CD-Review: Animus Mortis - Atrabilis (Residues From Verb & Flesh)

Besetzung

Sidragath – Gesang
N. Onfray – Gitarre
Bauda – Bass
Horus – Schlagzeug

Tracklist

01. Ambivalent Aura
02. Hosannas From The Depths
03. My Ashes Inside
04. Dying Murmur
05. Among The Phlegm Of God
06. Ethereal Dimensions
07. Splendour Ruins
08. Thresholds Of Insanity


Aus Chile stammen die Black Metaler von ANIMUS MORTIS, die mit „Atrabilis (Residues From Verb & Flesh)“ ihre erste Full-Length CD präsentieren. Ungeachtet der möglichen herkunftsbedingten exotischen Einflüsse geht es auf dem Album aber vor allem darum, möglichst frostigen, rasenden True Black Metal zu bieten, Produktion sowie instrumentale Darbietung fallen folglich also eher mau aus.

Allerdings stört die schlechte Produktion insofern nicht weiter, als dass es sowieso nichts gibt, was man gerne mal genauer gehört hätte. Akzente, Spielereien oder auch nur Nuancen finden nämlich in keinem der acht Songs auf „Atrabilis“ Platz. Aber so weit, so gut, es gibt ja so manche Black Metal-Scheibe, die nicht gerade durch überdurchschnittlich hörbare Kreativität glänzt. Diese tun selbiges häufig dann aber in Sachen Atmosphäre, oder, heute auch immer beliebter, „Black ’n‘ Roll“-Attitüde. ANIMUS MORTIS glänzen überhaupt nicht, im Vergleich zur restlichen Black Metal-Landschaft ist „Atrabilis“ bestenfalls ein mattes Schimmern. Dabei fängt es gar nicht mal schlecht an, „Ambivalent Aura“ als einigermaßen sphärisches Intro leitet recht schlüssig auf „Hosannas From the Depths“ über, welches mit melodischer Gitarrenbegleitung und krachendem Beginn zumindest zeitweise Interesse weckt – um sich dann zielstrebig in Belanglosigkeit zu knattern. Die Standard-Riffs, die einem um die Ohren geschossen werden, sind selbst für True Black Metal arg monoton und die drei Geschwindigkeiten (langsames, hohes Gitarren-Gewurste, treibendes Mid-Tempo und mittelschnelle Raserei) die durchschnittlich präsentiert werden, verhindern vollends, dass die einzelnen Songs eine eigene Note bekommen. Dazu absolut durchschnittlicher Gesang und Blastbeat oder Double-Bass-Begleitung am Schlagzeug und fertig ist das frisch gebackene, vollkommen gesichtslose Black Metal-Album.

Was kalt und bedrückend klingen will, ruft durch den konstanten Stumpfsinn der Kompositionen negative Gefühle höchstens im Sinne von aufgeriebenen Nerven hervor. ANIMUS MORTIS sind wahrscheinlich auch nicht schlechter als die Hälfte des restlichen Black Metal-Undergrounds, aber warum man dieses Album käuflich erwerben sollte, bleibt rätselhaft – „Atrabilis“ ist eine mäßige Umsetzung sowieso schon ausgelutschter Ideen und so etwas braucht heutzutage wirklich niemand mehr.

Bewertung: 3.5 / 10

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