CD-Review: Ulthar - Cosmovore

Besetzung

Shelby Lermo - Gesang, Gitarre, Samples
Steve Peacock - Bass, Gesang, Synthies
Justin Ennis - Schlagzeug

Tracklist

01. Cosmovore
02. Solitarian
03. Infinite Cold Distance
04. Entropy - Atrophy
05. Assymetic Warfare
06. Dunwich Whore


Nein, hierbei handelt es sich nicht um einen Schreibfehler, dieses Review dreht sich um die Band ULTHAR und nicht um die ähnlich benannten deutschen Black-Metaller Ultha. Denn wo diese feingeistig und tiefgründig agieren, gibt es bei ULTHAR 40 Minuten auf die Fresse. Auf ihrem Debüt „Cosmovore“ reden die Jungs aus der Bay Area nicht lange um den heißen Brei herum, sondern servieren dem Hörer sofort eine wilde Mischungs aus Grindcore, Death Metal und Black Metal die ordentlich knallt.

Fans von H. P. Lovecraft werden natürlich sofort erkannt haben, dass der Bandname der Kurzgeschichte „Die Katzen von Ulthar“ entnommen ist und daher verwundert es auch nicht, dass sich das textliche Konzept der Band um die Prosa Lovecrafts dreht. Auch das stimmungsvolle Artwork lässt sofort an die monströsen Kreaturen des Schriftstellers denken. Ähnlich verworren und wahnsinnig wie Lovecrafts Texte, ist auch die Musik von ULTHAR. Drummer Justin Ennis drischt wie ein wahnsinniger auf sein Kit ein und sowohl Gitarrist Shelby Lermo als auch Bassist Steve Peacock steuern kaum verständliche Vocals bei.

Leider liegt hierbei aber auch eine große Schwäche des Albums: ULTHAR kommen nicht zum Punkt, sondern reihen wie wild brutale Parts aneinander, die nur stellenweise von ruhigeren Momenten unterbrochen werden („Cosmovore“, „Assymetic Warfare“). Headbanger haben es hier schwer. Lediglich beim abschließenden „Dunwhich Whore“ zeigen ULTHAR, dass in ihnen mehr steckt als nur brutaler Krach. Der Song baut über seine Spielzeit von 13 Minuten eine hohe Spannung auf und die Musiker verweben gekonnt heftige Grindcore-Parts mit melodischem Black Metal. Die Nummer ist zwar lang, aber definitiv nachvollziehbarer als die restlichen Stücke des Albums. Schade, dass ULTHAR ihr ganzes Können erst am Schluss von „Cosmovore“ offenbaren.

Als ein erster Schritt mit ULTHAR ist „Cosmovore“ sicherlich kein schlechtes Album geworden. Sowohl textliches Konzept und künstlerische Gestaltung des Covers werden definitiv auf Anklang bei Lovecraft-Fans stoßen und auch der unstrukturierte Sound der Amis findet sicherlich Fans. Für den großen Wurf dürfen ULTHAR auf ihrem nächsten Album aber gerne mehr in Richtung des Songwritings von „Dunwhich Whore“ gehen.

Bewertung: 6 / 10

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