CD-Review: Miskatonic Union - Astral Quest

Besetzung

Raúl Saa – Gesang
Héctor Paris – Gitarre
Rodrigo Meza – Gitarre
Paul Rajcevic – Bass
Carlos Retamales – Schlagzeug

Tracklist

01. Awakening
02. Road To The Mountains Of Madness
03. Bushido Ninja
04. Miskatonic Union
05. Nostradamus
06. Astral Wings
07. Captain Sparrow
08. Where Is Your Nation Now?
09. I Always Do What I Want
10. The Quest


MISKATONIC UNION sind ein bisher unbeschriebenes Blatt im Heavy Metal. Nun aber steht mit „Astral Quest“ das Debüt der fünf Chilenen in den Läden. Endlich, könnte man sagen, hatte der Aufnahmeprozess doch schon im November 2015 begonnen. Aber ach, ewig grüßte das Besetzungskarussell, und bis MISKATONIC UNION ihr Album eingetütet hatten, floss eine Menge Wasser den namensgebenden Fluss Miskatonic runter. Also, nicht in echt natürlich. Denn im Gegensatz zum Debütalbum der Band gibt es den Fluss gar nicht, er entstammt dem literarischen Schaffen H. P. Lovecrafts, der für einige Songs der Band die thematisch-atmosphärische Referenz darstellt.

Der Lovecraft-Bezug weist schon in die richtige Richtung: Stilistisch huldigen MISKATONIC UNION unverblümt dem klassischen Metal der 80er Jahre, wie sich nicht nur am musikalischen Stil, sondern sogar direkt an diversen Riffs zeigt. Die klingen immer wieder verdächtig bekannt. So erinnert der Anfang von „Where Is Your Nation Now?” doch arg an Saxon, und in die Mitte von „Awakening“ hat sich ein Stück UFO geschlichen. Aber gut. Ob man das nun eine Hommage, ein Zitat oder etwas böswilliger ein Plagiat nennen will, hängt vermutlich mehr von der eigenen Empfindlichkeit ab. Ich überlasse das dem jeweiligen Betrachter. Fest steht jedenfalls, dass Originalität nicht unbedingt das Alleinstellungsmerkmal von MISKATONIC UNION ist.

In den besseren Momenten erinnert die Band zudem stark an Dark Forest – aber das in einem positiven Sinne. Genau wie sie spielen MISKATONIC UNION einen sehr geerdeten Heavy Metal, der bei den Traditionalisten unter euch genau die richtigen Saiten zum Klingen bringen wird. So hat sich mit „Nostradamus“ auch ein sehr überzeugender Song auf „Astral Quest“ geschlichen, dessen Refrain sehr gut ins Ohr geht. Stark gewöhnungsbedürftig ist allerdings der harte spanische Akzent von Sänger Raúl Saa, der dem Klang der Band einen etwas kauzigen Beigeschmack mitgibt.

MISKATONIC UNION werden also lange nicht allen gefallen. Dennoch ist in dieser speziellen Nische unserer Szene auch Platz für sie. Der Band mag man wünschen, dass sie für ihre nächste Scheibe ein wenig klarer bestimmt, wohin die Reise gehen soll und was ihr Beitrag zu dem – an und für sich natürlich guten! – Stil der Vergangenheit sein soll. Bis dahin können Liebhaber dieser musikalischen Zeit schon mal probehören.

Bewertung: 6 / 10

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