ ist soeben erschienen. Wie fühlst du dich? Bist du zufrieden?
    „Lucifer II“ ist das Beste, was ich persönlich je gemacht habe. Ich bin begeistert!

    „Lucifer II“ ist ganz anders als sein Vorgänger. War das Nickes Einfluss allein oder spielten auch andere Faktoren eine Rolle?
    Ich bin zu 50 % dafür verantwortlich, wie beide Platten klingen. Wir wollte beide, dass „Lucifer II“ so klingt.

    Besonders „California Son“ ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album, könnt ihr in Zukunft noch mehr solche coolen Rocker von euch erwarten?
    Absolut!

    Ihr habt auch ein Video zu diesem Song gemacht, das mich sehr an einen Film von Quentin Tarantino erinnert. War das eure Absicht?
    Nein. Die Absicht war, den trashigen Greenscreen-Fernsehauftritten von Bands in den 70ern zu huldigen.

    Ein weiterer beeindruckender Song ist „Faux Pharaoh“. Kannst du uns etwas über das lyrische Konzept dahinter erzählen?
    Es ist eine wahre Geschichte über jemanden, von dem ich dachte, dass ich ihn kenne, der sich selbst  zu ernst nimmt und sich auf einen zu hohen Sockel stellt. Jemand ohne Herz und Einfühlungsvermögen.

    Ihr werdet live von drei weiteren Musikern unterstützt. Kannst du sie uns kurz vorstellen?
    Wir sind eigentlich fünf Leute, manchmal sechs. Am Schlagzeug haben wir den großen Nicke Andersson, der keine Vorstellung braucht. Alexander Mayr, ein Biest am Bass. Er ist Österreicher, lebt aber in Schweden. Wir haben Martin Nordin, einen Verrückten an der Leadgitarre. Er spielt auch Bass bei Dead Lord. Wir haben Linus Björklund an der Gitarre, der auch bei Vojd spielt und wir haben Robin Tidebrink an der Gitarre, der auch das Album mit Nicke und mir aufgenommen hat.

    Gibt es Pläne für eine Tournee, vielleicht auch nach Deutschland?
    Wir haben eine ganze Reihe von Festivals gebucht und es werden noch mehr kommen. In diesem Herbst wird es eine Europa-Tournee geben, inklusive deutscher Termine.

    Vielen Dank für das Gespräch! Bitte lass uns am Ende dieses Interviews ein kurzes Brainstorming durchführen. Was kommt dir beim lesen der folgenden Begriffe als erstes in den Sinn:
    Fußball – Ich würde lieber ein Lagerfeuer mit meinem Gesicht löschen.
    Bisher bestes Album 2018 – „Lucifer II“, keine Frage
    Hellfest – Tolles Publikum!
    Poesie – Ich schreibe alle Texte für LUCIFER. Poesie ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens.
    Pizza – Frutti di Mare, Baby!

    Nochmals vielen Dank für deine Zeit. Die letzten Worte sind deine – gibt es noch etwas, was du unseren Lesern sagen willst?
    Wir sehen uns bald on the Road. Bleibt wild!

     

Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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King Dude – Music To Make War To

KING DUDE als Künstler ist schwer zu fassen: Stilistisch ordnet sich der Amerikaner irgendwo zwischen modernem Johnny Cash, Freidenker und Rockabilly-Styler ein. Auch musikalisch gibt diese Umschreibung erste Anhaltspunkte. Nach seinem sechsten Album, „Sex“, bleibt DUDE irgendwie bei der Liebe: Aus dem geflügelten Wort „music to make love to“ wird jedoch „Music To Make War To“ – und musikalisch ein typisches, und doch vielseitiges KING-DUDE-Album.

Hinter dem Cover, das einmal mehr den Künstler selbst zeigt, verbirgt sich nämlich auch diesmal KING DUDE in Reinform. Das liegt – natürlich – schon an der charakteristischen Stimme von TJ Cowgill. Aber auch seine Art, Songs zu schreiben, spielt hier eine entscheidende Rolle: Das Retro-Flair ist omnipräsent, ob in den knackig-rockigen Nummern wie „Dead On The Chorus“ oder „The Castle“ oder den diesmal vermehrt zu findenden, ruhigen Nummern: Dem melancholischen Opener „Time To Go To War“ etwa, oder dem nicht minder düsteren „God Like Me“ zum Albumabschluss.

Dazwischen probiert KING DUDE, subtil und nie überambitioniert, so einiges aus – ob nun die Synthesizer in „Let It Burn“ oder das bedächtige Saxophon im Song „Good And Bad“. Vollendet durch ein gefühlvolles Duett mit der ebenfalls amerikanischen Sängerin Josephine Olivia avanciert letzterer fraglos zum Höhepunkt des Albums.

Der heimelig-weiche Sound der Gitarren, die beruhigenden Pianoklänge, DUDEs leicht rauchige, aber doch melodische Stimme: All das muss man mögen, oder kann man wohl auch langweilig finden, weil nichts daran so richtig neu oder innovativ ist. Geschmackvoll arrangiert und gelungen umgesetzt zählt „Music To Make War To“ jedoch zweifelsohne zu den stärksten Werken des US-Amerikaners.

Shoshin – A Billion Happy Endings

SHOSHIN sind ein Rocktrio aus Manchester, dessen Musik mit Punk und Rap angereichert wird. Mittlerweile hat es die Musiker nach Berlin verschlagen und sie bezeichnen sich selbst als „Brefugees“. Als unbekannte Band konnten sie den Berliner Produzenten Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic) von sich und ihren Material für eine gemeinsame Produktion überzeugen. 2016/17 spielten sie sich mit Guerilla-Shows quer durch Deutschland, um das nötige Geld einzusammeln.

Eröffnet wird „A Billion Happy Endings“ mit Rap-Parts, die nicht nur von funkigem Groove unterlegt werden, sondern auch als Hybrid aus Red Hot Chili Peppers und Beastie Boys daherkommen. So stark der Sprechgesang in „The Enemy“ auch startet, so schwächelnd ist leider auch der Klargesang. Zu schief erscheinen die Tonlagen, zu deplatziert die eher schwachbrüstigen Ergüsse. Glücklicherweise können SHOSHIN diesen Part ihrer Musik auch überzeugender gestalten, wie es beispielsweise direkt im anschließenden und stark vom Post-Punk geprägten „Bowtie“ präsentiert wird.

Die vorherrschende Vielschichtigkeit ist es auch, die SHOSHIN auf Albumlänge spannend bleiben lässt. „Stress Me Out“ hat gewisse Linkin-Park-Referenzen vorzuweisen, spielt gleichzeitig aber auch mit einer erschreckend düsteren Atmosphäre. Dagegen ist „Manchester’s Alright“ fast ein freudiges Stückchen Musik, welches sich deutlich an den großen Bands der besungenen Stadt orientiert. Mit Elbow, Oasis, Joy Division oder Stone Roses seien nur einige Beispiele genannt. „Jagged Manners“ erinnert in den Strophen an den legendären David Bowie, wohingegen „Rate Me“ mit den Melodien der Saitenfraktion zu punkten weiß.

Man verspürt den Drang SHOSHINs „A Billion Happy Endings“ als typisches Indie-Album für Studenten-Feten abzustempeln, doch das Trio kann weitaus mehr und beweist es im Verlauf des Albums mal mit mehr, mal mit weniger Intensität. Es ist sicherlich nicht alles perfekt auf diesem Label-Debüt und doch unterstreicht dieser Faktor die gewisse Guerilla-Attitüde der Band sehr gekonnt. Somit geht dieser Longplayer mit seiner grundsätzlich entspannten, aber auch variierenden Stimmung in Ordnung. Wer einer Mischung aus Indie, Crossover, (Post-) Punk und etwas Funk nicht abgeneigt ist, der kann hier mitunter den ein oder anderen spannenden Moment für sich entdecken.

Spiral Skies

  • Englische Version

    Sweden seems to be a kind of breeding ground for great vintage rock. After the high-flyers of Blues Pills, SPIRAL SKIES are now ready to take the world by storm with their own version of 70s rock. We talked to Frontrau Frida Eurenius about her debut, previous live experiences and much more.

    Hi and thanks a lot for taking time for this interview! How are you doing? 
    Thanks a lot for giving us the opportunity to speak with you! We feel great!

    I suppose that most of our readers haven’t heard that much about SPIRAL SKIES so far, so please introduce yourself.
    We are a quintet from Stockholm, Sweden – and play what we call ”On other planets kinda Rock”. A symbiosis of rock, doom and folk- with female vocals. We have just released our debut album ”Blues for A Dying Planet”, and we released our first EP four years ago, recorded live in our rehearsal room.

    Your debut album „Blues For A Dying World“ is now released. How do you feel about this?
    We are eager to show the listeners out there what we have been up to. We are very satisfied with the outcome of the album, and it’s shows the spectra of our music.

    Did you get any feedback on the record yet and are you satisfied with it?
    The feedback so far has been quite overwhelming – we are actually waiting for some bad words about it, otherwise we will grow narcissistic (laughs).

    The title of the album is quite pessimistic. What is the meaning or intention behind it?
    We thought that the title of the album sum up the lyrics in total. And not to dig to deep – just look around you, and see how the planet reacts to humankind.

    To me you sound like a mixture of Bands like Jefferson Airplane, Blondie and Witchfinder General. Are Bands like these your influences? What other influences do you have?
    Thank you, those are great acts! All the band members have very different musical backgrounds and influences, so we find inspiration in different kind of things. Of course there are some bands we all like, – like Jefferson Airplane, Black Sabbath, Led Zeppelin, Pink Floyd, to name a few – but our musical range is much wider than that. In the beginning – We all united in that we wanted to play 70’s inspired rock, but with a unique touch.

    Something about the songwriting; is any member involved or only one or two of you?
    The songwriting process is something that involves all the musicians of the band. We most often write all the music together in our rehearsal room. We have so far not recorded a song that is entirely written by a specific member. Everyone adds their touch to the music. Sometimes I record at home, easier to play around with different melodies, choirs and harmonies, but that’s it. Otherwise we do everything together.

    Are there any special reasons for the choice of the cover, perhaps in view on the lyrics, and who is responsible for the artwork?
    Artwork and layout is very important to all of us, such as all the graphics – like band pictures, music video and so on. We all have visions about all these stuff, so back in the days it took a while to agree on these stuff, but on the other hand, we´re very satisfied with the result. Vadim Karasiyov, an artist from Ukraine which we found on the net – did the amazing picture. Our friend Andreas (Atmanoid) then did magic with the whole cover design.

    You released your debut album on AOP Records. Why did you decide for this record company?
    We had a few labels in mind and AOP Records was the one we was hoping for. Sven is a very hard working man and he has treated us very good. A serious, honest and trustworthy label, with the benefits of a small one. You work hard together, and share the same passion and vision about the music.

    How do you evaluate the active band scene as newcomers, if you compare what you were told and how you now experience it yourself as a band?
    As you mention, we are newcomers regarding the album, but we have played together for four years, and released a EP and a single. We have played quite frequently in especially Stockholm, so back home we are no newcomers. But I guess it is always like that (laughs)! Well, you have to put a lot of effort to spread the music, and with a label behind you things are getting easer. You don’t have to do all the promotion yourself, for example.

    What was your most memorable live moment so far?
    We have enjoyed all our live shows. For me I would say it was quite a funny gig at Pub Anchor, Stockholm – cause I was very energized (as usual) – leading to that I somehow smashed the microphone right onto my face, and started to bleed. But we are looking forward to our release gig, and the biggest one so far – on Sweden Rock festival. Our first gig at Halloween, at Rågsveds krog will always be memorable. The masks on the guys stays since that evening…

    Are there already plans for a tour, possibly also to Germany?

    We have no tour planned for the moment, but we really want to make one as soon as it can be arranged. Of course we wish to go to Germany, to visit Sven and his fellowmen. We’ll wait for the future.

    Thank you for the interview! Please let us do a short brainstorming in the end of this interview. What comes in your mind first reading the following terms:
    70ies: Great bands, great furnitures, great clothes. I am a bit of a retro lover when it comes to interior and clothing (laughs).
    Germany: For me, a beautiful country, since I have been in Germany on vacations for more or less my entire life. Don’t know what the guys would say. Probably music and beer…
    Occultism: A quite wide word, but I think of it in a more historical perspective – adding meaning and also mystery to the world we live in. Occultism for me is a calming word.
    Beer: Is something I can’t live without and has a steady first place along with black-as-hell-coffee.

    Once again thanks for your time. The last words are yours – is there anything left you want to tell our readers?
    Thank you! We really hope you will enjoy our first album, and that our music adds something new to your ears. And – if you have a chance to see us live – take it. A Spiral Skies show is intense!

     

     

  • Deutsche Version

    Schweden scheint eine Art Brutstätte für großartigen Vintage-Rock zu sein. Nach den Überfliegern von Blues Pills schicken sich nun auch SPIRAL SKIES an die Welt mit ihrer eigenen Version des 70er-Rock im Sturm zu erobern. Wir sprachen mit Frontrau Frida Eurenius über ihr Debüt, bisherige Live-Erlebnisse und vielem mehr.

    Hallo und vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast! Wie geht es dir?
    Vielen Dank, dass ihr uns die Möglichkeit gebt, mit euch zu sprechen! Wir fühlen uns großartig!

    Ich nehme an, dass die meisten unserer Leser noch nicht so viel über SPIRAL SKIES gehört haben, also stell euch doch bitte vor.
    Wir sind ein Quintett aus Stockholm, Schweden – und spielen das, was wir „On other planets kinda Rock“ nennen. Eine Symbiose aus Rock, Doom und Folk – mit weiblichem Gesang. Wir haben gerade unser Debütalbum „Blues for A Dying Planet“ veröffentlicht und vor vier Jahren unsere erste EP, live in unserem Proberaum aufgenommen.

    Euer Debütalbum „Blues For A Dying World“ ist geade erschienen. Wie fühlt ihr euch dabei?
    Wir sind gespannt darauf, den Zuhörern dort draußen zu zeigen wozu wir in der Lage sind. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Albums und es zeigt die Spektren unserer Musik.

    Habt ihr schon Feedback zu der Platte bekommen? Seid ihr damit zufrieden?
    Das Feedback war bisher überwältigend – wir warten eigentlich auf ein paar schlechte Worte darüber, sonst werden wir narzisstisch (lacht).

    Der Titel des Albums ist recht pessimistisch. Was ist der Sinn oder die Absicht dahinter?
    Wir dachten, dass der Titel des Albums die gesamten Lyrics zusammenfasst. Um nicht zu tief graben – schaut euch um und seht wie der Planet auf die Menschheit reagiert.

    Für mich klingt ihr wie eine Mischung aus Bands wie Jefferson Airplane, Blondie und Witchfinder General. Sind Bands wie diese eure Einflüsse? Welche anderen Einflüsse habt ihr noch?
    Danke, das sind tolle Bands! Alle Bandmitglieder haben sehr unterschiedliche musikalische Hintergründe und Einflüsse, so dass wir uns von verschiedenen Dingen inspirieren lassen. Natürlich gibt es einige Bands, die wir alle mögen – wie Jefferson Airplane, Black Sabbath, Led Zeppelin, Pink Floyd, um nur einige zu nennen – aber unsere musikalische Bandbreite ist viel größer. Am Anfang waren wir uns alle einig, dass wir 70er Jahre inspirierten Rock spielen wollten, aber mit einem einzigartigen Touch.

    Etwas über das Songwriting; ist jedes Mitglied beteiligt oder nur ein oder zwei von euch?
    Der Songwritingprozess ist etwas, das alle Musiker der Band einbezieht. Meistens schreiben wir die ganze Musik zusammen in unserem Proberaum. Wir haben bisher noch keinen Song aufgenommen, der vollständig von einem bestimmten Mitglied geschrieben wurde. Jeder fügt der Musik seine Note hinzu. Manchmal nehme ich zu Hause auf, leichter zu spielen, mit verschiedenen Melodien, Chören und Harmonien, aber das war’s. Sonst machen wir alles zusammen.

    Gibt es besondere Gründe für die Wahl des Covers, vielleicht im Hinblick auf den Text, und wer ist für das Artwork verantwortlich?
    Artwork und Layout ist für uns alle sehr wichtig, wie z.B. alle Grafiken – wie Bandfotos, Musikvideos und so weiter. Wir alle haben Visionen über all diese Dinge, also hat es eine Weile gedauert, bis wir uns auf diese Dinge geeinigt haben, aber auf der anderen Seite sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Vadim Karasiyov, ein Künstler aus der Ukraine, den wir im Netz gefunden haben – hat das erstaunliche Bild gemacht. Unser Freund Andreas (Atmanoid) hat dann mit dem gesamten Cover-Design gezaubert.

    Ihr habt euer Debütalbum bei AOP Records veröffentlicht. Warum habt ihr euch für diese Plattenfirma entschieden?
    Wir hatten ein paar Labels im Sinn und AOP Records war das, was wir uns erhofft hatten. Sven ist ein sehr fleißiger Mann und hat uns sehr gut behandelt. Ein seriöses, ehrliches und vertrauenswürdiges Label mit den Vorteilen eines kleinen Labels. Sie arbeiten hart zusammen und teilen die gleiche Leidenschaft und Vision von der Musik.

    Wie bewertest du die Bandszene als Newcomer wenn du vergleichst, was dir erzählt wurde und wie ihr es nun selbst als Band erlebt?
    Wie du erwähnt hast, sind wir Neulinge in Sachen Album, aber wir spielen seit vier Jahren zusammen und haben eine EP und eine Single veröffentlicht. Wir haben ziemlich oft in Stockholm gespielt, also sind wir zu Hause keine Neulinge. Aber ich schätze, es ist immer so (lacht)! Nun, man muss sich viel Mühe geben, um die Musik zu verbreiten, und mit einem Label hinter sich wird es einfacher. Wir müssen zum Beispiel nicht alle Promotion selbst machen.

    Was war euer bisher denkwürdigster Live-Moment?
    Wir haben alle unsere Live-Shows genossen. Für mich war es ein ziemlich lustiger Auftritt im Pub Anchor, Stockholm – weil ich (wie immer) sehr energiegeladen war – was dazu führte, dass ich mir das Mikrofon direkt ins Gesicht schlug und zu bluten begann. Aber wir freuen uns auf unseren Release Gig, und den bisher größten – auf dem Sweden Rock Festival. Unser erster Auftritt an Halloween, im Rågsveds krog wird immer unvergesslich bleiben. Die Masken der Jungs bleiben seit diesem Abend….

    Gibt es bereits Pläne für eine Tournee, eventuell auch nach Deutschland?

    Wir haben im Moment keine Tour geplant, aber wir wollen eine machen sobald es möglich ist. Natürlich wollen wir nach Deutschland, um Sven und seine Kollegen zu besuchen. Wir warten ab was die Zukunft bringt.

    Vielen Dank für das Gespräch! Bitte lassen uns am Ende dieses Interviews ein kurzes Brainstorming durchführen. Was fällt dir als erstes zu diesen Begriffen ein:
    70ies: Tolle Bands, tolle Möbel, tolle Kleidung. Ich bin ein bisschen ein Retro-Liebhaber, wenn es um Interieur und Kleidung geht (lacht).
    Deutschland: Für mich, ein schönes Land, da ich mein ganzes Leben lang in Deutschland Urlaub gemacht habe. Ich weiß nicht, was die Jungs sagen würden. Wahrscheinlich Musik und Bier….
    Okkultismus: Ein recht weit gefasstes Wort, aber ich sehe es eher in einer historischen Perspektive – und füge der Welt, in der wir leben, einen Sinn und auch ein Geheimnis hinzu. Okkultismus ist für mich ein beruhigendes Wort.
    Bier: Darauf kann ich nicht verzichten und es hat neben dem schwarzen Kaffee einen festen ersten Platz.

    Nochmals vielen Dank für deine Zeit. Die letzten Worte sind Ihre – gibt es noch etwas, was du unseren Lesern sagen willst?
    Danke! Wir hoffen sehr, dass euch unser erstes Album gefällt und dass unsere Musik etwas Neues in eure Ohren bringt. Und – wenn ihr die Chance habt uns live zu sehen – nutzt sie. Eine SPIRAL SKIES Show ist intensiv!

     

Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
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Lucifer – Lucifer II

Johanna Sadonis scheint kein Glück zu haben mit ihren Bands. Erst lösen sich The Oath nach nur einem Album überraschend auf und als es dann mit LUCIFER anfing richtig gut zu laufen, verlässt Co-Songwriter Gaz Jennings plötzlich die Band. Frau Sadonis ließ sich von alldem aber nicht unterkriegen und hat nun mit Nicke Andersson eine echte Legende als neuen Partner bei LUCIFER. Andersson trug nicht nur zum Songwriting bei, sondern spielte auch noch Gitarre, Bass und Schlagzeug für die neue Scheibe ein, die einfach mit „Lucifer II“ betitelt ist. Und dieses zweite Kapitel der Geschichte der Band weist einige Überraschungen auf.

Bereits der Opener „California Son“ mit seinem unglaublich coolen Riff macht deutlich, dass Nicke Andersson großen Einfluss auf das Songwriting hatte. Ein so knackiger und tighter Rocker war auf dem Debüt noch undenkbar, steht LUCIFER aber sehr gut zu Gesicht. Allgemein ist vom zähen Doom der ersten Scheibe nicht mehr viel übrig. Stattdessen wildern LUCIFER nun gerne auch mal im Blues, wie das phänomenale „Reaper On Your Heels“ eindrucksvoll zeigt, oder geben sich ganz gefühlvoll („Dreamer“). Besonders auffallend ist dabei, dass bei LUCIFER im Gegensatz zu manch anderen artverwandten Bands Gesang und Musik absolut gleichberechtigt sind. Frontfrau Johanna Sadonis dominiert mit ihrer eindrucksvollen Stimme die Songs nie, sondern lässt der Musik noch genug Raum zum atmen und um sich zu entfalten. Definitiv ein großer Pluspunkt der Scheibe!

Bei aller Euphorie über das geniale Zusammenspiel von Sadonis und Andersson weißt „Lucifer II“ aber leider auch einen Durchhänger auf. „Eyes In The Sky“ wirkt auf der Scheibe fast wie ein Fremdkörper und kommt ziemlich uninspiriert daher. Schade, aber ein Fehlschuss bei acht Volltreffern sei LUCIFER gegönnt. Und allen die nun denken die Band hätte sich komplett vom Doom abgewannt, sei das abschließende „Faux Pharaoh“ ans Herz gelegt. Der Song rockt, dröhnt, drückt und walzt alles nieder was sich ihm in den Weg stellt. Das Duo Sadonis/Andersson schüttelt hier eine Nummer aus dem Ärmel, die so manch andere Band des Genres vor Neid erblassen lassen wird und „Lucifer II“ mit einem Paukenschlag enden lässt.

LUCIFER beweisen mit ihrem Zweitwerk, dass der Verlust von songschreibenden Bandmitgliedern nicht immer gleich das Ende einer Formation bedeuten muss. In diesem Fall trifft eher das Gegenteil zu. Mit dem Einstieg von Nicke Andersson haben LUCIFER ihren Sound um viele spannende Facetten erweitert und sich nun auch für ein breiteres Publikum geöffnet. Die neuen Elemente aus Rock und Blues und die bekannten Doom-Sounds helfen der Band sich aus der Masse an genreverwandten Truppen herauszuheben und einen eigenständigen Sound zu erschaffen. Wäre da nicht das schwache „Eyes In The Sky“ hätte nichts gegen die volle Punktzahl für „Lucifer II“ gesprochen. Man darf auf die Zukunft der Band gespannt sein und hoffen, dass Nicke Andersson LUCIFER für lange Zeit treu bleibt.

Musik-Video II: Betontod

Die Deutschrocker von BETONTOD haben ein neues Musik-Video zu einem Song aus ihrem am 31. August erscheinenden, neunten Studio-Album „VAMOS!“ veröffentlicht, und zwar zu „La Familia“.

 

White Hills & Der Blutharsch – Desire (EP)

WHITE HILLS & DER BLUTHARSCH. Amerikanischer Psychedelic Rock trifft auf ein Aushängeschild des österreichischen Neofolks. Heraus kommt die EP „Desire“. Beschäftigt man sich allerdings tiefergehend mit dem vormals kontrovers gehandelten Albin Julius, dem Kopf hinter Der Blutharsch, zeigt sich die Wandlung seines Projekts fort von Industrial- und Samples-lastigen Neofolk hin zu psychedelischen Rock. Das lässt beinahe vergessen, dass Der Blutharsch maßgeblich bei Death In June’s „Take Care And Control“ (1998) und „Operation Hummingbird“ (2000) beteiligt war und für zwei Tracks mit Rudy Ratzingers Projekt Wumpscut verbandelt war.

Nun scheint Julius sein Glück in WHITE HILLS & DER BLUTHARSCH zu finden, eine Kooperation, die mit „Desire“ ihren kurzfristige (oder doch langwierige?) Zusammenarbeit krönt. Darauf ist das zu hören, was beide Projekte (mittlerweile) gut beherrschen, nämlich abgespacter Psy-Rock in fünf Akten. Die Songs werden begleitet vom Gesang von White Hill’s Bassistin Ego Sensation, die mit ihrer Stimme genau diesen verträumt-entrückten Geisteszustand beschwört, den „Desire“ aus dem Hörer kitzeln möchte. Neben einem minimal eingesetzten Drumming und den sich eher im Hintergrund aufhaltenden Riffs dominieren besonders Julius‘ elektronische Klangfragmente den Sound von WHITE HILLS & DER BLUTHARSCH.

Erhofft man sich von einem Album mitunter Ohrwürmer, eine packende Atmosphäre oder die Nackenhaare aufstellende Steigerungen in den Songs, bietet das Debüt beider Künstlerformationen nichts davon, allerdings ist dies wohl auch der Natur der Sache bzw. des Psychedelic Rock geschuldet. „Desire“ glänzt nicht mit Tracks, die für sich alleine stehend überzeugen können, da ihnen hierfür die jeweiligen Alleinstellungsmerkmale fehlen. Allerdings haben WHITE HILLS & DER BLUTHARSCH eine EP geschaffen, die das Träumen leicht zu lässt und den Hörer völlig aus dem Diesseits befördert.

Madsen denken zurück an die „Sommerferien“

Mit „Sommerferien“ haben die MADSEN einen weiteren Song aus ihrem aktuellen Album „Lichtjahre“ mit Video veröffentlicht. Die Scheibe ist seit dem 15.06.2018 auf dem Markt.