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Izegrim posten Lyric-Video

Die holländischen Death Thrasher IZEGRIM haben ein Lyric-Video zum Song „Celebratory Gunfire“ online gestellt. Der Track stammt vom anstehenden Studioalbum „Congress Of The Insane“, das am 7. Oktober via Listenable Records in die Läden kommt.

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Tracklist von „Congress Of The Insane”:
1) Relic of the Past
2) Decline and Fall
3) Celebratory Gunfire
4) Endless Strife
5) Deterioration from Perfection
6) Unchallenged Dominance
7) Modern Day Freak
8) The Legion
9) Carousel of Death
10) Manifest of a Megalomaniac
11) Carnival of Deception

DevilDriver – Winter Kills

Die Kalifornier DEVILDRIVER galten einmal als echte Shootingstars in der New-Metal-Szene und aller Anwerbeversuche aus dem Freundeskreis zum Trotz konnte ich dem Sound nie so richtig viel abgewinnen. Mit „Winter Kills“ steht nun Album Nummer sechs in den Startlöchern, welches hoffentlich unter Beweis stellt, dass mein Urteil über die Jahre vorschnell gefällt worden war.

Der Strukturwandel ist zwar immer noch nicht in seiner Gänze vollzogen, reinen New Metal spielen DEVILDRIVER allerdings schon lange nicht mehr. Sicherlich hämmern sie das eine oder andere entsprechende Riff raus, auch das Drumming kommt teilweise noch entsprechend daher, aber in den meisten Momenten klingt es doch schon eher nach groovendem Melodic Death. Freunde der früheren Phasen können also genauso erleichtert sein wie Fans der neueren Alben, die Mischung aus Härte und Melodie ist über die gesamte Spielzeit schon recht ausgewogen.
Der Gesang klingt ebenso unentschlossen und das stört mich ehrlich gesagt etwas. Auch wenn die Musik sich zwischen den Stühlen bewegt, wäre eine deutlichere Positionierung von Dez Fafara in meinen Ohren wünschenswert gewesen. Man kennt ja das Sprichwort „es ist nicht Fisch, nicht Fleisch“ und genau diesen Eindruck hinterlässt die Musik in ihrer Gesamtheit. Es ist etwas schwierig zu sagen, an sich sind die Songs cool, hart, manchmal schnell, manchmal brutal, aber vor allem durch den etwas unentschlossenen Gesang bleibt viel Power auf der Strecke.
Ansonsten gibt es eigentlich wenig zu meckern, die technische Arbeit ist absolut einwandfrei, der Sound ist transparent, aber trotzdem wuchtig und auch das Artwork ist mit einer Atmosphäre gesegnet, die dem Sound entspricht.

Mit DEVILDRIVER werde ich wohl in letzter Instanz nie mehr glücklich. Gut möglich, dass ich der Band komplett unrecht tue und es einen Aufschrei des Entsetzens, ja der Anklage geben wird, aber bei mir bleibt von „Winter Kills“ einfach zu wenig hängen. Und eine Truppe, die seit zehn Jahren ein Album nach dem nächsten raushaut, für ein paar vernünftige Songs und einen wirklich fetten Sound zu loben, ist nun wirklich nicht zeitgemäß, das sagt man eher über eine Demoband. Am besten verschafft sich jeder selber ein Bild, ich habe erneut kein allzu positives gewonnen.

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Hatriot

Steve „Zetro“ Souza ist ein alter Hase in der Thrash-Szene und in erster Linie als ehemaliger Sänger der Bay-Area-Institution Exodus bekannt. Mit HATRIOT hat er nun seit einiger Zeit eine neue Gruppe am Start, in der auch seine beiden Söhne Nick und Cody spielen. Während die vielversprechende Demo der Band schon länger im Web verfügbar ist, kam dieses Jahr das Debütalbum „Heroes Of Origin“ auf den Markt. Ob die Scheibe an die alten Heldentaten von Zetro anknüpft, wie es sich anfühlt, mit dem eigenen Nachwuchs auf der Bühne zu stehen und vieles mehr erfahrt ihr im HATRIOT-Interview.

Hatriot-Logo

Hi Steve! Wie geht’s? Was sind die neuesten Nachrichten aus dem HATRIOT-Lager?
Mir geht’s großartig. Im HATRIOT-Lager ist ordentlich was los. Wir arbeiten fleißig daran, unser neues Album „Heroes Of Origin“ zu promoten und schreiben sogar schon neues Material für die zweite Platte. Wir hoffen, im Herbst ins Studio gehen zu können und die nächste Scheibe dann Anfang des nächsten Jahres veröffentlicht zu haben.

Ihr sitzt schon am zweiten Album? Ist HATRIOT also als längerfristige Band gedacht?
Definitiv. Mit dieser Band möchte ich bis zum Ende meiner Karriere spielen. Genau genommen haben wir für die nächste Scheibe, was das Songwriting angeht, schon fünf Songs fertig. Sie ist zur Hälfte geschrieben! Ich denke, wie werden im September dieses Jahres das Studio entern, sodass der zweite Silberling im Januar 2014 in den Läden steht. Wir haben eine starke Arbeitsmoral und sind bereit, HATRIOT zu einem bekannten Namen in der Thrash-Szene zu machen.

Die folgende Frage hörst du bestimmt oft, deshalb bringen wir sie gleich am Anfang hinter uns: Was steckt hinter dem Namen, was ist deiner Ansicht nach ein HATRIOT?
Ein HATRIOT ist eine Person, die ihr Land liebt, aber nicht unbedingt damit einverstanden ist, wie die Regierung ihre Aufgaben erledigt. Die amerikanische Regierung ist ziemlich dubios und macht Sachen, die keinen Sinn ergeben, aber das bedeutet nicht, dass wir nicht trotzdem unser Land lieben. Das ist die Philosophie eines HATRIOTen.

Reden wir mal über das neue Album, „Heroes Of Origin“ ist ein sehr starkes Debüt geworden! Mittlerweile wurde es schon vor einer Weile veröffentlicht, was kannst du uns also über das Feedback von Presse und Fans sagen?
Ja, die Platte ist nun seit einigen Monaten draußen und die Resonanz ist toll. Ich habe bis jetzt ungelogen noch keine schlechte Kritik gesehen. Viele Medienleute gehen davon aus, dass sie in ihren Top 10 des Jahres Platz finden wird und das ist ein unglaubliches Gefühl. Die Rückmeldungen der Fans sind mir allerdings wichtiger, denn sie sind diejenigen, die die Scheibe kaufen und Geld bezahlen, um zu den Shows zu kommen. Sie sind sozusagen diejenigen, denen wir antworten. Die Fans scheinen das Album zu lieben und für mich ist es ein Comeback, wie man es von mir kennt. Ich gebe ihnen, was sie erwarten und soweit ich das beurteilen kann, haben sie „Heroes Of Origin“ alle angenommen. Es ist ein großartiges Gefühl.

Wie wichtig sind dir Kritiken und die Meinungen anderer zu deiner Musik?
Ehrlich gesagt schenke ich dem nicht viel Aufmerksamkeit. An diesem Punkt meiner Karriere weiß ich, wie man einen guten Thrash-Song schreibt und das ist es auch, was du von mir bekommst. Ich erfinde mich nicht neu oder mache irgendwelches verrücktes Zeug, um zu versuchen, in der Szene besonders aktuell rüberzukommen. Ich mache das, was ich mache und das erwarten die Leute auch. Von daher dürften die Kritiken und Meinungen recht vorhersehbar sein. Wenn du eine Slayer-Platte kaufst, hast du eine Ahnung davon, was du bekommen wirst, bevor du überhaupt reingehört hast. Mit mir ist es nicht anders. Wenn dir meine Musik mit Exodus gefällt, wirst du HATRIOT lieben. So einfach ist das.

Hatriot-Zetro1Nervt es dich, dass HATRIOT oft mit Exodus verglichen werden oder hast du ohnehin darauf abgezielt, dass sich eure Sounds ähneln?
Nein, es stört mich nicht, wenn Leute diese Band mit Exodus vergleichen. Meine Stimme war ein großer Teil des Exodus-Sounds und jedes Mal, wenn ich zu einem metallischen Riff singe, klingt das auch ein bisschen nach Exodus. So ist es eben. Ich habe es nicht auf Ähnlichkeiten angelegt, aber aufgrund meiner charakteristischen Stimme gibt es definitiv welche.

Kannst du uns etwas zum Konzept hinter dem Album verraten? Wer sind zum Beispiel die „Heroes Of Origin“?
Das ist ein Titel, den ich schon seit Jahren im Kopf hatte. Er stammt aus einem alten Comic-Strip namens „Heroes Of Origin“, denn ich als Kind hatte. Ich dachte, dass es ein toller Titel für ein Album wäre und er passt einfach zum Vibe von HATRIOT. Wir sind die Helden. Wir sind die Rebellen, die die Flagge des Thrash Metals hochhalten. Eine Menge Thrash-Fans sehen mich als einen der Erfinder dieses Stils an, der Titel steht also dafür, dass ich immer noch da bin und diese Musik spiele.

Wenn man sich mit den Songs etwas näher beschäftigt, fällt auf, dass dir gut durchdachte Texte offenbar recht wichtig sind. Kannst du kurz zusammenfassen, was die Songs thematisieren?
Ich liebe dunkle und verbogene Texte. Je krankhafter, desto besser für mich. „Heroes Of Origin“ deckt eine Menge Themen ab, angefangen bei Amokläufen an Schulen über Selbstmordanschläge bis hin zu Vampiren und Horrorfilmen. Wenn mich etwas interessiert, dann schreibe ich darüber, aber es muss finster und unheilvoll sein. Schwacher Scheiß ist nicht drin!

Wie läuft das Songwriting bei HATRIOT ab? Wer schreibt die Texte, wer komponiert die Musik?
Mein Gitarrist, Kosta Varvatakis, schreibt und arrangiert sämtliche Musik für HATRIOT. In dieser Hinsicht ist er wirklich ein erstaunlicher Komponist, denn er hört komplette Lieder in seinem Kopf und kann sie zum Leben erwecken. Er kommt zur Probe und zeigt dem Rest der Band sein Material, und von da an geben die anderen ihm ihren eigenen Dreh und drücken ihm ihren persönlichen Stempel auf. Die Jam-Session nehmen wir auf und ich nehme die Aufnahme dann mit nach Hause und schreibe die Texte dazu. Es ist wie ein Heavy-Metal-Fließband!

Die Songs entstehen also noch ganz traditionell und ohne allzu moderne Technologie und hin und hergeschickte MP3s?
Ja, das meiste HATRIOT-Material entsteht hier im Jam-Room. Als ich mit Dublin Death Patrol geschrieben habe, war es das genaue Gegenteil. Wir haben alles erledigt, indem wir uns gegenseitig Dateien zugemailt haben. Bei HATRIOT machen wir’s auf die altmodische Weise und arbeiten die Songs bis in die Nacht im Jam-Room aus.

Du hast gerade schon Dublin Death Patrol erwähnt – in den vergangenen Jahren warst du in mehrere Projekte involviert, u. a. auch Tenet. Bist du da noch aktiv oder ist das Geschichte?
Beides ist zum aktuellen Zeitpunkt mehr oder weniger aus und vorbei. Tenet war ein Nebenprojekt von Jed Simon von Strapping Young Lad. Ich wurde gebeten, auf der Platte zu singen und es war eine coole Erfahrung, aber als ich das anging, wusste ich, dass es nur ein Projekt und eigentlich keine Band war. Falls Jed noch ein Album macht und es mein Terminplan zulässt, würde ich versuchen, wieder mitzumachen, aber so wie es aussieht, dürfte es nicht mehr dazu kommen. Mit Dublin Death Patrol ist es wahrscheinlich auch vorbei. Wir haben ein paar coole Alben gemacht, aber bei dieser Band muss man so viele Terminpläne berücksichtigen, dass es beinahe unmöglich wird, zu touren oder wirklich als richtige Band zusammen zu proben. Es ist definitiv nur ein Projekt und ich denke, dass auch das Geschichte ist. Chuck (Billy, Sänger – mf) ist mit Testament viel zu beschäftigt und ich konzentriere gerade all meine Energie auf HATRIOT.

Hatriot-CoverIhr konntet „Heroes Of Origin“ über das Label Massacre Records herausbringen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und wie läuft sie bisher?
Wir ließen unsere Demo-CD einige Monate lang verschiedenen Labels zukommen, von denen mehrere Interesse bekundeten, aber Massacre schien das Label zu sein, das unser Material sofort auf den Markt bringen wollte. Das entsprach auch unseren Erwartungen. Einer unserer Manager, Ace Cook, arbeitet auch für Lääz Rockit, deren Back-Katalog bei Massacre erschienen ist, wir hatten an der Stelle also schon eine Verbindung zu dem Label. Er ging auf Massacre zu und sie willigten ein. So einfach war das. Wir haben realistische Erwartungen und übernehmen einen großen Teil der Arbeit selbst, es ist in dieser Hinsicht also tatsächlich eine Zusammenarbeit. Soweit sind wir zufrieden.

Mir ist aufgefallen, dass ihr eine gut aufgestellte Band-Webseite habt. Wie wichtig ist deiner Meinung nach so eine traditionelle Webseite in Zeiten von Social Media?
Ich bin mir nicht sicher, wie wichtig sie ist. Wir haben einfach gerne alle Grundlagen abgedeckt und das bedeutet eine Internetpräsenz bei allen sozialen Netzwerken und zusätzlich unsere eigene offizielle Webseite. Ich weiß gar nicht, ob die offizielle Seite von so vielen Leuten besucht wird. Über die Google-Suche bekommst du eigentlich so ziemlich alle Informationen zu HATRIOT, die du brauchst, aber die offizielle Seite ist sozusagen die zentrale Stelle für all die anderen Seiten. Ich denke auch, dass es eine Band professioneller aussehen lässt, wenn sie ihre eigene Domain hat, aber das ist auch schon alles.

Für HATRIOT hast du deine beiden Söhne in die Rhythmusabteilung aufgenommen. Wie fühlt es sich an, mit den eigenen Söhnen in einer Band zu spielen?
Es fühlt sich absolut großartig an. Meine Söhne beherrschen ihre Instrumente beide ausgezeichnet und sie sind im Rahmen des Musikgeschäfts aufgewachsen. Es ist also toll, dass sie in meine Fußstapfen treten, aber dass sie auch noch in meiner Band spielen, fühlt sich einfach großartig an. Ich musste Exodus im Jahre 2004 verlassen, um mit für sie zu sorgen und jetzt hat sich der Kreis geschlossen. Das ist nicht irgendeine Marketingstrategie. Diese Jungs sind ernstzunehmende Musiker. Ihre Name lautet nur zufällig Souza.

Wie fühlt es sich denn für sie an, mit ihrem Vater in einer Band zu spielen?
Was das Geschäft angeht, sehen sie mich als ihren Lehrer an. Wie ich schon erwähnte, sind sie im Musikgeschäft aufgewachsen und haben dessen gute und schlechte Seiten mit eigenen Augen gesehen. Sie haben sie mit mir durchlebt, als sie noch Kinder waren. Ich denke also, dass sie viel Respekt vor meiner Vergangenheit haben und dass sie die Herausforderungen kennen, die mit der Aktivität in dieser Band einhergehen. Hasser werden sich wünschen, dass sie es nicht draufhaben. Hasser setzen nur darauf, diese Jungs zu verreißen. Aber das wird nicht passieren! Nick und Cody spielen beide schon seit über zehn Jahren und sind eigenständig zu reifen Musikern geworden. Auf diesem Album machen beide keine verdammten Gefangenen. Außerdem sind sie als Menschen schon sehr erwachsen. Nur selten muss ich bei ihnen den Vater raushängen lassen. Sie sind wie meine besten Freunde.

Hatriot-Zetro2Wie nimmst du als alteingesessener Szene-Veteran die Evolution der Metal-Szene während der letzten Jahrzehnte wahr? Kannst du uns eine Einsicht in deine Anschauung gewähren?
Nun, mittlerweile ist es eine ganz andere Welt. In den frühen Tagen war alles neu und frisch und es war wirklich aufregend zu beobachten, wie sich die Szene über den ganzen Globus entfaltete. Inzwischen wurden viele Sachen bereits total ausgelutscht und sind in vielerlei Hinsicht nicht mehr so bedeutsam. Alles ist so übersättigt. Es gibt Metal-Bands in Garagen in jeder Stadt dieses Planeten. Ein Vorteil ist, dass uns der technologische Fortschritt erlaubt, unsere Karriere selbst in die Hand zu nehmen, z. B. mit Home-Recording und den Social Media. Das ist echt aufregend und befreiend. Die Labels haben nicht mehr die Kontrolle und die Torwächter-Funktion, die sie früher innehatten. Der größte Nachteil an der Entwicklung ist allerdings, dass man mit Musik keine Karriere mehr machen kann, wie es einst möglich war. Sie hat nicht mehr denselben Wert, den sie früher hatte.

Wie aufregend ist das Touren und die Mitgliedschaft in einer Band für dich nach so einer langen Zeit noch?
Mir macht es immer noch Spaß. Als wir früher mit Exodus tourten, war es neu und aufregender, ganz klar, außerdem war die Band sehr berühmt, wir wurden also gut behandelt. Die Zeiten haben sich geändert und mit HATRIOT kehren wir wieder ein bisschen zum Wesentlichen zurück, aber ich bin sehr dankbar, dass ich immer noch in der Lage bin, für die Fans zu spielen. Es ist wirklich cool, nach all den Jahren die Die-hard-Fans zu treffen, insbesondere diejenigen, die schon von Anfang an dabei sind. Ich bin aufgeregt, der Welt HATRIOT live vorzustellen und den Leuten zu zeigen, was für eine starke Band wir sind. Ich denke, das ist die beste Band, mit der ich jemals zusammengearbeitet habe, und hinsichtlich  meiner Vergangenheit im Geschäft bedeuten diese Worte sehr viel.

Ein schönes Schlusswort! Wir sind auch schon fast am Ende. An dieser Stelle vielen Dank für deine Antworten! Abschließen würde ich das Interview gerne mit unserem traditionellen Metal1.info-Brainstorming – ich nenne dir einfach ein paar Begriffe und du sagst, was dir zuerst dazu einfällt!
Waffenkontrolle: Die Regierung kann das ebenso gut aufgeben, denn es wird nie funktionieren.
Der Papst: Religion spielt in meinem Leben keine Rolle, deshalb hat das für mich eigentlich keinerlei Bedeutung.
New Wave Of Thrash Metal: Ich liebe die neue Szene. Es ist eine Ehre, einer der Gründungsväter des Thrash zu sein und es macht mich glücklich zu sehen, wie wir eine neue Welle von Bands beeinflusst haben.
Deutschland: Ich liebe Deutschland: Einige der besten Fans der Welt kommen aus Deutschland und ich habe dort viele tolle Konzerte gespielt. Ich freue mich darauf, mit HATRIOT zurückzukehren.
Metal1.info: Killer-Heavy-Metal-Seite. Danke, dass ihr den Heavy Metal fördert!

Nochmals danke für deine Zeit! Wenn du noch was an unsere Leser loswerden willst, das letzte Wort gehört dir:
Danke für das Interview. Es sind Webzines wie dieses, die diese Musik mit am Leben erhalten, wir wissen eure Leistung zu schätzen! Danke an alle Fans, die mir über all die Jahre treu geblieben sind. Ich hoffe, dass ich euch alle treffe, wenn wir nach Deutschland kommen. Bitte geht in den Laden und kauft euch „Heroes Of Origin“. Wir schaffen es nicht ohne eure Unterstützung. Keep thrashing!

Hatriot-Band

Party-San Open Air 2014: Termin und erste Bands

Das Party.San 2014 wird vom 7. bis 9. August stattfinden. Erste Bandbestätigungen sind die Epic-Metal-Band ATLANTEAN KODEX, die US-Death-Metal-Legende OBITUARY sowie Schwedens Bathory-Erben EREB ALTOR.

Eisenwahn Festival 2013 (Tag 2)

Eisenwahn-2013

<< Was bisher geschah …

Samstag, 27.07.13:

DEFLORATION eröffnen den Samstag mit einer weiteren Portion harten, direkten Death Metals, der hier und da mit dem Grindcore liebäugelt. Hartgesottene gönnen sich die Songs vom aktuellen Album „Abused With Gods Blessing“ auch in sengender Mittagshitze, viele Fans sparen sich den Anheizer indes angesichts der vorherrschenden Temperaturen und verpassen somit eine solide Show der Thüringer.
[Marius Mutz]

Zuwachs verzeichnet die Crowd dann bei CARNAL DECAY, die noch etwas kompromissloser an das anschließen, was Defloration begonnen haben. Ob man mit dem 2011er Output „On Top Of The Food Chain“ allerdings tatsächlich an die Extreme-Metal-Nahrungskette anführen kann, bleibt zweifelhaft. Den individuellen Touch, der einer jeden Band gut zu Gesicht steht, sucht man hier leider weitgehend vergebens, da helfen auch die bisweilen auftauchenden Groove-Passagen wenig.
[Marius Mutz]

Nach dem Todesblei-Doppelpack, mit dem der Freitag startete, ist es nun Zeit für etwas Brutal Death Metal, und zwar mit den Holländern von PROSTITUTE DISFIGUREMENT, die bereits letztes Jahr gebucht waren und dann kurzfristig von Leng T’Che vertreten werden mussten. Dass ihre Musik nicht die abwechslungsreichste ist, war wohl allen Besuchern des Festivals vorher klar und so überrascht es nicht, dass die Holländer die ihnen zustehenden 30 Minuten hauptsächlich mit fiesem Hochgeschwindigkeits-Geballer füllen, aus dem man, wenn überhaupt, nur wenige Variationen heraushören kann. Macht aber nichts, zum Warmwerden ist das genau das Richtige.
[Pascal Stieler]

Mit DEW-SCENTED spielen ein paar alte Bekannte in Obersinn, denn die Herrschaften waren nicht nur bereits 2010 auf dem Eisenwahn zu Gast, sondern sind mit mittlerweile 21 Jahren Geschichte auch wahre Veteranen der deutschen Metal-Szene. Nach einem astreinen Death-Metal-Hattrick bekommen die Besucher nun also eine saftige Portion Teutonen-Thrash um die Ohren gehauen und scheinen sich über die Abwechslung zu freuen. Genug frisches Material zur Live-Präsentation haben DEW-SCENTED ja, schließlich kam erst 2012 das Studioalbum „Icarus“ auf den Markt, gefolgt vom diesjährigen Jubiläums-Output „Insurgent“, der ebenso mit teils neuen Tracks glänzt. Das Quintett wird seinem Ruf als knallharte Live-Band erneut gerecht, Fronter und einziges Gründungsmitglied Leif Jensen bedauert zwischen den dargebotenen Songs aber auch mal wehmütig das Ende des Eisenwahns.
[Markus Frey]

IMG_4716Als nächstes betreten die Frankfurter Chaoten A.O.K. die Bühne und verkünden sogleich, dass sie sich heute leider nicht ausziehen dürfen, was im Wesentlichen bedeutet, dass sie die Salatköpfe, die sie in der Regel bei „Satan, Hölle und Salat“ ins Publikum werfen, vorher nicht an ihren Pullern reiben können. Auch bei „Baguette Attack“ hat es heute lediglich für Tiefkühlbrötchen gereicht. Ich bin enttäuscht! Ansonsten bekommt man den üblichen Mix aus schlechten Witzen und billigen Wortspielen geboten, deren Unterhaltungswert irgendwo zwischen An-die-Wand-starren und Dem-Gras-beim-Wachsen-zusehen liegt. Das einer Band anzukreiden, deren Konzept seit jeher genau darin besteht, sich total zum Affen zu machen und neue Tiefstniveaus zu erreichen, ist freilich genau so sinnfrei wie der Auftritt von A.O.K. selbst, denn direkt im Anschluss spielt mit den Grindfuckers eine weitere Spaßgruppe, die ihre Coverversionen wenigstens tight darbieten kann. Und so will während der Show auch nicht so recht Stimmung aufkommen, denn A.O.K. performen zu schlecht, um sie zu feiern, aber zu gut, um sie wegen totalem Dilettantismus auszulachen. Lediglich, als einer der Sänger runter in den Publikumsbereich hüpft, um einen Pit zu starten, lassen sich ein paar untote Bierleichen zu halbgarem Gehüpfe überreden. Ansonsten haben A.O.K. mal wieder eindrucksvoll bewiesen, dass man, sobald man Kultstatus erreicht hat, irgendwann nur noch von der eigenen Legende lebt, denn warum sonst sollte ein Veranstalter so was noch buchen?
[Markus Frey]

Die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS irritieren in der Folge mit ihrer Setlist. Wo für viele Fans der Reiz der Truppe gerade darin liegt, dass sie Schlager- und Pop-Songs in aufgemotzter Version, aber dennoch sehr kompetent nachspielt, um diese dann in Grind-Infernos ausklingen zu lassen, dürften hier und heute nur jene auf ihre Kosten kommen, die sich tatsächlich an der Knüppel-Seite der Band laben können. Denn die melodischen Elemente fehlen heute abseits der unverzichtbaren „Vater Morgana“ und „The Final Grinddown“ beinahe vollständig, stattdessen regiert der pure Grindcore. Eine ungenutzte Chance, möchte man meinen, wäre gerade das melodische Element es doch gewesen, was die Band von den meisten anderen Acts auf dem EISENWAHN abgehoben hätte.
Hinzu kommt, dass man den Ausfall von Keyboarder und Sänger Him nur leidlich kompensieren kann, weder am Mikrofon noch an den Tasten ist man in der Lage, die Lücke zu schließen. Selbst die Ansagen wirken selten so herrlich sinnfrei, wie man das gewohnt ist. Und wenn die Titelmelodie von „The Final Grinddown“ auf Keyboard statt auf Trompete dargeboten wird, verliert auch dieser Song, der diesmal ohnehin keineswegs überzeugt, noch weiter an Reiz.
Was bleibt von den EXCREMENTORY GRINDFUCKERS nach mäßiger Performance und einer Menge Grindcore übrig, wo ist das Alleinstellungsmerkmal einer Band, die sich schon von außen betrachtet so sehr von den anderen Bands auf dem Eisenwahn unterscheidet? Man weiß es nicht, muss man zugeben, und wartet nach einem Schulterzucken auf Debauchery.
[Marius Mutz]

IMG_4822Nach zweimal „gewollt witzig“ folgt nun „unfreiwillig komisch“ … anders lässt sich die Show der Death-Metaller DEBAUCHERY jedenfalls kaum umschreiben. Wie gewohnt kunstblutüberströmt betritt das Trio um Thomas Gurrath die Bühne und legt auch gleich mächtig los – leider mächtig belanglos. Die Songs klingen samt und sonders austauschbar und wissen (zumindest im Rahmen eines extremen Metal-Billings wie das des Eisenwahns) dem Gesamtbild des Festivals nichts mehr hinzuzufügen. An diesem Eindruck ändert auch die quasi obligatorische Stripshow-Einlage zu „Butcher Of Bitches“ nichts, in deren Verlauf sich die Dame von Kopf bis Fuß mit Kunstblut übergießt. Viel eher erweckt auch diese Einlage den Eindruck, als sollte auf diese Weise von der musikalisch langweiligen und auch hinsichtlich der Darbietung völlig uninspirierten Show abgelenkt werden. Zumindest für meinen Geschmack ein etwas zu plumpes Konzept. Nach der traditionellen Huldigung an den Blood-God ist die Show dann vorbei – einen bleibenden Eindruck hat die Band dabei jedoch trotz Blut und Brüsten auch dieses Mal nicht hinterlassen.
[Moritz Grütz]

IMG_4874FLESHGOD APOCALYPSE sind eine Band, die häufig sehr aus dem Billing hervorsticht – so auch beim diesjährigen Eisenwahn. Bereits 2012 war die Band kurzfristig für Aborted eingesprungen, dieses Jahr standen die Italiener schon frühzeitig als Teil des Billings fest. Auch das bandeigene Line-Up ist inzwischen ein anderes, hat man sich doch eine Opernsängerin mit ins Boot geholt, die in ein weites Gewand gekleidet und wie die anderen Bandmitglieder im Gesicht weiß und schwarz bemalt ist. Leider zieht sich der Soundcheck der Band aus Gründen, die von außen unersichtlich sind, ewig in die Länge, sodass das Konzert schließlich erst mit einiger Verzögerung beginnt und der Techniker mit den Worten „okay, entweder funktioniert es jetzt oder halt nicht“ das Zeichen zum Start gibt.
Die selbst auf einem Festival wie dem Eisenwahn wohl unangefochten schnellste Band des Billings legt wie immer mit dem „Agony“-Intro „Temptation“ los, um dann mit „The Hypocrisy“ den Blastbeat-Reigen zu eröffnen. Die Mischung aus extrem heftigem und technischem Death Metal und dem hohen Gesang des Bassisten der Band ist zwar – wie immer – sehr eigenwillig und für viele wohl auch gewöhnungsbedürftig bis unanhörbar. Fakt ist aber, dass der Auftritt 2013 wesentlich besser rüberkommt als im Vorjahr, wo die Band über keinen guten Sound verfügte. Auch das Zusammenspiel zwischen Bassist und Sängerin funktioniert. Als FLESHGOD APOCALYPSE schließlich mit „The Betrayal“ und „The Violation“ und dem atmosphärisch dichten, klavierlastigen „The Forsaking“ ihre beiden bekanntesten Lieder anstimmen, gibt es in der Menge kein Halten mehr – es wird geheadbangt, als gäbe es kein Morgen. Zwar ist die Musik von FLESHGOD APOCALYPSE von der Atmosphäre her natürlich besser für eine kleine Halle als für ein großes Open Air im Sommer geeignet. Davon hat man dieses Jahr aber wenig gemerkt.
[Pascal Stieler]

IMG_4947Ein Kontrastprogramm zum symphonischen Black Metal von Fleshgod Apocalypse bieten nun die Ungarn EKTOMORF. Mit ihrem simplen, aber effektiven Mix aus Thrash und Hardcore, den wir alle bereits von einer gewissen brasilianischen Band kennen, eignen sich die Osteuropäer ideal als Festival-Party-Truppe und dementsprechend geht es während des Gigs vor der Bühne auch ab. Manche Anwesende sind zwar der Ansicht, dass angesichts der relativ langen Spielzeit von EKTOMORF der Bogen irgendwann überspannt ist, allerdings schafft es das Quartett, die Stimmung bis zum Ende zu halten, sodass auch Tracks wie „Fuck You All“ und „Outcast“ noch gebührend gefeiert werden – zumal Frontmann Zoltán Farkas die Menge immer wieder mit aggressiven Ansagen zum Mitmachen anstachelt.
[Markus Frey]

IMG_4992Ganz schön lange auf sich warten lässt der Co-Headliner ANNIHILATOR, der für die ursprünglich geplanten Napalm Death eingesprungen ist. Fast eine Dreiviertelstunde muss sich das Publikum aufgrund von technischen Problemen beim Umbau gedulden, dann geben die Kanadier aber gleich Vollgas und machen mit erstklassigem Sound alles wieder gut. Hervorragend gelaunt und voller Energie startet die Thrash-Institution in ihr Set und hat so die Besucher im Handumdrehen auf seiner Seite. Geboten wird eine Mischung aus Klassikern der ersten drei und neueren Nummern der letzten beiden Alben – als Einstieg stellt der Vierer jedoch den brandneuen Track „Smear Campaign“ der noch unveröffentlichten, kommenden Scheibe „Feast“ vor. Bandchef Jeff Waters grinst bis über beide Ohren, wenn er nicht gerade Grimassen schneidend soliert – was bei ANNIHILATOR bekanntlich sehr oft vorkommt – während sich Hauptsänger Dave Padden, der nun auch schon seit zehn Jahren zum festen Lineup gehört, zwischen den Songs immer wieder dankbar für die Feierlaune der Fans zeigt. Die amüsieren sich angesichts der Spielfreude von ANNIHILATOR bestens, moshen und bangen ausgelassen mit, und als mit dem obligatorischen Rausschmeißer „Alison Hell“ das letzte Lied ausklingt, ist der eine oder andere wohl gar nicht so traurig, dass statt der Deathgrind-Legende aus Birmingham die Nordamerikaner an diesem Abend in Obersinn gespielt haben, und zwar eine der stärksten Shows des diesjährigen Eisenwahns.
[Markus Frey]

Setlist ANNIHILATOR:
01. Smear Campaign
02. King Of The Kill
03. Betrayed
04. Clown Parade
05. No Way Out
06. Set The World On Fire
07. W.T.Y.D.
08. No Zone
09. Fiasco
10. The Fun Palace
11. I Am In Command
12. Alison Hell

IMG_5015Die darauffolgende längere Pause wird diesmal kreativ genutzt, denn eine Besucherin nutzt die Gelegenheit, um ihrem langjährigen Partner auf der Bühne erfolgreich einen Heiratsantrag zu machen. Anschließend sind die Erwartungen hoch, immerhin beschließt mit ICED EARTH eine absolute Traumband der Veranstalter das letzte Eisenwahn-Festival. Doch schon in den ersten Sekunden des Openers „Dystopia“ gibt es kein Halten mehr und das Publikum feiert die im Denim-Partner-Look auftretenden US-Amerikaner frenetisch. Sänger Stu Block, der seit 2011 zur Mannschaft gehört, hat seine Feuerprobe längst hinter sich und setzt den Songs mit seinem mächtigen Organ und einer gekonnten Performance die Krone auf. Ganze vier Tracks des aktuellen Albums „Dystopia“ haben es in die Setlist geschafft, die ansonsten von live erprobten Knallern wie „Pure Evil“ und „Prophecy“ bestimmt wird. Das neuere Material, das von Tim Owens und dem zwischenzeitlich wiedergekehrten Matt Barlow eingesungen wurde, klammern ICED EARTH dabei diskret aus, der Stimmung tut dies freilich keinen Abbruch – im Gegenteil. Die Truppe um Mastermind Jon Schaffer legt einen Durchmarsch sondergleichen hin, lässt die Zuschauer mit den ruhigeren Nummern „I Died For You“ und „Watching Over Me“ aber auch mal durchatmen. Dementsprechend ernten ICED EARTH nach der finalen Darbietung ihrer namensgleichen Bandhymne euphorischen Beifall, ehe kurze Zeit später ein viertelstündiges Feuerwerk den letzten Höhepunkt des dreitägigen Open Airs bietet. Der anschließende Abschied der Veranstalter zu den Tönen von Metallicas „Nothing Else Matters“ fällt dann auch erwartungsgemäß emotional aus, sodass das Eisenwahn-Wochenende sowohl für Crew-Mitglieder als auch Besucher mit einem lachenden und einem weinenden Auge endet.
[Markus Frey]

Setlist ICED EARTH:
01. Dystopia
02. Dark Saga
03. Pure Evil
04. Burning Times
05. I Died For You
06. V
07. Question Of Heaven
08. Dracula
09. Prophecy
10. Anthem
11. In Sacred Flames
12. Boiling Point
13. Watching Over Me
14. Iced Earth

Mit den letzten Tönen der Iced-Earth-Show geht eine Dekade EISENWAHN zu Ende. Was für die einen ein stilistisch etwas monotones Underground-Knüppel-Festival darstellte, wurde für viele, die die unvergleichlich familiäre Atmosphäre hier erlebt haben, einmal im Jahr zu einem zweiten Zuhause. Man darf zurückblicken auf eine Reihe Shows hochkarätiger Bands aus dem Hartwurstsektor, vor allem aber auf zehn Wochenenden, an welchen man sich Jahr für Jahr als Metaller heimisch fühlen konnte – eine willkommene Abwechslung zur unpersönlichen, aggressiven bis skurrilen Umgebung auf vielen größeren Festivals. Da spielte es auch keine Rolle, wenn einen ganzen Tag lang keine Minute ohne Blastbeat vergeht.
Man hat das Gefühl, dass das Konzept des EISENWAHNs immer aufgegangen ist, und nachdem es auch dieses Jahr geklappt hat, kann man nur in der Hoffnung verbleiben, dass Karl & Laudi trotz des herzlichen Abschieds still und heimlich bereits ihr Comeback als Veranstalter planen. Wir würden uns freuen!
[Marius Mutz]

Eisenwahn Festival 2013 (Tag 1)

Eisenwahn-2013
Als vor 1990 Geborener hat man zu allem, was sich nach dem Jahr 2000 abgespielt hat, ein sehr subjektives Zeitverständnis – teilt die Jahrtausendwende die Vergangenheit doch gefühlt in die Kategorien „lange her“ und „noch nicht so lange her“. Entsprechend überrascht ist man dann, dass im Jahr 2000 geborene Kinder der Grundschule bereits entwachsen sind oder im Jahre 2003 gegründete Festivals bereits ihr zehnjähriges Jubiläum feiern.
In Obersinn ist es in diesem Jahr so weit: Das EISENWAHN-FESTIVAL feiert sein zehnjähriges Bestehen. Zeitgleich mit dem ersten runden Geburtstag gilt es jedoch auch Abschied zu nehmen – findet das EISENWAHN-FESTIVAL in diesem Jahr doch zum (zumindest vorerst) letzten Mal statt. Grund genug, auch in diesem Jahr in Bayerns hohen Norden zu fahren und drei Tage auf dem so familiär wie professionell organisierten Festival zu verleben.
[Moritz Grütz]

Freitag, 26.07.13:

Während der erste Festivaltag von den Auftritten kleinerer deutscher Bands und den US-Deathgrindern Exhumed an Headliner-Stelle geprägt war, dürfen DARKEST HORIZON nun den Freitag einläuten. Der Sechser aus Hessen hatte sich beim Band-Contest im Rahmen der vorangegangenen Warmup-Shows durchgesetzt und so den Opening-Slot ergattert. Keyboard- statt Blastteppiche lautet hier die Devise, denn die Truppe spielt zwar wie viele andere Formationen, die sich im diesjährigen Billing wiederfinden, auch Death Metal, aber mit melodischer und epischer Ausrichtung. Mit ihren symphonischen Elementen bieten DARKEST HORIZON somit im Vorhinein eine Abwechslung zu den teils brutalen Knüppelknaben, die im Verlaufe des Tages noch folgen sollen. Dazu ausgestattet mit einem klasse Sound legt das Sextett einen gelungenen Einstand hin.
[Markus Frey]

Deutlich rabiater, aber immer noch mit einem guten Schuss Melodie gehen als nächstes die Baden-Württemberger BLEEDING RED zu Werke. Spätestens seit ihrem im letzten Jahr erschienenen Full-Length-Debüt „Evolutions Crown“ sind die vier Jungs keine Unbekannten mehr, die auf ihrer sommerlichen Festival-Tour nun auch in Obersinn Station machen. BLEEDING RED heben sich zunächst scheinbar nicht von dem Wust an Standard-Death-Metal-Band in der Szene ab, verstehen es jedoch, ihren modernen Todesstahl geschickt mit schwarzmetallischen Riffs zu veredeln und durch allerlei Tempowechsel unterhaltsam zu gestalten. Das bemerken auch die Besucher, die während des Gigs nach und nach Richtung Stage wandern, um die routinierte Show der Süddeutschen zu verfolgen.
[Markus Frey]

Der Zuschauerplatz ist dann auch zum ersten Mal einigermaßen gefüllt, als GAMA BOMB als erste internationale Band des Freitags die Bretter entern. Wer den Vierer noch nicht kennt, der lernt jetzt recht schnell, dass sich die Fun-Thrasher nicht allzu ernst nehmen, denn Sänger Philly Byrne hüpft mit schriller, gelbgrüner Hose und überdimensionaler Sonnenbrille über die Bühne und hat zwischen den Songs stets eine lustige Ansage in petto. Seit seiner Stimmbandoperation im letzten Jahr singt der Frontmann weniger aggressiv, ja fast schon so clean wie im Heavy Metal und nimmt somit zwischen den Shout- und Grunzgruppen des Tages eine klare Ausnahmeposition ein. Bestens gelaunt und mit ihrem neuen Album „The Terror Tapes“ im Gepäck heizen die Herren dem ohnehin schon unter der Mittagshitze stöhnenden Publikum über eine halbe Stunde ein. Die ausnahmslos flotten Tracks, darunter neues Material wie „Terrorscope“ und „Smoke The Blow With Willem Dafoe“, werden durchweg mit viel Spielfreude dargeboten und zeigen, dass es GAMA BOMB vor allem darauf ankommt, Spaß an der Musik zu haben. Warum man als eigentlich mit gutem Bier verwöhnter Ire dann aber Faxe auf der Bühne trinken muss, bleibt ein Rätsel.
[Markus Frey]

IMG_4189Nachdem mit Gama Bomb eine eher dem klassischen Heavy Metal zugewandte Band auf der Bühne gestanden ist, eröffnen die französischen BENIGHTED die nun folgende Knüppelorgie mit fünf aufeinanderfolgenden Bands aus dem (Brutal-)Death-, Thrash- und Black-Sektor. Mit „Slut“ vom 2009er Release „I.C.O.N“ eröffnen die Franzosen und legen sogleich die Spielfreude an den Tag, die man von ihnen gewohnt ist. Sänger Julien Truchan grunzt und growlt sich genüsslich durch das Highspeed-Material, das an den richtigen Stellen um eine gute Portion zündender Breakdowns und Groove-Parts bereichert ist. Auch Rhythmus-Gitarrist Olivier Gabriel wuselt äußerst aktiv stets von links nach rechts – da mag man ihm den einen oder anderen Spielfehler gerne verzeihen. Zum vierten Song „Unborn Infected Children“ wird Aborted-Frontmann Sven de Caluwé zum Growl-Duett auf die Bühne gebeten – das wird sich als ein echtes Highlight herausstellen. Mit dem wohl stärksten Song der Bandgeschichte „Grind Wit“, das mit melodischen Tappings, eingängigen Blastbeat-Parts und stampfenden Gitarren alle Stärken der Band auf den Punkt bringt, endet der 30-minütige Gig der Franzosen letztendlich. Über kleine Makel im Zusammenspiel der Bandmitglieder, bei denen an diesem Tag J.B. von Aborted am Bass aushilft, kann man angesichts des großen Zuspruchs im Publikum und der Energie, die BENIGHTED auf die Bühne gebracht haben, locker hinwegsehen.
[Pascal Stieler]

Setlist BENIGHTED:
01. Slut
02. Let The Blood Spill Between My Broken Teeth
03. Fritzl
04. Unborn Infected Children
05. Nemesis
06. Asylum Cave
07. Grind Wit

Frisch abgekühlt von einer Dusche der örtlichen Feuerwehr haben die Fans nun wieder neue Kraft für HATESPHERE, die aufgrund der ausgefallenen Onslaught direkt nach Benighted auf dem Programm stehen. Die Dänen müssen ihre Show heute zu viert bestreiten, denn wie Fronter Esben „Esse“ Hansen bekanntgibt, ist Bassist Jimmy Nedergaard aufgrund eines Todesfalls in der Familie zuhause geblieben, sei aber weiterhin Teil der Band. IMG_4318Die Mitteilung quittiert er mit einem feierlichen „No more line up changes for HATESPHERE!“ und spielt dabei auf die Tatsache an, dass die Liste der ehemaligen Mitglieder an sich schon einen eigenen Wikipedia-Eintrag verdient hätte, Hansen selbst ist bereits der vierte Sänger der Formation. Dass man aber auch ohne Tieftöner ordentlich durchstarten kann, beweisen die Herren mit ihrer energetischen Performance. Ähnlich wie ihre Landsmänner von Illdisposed, die während des Gigs ankommen und später noch die Stage unsicher machen sollen, bieten HATESPHERE eine Mix aus Groove und Uptempo, wobei letzteres deutlich in den Vordergrund rückt und die thrashige Ausrichtung für reichlich Feuer unterm Hintern sorgt. Die Stimmung und den Publikumsandrang von Benighted kann das Quartett zwar nicht halten, punktet aber mit unterhaltsamen Ansagen und lustigen Trinkaufforderungen.
[Markus Frey]

IMG_4381Den nächsten Abschnitt des Totalabrisses liefern die belgischen Kollegen von ABORTED um Frontmann Sven de Caluwé, der vor kurzer Zeit mal wieder seine komplette Saitenfraktion ausgetauscht zu haben scheint, sieht man doch bis auf Drummer Ken Bedene sonst keine bekannten Gesichter auf der Bühne. Das schadet der Performance jedoch keineswegs: Nach kurzem Soundcheck legen ABORTED mit zwei Songs des 2003er Releases „Goremaggeddon“ los und pflügen sich in der Folgezeit mit ihrem Brutal Death Metal, der deutlich technischer ist als der von Benighted, erbarmungslos durch ihr 40-minütiges Set: Von „Goremaggeddon“ über „The Archaic Abattoir“ und „Slaughter & Apparatus“ geht es weiter zu ihrem aktuellen Album „Global Flatline“, von welchem ABORTED insgesamt vier Songs spielen, unter anderem die Tracks „The Origin Of Disease“, „Coronary Reconstruction“ und „From A Tepid Whiff“, die neben Blastbeats mit mächtigen Hardcore-Grooves aufwarten können und die vom zahlreichen Publikum mit intensivem Headbanging und wüsten Moshpits gefeiert werden. Es bereitet besondere Freude zu sehen, dass nicht nur de Caluwé in Höchstform ist, sondern dass auch der Rest der Band sich als perfekt eingespieltes, homogenes Team erweist und die Vielzahl an Soli mit atemberaubender Präzision darbietet. Der gut abgemischte Sound trägt seinen Teil dazu bei, dass ABORTED mit dem Oldie „Engineering The Dead“ einen Schlusspunkt hinter einen großartigen Auftritt setzen können. Nachdem die Band in den letzten zwei Jahren kurzfristig abgesagt hatte, hat es diesmal hervorragend funktioniert.
[Pascal Stieler]

IMG_4430Auf die eierlosen Nutten ILLDISPOSED hat sich gefühlt die Hälfte der Festivalbesucher schon tagelang gefreut. Umso größer ist die Begeisterung, als Bo Summer und seine Mannen endlich die Bühne betreten. Der melodische Midtempo Death Metal ist genau die richtige Abwechslung, die das Publikum zu dieser Zeit braucht – und außerdem sind es ILLDISPOSED. Einzelne Songs aufzuzählen ist bei ihnen vollkommen überflüssig, da es das Gesamtpaket ist, was den Unterschied macht: Egal, ob es bei „I Believe In Me“, „Dark“ und „Now We’re History“ von „1-800 Vindication“ ist, bei „Throw Your Bolts“ von „Burn Me Wicked“ oder dem Ausflug ins 1995 geschriebene „Submit“ – die Zuschauer feiern die Dänen frenetisch ab. Mindestens genauso gut wie die musikalische Darbietung ist jedoch Sänger Bo Summer, der in sehr gutem Deutsch mit den Zuschauern kommuniziert und fast eine Art Kabarettshow neben dem Gig hinlegt: „Ich habe 22 Kilo abgenommen – und keiner sagt was, Junge“, „Ihr seid alles Nutten, alle miteinander“ und „Schaut uns an, wir sehen alle ein bisschen schwul aus“ sind nur einige der Ansagen, die Summer vom Stapel lässt. Da auch der Sound stimmt und die anderen Bandmitglieder sich ebenso ins Zeug legen wie Summer, kann man ILLDISPOSEDs Gig ohne weiteres als einen der besten des Festivals festhalten.
[Pascal Stieler]

Setlist ILLDISPOSED:
01. Sense The Darkness
02. War
03. Weak is Your God
04. Ich bin verloren in Berlin
05. I Believe in Me
06. Dark
07. Stop Running
08. Throw Your Bolts
09. A Child is Missing
10. Submit
11. Now We’re History

IMG_4493Nach den beiden Bands aus Belgien und Dänemark geht es mit NAGLFAR nun noch weiter nach Norden. Eigentlich hätten die Schweden bereits 2012 auf dem Eisenwahn-Festival auftreten sollen; nachdem der Auftritt abgesagt werden musste, wird er nun nachgeholt. Bereits beim übermäßig langen Soundcheck kündigen sich jedoch Probleme an – und in der Tat bekommen die Techniker den Sound bei der einzigen Black-Metal-Band des Festivals nicht so richtig in den Griff: Damit angefangen, dass der Mischer beim Opener „Pale Horse“ zunächst vergisst, die Gitarren laut zu drehen, so dass nur Bass, Gesang und Schlagzeug zu vernehmen sind, klingt es mitunter, als hätte mindestens eine Boxenmembran den Geist aufgegeben. Ohne Kenntnis des Songmaterials ist es so wohl mitunter schwer, den Songs etwas abzugewinnen – den Fans in den ersten Reihen vermag jedoch auch dieser Umstand die Freude an der ansonsten starken Performance der sympathischen Band aus Umeå nicht zu nehmen: NAGLFAR spielen sich mit einer ausgewogenen Mischung aus neuen Songs, Hits wie „A Swarm Of Plagues“ und Klassikern wie „I Am Vengeance“ oder „The Brimstone Gate“ quer durch ihre Diskographie, bevor der Gig pünktlich zum Sonnenuntergang mit dem epischen „Harvest“ beschlossen wird.
[Moritz Grütz]

Setlist NAGLFAR (unverbindliche Song-Reihenfolge):
Pale Horse
The Darkest Road
Bring Out Your Dead
I Am Vengeance
Spoken Words Of Venom
The Brimstone Gate
A Swarm Of Plagues
Harvest

IMG_4582Nach diesem majestätischen Black-Metal-Song sowie der obligatorischen Umbaupause heißt es nun schnell umschalten auf Party-Thrash – wem das nicht gelingt, der ist bei TANKARD nämlich fehl am Platz. Denn musikalisch weiß die Truppe um Fronter Gerre seit Jahren nichts großartig Neues mehr zu Stande zu bringen – viel mehr verlässt man sich auf das althergebrachte Konzept simplen Thrash Metals mit Mitgröltexten. Dass diese sich dabei nahezu ausschließlich um Bier im Allgemeinen und dessen Konsum im Speziellen drehen, ist ebenso wenig eine bahnbrechende Erkenntnis wie die, dass dieses simple Konzept auch nach 31 Jahren Bandgeschichte noch funktioniert: Die Fanschar vor der Bühne ist deutlich angewachsen und feiert die Thrash-Veteranen lautstark ab, was Gerre mehrfach ein lobendes „Ihr seid geil!!!“ entlockt. Alles in allem sicher nicht jedermanns Ding, mit entsprechend angepasstem Alkoholpegel und einer gewissen Affinität zu stumpfen Texten à la „Die With A Beer In Your Hand“ sicherlich einer der besseren Auftritte des Festivals.
[Moritz Grütz]

IMG_4683Dennoch verblasst der Auftritt der deutschen Thrasher gleich wieder – ist das, was die Genre-Legende OVERKILL im Anschluss auf die Bühne zaubert, doch nicht mit dem eben Gesehenen zu vergleichen: Nicht nur der Bühnenaufbau mit einer Verstärkerwand aus sechs 4x12er-Boxen und drei Amps pro Gitarrist, sondern auch die Bühnenpräsenz und nicht zuletzt das Songmaterial der Amerikaner ist hier von gänzlich anderem Kaliber.
Fronter Bobby „Blitz“ Ellsworth präsentiert sich nicht nur hinsichtlich seines für sein doch nicht mehr ganz jugendliches Alter von 54 Jahren bemerkenswert durchtrainierten Körpers physisch in Topform, sondern wird durch die beispiellose Unermüdlichkeit, mit der er die Bühne beackert, auch seinem Spitznahmen mehr als gerecht: Spielfreudig, energiegeladen und bei den Ansagen stets auf Lockerheit und Witz bedacht, setzt schon Blitz alleine ungeahnte Energiereserven beim Publikum frei – die treibenden Riffs und der fette Sound tun ihr Übriges, dass OVERKILL den heutigen Freitag als würdiger Headliner beenden.
[Moritz Grütz]

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Trailer zum Metallica-Film

METALLICA zeigen den Trailer für ihren 3D-Film „Metallica Through The Never“. Der Film soll eine Mischung aus Doku, Konzertmitschnitten und einer fiktiven Story über Trip (gsepielt von Dane DeHaan), einem Roadie der Band, sein.

Drummer Lars Ulrich vergleicht „Metallica Through The Never“ mit dem Led-Zeppelin-Film „The Song Remains The Same“:

„Beide Bands bestehen aus vier Mitgliedern. Beide sind Full-Length-Filme und es gibt viel Handlung abseits der Bühne. Der größte Unterschied ist, dass sich die Handlung abseits der Bühne bei uns nicht um die Metallica-Mitglieder dreht. Es sind zwei getrennte Welten – eine Metallica-Show und eine Geschichte in einem Paralleluniversum. Ab einem bestimmten Punkt greifen beide ineinander über.“

Am 4.Oktober soll der Streifen in die Kinos kommen. Den Trailer gibts hier zu sehen:

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Coroners „Death-Cult“-Demo wird neu aufgelegt

Das griechische Label No Remors Records (nicht zu verwechseln mit dem früheren Blind-Guardian-Label) wird die „Death Cult“-Demo der schweizer Kult-Thrasher CORONER, inklusive Bonusmaterial, auf CD und Vinyl wiederveröffentlichen. Es ist die erste Neuauflage der 1986 erschienenen Demo, auf der Tom Warrior (Triptykon, Celtic Frost) als Sänger vertreten ist. Releasetermin wird voraussichtlich im Dezember sein.

coroner death cult

 

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