Bringer Of Death Fest V

  • Giebelstadt, I-Park
  • 25. März 2006

Zum 5. Mal findet nun das „Bringer Of Death“ Festival statt mit einem brutal guten Billing. Um halb 6 hat sich bereits eine große Menschenmenge vor der Halle gebildet und wartet bei Nieselregen auf Einlass. Erstaunt waren wir, dass doch so viele Leute vor Ort sind, da wir ewig brauchten, um den „I-Park“ zu finden, was uns nur mit Hilfe von 5 Einwohnern Giebelstadts gelang, da die Halle doch sehr versteckt und abseits von Giebelstadt liegt. Selbst auf den bewährten Routenplaner war kein Verlass. Nach ein paar Bier, die noch schnell vor dem Eingang gegurgelt werden, ist es soweit und wir betreten das Gebäude, welches die Atmosphäre einer Turnhalle ausstrahlt.

Die süddeutschen Death Metaller NECROTIC FLESH stehen bereits auf der Bühne und lassen die Saiten schwingen. Dennoch mit wenig Erfolg, wie es meistens ist beim Opener. Nur die treuesten (oder betrunkensten) Fans schütteln die Haare mit 5 m Sicherheitsabstand. Necrotic Flesh geben fast alle Songs ihres ersten Albums „Postmortem Pleasures“ zum Besten und sorgen immerhin für eine gute Stimmung, auch wenn die meisten der Anwesenden noch etwas unüberzeugt die Show mitverfolgen.

Danach betreten die Franzosen KRONOS die Bühne und heizen dem Publikum schon direkt mit dem ersten Titel ordentlich ein. Ein Song folgt dem nächsten und das Publikum verwandelt sich in eine tobende Meute. In den ersten 5 Reihen wird ein Moshpit gebildet und viele lassen dort Tonnen an Energie. Mittendrin eine große Stoffblume, welche von einem Fan umher getragen wird und ein Wasserball, der ebenfalls für Unterhaltung sorgt, indem er durch die gesamte Halle gekickt wird und auch gelegentlich auf der Bühne landet. Das irritiert die Jungs von Kronos allerdings weniger; sie kicken ganz elegant den Ball zurück in die Menge. Obwohl kaum jemand die französischen Brutal Death Metaller kennt, haben sie doch mit ihren brutalen und doch zugleich melodischen Songs und ihrem Saitengezerre einen sehr guten Eindruck hinterlassen und für den Ursprung des heutigen Muskelkaters im Nackenbereich gesorgt.

Nun sind FLESHLESS an der Reihe. Anfangs sorgen sie ordentlich für Stimmung, was wohl aber eher auf die Vorgänger Kronos zurückzuführen ist. Kurzzeitig wartet das Publikum ab, was Fleshless zu bieten haben, aber sie gewinnen die Fans für sich. Nun hält uns nichts mehr und es wird ein gnadenloser Moshpit eröffnet (in welchem natürlich auch wieder der Wasserball sein Unwesen treibt). Mit ihren derben Texten rattern sie einen Titel nach dem anderen runter und beenden schließlich lächelnd die Show.

Wer IMPALED nur vom Hören und Sagen kannte, wurde bezüglich ihres Outfits bitter enttäuscht. Nicht wie früher im Chirurgen-Outfit betreten sie die Bühne, sondern „in black“. Dennoch Was ihre Musik angeht, sind sie sich absolut treu geblieben. Melodischer Death Metal mit abwechslungsreichen Riffen wird geboten. Das Publikum lässt sich mitreißen und feiert zu den US-Amerikanern ordentlich ab.

Die Thematik der folgenden Band DEBAUCHERY ist sonnenklar: ?Blood For The Blood God“ – und zwar in der „Pussy Version“. Die Band ist ja seit langem der Stammgast schlechthin auf dem Bringer Of Death Festival. Auch bei dem Festival Numero Cinco sind sie von oben bis unten mit Kunstblut zugekleistert und brettern ordentlich drauf los. Sofort sind alle Anwesenden Feuer und Flamme für die süddeutschen Death Metaller und nehmen die Band beim Wort, als der erste Ton des Songs „Torture Pit“ des gleichnamigen Albums erklingt. In der „Turnhalle“ ist die Hölle los und Sänger Thomas kreischt und grunzt mit sich selbst um die Wette. Verkrampft und elegant zugleich steht er auf der Bühne, hat geschlossene Augen und gibt alles. Highlight der Show ganz klar: „Blut Für den Blutgott“ – die Menge tobt, keine Füße oder Köpfe stehen still. Mit einem sensationell „bewegenden“ Auftritt verlassen Debauchery die Bühne und ich erwarte mit voller Freude die darauffolgende Band…

Die nächste Band VILE, die grunzende kalifornische Klein-Armee betritt die Bühne. Ein Kracher folgt dem nächsten, wie auch bei Debauchery lässt jeder seinen Gefühlen freien Lauf. Vile überzeugen mit absoluter Präzision und sehr guter Beherrschung der Instrumente. Wer die US-Amerikaner bis heute nicht live gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen.

Weiter geht’s mit den letzten zwei Bands des heutigen Abends. DEEDS OF FLESH besetzen nach einer etwas längeren Pause, die von den meisten Anwesenden genutzt wurde, um an die frische Luft zu gehen, die Bühne und liefern überzeugend und von sich selbst überzeugt eine gelungene Show ab. Die Death Metal-Oldtimer präsentieren Songs von fast jedem Album und begeistern die Menge mit dem präzisen Drumming, ihren „twisting riffs“ und dem brillianten Gesang. Zu meiner großen Freude war auch bei „Deeds Of Flesh“ das Bassspiel von Bassist und zugleich Grunzer Jacoby Kingston gut zu hören.

Mit weniger großen Erwartungen sehe ich dem Headliner entgegen. Die monströsen US-Death Metaller MONSTROSITY betreten die Bühne und eröffnen die Show mit einem Titel von ihrem aktuellen Album „Rise To Power“, welches bereits 2004 erschienen ist. Weiter geht es mit wahrlich genialen Stücken des 1992er Albums „Imperial Doom“. Zu dieser Zeit grunzte noch der „Corpsegrinder“ George Fisher bei Monstrosity, doch auch über den jetzigen Sänger Brian Werner kann man nicht klagen. Er kann kreischen wie eine Säge und grunzen wie der Herr Fisher selbst. Deswegen besteht kein Zweifel, dass es eine gute Wahl war, viele Songs von der „Imperial Doom“ zu spielen. Das Publikum gibt alles, ist dennoch amüsiert über das äußere Erscheinungsbild von Monstrosity’s Sänger. Mit schwarzem Iro, ganz in schwarz gekleidet und mit invertiertem Kreuz grunzt er mit den Fans um die Wette. Mike Poggione begeistert uns mit seinem großartigem Spiel auf seinem tieftönenden 6-Saiter, eine Augenweide und ein Schmaus für das Gehör zugleich! Eine kurze Zugabe gibt es am Ende noch und dann ist Feierabend.

Es ist bereits nach Mitternacht und es gibt zahlreiche Alkoholleichen. Das Festival bot ein großartiges Billing, welches wohl kaum einen der Anwesenden enttäuscht hat. Sogar ein Mitglied Fleshcrawls war unter den Anwesenden zu entdecken, welches auch amüsiert zu sein schien. In dem Sinne: wir freuen uns alle auf das Bringer Of Death Festival 2006, die Zweite – Ende April ist es soweit!


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