CD-Review: Fewjar - Gamma

Besetzung

Jakob Joiko - Gesang, Gitarre
Felix Denzer - Gesang, Synthesizer
Andre Moghimi - Synthesizer, Gesang

Gastmusiker:
Camilla Fascina - Gesang, Gitarre (Track 3)

Tracklist

01. Skeleton
02. Gamma
03. How Many Of You Are In There?
04. Of Nothing
05. Structured
06. Despite This
07. (This Is Not) Worth It
08. Treasure


Mit ihrem letzten Studioalbum „Until“ aus dem Jahr 2016 konnten FEWJAR nicht nur wegen den Intensität ihrer Musik punkten, sondern u.a. auch aufgrund hochklassiger Gastmusiker wie Michael Schulte, der erst vor kurzem beim Eurovision Song Contest für Deutschland einen beachtenswerten vierten Platz holte. Auf alte Bekannte trifft man auch auf dem vierten Longplayer „Gamma“ wieder: Seit Dezember 2017 ist Andre Moghimi das offizielle dritte Mitglied der Band.

Wo „Until“ noch ein Konzeptalbum darstellte, dass seine Story ausschließlich über die Songs vermittelte, verfolgt das Trio diesen Ansatz mit „Gamma“ nicht. Scheinbar setzt man auf Klasse statt Masse und hat den Output mit acht Songs im Gegensatz zum Vorgänger fast halbiert. Der Opener „Skeleton“ ist tief im Synth-Pop verwurzelt und versprüht durch Melodieführung und Gesang ein sehr positives Gefühl, dass an die neueren Arbeiten von Portugal. The Man erinnert. Gerade die funkige Gitarre im letzten Drittel sorgt für spannende Momente, ehe der Titel abrupt bricht und in wabernde Songwriter-/Ambient-Gefilde abdriftet.

In einem ähnlichen Stil führen FEWJAR das Album fort. Der Titeltrack hat wohl das größte Ohrwurmpotential, bleibt aber glücklicherweise weit entfernt vom üblichen Radio-Kitsch. Auch die italienische Sängerin Camilla Fascina ist wieder mit von der Partie und kann im melancholischen „How Many Of You Are In There?“ mit ihrer zerbrechlichen Stimme punkten. Vor allem das Zusammenspiel mit dem männlichen Part macht den Song interessant. Weitere Highlights sind „Of Nothing“ mit dreistimmigem Gesang und Post-Rock-ähnlichen Schlagzeugrhythmen oder das mit Bläsern untermalte „(This Is Not) Worth It“.

FEWJAR haben es geschafft ein ernstzunehmendes Musikprojekt zu bleiben und auch die Erweiterung des Lineup zum Trio war ein weise gewählter Schritt, verschafft es den einzelnen Songs nochmal mehr Tiefgang. Schade ist eigentlich nur, dass sich die Musiker nicht so experimentierfreudig wie auf „Until“ zeigen, daher bleibt „Gamma“ etwas hinter seinem Vorgänger zurück. Freunde gut gemachter Popmusik, die sich an Einflüssen aus Electro, Rock, Indie oder Ambient bedient, sollten FEWJAR auch dieses Mal wieder ihr Gehör schenken.

Bewertung: 7.5 / 10

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