CD-Review: Austrian Death Machine - Total Brutal

Besetzung

Tim Lambesis – Gitarre, Gesang, Bass, Schlagzeug
JP Gericke – Gitarre
Mike Catalano – Schlagzeug

Gastmusiker:

Jerald Buckwalker – Schlagzeug
Joey St. Lucas, Meggan Lambesis, Duane Reed & Marc Kohlbry - Gang-Gesang
Mark MacDonald (Mercury Switch) – Gitarre
Jason Suecof – Gitarre
Eyal Levi & Emil Werstler (Daath) – Gitarre
Dan Fitzgerald - Gitarre
Adam Dutkiewicz (Killswitch Engage) – Gitarre
Nick Hipa (As I Lay Dying) – Gitarre
Jason Barnes - Gitarre

Tracklist

01. Hello California (Intro)
02. Get To The Choppa
03. Rubber Baby Buggy Bumpers
04. All Of The Songs Sound The Same
05. I Am A Cybernetic Organism, Living Tissue Over (Metal) Endoskeleton
06. Come With Me If You Want To Live
07. What It's Like To Be A Singer At Band Practice
08. Who Is Your Daddy, And What Does He Do?
09. You Have Just Been Erased
10. Broo-Tal Song Idea
11. Here Is Subzero, Now Plain Zero
12. So Far, So Good, So Let's Talk About It
13. Screw You (Benny)
14. Why?
15. If It Bleeds, We Can Kill It
16. It's Not A Tumor
17. Not So Hidden Track


AUSTRIAN DEATH MACHINE. Drei Wörter, zu denen man was assoziiert? „Erzherzog Franz Ferdinand?“ „Hitler!“ Nein, nein. Ich helf euch auf die Sprünge: schaut euch mal das Cover an. Was seht ihr darauf? Richtig, einen muskelbepackten Mann, mit von Kugeln durchlöcherten Oberarmen so groß wie Roseanne’s Taille, einem Militärhaarschnitt, aus dem das elektronische Gehirn hervorlugt, dem altbekannten Grimmgesicht und natürlich dem Mikro in der rechten, zur Faust geballten, Hand. Habt ihr es mittlerweile erraten?

Selbstverständlich steht im Mittelpunkt dieser CD – und allen weltlichen Geschehens – der fünffache Mr. Universum, Conan der Barbar, der Eraser, der Kindergartencop, der Terminator und nicht zuletzt der Gouvernator, die österreichische Antwort auf… ja, auf wen eigentlich? Es gibt nun mal keinen Muskelprotz, der eine auch nur annähernd große Berühmtheit erlangt hat, wie es Arnold Schwarzenegger gelang. Kein Wunder also, dass er irgendwann den Weg in die Metalszene finden musste. Deswegen auch das Mikro in seiner Hand? Hat er sich etwa entschlossen, auch in der Welt des Hartmetallischen zu regieren? Nein, ganz so weit kam es dann doch nicht.

Tim Lambesis, seines Zeichens Frontmann bei den Metalcore-Monstern As I Lay Dying, hat sich zur Aufgabe gemacht, Ahhhnold auch in diesen Kreisen zu etablieren und kurzerhand das Sideprojekt AUSTRIAN DEATH MACHINE ins Leben gerufen, das der Titel des Erstlingswerks auch schon treffend beschreibt: „Total Brutal“.
Der Schwarzenegger-Fan Lambesis nahm die erste Version ursprünglich in kompletter Eigenregie auf, bekam dann aber Unterstützung von JP Gericke an der Gitarre und Mike Catalano an den Becken und hat mit dieser Entscheidung für die nötige spielerische Klasse gesorgt, es entsteht einfach ein rundum fetterer Eindruck.

Nicht ein- aber erdrückend ist auch die Aggressivität und pure Angepisstheit, die – auf konstantem Level – auf den Silberling gepresst wurde. Im krassen Gegensatz dazu steht der Witz, die Selbstironie und pure Genialität des Einfachen, die „Total Brutal“ total brutal ausmacht. Feinster Thrash Metal, nachdem sich ein jeder Anhänger dieses Genres gierig die Finger wundlecken sollte, trifft auf unzählige Filmzitate aus den verschiedensten Schwarzenegger-Filmen und – nicht zuletzt – auch auf Schwarzenegger (der aufmerksame Hörer wird merken, dass es sich dabei um eine perfekte Imitation seiner Stimme handelt) selber. Intros wie „Hello California“ (Arni stellt sich hierauf dem kalifornischen Volk vor und fordert ein Gym, das den Namen „25 hours of fitness – with one extra hour for working-out“ tragen soll) oder die immer praktisch zwischen jedem Song stehenden „Comedy-Einlagen“ zaubern mehr als ein Lächeln auf den Mund, taugen hier und da tatsächlich für ein herzhaftes Lachen. Trotzdem wird das nicht Jedermanns Sache sein, weil dadurch immer wieder Lücken in die, ansonsten perfekt zugeschusterten Songs, gerissen werden und die Atmosphäre möglicherweise zerstören. Des einen Freude ist des anderen Leid und wird Geschmackssache bleiben. Im Prinzip behandeln alle Songs das selbe: die Filme von Arnold Schwarzenegger. Es werden Zitate eingebaut, Storys verwendet und nicht damit gespart, so oft wie möglich auf das Kraftpaket anzuspielen.

AUSTRIAN DEATH MACHINE wollen nur eins nicht: tot-ernst genommen werden. Und trotzdem blasen sie einigen Thrash-Acts, die sich noch so ernst nehmen, gewaltig den Marsch mit diesem Debüt, das wie eine Eraser-Granate einschlägt. Growls und Screams, die weit über das 08/15-Gedöse hinausreichen, die Garantie, dass in jedem Song ein Solo vorkommt (Stiftung Metal1.info bestätigt das) und Breakdowns, die den Moshpit zur Todesfalle werden lassen verkörpern Thrash Metal, wie er sein sollte. Für einen absolut göttlichen Humor (hört euch mal den „Not So Hidden Track“ an) und eine geniale Idee darf man Tim Lambesis ruhig in den Himmel loben. Ahhhnold würde stolz auf dich sein, Tim!

Ach ja: für alle, die denken, dass die Songs gleich klingen haben wir exklusiv die Worte des Gouvernator höchstselbst: „Some of you are starting to complain. What’s wrong, guys? You think the songs all sound the same? Of course they sound the same… Because they all sound BRUTAL!“

Bewertung: 9.5 / 10

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