CD-Review: After All - Dawn Of The Enforcer

Besetzung

Sammy Peleman – Gesang
Dries van Damme – Gitarre
Christophe Depree – Gitarre
Frederik Vanmassenhove – Bass
Kevin Strubbe – Schlagzeug

Tracklist

01. Parasite Within
02. Timeless Machine
03. Digital War
04. Spread The Infamy
05. Becoming The Martyr
06. To Breach And Grieve
07. Demolition Course
08. Betrayed By The Gods
09. My Own Sacrifice
10. Devastation Done
11. End Of Your World


AFTER ALL sind eine dieser Bands, die es nie ganz nach vorne geschafft, aber doch nie aufgegeben haben. So haben die Belgier in ihren 25 Jahren (!) Schaffenszeit insgesamt sieben EPs und sieben Alben veröffentlicht. Mit „Dawn Of The Enforcer“ kommt nun Album Nr. 8 auf den Markt und schon das Cover erinnert herrlich an den Thrash Metal der 80er, als die Musikwelt noch in Ordnung war und keiner wusste, was Grunge Rock ist.

Und so präsentiert sich die Instrumentenfraktion der Band auch musikalisch: Old School Thrash Metal ist Programm. Es würde einen hier eine Reinkarnation der glorreichen alten Zeit erwarten – wäre da nicht der Gesang. Der nämlich geht in ungewohnte Höhen und lehnt sich deutlich mehr am moderneren US-Power-Metal an als am Thrash Metal. Das wird nicht jedem gefallen, wie wir auch schon in der Redaktion gemerkt haben: „Bei dem Gesang fallen mir die Eier ab!“ war die Reaktion des ersten Kollegen. Besonders deutlich wird dies bei Songs wie „Digital War“ oder „Betrayed By The Gods“. AFTER ALL spielen Thrash Metal mit einer Stimme, die sich vor Ralf Scheepers oder Tim Owens nicht verstecken müsste – allerdings klingt Sammy Peleman noch eine Spur weicher als die eben genannten Referenzen der Kopfstimmenfraktion. Nur: Warum sollte das ein Problem sein? Was für Agent Steel gut war, wird auch für AFTER ALL gut sein, und technisch singt Peleman absolut fehlerfrei und präzise.

Auch an der Produktion gibt es rein gar nichts zu bemängeln. So sollte ein Album dieses Genres klingen! Präzision und geschultes Können kann man auch dem Rest der Band bescheinigen. Die Gitarrensoli sind astrein gespielt und bei den häufigen Rhythmuswechseln punktet Drummer Strubbe genauso, wie wenn er einfach drauflos knüppeln darf („My Own Sacrifice“). Für alle gilt, dass sie auf „Dawn Of The Enforcer“ guten und rhythmisch variierenden Thrash Metal spielen, der auffallend abwechslungsreich geraten ist. Vielleicht haben sie es in dieser Richtung aber etwas übertrieben. Denn auch wenn man das Album öfter hört, bleibt doch wenig in Erinnerung. Die Musik vermag durchaus zu gefallen, aber Langzeitwirkung stellt sich nicht ein – es fehlt an richtig guten Hooklines und erinnerungswürdigen Momenten, wenn man von „Digital War“ und „Parasite Within“ absieht. Das ist schade und macht in diesem Fall den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Album.

Am Ende scheint es so zu sein, wie schon oft bei AFTER ALL. „Dawn of The Enforcer“ ist ein gutes Album geworden, das durch technische Brillanz und Abwechslung glänzen kann. Und doch: Es ist nicht so großartig, dass es die Band endlich nach vorne bringen wird. Fans eines etwas variantenreicheren Thrash Metals werden sich dennoch freuen, dass AFTER ALL sich nicht entmutigen lassen und immer weitermachen.

Bewertung: 8 / 10

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