CD-Review: Ad Vesperum - Monument

Besetzung

Felix Kienke - Gesang
Sven Seduta - Gitarre
Thomas Rudel - Gitarre
Friederike Joosten - Keyboard
Ulrich Stöckle - Bass
Dominik Pleiner - Schlagzeug

Tracklist

01. Präludium
02. Monument
03. The Beginning
04. The Traitor`s Calamity
05. The Last Archetype
06. Wet Grave
07. Till Death
08. Coma
09. The Way Of Violence
10. The Weak Step To Breathe
11. Excelled Eyes See No Victory


An sich ja nichts neues, eine junge Band aus deutschen Gefilden macht sich auf den Weg, den Olymp des melodischen Deathmetals zumindest ein Stück weit hinaufzusteigen. Diesmal gab sich das Kind den Namen AD VESPERUM und kommt aus dem beschaulichen München. „Monument“ ist das erste Album der sechs MusikerInnen, allerdings besteht die Band auch erst seit etwa 2 Jahren.

Gut, melodischer Todesstahl soll es also sein, unwillkürlich müssen einem da Bands wie „Dark Tranquillity“, „In Flames“ und Konsorten in den Sinn kommen, doch schon sehr bald zeigt die Band, dass alleine die Anwesenheit eines Keyboards keineswegs allzu viele Parallelen mit den genannten Schweden mit sich zieht. Man geht von Anfang an zwar nicht unbedingt fürchterlich eigenständig, aber doch sehr kompromisslos zu Werke. Die Vocals driften nicht selten in fast schwarzmetallische Bereiche ab und auch die Gitarren rasen über die eben noch grüne Wiese und zersägen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Hui, für das Genre schon ziemlich heftig. Erfreulich ist dabei die große Bandbreite, mit der AD VESPERUM ihre Songs arrangieren, die Eingängigkeit leidet zwar darunter, aber Langeweile kommt auf der anderen Seite auch nicht auf. Garant für gute Unterhaltung sind vor allem die fein ausgearbeiteten Leads, gerne auch zweistimmig, da merkt man, dass sich die gute alte Schule heute noch lohnt.

Ein wenig gefeilt werden sollte an der Produktion. Klar, von einer ersten Eigenproduktion kann man nicht erwarten, dass sie gnadenlos mit Spitzenproduktionen konkurriert, leider habe ich aber ein wenig das Gefühl, dass die 10 Songs (plus Intro) noch wesentlich mehr Potential entwickeln könnten, wenn ordentlich Druck dahinter stehen würde. Vor allem die Snare-Drum klingt reichlich schwach auf der Brust, dies ist ein Punkt, an dem beim nächsten Mal noch erhebliche Steigerung drin ist. Songtechnisch läuft es ja ganz gut, der Titeltrack entwickelt ziemlich zügig Ohrwurmqualitäten, „Wet Grave“ bleibt auch gut hängen und das Break in „Coma“ ist schon echte Spitzenklasse.

Kurzum, wer auf Melodien nicht verzichten möchte, hier und da aber auch mal das Gaspedal etwas kräftiger gedrückt mag, der kann bei AD VESPERUM ruhig mal ein Ohr riskieren, im Internet geht das heute ganz leicht. Live mit gutem Sound ist es sicher ein ganz nettes Erlebnis und da die Sechs die Bühnen um ihre Heimat regelmäßig unsicher machen, ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dort mal reinzuhören. Wenn sich beim nächsten Mal die Produktion etwas ausdifferenziert und einige Songs noch ein wenig mehr ein Gesicht bekommen, ist da noch was zu erwarten, unter dem Strich bleibt ein ordentliches Debüt mit Luft nach oben, aber eben auch erkennbarem Potential.

Bewertung: 6 / 10

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