Subway To Sally w/ Apocalyptica

  • München, Tollwood
  • 04. Juli 2008

Die Ankündigung „Subway to Sally meets Apocalyptica“ ließ anfangs Raum für Spekulationen. So wurde vor dem Zelt auf dem Münchner Tollwood-Gelände bereits 2 Stunden vor Einlass über mögliche Kooperationen und gemeinsame Stücke spekuliert, da sich beide Bands in Teilbereichen wunderbar ergänzen. Leider wurde daraus nichts, denn anstatt eines gemeinsamen Auftritts traten zuerst die Jungs und Mädels von Subway to Sally vor das Publikum, während Apocalyptica den zweiten Teil des gut dreistündigen Konzerts bestritten.

Die Folkrocker von Subway to Sally präsentierten eine leicht abgespeckte Setliste ihrer letzten Tour und lieferten die gesamten 80 Minuten eine intensive und spektakuläre Show. Eingeläutet wurde das akustische und optische Spektakel von „Die Trommel“ aus dem aktuellen Album „Bastard“, bevor sich Eric Fish mit „Falscher Heiland“ zu eben jenem für die anwesenden Fans machte. Die Stimmung in den ersten Reihen kochte direkt zu Beginn über, wobei mit „Eisblumen“ direkt die erste Verschnaufpause folgte. Entgegen den Anweisungen der anwesenden Securities kam sogar eine Frau auf die Bühne, um den Song zusammen mit Eric zu zelebrieren. Von „Bastard“ gab es anschließend noch die Stücke „Tanz auf dem Vulkan“, „Auf Kiel“ und „Meine Seele brennt“ zu hören. Zweiteres dürften selbst Subway to Sally-Unkundige als Siegersong des diesjährigen Bundesvision Songcontests kennen. Und natürlich ließ Eric diese Gelegenheit nicht aus, um noch einmal auf den Erfolg der Band hinzuweisen, da er bis jetzt noch keine Gelegenheit hatte, mit dem Münchner Publikum dieses Triumph ausgiebig zu feiern.
Im Anschluss wurde „Meine Seele brennt“ untermalt von einigen Feuerspuckeinlagen. Traditionell durften auch die Klassiker wie „Julia und die Räuber“ sowie „Veitstanz“, „Kleid aus Rosen“ und „Ohne Liebe“ nicht fehlen. Erwartungsgemäß konnte sich Eric Fish dabei vereinzelt eine Auszeit gönnen, denn das Münchner Publikum stimmte textsicher mit ein, während der Leadsänger vereinzelt durch Improvisationen glänzte. Generell verdient die Leistung von Eric an jenem Abend ein besonderes Lob: So gab es neben seinem Gesang, bei dem er das Maximum aus der Zeltkonstruktion herausholte, noch einige Einlagen an der Tin Whistle und am Dudelsack – sowie das oben angesprochene Feuerspucken. Wie Eric die Leidenschaft für seine Musik verkörperte, ließ wohl niemanden kalt, der ansatzweise etwas für Subway to Sally übrig hat. Selbst im hinteren Teil des Zelts auf den Sitzplätzen wurde begeistert mitgefeiert, da man das Bühnengeschehen bequem auf einer Leinwand verfolgen konnte.

Die musikalische Gangart veränderte sich allerdings schlagartig, als Apocalyptica nach verhältnismäßig kurzer Pause die Bretter betraten. Generell hatte es auch den Anschein, als ob die Mehrheit der Anwesenden wegen den Finnen gekommen war, denn das Gedränge rund um die Bühne nahm merklich zu. Direkt im dritten Lied präsentierte die Band ein neues Lied mit dem Titel „Grace“. Leider bin ich nicht allzu sehr mit dem Werdegang der Cellisten vertraut, doch einige Stücke waren mir zu unkoordiniert, laut und „konfus“. Andererseits gab es im ersten Zugabenblock mit den Metallica-Coverversionen von „Nothing else matters“ und „Enter Sandman“ musikalische Highlights der Extraklasse.
Die eigentliche Setliste enthielt neben Eigenkompositionen weitere Metallicahits wie „One“ und „Seek and Destroy“, welches frenetisch gefeiert wurde und mir – genau wie die vereinzelt eingestreuten Balladen – ebenfalls sehr zusagte. Generell ist es beeindruckend, wie spielerisch die 4 mit ihren schweren Instrumenten umgehen. Wenn man die Augen schließt, könnte man meinen, man hört mindestens 2-3 E-Gitarren. Allerdings lässt sich darüber streiten, ob und inwiefern der Schlagzeuger dieser Form von Musik zuträglich ist. Meiner Meinung nach würden Apocalyptica auch ohne ihn gut auskommen. Außerdem sollten die Jungs an ihren Ansagen arbeiten oder diese ganz streichen, denn bis auf die Songtitel verstand man vom finnisch-englischen Kauderwelsch herzlich wenig. Aber das tat der Unterhaltung keinen Abbruch.

Am Ende stand also ein abwechslungsreicher und größtenteils unterhaltsamer Abend in einer sehr eigenen Atmosphäre. Subway to Sally würde ich gerne im Rahmen eines Freiluftfestivals in diesem Sommer sehen, da die Wirkung einiger Stücke unter freiem Himmel vor einem etwas größeren Publikum noch etwas besser sein dürfte. Von Apocalyptica werde ich mir hingegen endgültig das Album „Plays Metallica by four cellos“ zulegen. Mit dem Rest wurde ich überwiegend nicht besonders warm.

Setliste Subway to Sally:

01. Die Trommel
02. Falscher Heiland
03. Eisblumen
04. Sabbath
05. Henkersbraut
06. Feuerland
07. Wehe Stunde
08. Meine Seele brennt
09. Auf Kiel
10. Tanz auf dem Vulkan
11. Kleid aus Rosen
12. Sag dem Teufel
13. Veitstanz
14. Ohne Liebe
15. Sieben

16. Julia und die Räuber

Setliste Apocalyptica:

01. Refuse/Resist
02. Path
03. Grace
04. Fight Fire with Fire
05. One
06. Helden
07. Ion
08. Betrayal
09. Bittersweet
10. Last Hope
11. Life Burns
12. Seek’n’Destroy
13. Inquistion Symphony

14. Nothing Else Matters
15. Enter Sandman
16. Hall Of The Mountain King

17. Seemann

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