CD-Review: Schlachtung - Mahnmal

Besetzung

Michael - Gesang
Chris - Gitarre
Holger - Bass
Moritz - Schlagzeug

Tracklist

01. Die Galerie zerstörter Seelen
02. Durch die Augen der Schönheit
03. Eli, Eli, lama sabachtani
04. Verblendung
05. Ohne Würde
06. Und Mammon lacht
07. Am Abgrund
08. Das Gift alter Fackeln
09. Das letzte Gebet
10. Gott ist abwesend
11. 269 / Aletheia


„Die Texte sind Wut, Ekel, Zorn und Verzweiflung, sie sind Gift und Galle, herausgespien in das dreckige Gesicht der Welt. Sie sind beißender Ausdruck dessen, was die Menschheit sich selbst, dem Planeten und besonders unseren Verwandten, den Tieren antut“. Dieses Promo-Sheet erweckt den Eindruck, dass man das deutsche Pendant zu Cattle Decapitation vor sich liegen hat, zumindest mit Blick auf die Lyrics. Mit ihrem äußert sympathischen Wahlspruch ‚Anti-Speziesismus, Anti-Rassismus, Anti-Sexismus!‘ fahren die Paderborner SCHLACHTUNG auf ihrer ersten Full-Length „Mahnmal“ die gesamte Bandbreite an den Themen auf, deren Vergegenwärtigung leider noch immer nicht der Standard bei all unseren Mitmenschen ist.

Mit einer explosiven Mischung aus der Schnelligkeit des Grindcore und der Bösartigkeit des Death Metal, versehen mit etwas Crust, klagen SCHLACHTUNG die Welt für all das Unrecht an, was sowohl im zwischenmenschlichen Bereich als auch in unserem Umgang mit den Tieren gehörig schief läuft. Wem bei diesem musikalischen Gemisch nicht nur Cattle Decapitation, sondern auch Anaal Nathrakh in den Sinn kommen, mag bei der prinzipiellen Marschroute des Quartetts nicht falsch liegen, SCHLACHTUNG gehen allerdings weit weniger technisch als die US-Amerikaner und viel roher als die Briten vor. Dank der Kombination verschiedener Genres entgehen die Paderborner der Monotonie, die ein reines Grindcore-Album mit sich bringen kann, und feuern stattdessen ebenso flink („269 / Aletheia“) wie beinahe schon gediegen („Ohne Würde“), also überraschend abwechslungsreich durch die elf Tracks.

Wer nicht nur Wert auf eine derbe Mischung Grindcore und Death Metal legt, sondern auch auf gesellschaftskritische Texte, dem sei „Mahnmal“ ohne Einwände zu empfehlen. Dank einer guten Studio-Arbeit bleibt die Platte nicht nur als dröhnender Brei mit tönendem Geschrei in Erinnerung, sondern schafft es, die Instrumentierung so zu akzentuieren, dass eben auch die Feinheiten erkennbar werden, die SCHLACHTUNG spielen – und davon sind auf „Mahnmal“ einige versteckt!

Bewertung: 7 / 10

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