CD-Review: Arven - Music Of Light

Besetzung

Carina Hanselmann - Gesang
Anastasia Schmidt - Gitarre
Ines Thomé - Gitarre
Lisa Marie Geiß - Bass
Till Felden - Schlagzeug
Lena Yatsula - Keyboard

Tracklist

01. Music Of Light
02. On Flaming Wings
03. Raise Your Cups
04. My Dear Friend
05. World Of Hatred
06. Dark Red Desire
07. Midwinter Nights
08. Till Death Do Us Apart
09. Ruined Castle
10. A Stranger's Story


Wenn ich ARVEN denke, dann natürlich an „Derr Herr der Ringe“. Arwen ist dort eine Halbelbin, die zu Gunsten ihrer Liebe zu Aragorn auf ihr ewiges Leben verzichtet und sterblich wird. Im Buch nur eine wenig bedeutende Nebenperson, wird ihre Rolle im Film hollywoodlike unnötig aufgebauscht. Nun, ganz so überflüssig ist die Band ARVEN vielleicht nicht, ob es zu mehr reicht, wird das Debütalbum „Music Of Light“ zeigen.

Einen gewissen Welpenschutz genießen junge Bands ja doch irgendwie immer (beispielsweise entgehen sie dem verdienten Punktabzug für das unfassbar kitschige Coverartwork). In diesem Fall kommt noch ein kleiner Exotenbonus hinzu. Frauen sind im Metal freilich nichts ungewöhnliches mehr, meistens werden sie ans Mikro gestellt oder spielen, wenns hoch kommt, das Keyboard. Ganz erfreulich, dass hier der Spieß mal umgedreht wurde, bis auf den Mann hinter der Schießbude haben wir es hier mit einer reinen Frauenband zu tun, daher wohl auch der Bandname (Arwen = Edelfrau). Musikalisch hat man sich dem melodischen Metal verschrieben, der technisch durchaus kompetent daher kommt. Tempomäßig hält man sich in der Regel zurück, aber man sollte keinesfalls denken, dass man hier eine Ballade nach der nächsten geboten bekommt. Zwar spielt das Keyboard eine tragende Rolle und die eine oder andere gefühlvolle Melodie versteckt sich auch in den zwischen kompakt und leicht progressiv gehaltenen Songs. So liegt etwa die eine Hälfte der Lieder unterhalb von fünf Minuten, Songs wie „My Dear Friend“ (tatsächlich dann doch eine Ballade) läuft erst nach über sieben Minuten ins Ziel. Meinem Empfinden nach kommen die kürzeren Songs insgesamt etwas besser an, weil sie naturgemäß schneller auf den Punkt kommen. Noch verliert sich das Sextett etwas zu oft in Belanglosigkeiten, auch wenn man ein gewisses Talent sicher nicht verleugnen kann. Auf der anderen Seite muss man der Band zu Gute halten, dass ein deutlich erkennbares Bemühen hinter dem Album steckt, nicht in jegliche Klischeefalle zu tappen.

In der chauvinistischen Metalwelt werden es ARVEN schon schwer genug haben, eine Akzeptanz jenseits von „Titten und Ärsche“ zu erhalten. Mit „Music Of Light“ haben die fünf Damen plus Herr ein erstes brauchbares Argument geliefert. Sehr weit über den Durchschnitt kommen sie damit (noch) nicht, dafür fehlt es mir (noch) an den wirklichen Highlights. Gesät ist, geerntet kann möglicherweise mit den folgenden Alben werden. Bis dahin kann man das Debüt mal anchecken, was ich vor einem Kauf auf jeden Fall raten würde.

Bewertung: 6.5 / 10

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