Interview mit Mono Inc.

Seit ca. 1,5 Jahren scheint ein neuer Stern am Goth-Rock-Himmel: Mono Inc.! Die Norddeutschen haben sich kontinuierlich mehr (Szene-)Publikum erspielt und spätestens seit den Auftritten als Support von Unheilig Ende 2010 fristet die Band kein Nischendasein mehr. Im Interview mit Metal1.info sprechen Schlagzeugerin Katha Mia, Gitarrist Carl Fornia und Bassist Manuel Antoni ausführlich über die frühen Anfänge von Mono Inc., wichtige Meilensteine auf dem Weg zu „Viva Hades“ und auch über Vorteile illegaler Downloads.

Was könnt ihr über die Anfänge von Mono Inc. berichten? Nur eure langjährigen Fans dürften wissen, dass die Band bereits im Jahr 2000 unter diesem Namen gegründet wurde und eine andere Besetzung hatte.
Carl: Die Anfänge von Mono Inc. waren eingebettet in eine Zeit, in der wir als Band beschlossen hatten, ernsthaft nur noch das zu machen, wonach uns der Sinn stand. Keine Kompromisse mit Plattenfirmen und Musikverlagen – einfach nur das, was unseren eigenen Mix ausmachte. Keine ach so hochgelobten international erfahrenen Produzenten, keine aufstrebenden Tonmischer. Man kann sich gar nicht vorstellen, wer alles eine Meinung zu Musik haben kann, wenn man noch nicht einmal danach fragt… (lacht). Das Ergebnis waren melodiegeführte Songs mit elektronischen Elementen. Eine gute Portion Gitarre und viel Rhythmus. So waren alle vier Geschmacksrichtungen der Gründungsmitglieder berücksichtigt und wir legten los.

Ihr habt bereits davor zusammen Musik gemacht, allerdings unter dem Namen „Wild Thing“ und „Mono 69“. Wie verhält sich der Stil zu Mono Inc.? Gibt es noch Einflüsse aus dieser Zeit, die heute in eurer Musik spürbar sind?
Carl:Der alles überspannende Einfluss sind vereinfacht gesagt „Songs“. Wir haben seit jeher echte Songs gemacht, die aufgrund ihrer Komposition einen gewissen Wiedererkennungswert haben. Es hat uns nie gereicht, Songs aufzunehmen, welche überwiegend von Sounds oder der Produktion getragen wurden. Echte Songs waren uns schon damals wichtig: die entscheidende Parallele zu heute. Eine zweite wichtige Komponente ist die Live-Tauglichkeit. Wir sind Musiker, die in erster Linie auf der Bühne stehen wollen. Und dafür braucht man eben die entsprechenden Stücke.

2006 kam es zur Trennung von eurem damaligen Sänger Miky Mono. Wie kam es dazu, dass Martin vom Schlagzeuger und Hauptsongschreiber schließlich Frontmann geworden ist?
Manuel:Mono Inc. erlebte zwischen dem ersten Album „Head Under Water“ (2003) und dem zweiten Album „Temple Of The Torn“ (2007) eine starke Veränderung in der Planung und Komposition der Songs als auch der generellen Auffassung wie die Verkörperung der Musik live aussehen würde. Ein Gefühl, welches transportiert werden soll, mit dem sich jeder aus der Band identifizieren kann.Da Martin schon immer selbst die Texte schrieb, schwebten ihm bereits hier Bilder seiner Geschichten im Kopf umher, welche er mit der Musik und seiner Art ausdrücken wollte. Wir schrieben viele Songs in diesen Jahren und konnten dennoch schwierig einen gemeinsamen Nenner finden. Es war eine Art der Selbstfindung. Nach 4 Jahren ohne neuem Album entschloss sich Martin dann in Einvernehmen mit allen den Platz des Sängers selbst einzunehmen. Aus meiner persönlichen Sicht heute das Beste, was Mono Inc. je passieren konnte.Seitdem sind wir ihm Wahn und kreativ wie nie zuvor.

Wie entstand der Kontakt zur heutigen Schlagzeugerin Katha Mia, die ebenfalls 2006 den frei gewordenen Platz einnahm?
Katha:Ich kannte Mono Inc. schon vom WGT in Leipzig im Jahr 2005. Als ich dann Martin bei einem Depeche Mode Konzerte Backstage kennen lernen durfte, habe ich ihm meine Nummer in die Hand gedrückt und ihn gebeten mich anzurufen, falls er sich mal beide Arme brechen sollte. Im Nachhinein habe ich mich über meinen dämlichen Witz echt geärgert und nie damit gerechnet, dass er anruft. Hat er dann aber doch getan – zum Glück!

Was sind deine Besonderheiten an den Drums? Viele Bands im Metal-/Gothic-Bereich setzen bekanntlich auf männliche Schlagzeuger, die sich fernab ihrer Soli meist betont im Hintergrund halten. Du singst sogar und bist aktiv in die Bühnenshow einbezogen.
Katha: Schlagzeug ist heute noch eine Männerdomäne. Es gibt zwar wirklich ganz großartige Trommlerinnen, aber die meisten geilen Schlagzeuger sind nun mal Männer. Ich glaube, die Besonderheit ist es, als Frau an den Drums wie ein Mann zu spielen oder zumindest so, wie man es eben von einer Frau nicht erwartet. Das mit dem Singen dagegen war gar nicht so geplant und ist eher durch Zufall von Martin im Studio entdeckt worden. Eine singende Drummerin ist ja auch mal etwas anderes.

Nennenswerte Erfolge in den deutschen Alternative Charts konntet ihr unter der neuen Mono Inc-Besetzung ab 2008 mit der Veröffentlichung von „Pain, Love & Poetry“ feiern. Wie erklärt ihr euch diesen Sprung ausgerechnet zu dieser Zeit und mit diesem Album?
Manuel:Hier muss ich erstmal wieder zurückdenken. Es hat sich so viel in den letzten Jahren getan. „Pain Love & Poetry“ war das erste Album, welches intensiv davon lebte, Katha in der Band zu haben. Die neuen Songs wurden so geplant, dass ihre Stimme einen Bezug zu der Musik hat und wir dieses effektiv mit einbringen konnten. Dazu kamen vergangene Shows, wo wir unser Können bereits live beweisen konnten.Durch die erneut neue Musik im Bezug auf das Arrangement, das Livespiel bei eigenen Konzerten und Katha als Frau am Schlagzeug mit ihrem neuen Gesang konnten wir viele Leute überzeugen.Ich denke, es ist nie etwas einzelnes, was Erfolg bewirkt, sondern immer die Kombination von vielen kleinen Dingen, die im Puzzlespiel ein Ganzes ergeben.

Auf jenem Album ist auch ein Duett mit Lisa Middelhauve, Sängerin der deutschen Symphonic-Metal-Band Xandria, enthalten. Dieses wurde sogar erfolgreich als Single ausgekoppelt. Eine weitere Zusammenarbeit mit Xandria und anderen Bands gab es aber nicht. Wieso?
Katha:Die Sache mit Lisa ist auf unserer gemeinsamen Tour 2007 entstanden. Wir hatten damals ein solches Duett überhaupt nicht geplant.Während Martin sich etwa 10 Min. vor unserer Show mit einem Drink in der Hand warm sang, traf er jeden Abend auf Lisa, die schon früh begann, sich für ihre Show aufzuwärmen. Die beiden liefen also trällernd und summend durch die Backstagegänge und da konnte man eigentlich nur feststellen, dass die zwei Stimmen wunderschön harmonieren. So entstand die Idee zum Duett. Aber auch mit anderen Bands haben wir schon zusammen gearbeitet. So hat zum Beispiel unser Freund Simon von Subway to Sally auf unserem Album „Viva Hades“ einen Song eingespielt. Ich finde, solche Zusammenarbeiten sind eine tolle Sache, die aber immer was Besonderes und Seltenes bleiben sollten. Schließlich soll es ein besonderes Special für den Fan sein und keine Notlösung, weil eine Band vielleicht selber keine Ideen mehr hat.

Welche Lektionen habt ihr aus den Supportauftritten für ASP, Subway to Sally und Unheilig gezogen?
Katha: Die Supporttouren waren für uns ganz großartige Erfahrungen. Wir haben tolle Menschen kennenlernen dürfen und jeden Abend tausende von Fans bespielen können. Das war schon geil! Wir haben als Band sehr viel in dieser Zeit gelernt und uns sehr stark weiterentwickelt. Es war jeden Abend wieder spannend, wie die Fans des Hauptacts unsere Show wohl aufnehmen würden und wirklich NIE wurden wir enttäuscht. Das für mich Wichtigste, was ich bei den Supportshows gelernt habe: Du kannst eigentlich nicht viel falsch machen, wenn du ehrlich auf der Bühne dein Ding durchziehst und dich für niemanden verstellst.

Gibt es einen Künstler, mit dem ihr gerne einmal auf einer Studioplatte oder live zusammen arbeiten wollt?
Carl:Martin Gore würde uns bestimmt reizen. Zumindest im Studio. Er ist ein Quell von Ideen, die immer wieder etwas Neues hervorbringen. Auch Rick Rubin wäre im Studio sicherlich eine willkommene Herausforderung. Live können wir uns echte Streicher sehr gut vorstellen, aber konkrete Namen gibt’s hier noch nicht.

Apropos Live-Auftritte: Ihr habt inzwischen vor rund 150 Besuchern in kleineren Clubs und vor ca. 5000 Menschen in ausverkauften Arenen gespielt. Wo liegen die Unterschiede für euch? Was macht euch mehr Spaß?
Katha:Das ist beides auf seine Art schön. Ich muss zugeben, dass die Hallen mit Unheilig schon zum Teil echt geschockt haben. Es war überwältigend, wenn bei „Get Some Sleep“ zehntausende Menschen ihre Arme in die Luft gerissen haben. Andererseits lieben wir auch die kleinen Clubshows. Man kann den Fans in die Augen sehen und durch diese Nähe entsteht oft eine ganz, ganz besondere Atmosphäre – Gänsehaut pur.

Wie bewertet ihr rückblickend eure erste Headlinertour 2010 mit dem Album „Voices Of Doom“ und der EP „Comedown“ im Gepäck?
Manuel:Unsere erste Headliner-Tour war etwas Besonderes, die Belohnung für all die vergangene Arbeit der Jahre zuvor und endlich eine Chance, unsere Arbeit präsentieren zu dürfen. Ich erinnere mich noch, wie stolz und neugierig wir alle waren und uns gefreut haben über das, was gerade vor uns lag. Und es hatte Erfolg. Die Leute mochten unsere Darbietungen, die Musik und das Gefühl, die Stimmung, welche wir live transportieren können und es wurde daraufhin viel über uns gesprochen.Aus heutiger Sicht würde ich rückwirkend sagen, wir haben alles richtig gemacht.

Zur selben Zeit verunglückte euer ehemaliger Sänger Miky Mono auf Mallorca bei einem Gleitschirmunfall tödlich. Wie habt ihr darauf reagiert bzw. wie entwickelte sich das Verhältnis zu Miky in den Jahren nach seinem Ausstieg, als der Erfolg von Mono Inc. ohne ihn stetig wuchs?
Manuel:Die Nachricht erreichte mich sehr spät abends und es traf mich wie ein Schlag. Es gab keinen Neid zwischen uns und ihm. Wir hatten stets ein gutes Verhältnis zu Miky, seiner Frau und Tochter. Während der damaligen Tour war die gesamte Band an einem der Showtage vormittags bei seiner Beisetzung anwesend. Diese hat uns so sehr berührt, dass wir abends live einen Song ohne Text weiterspielen mussten, da wir nicht mehr in der Lage waren, zu singen. Mit einer der seltenen Momente von Mono Inc., der uns zeigte, wie kurz ein Leben sein kann. Rest in Peace, Miky!

Was seht ihr als die entscheidenden Meilensteine in eurer Viva bis zu eurem Erfolg mit Platz 50 in den Media Control Charts für euer neuestes Album „Viva Hades“?
Manuel:Wir haben stets versucht über verschiedene Ideen für die jeweiligen Momente mehr zu geben, als es das Publikum bei diesem Stand erwarten würde. Sei es bei den Inszenierungen einer Liveshow bis hin zu einer guten Produktion des Albums. Wir haben stets viel Herzblut in Mono Inc. gesteckt und auch in harten Zeiten niemals aufgegeben. Wie eine Familie. Wir wollten immer zusammen weiter.Ich glaube, der Fan merkt so etwas. Er merkt, dass wir hinter allem stehen, Spaß an unserem Tun haben und auch den direkten Kontakt suchen.Genau wie wir innerhalb der Band eine eng zusammenhaltende Gemeinschaft verkörpern, bringen wir diese auch nach draußen und halten zu unseren Fans. Das macht eine Band und letztendlich alle stark.Anders würde man keinen Erfolg haben. Wir leben voneinander und das sollte man nie vergessen. Gilt übrigens für alle Bereiche in unserer Welt.

Auf dem Album dreht sich um die verschiedenen Facetten der Liebe, verpackt in einem altertümlichen Gewand. Würdet ihr „Viva Hades“ als Konzeptalbum sehen?
Katha:“Viva Hades“ ist definitiv ein Konzeptalbum. Alle Songs drehen sich um ein Kernthema: „Viva Hades – Es lebe die Unterwelt“. Wir Menschen erzählen immer und immer wieder, wie gerne wir in den Himmel kommen möchten. Wenn wir uns die Geschehnisse in unserer Welt anschauen (Fukushima, Libyen, usw.), dann scheint es eher, als wenn wir geradewegs auf die Hölle zusteuern wollen. Während zum Beispiel „Symphony of Pain“ von Kindesmissbrauch erzählt, prangert „Revenge“ die katholische Kirche an. Alles in allem beschreibt das Album, wie wir Menschen selber durch Habgier, Neid, Zorn, Wollust, etc. unsere eigene Welt zerstören und den Untergang förmlich herbeirufen.

Auffällig oft setzt ihr darauf im Vergleich zu euren vorherigen Werken die Akustikgitarre ein. Wolltet ihr damit die ab und an tieftraurigen Inhalte passend vertonen oder gibt es noch andere Beweggründe?
Manuel:Wir versuchen Abwechslung zu schaffen. Es ist doch wie in einer Beziehung oder bei einem leckeren Essen. Man möchte nicht immer dasselbe bekommen.Außerdem finden wir, dass es eine gute Spannungskurve erzeugt und auch die Möglichkeit bietet, durch eine weitere Phase während des Konzertes zu tauchen. z.B. von Euphorie im vorherigen Song mit fetten Gitarren, Bass und Schlagzeug zu Trauer beim Akustikteil.Denn gemeinsam lachen wir, gemeinsam weinen wir. Wie im echten Leben. Es geht auf und ab.

Ab und an setzt ihr auch auf Gegensätze zwischen Text und instrumentaler Ausgestaltung: Bei „Symphony of Pain“ gibt es beispielsweise treibende Gitarren und Schlagzeugparts, während der Text eher düster anmutet. War dies Absicht oder behandelt ihre eure Lyrics getrennt vom Rest?
Manuel:Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass es sich hier um ein Markenzeichen von Mono Inc. handelt. Wir haben schon seit den ersten Tagen eine teilweise „härtere“ Gangart eingeschlagen, während der Text und die Melodie meist ruhig oder melodisch wirkt.Der Schein trügt hier allerdings. Denn kein Mono Inc. Text ist voller Seifenblasen und Liebe. Wenn man sich damit beschäftigt, wird man feststellen, dass die Texte es in sich haben und es um tiefgründige Themen handelt. Ein Markenzeichen eben.

Zu jenem Song habt ihr auch ein offizielles Musikvideo gedreht. Wie kam es dazu, dass ihr ausgerechnet diesen Song ausgewählt habt, und welche Erkenntnisse habt ihr aus dem Dreh gezogen?
Katha:Das Video hätten wir zu eigentlich jeden Songs von dem Album drehen können. Es passt thematisch zu jeden Song und ist somit fast eher ein Video zum Album. Dass „Symphony of Pain“ die erste Single werden sollte, hat die Plattenfirma entschieden, da den meisten beim ersten Hören dieser Song im Ohr blieb. Das Video haben wir im Oktober mit einer ganz großartigen Filmcrew in Schleswig-Holstein drehen dürfen. Nachdem unsere Crew gemerkt hatte, dass wir wirklich bereit waren, für dieses Video aufs Ganze zu gehen, haben sie uns wirklich leiden lassen. Wir haben gebrannt, wurden eingerußt, haben gefroren und zum absoluten Höhepunkt wurden wir dann von tausenden Litern eiskalten Wassers von der freiwilligen Feuerwehr bespritzt. Das war wirklich krass und seitdem habe ich einen großen Respekt vor Schauspielern und Szenen im Regen.

Würdet ihr die Behauptung unterschreiben, dass das Mono Inc.-Erfolgsrezept mit Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug relativ simpel ist und sich eher für das „gewöhnliche Radiopublikum“ eignet als andere Kombos, die mit Elektroelementen oder mittelalterlichen Instrumenten experimentieren?
Manuel:Ich persönlich finde unsere Musik zwar auch melodiös, dennoch jedoch nicht simpel. Wer das anders sieht, kann gerne ähnliche Songs versuchen zu schreiben (am besten ein Album) und wird feststellen, dass man schon viel Arbeit in diese stecken muss. Sonst würde die Musik schnell langweilig werden oder beim kompletten Durchhören nerven. Und das passiert mir bei unserer Musik nicht, obwohl ich diese natürlich permanent höre(n muss). Es scheint also gut gemacht zu sein und doch nicht zu simpel. Erfolgsrezept? Möglicherweise könnte diese Musik sogar im Radio laufen.In der Praxis sind wir dazu jedoch zu hart von der Anmutung. Zu hart vom Text. Das Auftreten ist eh zu düster. Genau wie bei den Kollegen aus dem Elektrobereich oder den Spielleuten. Ein Nischendasein eben. Aber lassen wir uns überraschen, was kommt oder nicht. Rammstein wollte am Anfang ja auch keiner spielen und auf einmal ging es dann doch. So könnte es jeden treffen. Auch Elektro- oder Mittelalterkollegen. Ist mir jetzt aber auch nicht so wichtig. Hauptsache, die Freude bleibt.

Darüber hinaus seid ihr mit eurem Fan-TV auch im Web 2.0 sehr engagiert. Was denkt ihr allgemein über das Internet bzw. diesen neuen Trends wie MySpace und Facebook?
Katha:Solche sozialen Netzwerke sind für Musiker ganz großartig. Wir können Tag für Tag mit unseren Fans in Verbindung bleiben. Wir kümmern uns alle selber um unsere Seiten im Internet und versuchen wirklich jede Mail so schnell wie möglich zu beantworten. Ohne Fans ist eine Band ja nun einmal rein gar nichts, deshalb ist uns der Kontakt sehr wichtig und dafür ist das Internet einfach unentbehrlich.

Überwiegen für Mono Inc. die Vorteile in Form von interaktivem Austausch mit Fans oder die Nachteile wie illegale Downloads, etc.?
Manuel:Auch ein illegaler Download ist ja in gewissem Maße positiv. Denn wenn es diese nicht gäbe, würde unsere Musik ggf. weniger gehört, weniger darüber gesprochen oder weniger anderen Menschen gezeigt.Erlaubt ist das natürlich alles nicht, aber wer die Musik wirklich mag und auch zu unseren Konzerten kommt, wird hoffentlich ein echtes Exemplar unserer Musik kaufen. Ich glaube an die Ehrlichkeit im Menschen und den Instinkt, dass die anderen „nur mal reinhören“ wollten, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Ich kann also nichts Negatives gegenüber dem Internet sehen. Eher die positiven Aspekte, welche Katha bereits erwähnt hat.

Wieso spielt ihr live ausgerechnet eine Coverversion von Iggy Pops „The Passenger“ und habt im Studio Bushs „Comedown“ für eure EP gecovert?
Manuel:Das hab ich Martin auch gefragt. Antwort: Frag nicht, spiel. Damit war die Sache dann durch.

Wie sehr zehren eure ausgiebigen Touren quer durch die Bundesrepublik mittlerweile an euren Kräften?
Katha:Überhaupt nicht- aber die Zeiten dazwischen sind wirklich extrem hart für uns. Nein, im Ernst: Wir sind wirklich furchtbar gerne auf Tour und im Grunde gibt es ja auch nicht viel Luxuriöseres und Entspannteres, als morgens in einem fremden Ort direkt vor dem Club aufzuwachen und sich an den gedeckten Frühstückstisch zu setzen. Wenn wir nach einer langen Tour dann doch mal ausgepowert sind, wirkt ein Urlaub gleich Wunder. Während Martin gerne weite und lange Reisen macht, stehe ich mehr so auf Kurztrips an die See, um einfach mal abzuschalten. Aber eigentlich ist das nur unser Zeitvertrieb, bis es dann endlich wieder weitergeht.

Für die zweite Jahreshälfte 2011 habt ihr neben einigen Festivalauftritten bereits weitere Zusatzshows der „Viva Hades“-Tour angekündigt. Seid ihr immer noch mit der gleichen Begeisterung wie am Anfang dabei oder gibt es inzwischen auch eine gewisse Routine?
Katha:Das hat für mich gar nicht so viel miteinander zu tun. Ich finde so ein bisschen Routine ja ganz ehrlich auch super. Ich freue mich immer, wenn nach den ersten zwei Shows alles soweit eingegroovt ist, dass man die Show nur noch genießen und mit den Fans abfeiern kann. Ich glaube, dann ist die Begeisterung bei mir fast noch größer, als vor der ersten Show. Trotzdem freuen wir uns nach dem erfolgreichen ersten Tourteil natürlich, unsere Fans (besonders jede, die mehrere Konzerte mitgemacht haben) mit einigen Veränderungen zu überraschen.

Was haltet ihr persönlich von Festivalauftritten tagsüber bei Sonnenschein? Leidet eure Musik bzw. euer Auftritt darunter, da eben ein gewisser Kontrast zwischen der Musik und den grellen Rahmenbedingungen besteht?
Manuel:Das habe ich in der Tat insgeheim am Anfang der Gründung von Mono Inc. auch immer gedacht. Man möchte ja immer das Beste und könne ja nicht das volle Spektrum bieten, wenn nicht alle Rahmenbedingungen perfekt sind.Aber als Newcomer hatten wir oft gar keine andere Wahl. Man muss tagsüber spielen. Und was kam dabei heraus?Den Leuten hat es trotzdem gefallen und trotzdem wurden sie überzeugt.Wir persönlich machen bei unseren Shows keinen Unterschied, ob es hell oder dunkel ist, der Sound schlecht ist, es regnet oder nur 3 bzw. 30.000 Leute vor der Bühne sind. Wir machen unsere Show aus Überzeugung.Meine Gedanken haben sich also als Irrtum herausgestellt.

Wie schätzt ihr die Zukunft von Mono Inc. ein? Wo seht ihr die entscheidenden Faktoren für langfristigen Erfolg?
Carl:Über diese Fragen machen sich Musiker meist keine ernsthaften Gedanken. Dafür sind die ganzen Strategen im Hintergrund zuständig.Was wir allerdings für uns selbst herausgefunden haben, ist, dass wir das machen wollen, was uns ausmacht und was uns dauerhaft gefällt. Damit könnte ein wichtiger Grundstein gelegt sein. Aber ob das langfristigen Erfolg garantiert? Wer weiß… Und was ist schon langfristiger Erfolg? Das Glücksgefühl auf der Bühne vor Menschen zu spielen? Dann werden wir noch recht lange Erfolg haben, weil uns das immer möglich sein wird!

Vielen Dank für das Interview!

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